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Frage beantwortet

Was kann ich machen, wenn ich die Frist versäumt habe, meine Bahn Card in einem DB Zentrum nachzuweisen?

Hallo zusammen,

mein Bruder hat eventuell aktuell ein Problem. Er ist Anfang 2019 wahrscheinlich mit einem ICE von Hamburg nach Berlin gefahren. Er hat sich dazu ein Ticket gekauft, mit Bahn Card Ersparnis, hat aber bei der Kontrolle die Bahn Card nicht vorweisen können und es auch leider versäumt diese zeitnah nachzuweisen.

Es ist zum Zeitpunkt der Fahrt eine gültige Bahn Card vorhanden gewesen, also geht es meiner Meinung nach nur um eine versäumte Frist.

Die DB Vertrieb GmbH fordert nun über ein Inkasso Unternehmen ca. 242€ von Ihm (Hauptforderung 147,50€). Das Inkasso Unternehmen hat vor Kurzem einen Vergleich in Höhe von 147,50€ angeboten, welches wir abgelehnt haben, da ich der Meinung bin, dass die Höhe ungerechtfertigt ist. Ich habe im Namen meines Bruders um Kulanz gebeten und ein Einigungsangebot in Höhe von 50€ angeboten, welches nun mit ca. 170€ beantwortet wurde. Also höher als das vorherige Vergleichsangebot.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur wegen einer versäumten Frist, solch eine Summe aufgerufen werden sollte/muss. Wie kommt man da sauber raus?

Ich werde mich dazu auch nochmal rechtlich beraten lassen, aber vielleicht kann mir jemand diese Frage vorab beantworten. Vielen Dank!

Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt

Guten Abend Maxundsoweiter123,

ich kann Ihnen leider nur raten die geforderte Summe schnellstmöglich zu begleichen, da ansonsten weitere Kosten auf Sie zukommen. Sofern die DB Vertrieb GmbH den Fall an ein Inkassounternehmen abgetreten hat, ist diese dafür nicht mehr zuständig. Man hat Ihnen ja reichlich Zeit gegeben (in der Regel 14 Tage) die ihr Bruder leider versäumt hat. Daher kommunizieren Sie nunmehr ausschließlich mit dem Inkassounternehmen. Dieses ist Ihnen ja bereits schon beachtlich entgegengekommen was ausgeschlagen wurde. Da die erneute Forderung nicht fristgerecht beglichen wurde fallen selbstverständlich weitere Mahnkosten an. Sie können sich natürlich rechtlichen Beistand suchen dieser wird jedoch auch nichts anderes sagen können, da der Termin hier bei weitem überschritten wurde.

Ich gehe davon aus, dass ihr Bruder die Differenz zwecks der vergessenen BahnCard nicht im Zug zahlen konnte und aufgrund dessen eine elektronische Fahrpreisnacherhebung erhalten hat. Auf diesen sind alle weiteren Schritte erklärt. Es wird mitgeteilt, dass innerhalb von 14 Tagen ein entsprechender Nachweis nachgeliefert werden kann und sich die Forderung auf 7,- € reduziert. Ihr Bruder wurde demnach rechtlich und tariflich aufgeklärt.

Gruß, Tino!

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Da werden sie oder besser ihr Bruder wohl zahlen müssen. Es besteht eine Frist und wenn die nicht eingehalten wird, muss die Forderung bezahlt werden. Sonst könnte man ja auch sagen kommen Sie irgendwann vorbei und zeigen sie uns die Bahncard.

Guten Abend Maxundsoweiter123,

ich kann Ihnen leider nur raten die geforderte Summe schnellstmöglich zu begleichen, da ansonsten weitere Kosten auf Sie zukommen. Sofern die DB Vertrieb GmbH den Fall an ein Inkassounternehmen abgetreten hat, ist diese dafür nicht mehr zuständig. Man hat Ihnen ja reichlich Zeit gegeben (in der Regel 14 Tage) die ihr Bruder leider versäumt hat. Daher kommunizieren Sie nunmehr ausschließlich mit dem Inkassounternehmen. Dieses ist Ihnen ja bereits schon beachtlich entgegengekommen was ausgeschlagen wurde. Da die erneute Forderung nicht fristgerecht beglichen wurde fallen selbstverständlich weitere Mahnkosten an. Sie können sich natürlich rechtlichen Beistand suchen dieser wird jedoch auch nichts anderes sagen können, da der Termin hier bei weitem überschritten wurde.

Ich gehe davon aus, dass ihr Bruder die Differenz zwecks der vergessenen BahnCard nicht im Zug zahlen konnte und aufgrund dessen eine elektronische Fahrpreisnacherhebung erhalten hat. Auf diesen sind alle weiteren Schritte erklärt. Es wird mitgeteilt, dass innerhalb von 14 Tagen ein entsprechender Nachweis nachgeliefert werden kann und sich die Forderung auf 7,- € reduziert. Ihr Bruder wurde demnach rechtlich und tariflich aufgeklärt.

