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Wie frei ist freie Zugwahl bei Verspätung?

1. Kl Ticket Düsseldorf-Hamburg, Umstieg in Dortmund. Zug nach Dortmund war 40 Minuten verspätet, Anschluss würde verpasst werden, Zugbindung aufgehoben. Alternative Verbindung mit Umstieg in Hannover gewählt, die früher in Hamburg ankam. Im Zug von Hannover nach Hamburg wurde ich angepflaumt, ich hätte den gebuchten späteren Zug nehmen müssen, den ich in Hannover noch bekommen hätte. Nur aus "Kulanz" dürfe ich weiterfahren. Ich kenne die Strecken ja nicht auswendig. Muss ich wissen, dass der Zug, den ich in Dortmund verpasst hätte, später in Hannover hält? Ist freie Zugwahl dann doch nicht frei?

overtone
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Da sind Sie wohl an einen Bahnmitarbeiter geraten, der entweder einen schlechten Tag oder keine Ahnung hatte (oder beides). Nach einem von der DB verschuldeten Anschlussverlust ist die Zugbindung aufgehoben.

Anhand der Fahrgastrechte wird eine Zugbindung immer dann aufgehoben, wenn mit einer verspäteten Ankunft von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof gerechnet wird.

In dem Fall darf eine alternative Verbindung zum Reiseziel (laut Fahrkarte) genutzt werden, gegebenenfalls auch mit einer geänderten Streckenführung und/oder mit einer anderen Produktklasse. Ebenso darf auch der IC Bus für die Weiterfahrt genommen werden, sofern noch Plätze frei sind - dafür ist grundsätzlich eine Reservierung (kostenfrei) erforderlich. Wenn ein reservierungspflichtiger Zug als Alternative genutzt wird, ist die kostenpflichtige Reservierung (ggf. mit Aufpreis für Schlafwagen etc.) zu lösen. Diese wird im Nachhinein nicht erstattet. Viele Grüße /ki

kabo
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Wenn ich den Fragesteller richtig verstanden habe, liegt hier aber eine besondere Konstellation vor:
Der Anschluss in Dortmund wurde zwar verpasst und es wurde mit einem anderen (offenbar schnelleren) Zug weiter gefahren, aber in Hannover wurde der ursprünglich gebuchte Zug wieder eingeholt. Ab Hannover hätte der ursprünglich gebuchte Zug wieder genutzt werden können, und das Kriterium "voraussichtliche Verspätung am Zielort von mind. 20 min" war ab Hannover auch nicht mehr gegeben.
Daraus ergeben sich die berechtigten Fragen:
-- Wenn die Zugbindung einmal aufgehoben ist, aber die Vorraussetzungen für die Aufhebung im weiteren Reiseverlauf wieder entfallen, lebt die Zugbindung dann wieder auf?
-- Wer legt überhaupt fest, welche erwartbare Verspätung maßgeblich ist? (Hier steht ja im Raum, dass man bereits in Dortmund hätte erkennen können, dass der ursprünglich gebuchte Zug in Hannover wieder eingeholt werden würde und deshalb gar keine Verspätung am Zielort der Fahrkarte eintritt.)
-- Muss man als Reisender solche Konstellationen erkennen?

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"-- Wenn die Zugbindung einmal aufgehoben ist, aber die Vorraussetzungen für die Aufhebung im weiteren Reiseverlauf wieder entfallen, lebt die Zugbindung dann wieder auf?"
Ich trau der Bahn ja einiges zu - aber da man sich die Aufhebung der Zugbindung ja im verspäteten Erst-Zug auf dem Ticket bescheinigen lassen kann, gilt die dann doch auch. Es kann der Reisende ja auch nicht zur Nutzung des Zuges gezwungen werden, mit dem der Anschlusszug dann erreicht wird.
"-- Wer legt überhaupt fest, welche erwartbare Verspätung maßgeblich ist? (Hier steht ja im Raum, dass man bereits in Dortmund hätte erkennen können, dass der ursprünglich gebuchte Zug in Hannover wieder eingeholt werden würde und deshalb gar keine Verspätung am Zielort der Fahrkarte eintritt.)"
Gute Frage. Ich hätte vermutet, dass Verspätung Zug A = Verpassen des Anschlusszugs B ausreicht.
"-- Muss man als Reisender solche Konstellationen erkennen?"
Ich meine: der Zug-Reisende hat ja viele Verpflichtungen - aber ich wüsste nicht, dass das Mitführen eines funktionsfähigen Smartphones oder die Telefonrecherche aus dem fahrenden Zug dazu gehört. Aber vielleicht wurde das unlängst per AGB zum Nachteil des Kunden geregelt?

So ist es. Wenn die Zugbindung aufgrund der zu erwartenden Verspätung einmal aufgehoben ist, dann bleibt das auch so. Sie wird dann später nicht wieder aktiviert. /ki