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Definition Reisekette

Wenn ich eine Verbindung von Berlin nach La Rochelle auf international-bahn.de buche und Tickets und die Buchungsbestätigung dann in einer einzigen Mail von service-international@bahn.de zugeschickt werden und der gesamte Kaufpreis von meinem Konto eingezogen wird: Handelt es sich hier um eine Reisekette? Der Hintergrund: Der Zug von Berlin nach Frankfurt ist ausgefallen, Frankfurt wurde mit eineinhalb Stunden Verspätung erreicht; der Anschlusszug von Frankfurt nach Paris und der Zug von Paris nach La Rochelle wurden nicht erreicht; sämtliche Reservierungen waren hinfällig; das Ziel wurde mit späteren Zügen und einer Verspätung von 3 h erreicht.

rudershof
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tbsn
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Es handelt sich um eine Reisekette mit nicht durchgängigen Beförderungsverträgen. Eine Entschädigung nach den Fahrgastrechten gibt es also nicht für die gesamte Reisekette, sondern für einzelne Beförderungsverträge, würde es das Agreement on Journey Continuation nicht geben, dürften Sie unter Umständen bei Anschlussverlust nicht mehr weiterfahren.

rudershof
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Allerdings habe ich in diesem Forum dazu die Information von DB gefunden:
"wenn eine zusammenhängende Buchung nicht möglich ist und man seinen Anschluss verpasst, greifen dennoch die Fahrgastrechte. Es liegt ja nicht in Ihrer Hand, wenn Sie eine Verbindung nicht zusammenhängend buchen können."

tbsn
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Rechtlich ist das definitiv nicht so. Wird eine Reisekette NJ - ICE gebucht und der NJ fällt aus, dann ist für den späteren Anschluss seit einigen Wochen ein neues Ticket erforderlich, da die ÖBB mit dem NightJet nicht mehr am Kulanzabkommen "Agreement on Journey
Continuation" teilnimmt. Die Weiterbeförderung basiert in solchen Fällen immer auf Kulanz und der Fahrgast hat keinen Anspruch darauf. Die SNCF nimmt an dem Abkommen aber teil.

Hier sind Informationen aufgeführt, die das AJC erwähnen und Beispiele für Bestätigungen bei Anschlussverlust zeigen: https://www.cit-rail.org/media/files/public/Passenger/AJC...

rudershof
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Vielleicht möchte auch DB sich einmal dazu äußern?

Braunschweiger
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Mögen wird das die DB wohl nicht, müsste sie doch darlegen, warum sie (zusammen mit anderen Bahnen in Europa) das in der Verordnung vorgegebene Ziel " (7) Die Eisenbahnunternehmen sollten zusammenarbeiten, um den Fahrgästen im Eisenbahnverkehr das Umsteigen zwischen Betreibern dadurch zu erleichtern, dass — wann immer möglich — Durchgangsfahrkarten angeboten werden." durch international-bahn.de aushebelt.
Die erzwungene Stückelung widerspricht dem Geist der Verordnung, auch wenn sie nur als Soll-Bestimmung aufgenommen wurde.

Generell ist jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen für seinen Reiseabschnitt verantwortlich. Sollte es zu Verspätungen kommen, ist der nachfolgende Transporteur nicht verpflichtet, Sie mit dem Ticket für einen anderen Zug zu befördern. In den meisten Fällen sind die Eisenbahnverkehrsunternehmen untereinander in diesem Fall kulant und befördern Sie auch in einem alternativen Zug ohne Mehrkosten. Ihre Sitzplatzreservierung ist in einem solchen Fall jedoch nicht mehr gültig. Falls Sie aufgrund von Verspätungen oder Zugausfällen verspätet an Ihren Zielort ankommen, gelten EU-weit Fahrgastrechte. /ki

Braunschweiger
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Diese Fahrgastrechte gelten dann aber nur für das jeweilige Ticket.
Praktisches Beispiel: Ihr ICE hat 55 Minuten Verspätung und sie verpassen dadurch den Nightjet nach Rom. Dann sagt die DB: "Alles o.k., bei 55 Minuten gibt es keine Entschädigung". Die ÖBB sagt: "Tja, bei der Abfahrt waren Sie ja nicht da. Das Ticket ist entschädigungslos verfallen. Sie können ja auf eigene Kosten ins Hotel und dann für morgen früh ein Ticket zum Flexpreis buchen." DAS sind in dem Fall dann die EU-weiten Fahrgastrechte, die DB/ki meinte.

Und wenn sie nun sagen "Kein Problem, hab ich ja in einem Auftrag bei international-bahn.de gebucht - von der DB gibt es trotzdem nichts. Sie bekommen dann zu hören, dass es ja zwei getrennte Fahrkarten waren.

Ab dem 10.11. gilt das übrigens auch für Fahrten nach London.

Und zum Thema " Entschädigung, wenn Sie verspätet am Ziel ankommen" - das bezieht sich dann nur auf das Ziel der jeweiligen Fahrkarte.

Adabei
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Dazu habe ich noch eine Variante. Wir haben im DB Reisezentrum Göttingen->Como gebucht. Dafür haben wir zwei Tickets bekommen: 1. Göttingen-> Mannheim, 2. Mannheim -> Como. Bei Letzterem handelt es sich den ECE Frankfurt-> Mailand. Was passiert, wenn wir aufgrund einer Verspätung vom ICE in Mannheim nicht rechtzeitig ankommen. Es gibt ja dann keinen weiteren DB Zug mehr nach Mailand und man muss dann auf Züge der SBB bzw. Trenitalia ausweichen und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir da kostenfrei mitgenommen werden. Oder doch? Was macht man da am Besten? Wir haben nur 19 Minuten in Mannhem....

Mark1807
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Dann wurden sie wohl schlecht beraten. Wenn der ICE mehr als 19 Minuten zu spät ist und sie den Anschluss an den ECE verpassen brauchen sie eine neue Fahrkarte ab Mannheim die nicht erstattet wird (egal ob das jetzt die letzte Verbindung nach Mailand ist).
Selbst Hotnat greift hier nicht:
https://community.bahn.de/questions/1707085-hotnat-fur-ece

Braunschweiger
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Schlecht beraten ist relativ. Aus Sicht des Kunden natürlich. Aus Sicht von DB Vertrieb hat man Prozente für den Vertrieb einer ECE-Fahrkarte bekommen, Entschädigung muss nicht gezahlt werden und der Kunde hat keinen Beleg, dass die Beratung zu dem Punkt nicht stattgefunden hat. Aus dieser Sicht war alles richtig.

Die passende "Beschwerdestelle" wäre da das Büro des EU-Abgrordneten, der bei einem verpassten Anschluss mal nachfragen könnte, warum die DB so eine Regelung eingeführt hat, die den freien Personenverkehr in der EU erschwert. Auf das Thema reagieren EU-Politiker eher dünnhäutig. Das sollte dann ziemlich sicher für einen ausreichend hohen Kulanzgutschein sorgen.