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Wie kann ich mit dem DB Navigator Fahrradkarten kaufen?

Ich möchte unterwegs auf einer Radreise ggf. Fahrkarten für mich und mein Fahrrad kaufen.

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Es ist furchtbar elendig, wenn mal wieder das Fahrrad demoliert wurde, einen Platten hat oder sonst was und man als täglicher Bahn-Pendler mehr oder weniger spontan und äußerst kurzfristig vor Reiseantritt das Fahrrad mit nach Hause nehmen will/muss, um es zu reparieren. Dass man dazu spontan auf den RE oder die RB umsteigen muss, weil sich die Bahn der Fahrradmitnahme im ICE weiterhin vehement verweigert und man die Verbindungen umplanen muss, ist bereits Pain genug. Aber, dass die Bahn nicht in der Lage ist, eine Lösung anzubieten, mit der man in der App spontan ein Fahrradticket mit ein oder zwei Klicks zu seinem DB-Jobticket dazu buchen kann, ist wirklich ein Armutszeugnis... wieso bekommt das eigentlich jedes andere Unternehmen hin (z.B. VGN, MVV, ...)?

Ich lese das Zitat aus dem anderen Beitrag "Da der Fahrradkartenbeleg gedruckt und am Fahrrad angebracht werden MUSS, ist die Umsetzung beim Handy-Ticket nicht so einfach." und mir kommt sofort der Gedanke: "und warum genau MUSS der Fahrkartenbeleg am Fahrrad angebracht werden?" - vielleicht, weil das vor 100 Jahren so war? Es war schon immer so und deshalb ist es auch richtig so? Man MUSS solche Prämissen auch hinterfragen und zur Diskussion stellen, ob sie nicht veränderbar und zudem nicht mehr zeitgemäß sind.

Ich verstehe sowieso nicht, wo genau das Problem liegt. Wenn ich mein Fahrrad beispielsweise schnell als Foto beim Ticketkauf in der App hinterlege (ja, so was kann ein Smartphone - wer hätte es gedacht...) oder durch charakteristische Merkmale beschreibe - z.B. Rahmenfarbe, Marke, usw - wird das doch wohl ausreichend sein, um mir das Fahrrad eindeutig zuzuordnen? Es ist ja nicht so, dass die Fahrradabteile hunderte von Rädern fassen würden, sondern bestenfalls eine Hand voll... Zur Not kann man - bis man eine kreativere Lösung gefunden hat - auch die kurzfristige Alternative anbieten, dass man bei einem Handy-App-Ticket-Kauf bei seinem Fahrrad bleiben und dafür keinen Zettel anbringen muss... Die Bahn hat scheinbar immer und überall eine chronische Angst, dass es irgendeine Art von Missbrauch geben und auch nur eine einzige Person mal eine kostenlose Leistung bekommen könnte. Wenn man es darauf anlegen würde, könnte man auch 365 Tage im Jahr kostenlos ICE fahren, man müsste dazu nur geschickt die Toiletten aufsuchen. Aber wer macht so was schon?

Die Kennzahl, die die Bahn schlicht und ergreifend immer noch nicht erfasst hat, ist die schiere Masse an potenziell ehrlichen und zahlenden Kunden, die nur deshalb nicht Bahn fahren, weil sie die Service-Qualität im Hinblick auf das Stichwort Digitalisierung als rückständig und altertümlich empfinden. Mich beschleicht immer das Gefühl, die Bahn glaubt immer noch, dass ihr Kerngeschäft im simplen Transport von Kunden besteht, wie vor 80 Jahren. Das heutige Geschäft der Bahn sollte jedoch darin bestehen, ein voll digitalisiertes und vernetztes Transporterlebnis des 21. Jahrhunderts anzubieden, mit allem, was dazu gehört - zumindest werden das alle Menschen der Generationen Smartphone und später so sehen. Aber altertümliche Methoden, wie Zangenabdrücke, erinnern mich beinahe täglich daran, dass die Bahn irgendwann vor 80 Jahren hängen geblieben ist. Neben dem Stau auf der Autobahn, der einen vom Umstieg auf Flixbus abhält, ist meiner Ansicht nach nur die quasi-Monopolstellung im Schienen-Fernverkehr Grund dafür, dass die Bahn noch Kunden hat. Das wird sich vielleicht ändern, wenn pilotiertes und vernetztes Fahren von den Behörden zugelassen wird, denn dann gibt es endlich wieder Konkurrenz.

