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Erstattung Verspätung - Handy-Ticket wurde nicht gescannt?

Bei der Fahrt kam es zu einer 60-minütigen Verspätung, ich möchte nun das Fahrtgastrechte-Formular ausfüllen - habe das Handy-Ticket entsprechend in ausgedruckter Form beigelegt. Nun zwei Fragen:

  • Muss ich die Formulare zwingend nach Frankfurt schicken oder kann ich das am hiesigen Bahnhof abgeben?
  • Bei der Fahrt wurden wir nicht kontrolliert (denke aufgrund der Überforderung des Bahnpersonals - Verspätung, randalierende Fußballfans, mehrmals Polizeieinsatz). Das Handy-Ticket also nicht eingescannt - erhalte ich trotzdem die Erstattung?

Vielen Dank!

fifi
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Antworten

Guten Morgen fifi,

das Fahrgastrechteformular können Sie auch in einem DB Reisezentrum abgeben. Es wird jedoch mit der normalen Post versandt und kommt somit nicht früher beim Empfänger an.

Da ihr Ticket nicht elektronisch überprüft wurde, mache ich Ihnen bezüglich der Erstattung weniger Hoffnung. Sofern keine Kontrolle im Zug stattgefunden hat (aufgrund der oben genannten Vorfälle) hätten Sie aktiv auf das Zugbegleitpersonal zugehen sollen um eine Entwertung zu erhalten.

Sie können es trotzdem einreichen und auf Kulanz hoffen. Viel Hoffnung mache ich Ihnen hier jedoch nicht.

Gruß, Tino!

fifi
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Ironischerweise habe ich die Schaffnerin tatsächlich darauf angesprochen - sie war ziemlich abgehetzt und meinte nur im Vorbeigehen, dass ich mir da keinerlei Sorgen machen bräuchte und die Erstattung auf jeden Fall erhalten werde, auch wenn sie das Ticket jetzt nicht scannt.

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Hallo fifi,

der erste Teil der Antwort von Tino Groß ist korrekt.

Ein Zangenabdruck bzw. die elektronische Entwertung ist nicht zwingend notwendig. Die Zugbegleiterin hatte somit vollkommen recht. Auf Kulanz müssen Sie nicht hoffen. Die Entschädigung steht Ihnen zu. /ju

Seltsam. Also erhält jeder Fahrgast eine Erstattung wenn er NICHT gefahren ist, der Zug eine Verspätung hatte und der Fahrgast den Fahrschein trotzdem zur Erstattung einreicht? Das muss man mir mal erklären. Es geht jetzt nicht um diesen Fall. Aber mit diesem „Passus“ steht jedem Tür und Tor offen.

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Für den Fahrgast ist die Verspätung eines Zuges, bei der Fahrgastrechte greifen, ein Ärgernis - denn er kommt mit mindestens einer Stunde Verspätung am Zielbahnhof an.
Es ist nicht das Verschulden des Fahrgasts, wenn das Zugpersonal seiner Aufgabe nicht nachkommt, während der Fahrt die Tickets zu kontrollieren. Es ist auch nicht die Pflicht des Fahrgastes, der ein gültiges Ticket besitzt, nach dem Zugpersonal zu suchen. Oder gibt es hierzu Bestimmungen im über 200seitigen Berförderungsbedingungen-Regelwerk?
Sollte der Fahrgast ein Sparpreisticket besitzen, kann er/sie immerhin 'beweisen', dass der gebuchte und der verspätete Zug identisch sind...

Ansonsten, wie immer: das Hauptinteresse des Fahrgastes ist es, die DB zu betrügen.

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Vielen Dank für die Ausführungen, Benutzerin! /ju

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@Tino Groß
Wenn eine Kontrolle + Zangenabdruck für eine Entschädigung nötig wäre, könnten wir die Fahrgastrechte auch gleich ganz abschaffen. Denn mit ihrer eigenen Argumentation stünde der Bahn Tür und Tor offen sich um Entschädigungen herumzudrücken. Speziell in solchen „Krisensituationen“ (Polizeieinsätze, Fußballspiele, Zugausfälle und überfüllte Züge) kommt es ja besonders häufig und zu ausgibigen Verspätungen, das Personal ist besonders ausgelastet mit Krisenmanagement und kommt gar nicht dazu, auch noch Tickets zu kontrollieren. D.h. da sind viele Reisende, denen eine Entschädigung zusteht, aber keine bekommen sollen, weil die Bahn in dieser Situation keine Kontrollen durchführen kann? Das kann so nicht sein. Und glauben sie ernsthaft, dass in dieser Situation alle 800 Passagiere eines ICEs sich nun im Zug auf den Weg zum Schaffner machen müssen, damit der Entschädigunganspruch nicht verfällt?

Was soll ich denn in den vielen S-Bahnen machen, in denen gar kein Schaffner mitfährt (hier steigen Schaffner irgendwo ein, laufen kontrollierend durch den Zug, steigen wieder aus und machen mit der nächsten S-Bahn weiter)? Dort ist es häufig absolut unmöglich ein Kontrolle zu „erzwingen“.

Theoretisch könnte zwar, wie von Ihnen unterstellt, ein Reisender ein Ticket kaufen, damit aber nicht fahren und sein Ticket verfallen lassen, und dann feststellen, dass der Zug, den er nicht genommen hat Verspätung hatte, um dann noch Entschädigung einzufordern. Die Wahrscheinlichkeit dass sowas passiert, ist eher gering. Zumal es nachträglich nicht einfach ist festzustellen, ob und wieviel Verspätung der Zug denn hatte, man müsste während man nicht im Zug sitzt dennoch „live“ die Fahrplanauskunft zum gebuchten Zug verfolgen, um von Verspätungen irgendetwas mitzubekommen. Wer macht denn sowas ernsthaft, dass das ein Problem wäre?

Andererseits: auch wer nicht mitfährt und sein Ticket verfallen lässt, hat ja dennoch für eine Leistung bezahlt. D.h. die Bahn würde noch nicht mal geschädigt, da das Ticket ja bezahlt wurde, aber noch nicht mal eine Leistung dafür erbracht werden musste.

Fazit: die Erstattung ist nicht an das Ticket-Scannen gebunden. Das macht auch gar keinen Sinn, darauf zu bestehen. Die Entschädigung steht einem auf alle Fälle zu,wenn man ausreichend spät am Ziel angekommen ist. Das ist auch in der Realität gar kein Problem.

Das Formular kann man am Bahnhof einfach abgeben, das muss auch nicht sofort geschehen, d.h. es gibt keine engen Termine oder Fristen einzuhalten. Man hat 1 Jahr Zeit, die Ansprüche geltend zu machen. Wer also nicht regelmäßig am Bahnhof vorbeikommt, kann das auch durchaus später bei passender Gelegenheit dort abgeben und muss nicht extra dort vorbeifahren.

Man kann das Formular aber auch mit dem Vordruck für den Briefumschlag, den man auf der Webseite der Bahn zum Formular herunterladen kann, unfrei (also ohne Briefmarke) an das Fahrgastrechte-Center schicken. D.h. selbst mit der Post kann man das ohne Zusatzkosten verschicken. Der Vordruck enthält den Aufdruck „Bitte freimachen falls Marke zur Hand“, was nichts anderes bedeutet, dass das Porto der Empfänger trägt, wenn man keine Briefmarke drauflegt, was hier ausdrücklich erlaubt ist.

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Auch hier nochmal vielen Dank für die Ergänzungen, Elementarteilchen! /ju