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Wann beendet die DB den Einsatz von Glyphosat?

Die DB setzt jedes Jahr 65t Glyphosat ein und ist damit der größte Verbraucher des wahrscheinlich krebserregenden Totalherbizids in Deutschland. Die österreichische Bundesbahn hat bereits angekündigt, binnen fünf Jahren komplett auf Glyphosat zu verzichten. Wann gedenkt die DB den Einsatz von Glyphosat zu stoppen?
Wurde bereits seitens der DB untersucht, welche Alternativen zum Glyphosat-Einsatz bestehen?

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kabo
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Das praktische Problem ist wohl, das Glyphosat ja schon eine Alternative darstellt.
Früher wurde Diuron verwendet, welches unter Umweltaspekten noch ungünstiger ist. Glyphosat ist da schon die harmlosere Lösung. Bei der Umstellung von Diuron auf Glyphosat wurden ziemlich sicher auch Alternativen geprüft.

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Team

Hallo Martin,

unabhängig von der EU-Entscheidung wird die DB weiterhin nach alternativen Möglichkeiten im Dialog mit Forschungsinstituten und der Industrie suchen und diese erproben. Sicher ist: Die Vegetationskontrolle ist unverzichtbar für einen sicheren Bahnbetrieb. Der Gleisbereich muss frei von Bewuchs bleiben. Derzeit stellen weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar.

Hintergrund:

Die Vegetationskontrolle ist unverzichtbar für einen sicheren Bahnbetrieb. Der Gleisbereich muss frei von Bewuchs bleiben. Derzeit stellen allerdings weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar.

Es werden bei der DB aktuell ausnahmslos Herbizidprodukte wie u. a. Glyphosat angewendet, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bisher speziell für den Gleisbereich zugelassen sind.

Im Jahr 2016 wurden rund 70 Tonnen an Herbiziden für das gesamte Schienennetz mit einer Gleislänge von etwa 61.000 Kilometern aufgewandt. Dies entspricht ca. 0,15 Prozent der in Deutschland insgesamt ausgebrachten Herbizidmengen und 0,1 Prozent der gesamten Pflanzenschutzmittelmengen*.

Qualifizierte Fachfirmen arbeiten nach strengen Kriterien im Auftrag der Bahn. So wird Glyphosat u. a. nicht in Schutzgebieten und über offenen Gewässern sowie auf Brücken eingesetzt. Darüber hinaus konnte die Einsatzmenge durch verbesserte Technik in den letzten Jahren reduziert werden.

Zusatzinfo:

Die Behandlung erfolgt einmal jährlich. Dabei werden der Randweg und die Schotterflanke durchgehend mit Bodenherbiziden behandelt. Das Blattherbizid wird nur auf bestehende Unkrautbestände gespritzt. Ausgelassen werden Bereiche in Schutzgebieten, über offenen Gewässern, Durchlässen, Brücken, und bei geplantem Gleisumbau (Schutz der Mitarbeiter). In der aktuellen Anwendung befinden sich die Wirkstoffe Glyphosat, Flumioxazin und Flazasulfuron.

Bereits in den letzten Jahren wurden verschiedene nicht-chemische Verfahren getestet, so z. B. mit flüssigem Stickstoff, Heißdampf, Mikrowellen, Hochfrequenzenergie und elektrischen Energiefeldern. Sie sind jedoch keine Alternative für Glyphosat. So dauert u. a. die Durcharbeitung deutlich länger und die Energiebilanz ist schlechter.

Aktuell testen wir in Nordrhein-Westfalen mit ElektroHerb ein elektrisches Verfahren.

Hierbei wird kontrolliert hohe elektrische Spannung durch die Pflanze geleitet. Durch die Hitze stirbt die Pflanze ab.

Viele Grüße /ti

*Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL):

Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland - Ergebnisse der Meldungen gemäß § 64 Pflanzenschutzgesetz für das Jahr 2016

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D.h. wenn ich das mal kurz zusammen fassen darf:
Die 70t Herbizide, die von der DB pro Jahr verwendet werden, sind Glyphosat, Flumioxazin und Flazasulfuron zusammen gerechnet.
Wenn es darum geht, dafür zu sorgen, dass Bewuchs gar nicht erst entsteht, wird Glyphosat nicht eingesetzt, da Glyphosat ein Blattherbizid ist. Es bringt bestehende Pflanzen zum Absterben, ist aber völlig ungeeignet, Neubewuchs zu verhindern. Glyphosat hat nämlich (im Gegensatz zum früher verwendeten Diuron) keine Langzeitwirkung. Dafür braucht man Bodenherbizide.