Folgendem Gedanken sollte sich das DB-Management mal stellen: Eine große Zahl von Kunden durch zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen gewinnen und dafür einen kleinen Prozentsatz dieses Zuwaches an Schwarzfahrern (oder Schwarzrädern) in Kauf nehmen oder lieber auf die Kunden verzichten und dafür eine geringere Schwarzfahrer-Quote haben... bei welchem Szenario springt wohl mehr Umsatz und Wachstum raus? Ich glaube, wenn man die Bahn an ein Management eines Unternehmens des 21. Jahrhunderts übergeben würde, beispielsweise an Google oder Apple, hätte man innerhalb von 24 Stunden eine Lösung für ein so triviales Problem, wie ein Fahrradticket-Kauf per App - und zwar fertig implementiert und für den Kunden anwendbar. Allein der Gedanke an so ein altertümliches, unkreatives und aufwendiges Vorgehen, Zettel am Fahrrad anbringen zu müssen, verdirbt mir bereits die Lust, ein Fahrrad mit der Bahn transportieren zu wollen - schon allein, weil es voraussetzt, dass man immer noch einen Drucker besitzen muss oder sich in völlig unzumutbarer Weise an kilometerlangen Schalterschlangen anstellen muss (ebenfalls ein Vorgehen, das man dem letzten Jahrtausend zuordnen kann) oder mit dem unfassbar komplizierten System der Kartenautomaten rumärgern muss.

Denken Sie über die geschilderten Zusammenhänge mal nach liebe Bahn.

PS: Eine Millionen mehr Kunden gewinnt man natürlich nicht nur wegen der Umsetzung eines Fahrradtickets auf der APP, sondern, weil die Maxime des Managements endlich auf digitalisiertes Transporterlebnis umgestellt und die Weiterentwicklung der Dampfmaschine ad acta gelegt wird. Man sollte dem Bahn-Management mal als Pflichtlektüre the Innovator's Dilemma von Christensen mitgeben...

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Zitat: "Da der Fahrradkartenbeleg gedruckt und am Fahrrad angebracht werden muss, ist die Umsetzung beim Handy-Ticket nicht so einfach."
Nachdem die DB Experten nach über einem Jahr keine Lösung gefunden haben, mach ich doch mal einen praktikablen Vorschlag. Nicht das noch Satelliten ins All geschossen werden. Zufälligen Buchstaben-/Zahlencode generieren, oder gleich den Code der Auftragsbestätigung nehmen. Den kann man auf ein Stück Papier schreiben und ans Fahrrad hängen.

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Ich lese das Zitat aus dem anderen Beitrag "Da der Fahrradkartenbeleg gedruckt und am Fahrrad angebracht werden MUSS, ist die Umsetzung beim Handy-Ticket nicht so einfach." und mir kommt sofort der Gedanke: "und warum genau MUSS der Fahrkartenbeleg am Fahrrad angebracht werden?" - vielleicht, weil das vor 100 Jahren so war? Es war schon immer so und deshalb ist es auch richtig so? Man MUSS solche Prämissen auch hinterfragen und zur Diskussion stellen, ob sie nicht veränderbar und zudem nicht mehr zeitgemäß sind.