Gruß, Tino!

Joeopitz
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„ Wie kommt man da sauber raus?“
So schnell wie möglich die 170 EUR zahlen. Es war ein Fehler das Angebot von 147,50 € abzulehnen, da das schon ein sehr großzügiges Entgegenkommen war.

Kann bei der Kontrolle im Zug die BahnCard nicht vorgelegt werden, dann sind 25 oder 50 % des Flexpreises (!) plus Bordzuschlag zu zahlen. Die einzige Möglichkeit das zu umgehen ist es die BahnCard innerhalb von 14 Tagen nachzureichen. Dann wäre es bei 7 EUR Bearbeitungsgebühr geblieben.

Nach den 14 Tagen geht nichts mehr. Da ist die volle Nachzahlung zu leisten. Erfolgt das nicht, dann kommen Mahn- und Inkassogebühren dazu. Diese Ansprüche bestehen.

Wenn Du jetzt nicht auf die 170 EUR eingehst, dann kann es passieren, das das Inkassounternehmen auf die volle Summe besteht. Danach folgt dann ein Pfändungsbeschluss und der Getichtvollzieher kommt ins Haus. Da wird es noch teurer.

Guten Abend Herr Groß,

nach Angaben meines Bruders hat ihn kein Schreiben der DB Vertrieb GmbH erreicht. Wird die elektronische Fahrpreisnacherhebung direkt im Zug oder auf dem Postweg zugestellt?

Beste Grüße, Max!

Joeopitz
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Eine Fahrpreisnacherhebung wird im Zug ausgestellt. Damit kann man entweder innerhalb von 14 Tagen in einem Reisezentrum eine für die Fahrt gültige BahnCard nachreichen (dann zahlt man dort 7 EUR Bearbeitungsgebühr) oder man überweist den kompletten nachzuzahlenden Betrag unter Angabe der FN-Nummer.

Wenn beides nicht passiert wird wird gemahnt und dann ein Inkassoverfahren eingeleitet.

kabo
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Normalerweise wird direkt im Zug zugestellt - der Beleg, den man direkt im Zug bekommt, enthält alle Informationen. Weitere Aufforderungen per Post kommen nicht. Wenn man die Fristen nicht einhält, die auf dem Beleg stehen, den man im Zug bekommen hat, geht es direkt durch zum Inkasso.

Das praktische Problem ist nun, dass Sie jetzt schon deshalb keine "saubere" Lösung mehr bekommen, weil DB und Inkassobüro gegenseitig aufeinander verweisen. Wenn Sie bei der DB anrufen, wird man Ihnen sagen, dass der Fall aus DB-Sicht abgeschlossen ist und man sich an das Inkassobüro wenden soll. Wenn Sie beim Inkassobüro anrufen und Sie Fragen haben, die über die reinen Zahlungsmodalitäten hinausgehen, wird man Sie an die DB verweisen. Und die wieder zurück ...

Joeopitz
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Wenn das Verfahren beim Inkassounternehmen liegt, darf die Bahn in der Regel nicht mehr tätig werden. Das Inkassobüro lebt ja davon sich für seine Arbeit vom Schuldner bezahlen zu lassen. Die ursprüngliche Forderung plus Verzugs- und Mahngebühren leitet das Inkassobüro an die Bahn und lebt von den Inkassogebühren.

Es gibt noch die Möglichkeit die Forderung zu bestreiten, Dann wird es meist gerichtlich geklärt. In diesem Fall bringt das nichts außer weitere Kosten, da bei der Fahrt keine BahnCard vorgezeigt wurde und die Forderung wohl zu Recht besteht.

Daher geht es jetzt nicht mehr um die Sache sondern nur noch um die Zahlung. Hier muß auch klar sein, dass mit dem Vergleichsangebot von 147,50 € die 242 € nicht vom Tisch sind. Der Anspruch besteht weiter und wird wahrscheinlich auch durchgesetzt werden, wenn das Angebot von 170 € auch nicht angenommen wird.

Die Chance 7 EUR zu zahlen wurde nicht genutzt, daraufhin wurde es deutlich teurer. Die Chance die Nachzahlung zu überweisen wurde nicht genutzt, daraufhin wurde es nochmal deutlich teurer. Die Chance 147,50 zu zahlen wurde nicht genutzt und es wurde teurer.

So wird es sich fortsetzen, wenn auch die Chance 170 € zu zahlen nicht genutzt wird, dann wird es wieder teurer werden.

Am Anfang schriebst Du: „also geht es meiner Meinung nach nur um eine versäumte Frist.“. Richtig. Die Konsequenz ist, dass man eine Möglichkeit innerhalb der Frist etwas zu regeln dann nicht mehr hat. Darum gibt es Fristen.

