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Wann wird die ÖBB nach Nightjetnetz erweitern?

Sehr geehrte Damen und Herren,

erst mal möchte ich mein Bedauern über die Abschaffung des City Night Lines äußern. Auf einigen Verbindungen ist seit vergangenem Dezember die ÖBB eingesprungen, die diese Verdindungen seltsamerweise eigenwirtschaftlich betreiben kann. Einige der für mich als Hamburger wichtigen Nachtzugverbindungen nach Zürich, München, Wien und Italien wurden erhalten bzw. weitergeführt.

Gut finde ich, dass die DB den Nightjet durch die vollumfängliche Integration in das tarifliche System unterstützt. So gelten vergleichbare Tarife wie im CityNightLine und man kann problemlos die Tickets auf http://www.bahn.de inklusive Vor- und Nachlaufstrecken buchen. Somit hat man als deutscher Kunde kaum Änderungen bei der Buchung im Vergleich zum CNL.

Nun habe ich von dem Gerücht gehört, dass diese Kooperation zum Jahresende wohl zum Jahresende beendet werden soll. Stimmt das? Das würde bedeuten, dass Fahrten mit dem Nightjet inkl. möglicher Zulaufstrecken innerhalb Deutschlands deutlich teurer werden, wie eine Beispielbuchung zeigt:

Strecke: Hamburg-Bologna (Hamburg-München mit ICE, München-Bologna mit Nightjet)
Tag: 3. April

Bei der DB kostet ein Ticket im 4er-Liegewagen 113,90€ (101,65€ mit Bahncard 25), bei der ÖBB kostet sie 156,10€ (Belege kann ich hier leider nicht hochladen).

So wie ich das verstehe, ergibt sich der Preisunterschied vor allem durch die ICE-Zulaufstrecke innerhalb Deutschlands. Dieser deutliche Preisunterschied von 50% wie in dem Beispiel kann auch für viele bahnaffine Kunden ein Grund sein, ins Flugzeug zu steigen. Nachtzug-Kunden sind sicherlich bereits, für die Annehmlichkeit der Reise mehr zu zahlen als für einen Billigflug, aber das Verhältnis darf nicht zu stark auseinanderdriften. Es muss aus Kundensicht unbedingt das Tarifsystem der DB inkl. Anerkennung aller Bahncards erhalten bleiben.

Ich wünsche mir von der DB, dass sie die Nightjets nicht als Konkurrenz sondern als Mittel der Kundenbindung versteht. Wer Nachtzug fährt, ist auch sonst viel mit der Bahn unterwegs.

Wie wird die künftige tarifliche Zusammenarbeit mit der ÖBB im Bezug auf die Nightjets aussehen?

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Schellenberg

Dretrac
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Zum letzten Fahrplanwechsel hieß es, dass die DB-Tarife ab Dezember nicht mehr gültig seien. Die Kooperation bezüglich der Fahrkarten sei nur für den Übergang vorgesehen. Auch werden alle Bahncards nicht mehr anerkannt.
Nur der Globalpreis-Tarif wird demnach zu erwerben sein.
Eine durchgänge Fahrkarte gäbe es dann nicht mehr, über die DB ist der Kauf von einzelnen Nightjet-Fahrkarten aber vorrausichtlich weiterhin möglich.
Das finde ich auch schade und halte das Vorgehen für unklug. Damit werden Kunden abgestoßen, denn wer möchte bis zu drei Fahrkarten für eine Strecke kaufen?
Bisher fuhr der Nightjet als ein Ersatz für den CNL, wenn ÖBB und DB aber an den Plänen vom Fahrplanwechsel festhalten wollen, kann meiner Meinung nach nicht mehr von einem solchen gesprochen werden.

