Frage beantwortet

Ist in Zukunft mit einer Fahrzeitverkürzung der ICE zwischen München-Frankfurt zu rechnen?

Die meisten ICE der Relationi München-Nürnberg-Frankfurt haben seit dem letzten Fahrplanwechsel enorme Fahrzeitreserven, die über das "normale" Maß deutlich hinausgehen. (Trotz der Inbetriebnahme der Umfahrung Schwarzkopftunnel - Fahrzeitersparnis 3 Minuten - hat sich die Fahrzeit zwischen München und Frankfurt um bis zu 5 Minunten verlängert.) Ist in Zukunft im Sinne einer kundenfreundlichen Fahrplangestaltung eine Fahrzeitstraffung der Linie 41 zwischen München und Frankfurt geplant?

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Hallo DC945,

ich habe jetzt gerade noch eine ausführlichere Antwort erhalten, die ich hier auch weiterleiten möchte.

Mit Inbetriebnahme der der Neubaustrecke des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8.1 (VDE 8.1) zwischen Erfurt und Ebensfeld im Dezember 2017 ging eine Neuordnung der bundesweiten Linien im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) einher. Diese Neuordnung bewirkt z.B. Sprinterverbindungen zwischen München und Berlin in unter vier Stunden, sowie eine Implementierung neuer Linien im SPFV, wie z.B. die Linien 18/28 von München über Halle/Leipzig nach Berlin. Die Trassierung der "neuen" Linie 18/28 hat zur Folge, dass die Linie 41 (München-Frankfurt-Ruhrgebiet) mit den Linien 18/28 harmonisiert wurde, infolgedessen sich die Fahrzeit der Linie 41 um ca. vier Minuten verlängert hat. In Richtung Süden folgt die Linie 41 der Linie 18/28 und fährt somit in Nürnberg später ab, zusätzlich sind die eingesetzten Fahrzeuge in der Linie 18/28 langsamer als in der Linie 41, so dass eine Verlängerung der Fahrzeit, unter Wahrung von Anschlüssen, eintritt. In Nordrichtung erreicht die Linie 41 Nürnberg vor der Linie 18/28, wodurch eine frühere Abfahrt in München Hbf notwendig wird.

Die Inbetriebnahme der Umfahrungsspange Schwarzkopftunnel und der damit einhergehende Fahrzeitgewinn von ca. einer Minute und vierzig Sekunden wird als Fahrzeitreserve genutzt, um positive Effekte auf die Betriebsqualität zu erzielen und um die umgebenden Verkehrsarten zu harmoniseren.

Eine kundenfreundliche Fahrplangestaltung zielt immer auf alle Verkehrsarten ab, da z.B. im Personenverkehr Anschlussbeziehungen zwischen Nah- und Fernverkehren bestehen und diese im Fahrplan zu integriert sind, um den Wünschen aller unserer Kunden und Eisenbahnverkehrsunternehmen entsprochen werden kann. /tr

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Weitere Antworten

Hallo DC945,

der Fachbereich hat mir heute eine Rückmeldung gegeben. Dass sich die Fahrzeiten hier nicht wesentlich geändert haben, hängt mit der ungewöhnlich hohen Streckenauslastung bzw. Zugdichte zusammen. Die Strecke wird auch durch die Züge der Linie 28 und teilweise 29 befahren. Daher ist auch in naher Zukunft eine Fahrzeitverkürzung nicht geplant. /tr

Hallo DC945,

ich habe jetzt gerade noch eine ausführlichere Antwort erhalten, die ich hier auch weiterleiten möchte.

Mit Inbetriebnahme der der Neubaustrecke des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8.1 (VDE 8.1) zwischen Erfurt und Ebensfeld im Dezember 2017 ging eine Neuordnung der bundesweiten Linien im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) einher. Diese Neuordnung bewirkt z.B. Sprinterverbindungen zwischen München und Berlin in unter vier Stunden, sowie eine Implementierung neuer Linien im SPFV, wie z.B. die Linien 18/28 von München über Halle/Leipzig nach Berlin. Die Trassierung der "neuen" Linie 18/28 hat zur Folge, dass die Linie 41 (München-Frankfurt-Ruhrgebiet) mit den Linien 18/28 harmonisiert wurde, infolgedessen sich die Fahrzeit der Linie 41 um ca. vier Minuten verlängert hat. In Richtung Süden folgt die Linie 41 der Linie 18/28 und fährt somit in Nürnberg später ab, zusätzlich sind die eingesetzten Fahrzeuge in der Linie 18/28 langsamer als in der Linie 41, so dass eine Verlängerung der Fahrzeit, unter Wahrung von Anschlüssen, eintritt. In Nordrichtung erreicht die Linie 41 Nürnberg vor der Linie 18/28, wodurch eine frühere Abfahrt in München Hbf notwendig wird.

Die Inbetriebnahme der Umfahrungsspange Schwarzkopftunnel und der damit einhergehende Fahrzeitgewinn von ca. einer Minute und vierzig Sekunden wird als Fahrzeitreserve genutzt, um positive Effekte auf die Betriebsqualität zu erzielen und um die umgebenden Verkehrsarten zu harmoniseren.

Eine kundenfreundliche Fahrplangestaltung zielt immer auf alle Verkehrsarten ab, da z.B. im Personenverkehr Anschlussbeziehungen zwischen Nah- und Fernverkehren bestehen und diese im Fahrplan zu integriert sind, um den Wünschen aller unserer Kunden und Eisenbahnverkehrsunternehmen entsprochen werden kann. /tr

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort, die alle Einflussfaktoren klar und nachvollziehbar nennt! Eine Replik hätte ich trotzdem noch: Ist nicht auf den Linien 18/28 der Einsatz des schnelleren ICE 4 geplant und sind nicht durch den weiteren Ausbau zwischen Nürnberg und Ebensfeld noch weitere Fahrzeitverkürzungen zu erwarten, so dass die Lage der Linien 18/28 ab München später gelegt werden könnte und damit auch die der Linie 41?