Ich verstehe sowieso nicht, wo genau das Problem liegt. Wenn ich mein Fahrrad beispielsweise schnell als Foto beim Ticketkauf in der App hinterlege (ja, so was kann ein Smartphone - wer hätte es gedacht...) oder durch charakteristische Merkmale beschreibe - z.B. Rahmenfarbe, Marke, usw - wird das doch wohl ausreichend sein, um mir das Fahrrad eindeutig zuzuordnen? Es ist ja nicht so, dass die Fahrradabteile hunderte von Rädern fassen würden, sondern bestenfalls eine Hand voll... Zur Not kann man - bis man eine kreativere Lösung gefunden hat - auch die kurzfristige Alternative anbieten, dass man bei einem Handy-App-Ticket-Kauf bei seinem Fahrrad bleiben und dafür keinen Zettel anbringen muss... Die Bahn hat scheinbar immer und überall eine chronische Angst, dass es irgendeine Art von Missbrauch geben und auch nur eine einzige Person mal eine kostenlose Leistung bekommen könnte. Wenn man es darauf anlegen würde, könnte man auch 365 Tage im Jahr kostenlos ICE fahren, man müsste dazu nur geschickt die Toiletten aufsuchen. Aber wer macht so was schon?

Die Kennzahl, die die Bahn schlicht und ergreifend immer noch nicht erfasst hat, ist die schiere Masse an potenziell ehrlichen und zahlenden Kunden, die nur deshalb nicht Bahn fahren, weil sie die Service-Qualität im Hinblick auf das Stichwort Digitalisierung als rückständig und altertümlich empfinden. Mich beschleicht immer das Gefühl, die Bahn glaubt immer noch, dass ihr Kerngeschäft im simplen Transport von Kunden besteht, wie vor 80 Jahren. Das heutige Geschäft der Bahn sollte jedoch darin bestehen, ein voll digitalisiertes und vernetztes Transporterlebnis des 21. Jahrhunderts anzubieden, mit allem, was dazu gehört - zumindest werden das alle Menschen der Generationen Smartphone und später so sehen. Aber altertümliche Methoden, wie Zangenabdrücke, erinnern mich beinahe täglich daran, dass die Bahn irgendwann vor 80 Jahren hängen geblieben ist. Neben dem Stau auf der Autobahn, der einen vom Umstieg auf Flixbus abhält, ist meiner Ansicht nach nur die quasi-Monopolstellung im Schienen-Fernverkehr Grund dafür, dass die Bahn noch Kunden hat. Das wird sich vielleicht ändern, wenn pilotiertes und vernetztes Fahren von den Behörden zugelassen wird, denn dann gibt es endlich wieder Konkurrenz.

Folgendem Gedanken sollte sich das DB-Management mal stellen: Eine große Zahl von Kunden durch zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen gewinnen und dafür einen kleinen Prozentsatz dieses Zuwaches an Schwarzfahrern (oder Schwarzrädern) in Kauf nehmen oder lieber auf die Kunden verzichten und dafür eine geringere Schwarzfahrer-Quote haben... bei welchem Szenario springt wohl mehr Umsatz und Wachstum raus? Ich glaube, wenn man die Bahn an ein Management eines Unternehmens des 21. Jahrhunderts übergeben würde, beispielsweise an Google oder Apple, hätte man innerhalb von 24 Stunden eine Lösung für ein so triviales Problem, wie ein Fahrradticket-Kauf per App - und zwar fertig implementiert und für den Kunden anwendbar. Allein der Gedanke an so ein altertümliches, unkreatives und aufwendiges Vorgehen, Zettel am Fahrrad anbringen zu müssen, verdirbt mir bereits die Lust, ein Fahrrad mit der Bahn transportieren zu wollen - schon allein, weil es voraussetzt, dass man immer noch einen Drucker besitzen muss oder sich in völlig unzumutbarer Weise an kilometerlangen Schalterschlangen anstellen muss (ebenfalls ein Vorgehen, das man dem letzten Jahrtausend zuordnen kann) oder mit dem unfassbar komplizierten System der Kartenautomaten rumärgern muss.

Denken Sie über die geschilderten Zusammenhänge mal nach liebe Bahn.

PS: Eine Millionen mehr Kunden gewinnt man natürlich nicht nur wegen der Umsetzung eines Fahrradtickets auf der APP, sondern, weil die Maxime des Managements endlich auf digitalisiertes Transporterlebnis umgestellt und die Weiterentwicklung der Dampfmaschine ad acta gelegt wird. Man sollte dem Bahn-Management mal als Pflichtlektüre the Innovator's Dilemma von Christensen mitgeben...