Mit freundlichen Grüßen

DB
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Team

Hallo Dretrac,
während das klassische Nachtzuggeschäft für die DB ein Nischengeschäft ist, betreiben die ÖBB ein relativ großes Nachtzugnetz, das 17 Prozent ihres Fernverkehrsumsatzes ausmacht und somit einen hohen Stellenwert einnimmt.
Der Ballungsraum Wien liegt von vielen west- und südeuropäischen Ballungsräumen genau eine Nachtfahrt entfernt. Zwischen diesen Städten gibt es keine Hochgeschwindigkeitsstrecken, die eine attraktive Fahrzeit im Tagesverkehr ermöglichen würden. Dadurch sieht die ÖBB für diese Verbindungen auch weiterhin ein Potenzial für Nachtreisen mit der Bahn.
Der Nachtreiseverkehr ist für die DB schon seit langer Zeit ein stagnierendes Produkt. Waren vor 20 Jahren noch ca. 5 Prozent der Reisenden des Fernverkehrs Nachtzugreisende, so waren es zum Schluss noch rund 1 Prozent.
Durch die DB wurde mehrfach versucht - auch durch hohe Investitionen (Talgo Nachtzüge, City-Night-Line-Konzept) - den Nachtzugverkehr zu beleben.
Mit der geplanten Fernverkehrsoffensive der DB sind für die Tagesverbindungen Investitionen von rund 12 Milliarden Euro erforderlich. Diese kommen dem Segment zugute, in dem 99 Prozent der DB-Fahrgäste unterwegs sind. Angesichts des engen wirtschaftlichen Spielraums hat die DB sich dazu entschlossen, zugunsten der Investitionen in ihr Kerngeschäft Tagesverkehr und in den konsequenten Ausbau des Fernverkehrsnetzes auf weitere Investitionen in das Nischengeschäft Nachtverkehre zu verzichten. Bei der ÖBB liegt der Anteil des Nachtverkehrs am Umsatz bei 17 Prozent und ist damit für sie kein Nischengeschäft.
Bei den neuen ÖBB-Nightjet-Verbindungen innerhalb Deutschlands und von Deutschland ins benachbarte Ausland handelt es sich um Züge, die durch die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) angeboten werden und die daher in wirtschaftlicher Verantwortung der ÖBB stehen. Daher gelten für alle Reisen in diesen Zügen die Tarife der ÖBB. Die Fahrscheine gemäß ÖBB-Tarif (inklusive Sparschiene) werden seit dem 18. Oktober 2016 auch über die Systeme der DB verkauft. Um unseren DB-Kunden die Nutzung des Nightjet zu erleichtern und um das neue Zugangebot testen zu können, haben DB und ÖBB gemeinsam vereinbart, in einer zeitlich befristeten Übergangsphase zusätzlich parallel zu den ÖBB-Tarifen auch die bekannten DB-Tarife wie beispielsweise Flexpreis und Sparpreis für die ÖBB-Nightjet-Verbindungen anzubieten. Somit gelten die aus dem City Night Line bekannten und dort nutzbaren Tarife auch im neuen ÖBB Nightjet. Beide Partner haben sich darauf verständigt, dass diese Übergangsphase für Reisen bis zum 9. Dezember 2017 gelten wird. Nach der Übergangsphase gelten in den ÖBB-Nightjet-Zügen ausschließlich die Tarife der ÖBB. Die ÖBB werden über die Sparschiene (vergleichbar mit den Sparpreisen der DB) auch nach der Übergangsphase sehr attraktive Preise für Kunden von, nach und in Deutschland anbieten. Die DB und die DB Fernverkehr AG sowie deren Tarife haben dann keine Gültigkeit mehr. Die DB plant aber, die Verfügbarkeit von Fahrkarten für ÖBB-Nightjet-Verbindungen zum ÖBB-Tarif in ihren eigenen Vertriebskanälen auch im Anschluss an die Übergangsphase sicherzustellen.
Um noch auf die Anerkennung der BahnCard zu sprechen zu kommen: In der Übergangsphase ändert sich für BahnCard-Inhaber nichts. Die bekannten Rabatte für DB-Tarife gelten weiterhin. Für Fahrscheine gemäß ÖBB-Tarif erhalten BahnCard-Kunden keine Ermäßigung - sowohl während der Übergangsphase als auch danach. Dennoch wird es nach der Übergangsphase für DB-Kunden mit dem ÖBB Tarifangebot für Nachtreisen auch weiterhin sehr günstige Angebote geben. Liebe Grüße /jn