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Züge fallen komplett aus (30.6.) oder ich bekomme 3 Stunden Verspätung (14.7.) - soll ich wieder auf das Auto umsteigen?

30.6.2019: ich hatte meiner Mutter eine BahnCard, sowie Hin- und Rückfahrt München - Heidelberg geschenkt. Am 30.6. um 19:15 in Heidelberg hieß es dann, wegen der Hitze fährt GAR KEIN IC oder ICE. Sie hat dann privat übernachtet und ist am 1.7. gefahren. Auch auf dieser Fahrt hat sie 40 min Verspätung hinnehmen müssen.
2. Gestern hatte ich auf der Rückfahrt von Aachen Planabfahrt 13:51 Uhr, Umsteigen in Köln, Umsteigen in Karlsruhe, Plan-Ankunft 17:25 Uhr in Baden-Baden.
Da der ICE 817 vor Frankfurt-Flughafen wegen Brandalarm (Fehlalarm) warten musste, dann zum Regionalbahnhof, Gleis 2 umgeleitet wurde, Ankunft +9, um 16:20 Uhr, und der Zugbegleiter die wahnwitzige Durchsage machte, man solle zum ICE nach Basel, Abfahrt 16:26, umsteigen , aber zum Fernbahnhof laufen (was schon offiziell 9 Minuten dauert), war der natürlich weg.
Die nächste Verbindung nach Mannheim war 24 min verspätet, also war in Mannheim der ICE 17:36 nach Basel auch wieder weg.
Wieder eine Stunde später, 18:36, mit ICE 201 nach Basel, bis Karlsruhe.
Von Karlsruhe mit ICE 79 weiter, auch verspätet, Baden-Baden an 19:32 Uhr.
Resumée: 300 € hinausgeworfen, schwarz geärgert, beide Wochenenden verdorben, natürlich ist niemand verantwortlich. Die Performance der DB Fernverkehr AG ist so mies wie nie zuvor. Aber auf Bordtechniker kann man ja auch noch verzichten, und das Zugpersonal hat 12-Stunden-Schichten und wird ausgequetscht bis zum Letzten.
Für die Vorstände ist alles super, das Profit-Center erfüllt seine Aufgabe, die Millionengehälter der Manager zu erwirtschaften.
Danke Deutsche Bahn Holding !

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zeka
zeka

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"soll ich wieder auf das Auto umsteigen?"

Das können wir anderen Bahnkund*innen hier Ihnen auch nicht beantworten. Wenn Sie selber (noch) unsicher sind: eine Münze werfen.

Deine Kritik ist absolut gerechtfertigt. Auch, wenn mich Bahn-Bashing normalerweise extrem ärgert - weil nunmal OFT auch alles gut läuft.
Das mit dem Auto kannst Du natürlich halten wie Du willst - die Sache ist, in meinen Augen bewegt man sich da nur von einem Ärgernis hin zu einem anderen. Ständig im Stau stehen und sich über komplett gewissenlose, hirnamputierte Vollidioten ärgern (gefühlt, ca. 90% der Fahrer), die billigend in Kauf nehmen, das Leben ihrer Mitmenschen zu gefährden - naja, wer's mag.
Die gesamte Verkehrssituation in Deutschland ist einfach stark verbesserungswürdig. Und die Bahn leidet unter der besch.... Verkehrspolitik der durch die Autolobby geschmierten Politiker.

