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Zugbindung bei voraussichtlicher Versspätung?

Ich reise beispielsweise von Mainz nach München und habe Zugbindung.
EC von Mainz bis Mannheim, ICE von Mannheim bis München.
Der EC von Mainz wird mit soviel Verspätung angezeigt, dass ich den Anschlusszug verpassen werde. Ist damit die Zugbindung für den EC aufgehoben?

Gilt das auch wenn laut Bahnapp der EC zwar verspätet ist, aber trotzdem nur 2 sehr knappe Minuten zum Umsteigen bleiben?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

bhnrsndr
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Antworten

„Wenn Sie durch Verschulden der DB Ihren Anschlusszug nicht erwischen oder allgemein eine Verspätung von mehr als 20 Minuten erwartet werden muss, wird die Zugbindung automatisch aufgehoben.“
Eine „knappe“ Umstiegszeit allein ist etwas wenig, um die Aufhebung der Zugbindung zu begründen.
Ist der aktuelle Zug z.B. 40 Minuten verspätet und wird ein 30 Minuten verspäteter Anschluss wahrscheinlich noch erreicht, so ist die Zugbindung nicht aufgehoben, wenn der Anschlusszug mit +18 am Zielbahnhof prognostiziert wird.

Wenn die App prognostiziert „Anschluss wird voraussichtlich nicht erreicht“ oder am Zielbahnhof eine Ankunft eine Verspätung von mindestens 20 Minuten prognostiziert wird, dann kann davon ausgegangen werden, dass die Zugbindung aufgehoben ist.

Da trotz Prognose auch Verspätungen wieder aufgeholt werden können, ist ein Screenshot der Verspätungsanzeige hilfreich.

Auch eine voraussichtliche Verspätung kann auf der Fahrt wieder aufgeholt werden. Aus 2 Minuten Umsteigestzeit kann schnell wieder auf 10 Minuten ansteigen. Eine Zugbindung ist erst aufgehoben, wenn definitiv feststeht, dass der Anschluss nicht erreicht wird. Die Anzeige in der App "Der Anschluss wird wahrscheinlich nicht erreicht" (oder so ähnlich) ist nur eine Prognose. Sicher ist es erst, wenn in rot dasteht "Zug wartet nicht" oder "Der Anschluss wird nicht erreicht".

Im Prinzip ist es auch völlig unerheblich, ob die Zugbindung aufgehoben ist oder nicht. Wenn sie in Mannheim ankommen und der Zug ist weg, ist automatisch ihre Zugbindung aufgehoben. Wie wollen sie sonst an ihr Ziel kommen, wenn ihr gebundener Zug weg ist? Ist er noch da, steigen sie in ihrem gebuchten Zug ein, ist er weg, steigen sie in einen nachfolgenden ein. Das geht alles ohne Probleme. Da brauchen sie auch keine Aufhebung der Zugbindung, der Schaffner in dem neuen Zug sieht das schon in seinem schlauen Gerät, dass ihr Zug nicht erreicht wurde.
Manchmal (nicht immer) warten Züge auch aufeinander ab, So dass bahnsteiggleiche Umstiege auch noch bei 2 Minuten Umsteigezeit klappen.

Den EC werden sie also erstmal nehmen müssen, es sei denn, die Verspätung ist am Starbahnhof schon so groß, dass aus reinem Menschenverstand klar ist, dass der Anschluss nicht klappt. Z.B. bei Großstörungen und Streckenensperrungen. Dann müssten sie aber an einer DB-Info um die Aufhebung der Zugbindung bitten, welche aus Kulanz meist gegeben wird, auch wenn "bahntechnisch" noch keine interne Meldung da ist, dass der Anschluss nicht klappt.

