Nach oben

Frage beantwortet

Warum werden Sparpreise später günstiger?

Mir ist es jetzt mehrfach auf verschiedenen Verbindungen passiert, dass ich am ersten möglichen Buchungstag (also 6 Monate vor Fahrtantritt) Fahrkarten zum Super-Sparpreis gebucht habe in der vermeintlichen Annahme, mir somit den günstigsten Preis zu sichern, dann allerdings einige Zeit später feststellen mussze, dass für dieselbe Verbindung die verfügbaren Preise für den Super-Sparpreis nachträglich gesunken sind.

Mir ist schon klar, dass die Sparpreise in Abhängigkeit von der Auslastung etc. pp. variieren und insofern von der Deutschen Bahn auch zur Steuerung der Auslastung verwendet werden. Allerdings war ich bisher immer davon ausgegangen, dass zunächst die günstigsten Preise verfügbar sind und bei späterer Buchung die Preise allenfalls nur noch steigen könnten. Dass sie tatsächlich auch wieder sinken können, macht die Buchung von Sparpreisen natürlich erst recht zur Lotterie, und ich finde diese Intransparenz als Fahrgast reichlich unbefriedigend.

Weiß hier jemand etwas zu den Hintergründen bzw. welcher Mechanismus dahintersteckt? Man hat so als Fahrgast praktisch keine realistische Möglichkeit, sich gezielt eine Fahrkarte zum günstigsten Preis zu besorgen, wenn zum frühestmöglichen Buchungszeitpunkt die günstigsten Preise noch gar nicht verfügbar sind und auch nicht vorhersehbar ist, wann die Preise gegebenenfalls gesenkt werden oder eben auch nicht...

MiStr
MiStr

MiStr

Ebene
1
101 / 750
Punkte
Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt
kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"Allerdings war ich bisher immer davon ausgegangen, dass zunächst die günstigsten Preise verfügbar sind und bei späterer Buchung die Preise allenfalls nur noch steigen könnten. "
-> Das ist schon lange nicht mehr so.

"Weiß hier jemand etwas zu den Hintergründen bzw. welcher Mechanismus dahintersteckt?"
-> Grob: Zu Beginn der Buchungszeit orientiert sich der Preis an der erwarteten Auslastung. Je näher der Reisetag rückt, desto mehr orientiert sich der Preis an der tatsächlichen Auslastung. Bleibt die Auslastung hinter der Erwartung zurück, geht es nach unten, ansonsten nach oben.
Mittlerweile wird das ganze (leider) auch vom Ertragsmanagement überlagert. Seit die Vorbuchungsfrist auf 6 Monate verlängert wurde, kann es sich die DB leisten, mit etwas höheren Preisen anzufangen und einfach zu schauen, wie viele Kunden trotz des höheren Preises schon buchen. Man hat ja lange genug Zeit, den Zug voll zu bekommen und kann zur Not halt noch Billig-Tickets nachschieben. (Ist extrem zu Weihnachten zu beobachten: Bei Buchungsstart für die Weihnachtstage werden erst die mittelpreisigen Tickets auf den Markt geworfen, damit alle die schon daruf warten, endlich den Weihnachtsurlaub mit der Bahn buchen zu können, gierig zugreifen können. Wenn die erste Buchungswelle vorbei ist, werden die günstigeren Tickets nachgeschoben.)
Und dann kommt noch die Mischkalkulation: Jeder Zug muss auch wirtschaftlich sein. D.h. billige Tickets kann man nur anbieten, wenn auch gleichzeitig genug teure Tickets für den gleichen Zug verkauft werden. Bei Buchungsstart sind aber noch keine teuren Tickets verkauft.

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (0)

Ja (2)

100%

100% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Ghize
Ghize

Ghize

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"Mir ist schon klar, dass die Sparpreise in Abhängigkeit von der Auslastung etc. pp. variieren und insofern von der Deutschen Bahn auch zur Steuerung der Auslastung verwendet werden. "
=> Genau so, und bei der Festlegung der Preise für (Super)Sparpreistickets wird die Auslastung geschätz, bei hoher erwarteter Auslastung werden also auch die Preise von vorne herein höher angesetzt. Und wenn die Bahn später merkt, dass der Zug nicht so stark gebucht wird wie ursprünglich vermutet, wird der Preis wieder gesenkt, damit dieser Zug verstärkt gebucht wird.