Leo
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„in meinen Augen bewegt man sich da nur von einem Ärgernis hin zu einem anderen. Ständig im Stau stehen und sich über komplett gewissenlose, hirnamputierte Volin meinen Augen bewegt man sich da nur von einem Ärgernis hin zu einem anderen. Ständig im Stau stehen und sich über komplett gewissenlose, hirnamputierte Vollidioten ärgern (gefühlt, ca. 90% der Fahrer), die billigend in Kauf nehmen, das Leben ihrer Mitmenschen zu gefährden - naja, wer's mag.lidioten ärgern (gefühlt, ca. 90% der Fahrer), die billigend in Kauf nehmen, das Leben ihrer Mitmenschen zu gefährden - naja, wer's mag.“

Als Wochenend-Fernpendler hat man da in der Tat freitags oder sonntags die Wahl zwischen Pest und Cholera. Kenne ich zu gut seit 1985 – bis zum Umzug meiner Mutter 2003, erst wöchentlich, dann seltener. Ich nahm dann später wie etliche Kollegen gerne mal den Freitag frei … (Aber wenn man sich das Sparpreis-Niveau donnerstags und mittwochs anschaut, machen das schon einige…). Als Rentner fahre ich nun immer mitten in der Woche oder am Sonntag früh morgens.

„Die gesamte Verkehrssituation in Deutschland ist einfach stark verbesserungswürdig.“

Volle Zustimmung!

„Und die Bahn leidet unter der besch.... Verkehrspolitik der durch die Autolobby geschmierten Politiker.“

Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit: Bei der DB gibt es offenbar nicht nur in der IT große Kompetenzprobleme. Es wird unheimlich viel Geld zum Fenster herausgeworfen für (fast) sinnlose Prestigeprojekte wie Stuttgart 21 und München31:

http://www.tunnelaktion.de/presse-files7/110110-BR-online...

Wenn man den Bau der Zürcher Durchmesserlinie und insbesondere das Rettungskonzept im Detail mitverfolgt hat, konnte man auch als Laie nur ein ungutes Gefühl bei den ursprünglichen Planungen für die 2. Stammstrecke bekommen. Aber jetzt wird doch im Hau-Ruck-Verfahren umgeschwenkt (auf den Rettungstunnel-Ansatz wie auch in Zürich):

https://www.tz.de/muenchen/stadt/die-gruenen-org26767/mue...

Zitat: „Was für ein Versagen!“

Was will man erwarten, wenn hohe Manager aus der Auto- oder Flugzeugindustrie kommen?

Folgendes las ich zuerst im Lufthansa-Bordmagazin:

https://www.spiegel.de/reise/aktuell/mehdorns-gestaendnis...

Auch interessant:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_03/_28...

Der in Stuttgart angeblich unmögliche Kompromiss zwischen Kopf- und Tunnel-Durchgangsbahnhof

https://www.n-tv.de/politik/Geissler-kurz-vor-Schlichters...

ist in Zürich mit der Durchmesserlinie in Betrieb – mit bestens funktionierendem Takt-Verkehr. Für Stuttgart bin ich da schon gespannt:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kapazitaet-von-...

Ich persönlich werde dann in Zukunft wohl immer über Würzburg fahren, da mir das Brandschutz-Konzept in Stuttgart nicht ganz geheuer ist:

https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/stuttgart-21--...

Leo, danke, sehr interessante Antwort mit vielen Hintergrundinformationen :).
Die Schweizer machen so einiges besser mit ihrer Bahn als wir Deutschen.
"Was will man erwarten, wenn hohe Manager aus der Auto- oder Flugzeugindustrie kommen?"
Ich habe ja die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass es spätestens mit den nächsten 1-2 Generationen mal ein Umdenken geben müsste. Weg vom motorisierten Individualverkehr, hin zu intelligenteren Alternativen. Und eine entsprechend geförderter, gut aufgestellter und gemanagter ÖPNV wäre eine wesentlich intelligentere Alternative zum Auto. Zumindest in den Großstädten. Da hätten alle etwas davon. Mehr Platz, saubere Luft, weniger Lärm, Freiraum. Sprich, der Lebensraum, der in den Städten den Autos geopfert wird, würde endlich wieder den Menschen zur Verfügung stehen. Ich stelle mir eine Stadt voll mit Grün, Bepflanzung, Gärten, großen Spielflächen wesentlich lebenswerter und attraktiver vor als diese Betonwüsten mit geteerten Straßen.