Frage beantwortet

Wo ist die rechtliche Grundlage, dass Entschädigung-Kleinbeträge NICHT gesammelt werden?

Dass die Berechnung einer Entschädigung bei Verspätung sich auf eine einzelne Zugfahrt bezieht, ist klar.
Dass Entschädigungsbeträge von weniger als 4 Euro nicht ausgezahlt werden, hat die Bahn eindeutig festgelegt.
ABER wo ist festgelegt, dass nicht mehrere Kleinbeträge aus verschiedenen Fahrscheinen für eine Auszahlung gesammelt werden können, dass der Entschädigungs-Zahlbetrag aus einem Fahrschein kommen muss?

Flyer der Bahn:
https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/befoerderun...
Dort steht auf Seite 2, "Somit müssen Inhaber von Zeitkarten des Nahverkehrs mindestens ... drei (2. Klasse) Verspätungen geltend machen und diese GESAMMELT einreichen."
Wenn jedoch gleichzeitig direkt darüber für Tageskarten (Ländertikets u.a.) 1,50 Euro pro Verspätung angesetzt werden, frage ich mich, ob der Ersteller des Textes dabei wirklich an 3 Verspätungen >60min an einem Tag gedacht hat, was selbst bei einer unpünktlichen Bahn unwahrscheinlich ist.

In der EU-Verordnung 1371/2007 Artikel 17 wird nicht verlangt, dass sich die Zahlung auf einen Fahrschein beziehen muss. In dieser VO steht übrigenz auch nicht, dass Beträge <4 Euro nicht ausgezahlt werden dürfen, sondern dass die Bahn diesen Mindestbetrag auf maximal 4 Euro festlegen darf - ein kleiner Unterschied.

Auf bisherigen Forum-Beiträgen zu diesem Thema ist viel vermutet und behauptet worden, jedoch keine Quelle genannt. Und das Verhalten des Servicecenter Fahrgastrechte ist eventuell ein Hinweis, aber kein Gesetz.

Also, wo ist die Grundlage, dass der Zahlbetrag sich auf einen Fahrschein beziehen muss?

Lindauer2
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kabo
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"ABER wo ist festgelegt, dass nicht mehrere Kleinbeträge aus verschiedenen Fahrscheinen für eine Auszahlung gesammelt werden können, dass der Entschädigungs-Zahlbetrag aus einem Fahrschein kommen muss?"
-> Das ist nirgendwo festgelegt.
Aber es ist halt auch nirgendwo festgelegt, dass ein Verkehrsunternehmen das Sammeln von Kleinbeträgen von verschiedenen Fahrkarten anbieten muss.
Wenn die DB freiwillig anbieten würde, dass auch Kleinbeträge von verschiedenen Fahrkarten gesammelt weren könnten, dann wäre das prblem los möglich. Aber wenn die DB das nicht anbieten will, kann man Sie nicht dazu zwingen.
Die derzeitigen Regelungen bewegen sich dem Rahmen, den die EU-Verordnung vorgibt. Regelungen, die darüber hinausgehen sind zwar manchmal wünschenswert, aber halt nicht verpflichtend.

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Weitere Antworten

Hallo Lindauer2,

also ich sehe beim Durchlesen der EU-Verordnung 1371/2007 sofort und eindeutig die beiden Antworten zu ihren Fragen.

Zum einen ist ganz klar von ZEITKARTEN die Rede. Also fallen Einzelfahrcheine nicht unter diesen Passus. Und die 4,- € werden ebenfalls in dieser Verordnung geregelt. Die Deutsche Bahn hätte hier weitaus weniger nehmen können nutzt aber den vollen Rahmen aus und belässt es bei maximal 4,- €. Also kein Alleingang der Deutschen Bahn wie von Ihnen vermutet sondern hier wird einfach das voll und umfänglich ausgeschöpft was machbar ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Gruß, Tino!

kabo
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"ABER wo ist festgelegt, dass nicht mehrere Kleinbeträge aus verschiedenen Fahrscheinen für eine Auszahlung gesammelt werden können, dass der Entschädigungs-Zahlbetrag aus einem Fahrschein kommen muss?"
-> Das ist nirgendwo festgelegt.
Aber es ist halt auch nirgendwo festgelegt, dass ein Verkehrsunternehmen das Sammeln von Kleinbeträgen von verschiedenen Fahrkarten anbieten muss.
Wenn die DB freiwillig anbieten würde, dass auch Kleinbeträge von verschiedenen Fahrkarten gesammelt weren könnten, dann wäre das prblem los möglich. Aber wenn die DB das nicht anbieten will, kann man Sie nicht dazu zwingen.
Die derzeitigen Regelungen bewegen sich dem Rahmen, den die EU-Verordnung vorgibt. Regelungen, die darüber hinausgehen sind zwar manchmal wünschenswert, aber halt nicht verpflichtend.