Guten morgen MiSir,

über Sparpreise werden auf der einen Seite selbstverständlich die Auslastung der Züge gesteuert. Auf der anderen Seite sind diese ein wichtiges Instrument der Ertragssteigerung (das sogenannte Yield Management). Dahinter steckt ein ausgeklügeltes System wie es schon seit eh und je bei Fluggesellschaften aber auch Hotels verwendet wird. Man hat aus einem Faktor X eine ungefähre Variable die besagt wie hoch eine Auslastung zu erwarten ist. Diese kann natürlich je nach Umständen (aktuell ganz besonders) sinken oder fallen. Und dann wird eben gegengesteuert.

Nehmen wir nunmal an wir haben einen - sonst üblicherweise - hoch ausgelasteten Zug. Wieso sollte ich dann als Wirtschaftsunternehmen mit dem niedrigsten Einstiegspreis an die Sache herangehen wenn ich doch weiß dass mir der Kunde das Produkt förmlich aus der Hand reißt. Also gehe ich mit einem leicht höheren Wert an die Sache heran und schaue was passiert. Nun gibt es eben zwei Möglichkeiten. Entweder es funktioniert oder eben - wie auch in der aktuellen Zeit - es funktioniert eben nicht. Dann muss ich zur Auslastung der Züge den Preis nach unten korrigieren. Denn auch das Yield Management sagt sich `lieber zwei günstigere Sparpreise verkauft als keinen einzigen hochpreisigen`. Daher kann es eben vorkommen das der Preis auch im Nachgang nochmal sinkt.

Sicher spielen da noch mehr Faktoren eine Rolle. Z. Bsp. das Sparpreise storniert werden und somit wieder ins System zurückfließen. Aber ich hoffe ich konnte es etwas anschaulich darstellen wieso früh buchen nicht immer ganz so clever ist.

Gruß, Tino!

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"Allerdings war ich bisher immer davon ausgegangen, dass zunächst die günstigsten Preise verfügbar sind und bei späterer Buchung die Preise allenfalls nur noch steigen könnten. "
-> Das ist schon lange nicht mehr so.

"Weiß hier jemand etwas zu den Hintergründen bzw. welcher Mechanismus dahintersteckt?"
-> Grob: Zu Beginn der Buchungszeit orientiert sich der Preis an der erwarteten Auslastung. Je näher der Reisetag rückt, desto mehr orientiert sich der Preis an der tatsächlichen Auslastung. Bleibt die Auslastung hinter der Erwartung zurück, geht es nach unten, ansonsten nach oben.
Mittlerweile wird das ganze (leider) auch vom Ertragsmanagement überlagert. Seit die Vorbuchungsfrist auf 6 Monate verlängert wurde, kann es sich die DB leisten, mit etwas höheren Preisen anzufangen und einfach zu schauen, wie viele Kunden trotz des höheren Preises schon buchen. Man hat ja lange genug Zeit, den Zug voll zu bekommen und kann zur Not halt noch Billig-Tickets nachschieben. (Ist extrem zu Weihnachten zu beobachten: Bei Buchungsstart für die Weihnachtstage werden erst die mittelpreisigen Tickets auf den Markt geworfen, damit alle die schon daruf warten, endlich den Weihnachtsurlaub mit der Bahn buchen zu können, gierig zugreifen können. Wenn die erste Buchungswelle vorbei ist, werden die günstigeren Tickets nachgeschoben.)
Und dann kommt noch die Mischkalkulation: Jeder Zug muss auch wirtschaftlich sein. D.h. billige Tickets kann man nur anbieten, wenn auch gleichzeitig genug teure Tickets für den gleichen Zug verkauft werden. Bei Buchungsstart sind aber noch keine teuren Tickets verkauft.

MiStr
MiStr

MiStr

Ebene
1
101 / 750
Punkte

Danke für die Antworten, alles nachvollziehbar. Leider muss man sich wohl damit abfinden, dass die Preispolitik bei der Bahn ähnlich wie bei den Fluggesellschaften funktioniert. Irgendwie war ich bisher der Illusion erlegen, dass die Preisgestaltung bei der Bahn zumindest geringfügig transparenter geschehe... Dem ist offenbsr nicht so.