@ Bahnfr0sch

Die Zugbindung ist nicht dann aufgehoben, wenn ein Anschluss definitiv nicht erreicht wird, sondern wenn erwartet werden muß, dass mit 20 Minuten Verspätung am Zielort eingetroffen wird. Bei einem prognostizierten Anschlussverlust ist das der Fall auch wenn später der Anschlussverlust nicht eintritt. Darum ist ein Screenshot hilfreich um zu belegen, dass auch von der Bahn (und damit „allgemein“) eine derartige Verspätung erwartet wurde.

Es gibt auch Fälle, wo es eine Alternative zum ersten Zug gibt. Wenn ich eine Verbindung von Braunschweig über Berlin nach Stralsund gebucht habe und voraussichtlich in Berlin meinen Anschlusszug nicht bekomme, dann kann ich eventuell über Hannover-Hamburg mein Ziel schneller erreichen. Wenn die Alternative über Hamburg genutzt wird und sich dann herausstellt dass ich in Berlin den Anschluss doch bekommen hätte, dann ist das egal. Genau das sind die Fälle wo auch ein Screenshot hilfreich ist.

Nachtrag: Eine Aufhebung der Zugbindung von der DB-Info erspart den Screenshot.

@joeopitz "Die Zugbindung ist nicht dann aufgehoben, wenn ein Anschluss definitiv nicht erreicht wird, sondern wenn erwartet werden muß, dass mit 20 Minuten Verspätung am Zielort eingetroffen wird. Bei einem prognostizierten Anschlussverlust ist das der Fall auch wenn später der Anschlussverlust nicht eintritt. Darum ist ein Screenshot hilfreich um zu belegen, dass auch von der Bahn (und damit „allgemein“) eine derartige Verspätung erwartet wurde."

Nein. Das stimmt so nicht. Eine Prognose führt noch zu keiner Aufhebung der Zugbindung. Wenn dann nur aus Kulanz, weil es dem Zugbegleiter eh nicht interessiert. Wenn man aber an einem "strengen" ZuB kommt, kann es Probleme geben. Es muss definitiv feststehen, dass man entweder den Anschluss nicht erreicht oder mindestens 20 Minuten später ankommt. Nur weil der Navigator mal irgendwo eine mögliche Verspätung auf der Strecke anzeigt, führt noch zu keiner Aufhebung. Wurde hier in dieser Community auch schon oft so bestätigt, habe aber gerade keine Zeit (und Lust) das rauszusuchen.

Hallo. Wenn es abzusehen ist, dass Sie mit mindestens 20 Minuten Verspätung an dem auf Ihrer Fahrkarte aufgedruckten Zielort ankommen, können Sie unter anderem einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug in Richtung Zielbahnhof nutzen. Solange es keine konkrete Info gibt, ob der ICE warten oder planmäßig abfahren wird, ist die Fahrt mit dem Eurocity wie geplant anzutreten, auch wenn dieser unterhalb der 20 Minuten verspätet unterwegs ist und der ICE theoretisch trotz Verspätung erreicht werden kann. Wenn sich das im Laufe der Fahrt konkreter herauskristallisiert, nehmen Sie den nächsten Zug ab Mannheim. /ch

bhnrsndr
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... lieben Dank für die Antworten.
Das Problem hat sich insofern erledigt, da der erste Zug inzwischen ausgefallen ist und ich demnach einen früheren nehme.

Dass die Bahn Verspätungen aufholt ist meiner Erfahrung nach äußerst selten. Wenn also durch Verspätung eine verbleibende Umsteigezeit von nur 2 Minuten prognostiziert wird, kann ich davon ausgehen, dass ich den Anschluss nicht erreiche (war bisher immer so). Je nach Strecke kommt man dann bis zu einer Stunde später an. Also lieber früher einsteigen und auf die Gnade des Zugführers hoffen, der meines Wissens kulant entscheiden kann/darf, ob er einen mitnimmt oder nicht.

Tino Groß
Tino Groß

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Gestern ICE 1657 Abfahrt Frankfurt +20 min. Ankunft Fulda +0. ICE 993 ab Würzburg +8 min. Ankunft Frankfurt -1. Soviel zum Thema Verspätung aufholen. ;-)