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Abokarte nicht lesbar

Hallo,

Gerade passiert: ich war mit dem RE7 Richtung Dessau unterwegs.
Meine Abokarte zeigte wohl nur rot an. Nach dem Hinweis das jetzt theoretisch
60€ fällig wären war ich entsetzt. Auf meine Frage wie ich das kontrollieren soll das die Karte von einen auf den anderen Tag nicht mehr funktioniert wurde mir der lange Weg zum Hauptbahnhof empfohlen. Wie bitte?! Heutzutage gibt es Telefone, da könnte sich der Zugbegleiter auch mal telefonisch bei den zuständigen Kollegen melden.

Der Aboservice ist erst nach den Feiertagen wieder erreichbar. Wie ist die Vorgehensweise wenn die Karte eigentlich bis dahin noch genutzt werden soll.

Gruss
Rene

dfre
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EllEnn
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Die RFID Chips in den Chipkarten können, wie jedes andere technische Gerät auch, tatsächlich "von heute auf morgen" kaputt gehen. Eine Kontrolle des Chips ist verständlicherweise nur mit entsprechend vorhandener Soft- und Hardware möglich - der "lange Weg zum Hauptbahnhof" bleibt Ihnen dabei wohl in der Regel tatsächlich nicht erspart.

Die Aussage zum Telefon verstehe ich nicht - erwarten Sie tatsächlich von einem Zugbegleiter, dass er ggf. bei jedem einzelnen Ticket erst noch das zuständige Abocenter von jedem xbeliebigen ausstellenden Unternehmen (das macht nämlich bei weitem nicht nur die DB) ausfindig macht, dann dort anruft und überprüft, ob das Ticket defekt oder gesperrt ist?

Die genaue Handhabung variiert von Verbund zu Verbund - das Prinzip ist allerdings bei fast allen dasselbe - da eben nicht erwartet werden kann, dass der ZuB jedes nicht lesbare Ticket direkt vor Ort vom ausstellenden Unternehmen bestätigen lässt, wird im Zug eine Fahrpreisnacherhebung über 60€ / den doppelten normalen Fahrpreis ausgestellt, mit einem Zusatz, dass es sich hierbei um eine nicht-lesbare Chip/Abokarte handelte. Je nach Verkehrsunternehmen hat man dann zwischen 7 bis 14 Tagen Zeit, seine Chipkarte durch das ausstellende Unternehmen austauschen zu lassen und die neue Karte beim entsprechenden Unternehmen dessen Zug man benutzt hat, vorzulegen. Ob für das nachträgliche Vorlegen der Karte dann Gebühren erhoben werden, können Sie den AGB ihres Tickets entnehmen - auch dies ist je nach Verbund unterschiedlich geregelt.

Die Karte kann, so der Chip tatsächlich nicht lesbar ist, zwar noch zur Fahrt eingesetzt werden, allein, jede folgenden Kontrolle hätte wieder die Ausstellung einer weiteren Fahrpreisnacherhebung zur Folge. Die Frage, die nun natürlich folgt "Wer kommt für etwaige Kosten auf?" kann hier abschließend nicht beantwortet werden - das entscheiden die jeweiligen Verkehrsunternehmen selbst und kann folglich auch nur von denen beantwortet werden.

kabo
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"Wie ist die Vorgehensweise wenn die Karte eigentlich bis dahin noch genutzt werden soll. "
-> Jedes Mal ein Einzelticket kaufen und nachher zur Erstattung einreichen. Erfolgsaussichten fraglich.

Es ist aber tatsächlich so, dass ein nicht lesbares Ticket gleichbedeutend ist mit gar keinem Ticket, was wiederum gleichbedutend ist mit "Schwarzfahren".
Das Risiko der Lesbarkeit (bzw. nicht-Lesbarkeit) trägt der Kunde. Sehr ärgerlich und wenig kundenfreundlich.

Leo
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"Das Risiko der Lesbarkeit (bzw. nicht-Lesbarkeit) trägt der Kunde. Sehr ärgerlich und wenig kundenfreundlich."

In der Tat!

"- erwarten Sie tatsächlich von einem Zugbegleiter, dass er ggf. bei jedem einzelnen Ticket erst noch das zuständige Abocenter von jedem xbeliebigen ausstellenden Unternehmen (das macht nämlich bei weitem nicht nur die DB) ausfindig macht, dann dort anruft und überprüft, ob das Ticket defekt oder gesperrt ist? "

Genau!