Guten morgen,

wie meine Vorredner schon mitgeteilt haben erfolgt die Ausstellung im Zug. Über den Postweg erfolgt hier keine Zustellung. Wurde die elektronische Fahrpreisnacherhebung eventuell verloren oder ihr Bruder hat diese nicht für ernst genommen?

Alles weitere wurde ja bereits geschrieben. Ich kann ihnen bzw. ihrem Bruder nur nochmals ans Herz legen die Angelegenheit so schnell wie möglich zu begleichen um weiteren Ärger aus dem Weg zu gehen.

Beste Grüße,
Tino!

Leo
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"Es gibt noch die Möglichkeit die Forderung zu bestreiten, Dann wird es meist gerichtlich geklärt. In diesem Fall bringt das nichts außer weitere Kosten, da bei der Fahrt keine BahnCard vorgezeigt wurde und die Forderung wohl zu Recht besteht."

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur wegen einer versäumten Frist, solch eine Summe aufgerufen werden sollte/muss. Wie kommt man da sauber raus?"

Ich würde daher die Forderung bestreiten:

1. Die Ermäßigung wurde zu Recht in Anspruch genommen, da eine gültige Bahncard vorlag.

2. Bei gutem Willen hätte die DB das selbsttätig in ihrer Datenbank feststellen können.

3. Im Vergleich zu den eigenen Reaktionszeiten (z.B. auf e-MAils) ist die Frist von 7 Tagen unverhältnismäßig kurz.

4. Die Inkasso-Gebühr ist unverhältnismäßig hoch.

Etliche AGB-Paragrafen der Lufthansa wurden schon gerichtlich für unwirksam erklärt - aber da geht es auch oft um höhere Beträge...

Nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

Zum Zeitpunkt der Fahrt konnte keine gültige BahnCard vorgezeigt werden. Woher soll man also wissen ob die Angabe auf dem Fahrschein also nicht einfach willkürlich und mit Absicht hinzugefügt (wie es übrigens sehr wenige Fahrgäste machen). Daher ist der Kunde verpflichtet die zum Zeitpunkt der Fahrt gültige BahnCard innerhalb von 14 Tagen (nicht 7 Tage wie von Dir fälschlicherweise geschrieben) in einem DB Reisezentrum nachzureichen. Niemand hat hier auch nur den Ansatz von einem e-Mail Verkehr geschrieben. Die Deutsche Bahn ist im Gegensatz zu Nahverkehrsunternehmen schon großzügig und gibt für das Nachreichen 100% mehr Zeit. Das finde ich großzügig. Zudem kann der Kunde die kostenfreie Applikation „DB Fahrpreisnacherhebung“ nutzen. Hier kann man in Echtzeit mit einem Mitarbeiter Kontakt aufnehmen um die Angelegenheit zu klären. Auch wenn die FN Nummer fehlt wird man dennoch zu einem Mitarbeiter durchgestellt. Aber dazu bedarf es einem aktiven Handeln. All das blieb aus. Vielleicht in der Hoffnung dass doch keine Nachforderung kommt und der Fall in den Akten verschwindet? Zudem muss sich der Kunde um das Nachreichen kümmern. Wieso sollte eine Vergesslichkeit noch von Unternehmensseite honoriert werden? Was kommt als Nächstes? Was erwartest Du noch alles? Irgendwo muss man die Kirche demnach im Dorf lassen. Und über die Sätze der Inkassounternehmen kann ich nichts sagen. Selbstverständlich sind diese in den meisten Fällen ziemlich hoch aber das weiß man doch nicht erst seit gestern. Und ich kenne kein Inkassounternehmen welches dem Kunden so dermaßen entgegenkommt und auf seinen Großteil seiner Forderungen/Gebühren verzichtet. Wenn dieser es dann ausschlägt ist er selbst dran schuld. Vor Gericht wird es demjenigen definitiv nicht positiv ausgelegt.

Joeopitz
Joeopitz

Joeopitz

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Bei einer streitigen Forderung wird gerichtlich nicht geprüft, ob die Gebühren angemessen sind, sondern ob die Forderung zu recht besteht. Der Sache nach (BahnCard konnte nicht vorgezeigt werden) und der Höhe nach (hier geht es nur um die Ursprungsforderung, wenn die Bahn also 25/50% vom Flexpreis plus damals 19 EUR verlangt hat) besteht die Forderung zu recht.

Insofern wird es wahrscheinlich noch teurer, wenn der Bruder des Fragestellers LEOs Tipp befolgt.

Ich will niemanden davon abhalten um sein Recht zu kämpfen, aber ich möchte verhindern dass hier jemand wegen einer leichtfertigen Antwort zusätzliche Kosten tragen muß. Die Absicht des Fragestellers dürfte wohl eher gegenteilig sein.

An dieser Stelle erlaube ich mir zu bemerken, das ich viele Jahre meine Brötchen mit Rechtsschutz, Forderungsmanagement und Vertragsrecht verdient habe. Ich kenne die Theorie und die Praxis.