In den Genuss diesen Telefonierservices kam ich in der Schweiz auch schon, als ich meinen Swisspass mit Halbtax-Abo und das darauf aufbauende Monats-GA vergessen hatte: Es gibt dort EINEN EINZIGEN landesweiten Chipkartenherausgeber, bei dem mit meinen Ausweisdaten angerufen wurde. Hätte ich ein Jahres-GA gehabt, hätte mich der Service 5 CHF gekostet und ich hätte einen 2 Tage gültigen Ersatzbeleg bekommen. Dieser wird zwar offiziell nur am Schalter ausgestellt, aber ich habe dies öfters im Zug beobachtet.

Zwar wurde so mein Halbtax in der Datenbank gefunden, aber das aufbauende Monats-GA in Papierform war leider nicht registriert. So bekam ich dann doch leider EINE EINZIGE Fahrpreisnacherhebung "GA vergessen", die dann aber auch auf der weiteren Fahrt und der Rückfahrt als Provisorium akzeptiert wurde.

Der Swisspass hat übrigens noch einen QR-Code als Notlösung.

dfre
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Ich weiss nicht wie oft so ein Fall am Tag auftritt. Aber ja,
darum sollte sich ein Zub kümmern. Wo ist das Problem.
Wenn die Karte von jetzt auf gleich nicht mehr funktionieren kann
hat man das Problem ja praktisch jeden Tag, und gerade da finde
ich den Hinweis der selbständigen Kontrolle der Karte mehr als überflüssig.

„Früher“ gab es Monatsabschnitte, aus Papier, die haben immer funktioniert.

Hallo dfre,

geht es hier um eine Chipkarte mit elektronischem Fahrschein (EFS) des VBBs? Hierzu sagen die Beförderungsbedingungen Folgendes:

Für Fahrausweise, die als Chipkarte mit EFS ausgegeben werden und zum die Zeitpunkt der Kontrolle nicht lesbar oder sonst verändert sind, wird eine Quittung (Prüfbeleg) ausgestellt, die im Rahmen des Tarifes als Fahrtberechtigung gilt. Sie berechtigt zur Beendigung der Fahrt bis zum Verlassen des benutzten Fahrzeugs.

Diese Chipkarten mit EFS können durch das Kontrollpersonal zur Prüfung durch das Verkehrsunternehmen eingezogen werden.

Über den Einzug der Chipkarte entscheidet ausschließlich das Kontrollpersonal.

Der Kunde ist verpflichtet, den Prüfbeleg und seine Chipkarte mit EFS – sofern diese nicht durch das Kontrollpersonal eingezogen wurde – innerhalb von sieben Tagen nach Ausstellung des Prüfbelegs bei seinem vertragsführenden Verkehrsunternehmen zur Überprüfung vorzulegen. Handelt es sich bei dem EFS um eine persönliche Zeitkarte so hat der Kunde in dieser Frist zusätzlich ein aktuelles Lichtbild einzureichen.

Die Überprüfung durch das Verkehrsunternehmen hat innerhalb von 14 Tagen ab Übergabe des Prüfbelegs und ggf. eines aktuellen Lichtbilds durch den Kunden zu erfolgen. Nach der Überprüfung wird dem Kunden vom vertragsführenden Unternehmen gemäß Anlage 5 Punkt 9 eine Ersatz-Chipkarte übersandt oder dem Kunden zur Abholung bereitgestellt.

In Ihrem Fall war es sicher ungünstig formuliert, hier gleich 60 Euro zu deklarieren bzw. damit zu drohen. Viel mehr hätte Ihnen einfach dies gesagt werden müssen, dass die Karte geprüft werden muss. /ti

EllEnn
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"Es gibt dort EINEN EINZIGEN landesweiten Chipkartenherausgeber[...]"
Sie beantworten die Frage doch selbst. In DE gibt es hunderte verschiedene Stellen, die allesamt ihre eigenen Datenbanken und Chipkartensysteme haben. Selbst in ein und demselben Verkehrsverbund sind es immer noch Dutzende. Darüber hinaus kommen Dinge wie Datenverarbeitungsverträge hinzu, die den Wunsch "Rufen Sie doch einfach mal an" immer unwahrscheinlicher werden lassen. Sicher wäre eine uniforme Datenbankstelle für alle Chipkarten verfahrenstechnisch ganz fesch - aber wir reden nicht von "Wünsch dir was", sondern davon, wie im vorliegen Fall zu handeln ist.

Ausserdem möchte ich erneut darauf hinweisen, dass keiner von uns bei der Kontrolle im Zug dabei war - ob und wie sich der ZuB ggf. "falsch" verhalten haben solle, kann also letzten Endes keiner so recht kontrollieren. Die Ausstellung einer FN mit der Codierung für eine defekte Chipkarte ist jedoch tariflich einwandfrei korrekt - und spezifisch auf diese Situation bezogen eben auch kostenlos für alle Beteiligten. Der *eigentliche* Ablauf sieht übrigens vor, dass das kartenausgebende Verkehrsunternehmen sich FÜR den Kunden um die FN kümmert - ganz gleich, von welcher Firma diese ausgestellt wurde. Allein die harte Realität zeigt, dass dieses Handling zwar vereinzelt korrekt durchgeführt wird, diverse andere Firmen aber höchstens noch eine Gültigkeitsbestätigung ausdrucken und den Kunden zurück in die Wüste schicken. Nicht korrekt, wohlgemerkt, nur die Realität.

Leo
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""Es gibt dort EINEN EINZIGEN landesweiten Chipkartenherausgeber[...]""

Das vereinfacht die Sache zwar erheblich, ist aber keine Grundvoraussetzung für Kundenfreundlichkeit.

"In DE gibt es hunderte verschiedene Stellen, die allesamt ihre eigenen Datenbanken und Chipkartensysteme haben. Selbst in ein und demselben Verkehrsverbund sind es immer noch Dutzende."

Und wie erfährt dann die Busgesellschaft in Stadt X, dass eine Karte der Stadt Y als gestohlen gemeldet wurde? Irgendwo muss es dann ja doch eine zentrale Datenhaltung pro Verbund geben. Dort, bei der zentralen Datenhaltung des betroffenen Verbundes, könnte man Kontrolleure dann anrufen lassen bei technischen Problemen!

Ich habe das lobenswerte Schweizer Prozedere ja auch nur beschrieben, weil sich der drangsalierte Kunde hier auch noch blöd anreden lassen muße:

"In der Tat!

"- erwarten Sie tatsächlich von einem Zugbegleiter, dass er ggf. bei jedem einzelnen Ticket erst noch das zuständige Abocenter von jedem xbeliebigen ausstellenden Unternehmen (das macht nämlich bei weitem nicht nur die DB) ausfindig macht, dann dort anruft und überprüft, ob das Ticket defekt oder gesperrt ist? "

Genau! " - ist in der Schweiz nämlich Standard, wenn die dem Kunden aufgezwungene Techik streikt!

Der schlechte DB-Service wird hier eindrücklich beschrieben:

https://www.waz.de/staedte/duisburg/chipkarte-defekt-bahn...

https://www.nrz.de/staedte/duisburg/schoko-ticket-defekt-...

Ob die damalige Sudentin nach nunmehr 4 Jahren wohl immer noch mit der DB im VRR oder nun doch eher im Auto unterwegs ist?

Nach ähnlichen Erfahrungen mit VRR-Online-Monatstickets und VRR-7-Tage-Tickts (bei denen wir aber glücklicherweise unbehelligt weiterfahren durften, wenn auch einmal nur nachdem der bockige Apparat wenigstens den sicherheitshalber angefertigten Zweit-Ausdruck akzeptierte) haben wir unsere Rheinland-Reisen für 2019 übrigens mit dem Auto geplant.

dfre
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Vielen Dank für die Antworten.

In meinen Fall ist der Aussteller der Karte die Bahn, der Abo Service sagt:
Das Abo ist in Ordnung, Entgelt wird regelmäßig abgebucht.

Und so stelle ich mir auch einen ordentlichen Kundenservice vor. Die Karte
funktioniert nicht, ach, Abo bei der Bahn, mal gucken ob man da was telefonisch
wuppen kann.

Übrigens war ich extra im Reisezentrum und habe die Karte dort überprüfen lassen.
Die Karte ist in Ordnung, bis zum nächsten Eklat.

Vielleicht könnte man das Abo in der Bahn-App anzeigen lassen...
das wäre mal was.

Hallo dfre,

voraussichtlich ab Januar 2019 wird es möglich sein, DB Wochen- und Monatskarten für den Nahverkehr als Handy-Ticket direkt im DB Navigator zu buchen. Dann wird auch die Anzeige der gebuchten Karten in der App möglich sein. /ka

dfre
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gilt das auch für vorhandene Abos?

Ja, das soll dann auch mit laufenden Abonnements gehen. Fahrgäste die noch einen Papierfahrschein haben, können das Abo im DB Reisezentrum gegen ein digitales Abonnement umtauschen. Um es in die App zu laden, muss man eingeloggt sein und kann dann unter "Meine Tickets" über das Plus Symbol die Zeitkarte in die App laden. In das Feld „Auftragsnr.“ muss die NVS Auftragsnummer oder die Abo-Auftragsnummer, die auf der Auftragsbestätigung steht, eingegeben werden. /no