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Wieso gibt es in deutschen Bahnhöfen praktisch keine ausreichenden Wartebereiche mit Bänken usw?

### Situation: Ich fahre nach der Arbeit heim, Umstieg bspw. in Mannheim, der Anschlusszug ist nennenswert verspätet. Das sollte die Bahn ja aufgrund ihrer Umsicht und gemachter Erfahrungen bei der Gesamtplanung berücksichtigt haben, daher auch für die enstehende Wartezeit kundenfreundliche Möglichkeiten. Wie sieht der Plan dafür aus?

### Meine Beobachtung am Beispiel Mannheim: Im Sommer ist es auch nach 23 Uhr meist noch warm genug, dass man gern an der frischen Luft am Gleis sitzt, wo genug Plätze sind. Richtung Winter bei windigen 5°C und kälter würde man sich bei 60, 90 oder noch mehr Minuten Wartezeit erkälten, also muss man rein. Die DB Lounge hat schon längst zu und wird auch nicht wieder auf gemacht. In der Bahnhofshalle gibt es ganze 16 Sitzplätze (bei ca 750 pro ICE, d.h. es reicht seltenst) im wärmeren Bereich (vielleicht 16-18°) und weitere 24 Sitzplätze in arg kalt-zugigen Bereichen (bspw. direkt neben der offenen Türe zum Gleis oder zur Unterführung). Bei keinem davon ist eine Steckdose, ebenso bei keinem eine Info-Tafel im Sichtbereich - dadurch habe ich bereits nach über einer Stunde warten ganz knapp den Zug verpasst, weil er plötzlich weniger Verspätung hatte als zunächst angeschrieben. Man müsste also alle paar Minuten aufstehen und zum Haupteingang laufen und zurück laufen und hoffen, dass der Sitzplatz nicht durch andere besetzt wurde. Das - und die obendrein fehlenden Durchsagen - vermiesen einem auch den Genuss bei den drei noch offenen gastronomischen Einrichtungen mit Sitzplätzen (Eiscafé, Bar, Donut-Laden).

### Diese Beobachtung gilt analog auch für andere größere Bahnhöfe wie Berlin Hbf (da ist es mangels Türen ja im gesamten Bahnhofsgebäude kalt) und in verschärfter Form für kleinere Bahnhöfe wie Bamberg oder Gießen, weil dort gar keine DB Lounge ist und spät abends meist gar keine Gastronomie mehr offen hat, also keinerlei Alternativen existieren.

### Meine Beobachtung weltweit: An Flughäfen gibt es sehr viele, meist recht bequeme Sitze, oft mit Steckdosen, oft dank großzügiger Fensterfront hell und freundlich. Dennoch kann die Gastronomie offensichtlich gut leben - das dürfte bei den Bahnhöfen also nicht der Grund sein. In Ländern mit niedrigen Temperaturen wie bspw. Finnland habe ich selbst in Bahnhöfen von kleinen Städtchen Wartehallen mit Bänken erlebt, die überraschend oft auch freundlich hergerichtet sind (helle Farben, Trinkwasser usw). Selbst in viel ärmeren Ländern ohne niedrige Temperaturen wie bspw. Indien oder Vietnam gibt es Wartehallen in den Bahnhofsgebäuden.

### Frage: Sowas gab's früher ja auch in Deutschland - teilweise immer noch, aber verschlossen. Wieso gibt es mittlerweile in deutschen Bahnhöfen praktisch keine ausreichenden Wartebereiche mehr mit Bänken, oder gar mit Strom, Info-Tafel, vielleicht sogar Tischen usw?

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Ach ja, an Flughäfen hängen sehr viele Info-Tafeln und man kann sich darauf verlassen, dass auf jeden Fall Durchsagen kommen.

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Hallo GeorgDe, ich kenne Ihre geschilderten Situationen ganz gut, jedoch zeigen meine persönlichen Beobachtungen, dass man einen (Haupt-)Bahnhof nicht mit einem Flughafen vergleichen kann, da es bei der Eisenbahn auch einmal einen Betriebsschluss bis in die Morgenstunden und daher keinen Zugverkehr gibt. Aus Sicherheitsgründen und zur Vorbeugung gegenüber Vandalismus, werden einige Bahnhöfe verschlossen, wenn kein Zugbetrieb mehr stattfindet. Der Reisende hat im Tagesreiseverkehr in den letzten Jahren seine Bedürfnisse soweit angepasst, dass er lieber am Bahnhof einen kleinen Imbiss zu sich nimmt oder bei einer längeren Umsteigezeit in Warengeschäften verweilt. Der Bahnhofsbetreiber kann leider nicht an den Hunderten von deutschen Bahnhöfen einen Warteraum/-saal einrichten und diesen mit Personal besetzen, um zu kontrollieren, dass der Raum nicht zweckentfremdet wird. Dies ist leider wirtschaftlich nicht vertretbar und ein sehr hoher Unterhaltungsaufwand. Bei den Sitzmöglichkeiten innerhalb des Bahnhofsgebäudes verhält es sich so, dass hier der Platz für ausreichende Flucht- und Rettungswege bestehen muss. Ich kann verstehen, dass Sie das nicht zufrieden stimmt, jedoch ist hier keine Änderung durch den Bahnhofsbetreiber geplant. Bedenken Sie, dass Sie hier in der Community des Personenverkehrs unterwegs sind und hier wir nur eingehend auf Fragen zu unseren Zügen, Zugverbindungen oder rund um bahn.de geben können. Wenn Sie Anregungen zur Infrastruktur haben, worunter die Bahnhöfe zählen, können Sie diese ausführlich mit dem Deutsche Bahn Konzern besprechen. /ch

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Hallo ch, Danke für die schnelle Antwort.
Es ging mir weder um den normalen Tagesbetrieb, wenn alle Läden offen haben, noch um die Zeiten ganz ohne Verkehr (die bei allen Flughäfen mit Nachtflugverbot sogar länger dauern als bei der Bahn), sondern um die Stunden dazwischen, die "Randzeiten". Ich finde es sehr seltsam, dass die deutschen Bahnhofsbetreiber rund 100 Jahre lang trotz diverser Kriesen Wartebereiche betreiben konnten und dass es die Betreiber in anderen Ländern (sowohl wesentlich ärmeren als auch solchen mit vergleichbar hohen Löhnen) stemmen können, aber es zur Zeit in Deutschland "wirtschaftlich nicht vertretbar" sein soll. Zumal fraglich ist, ob überhaupt zusätzliches Personal nötig ist, denn man könnte den sowieso besetzten Info-Point und Security-Dienst mit dem Wartebereich koppeln. Und wenn mehrere neu gebaute Bahnhofsgebäude nicht genug Platz für Bänke UND Fluchtwege bieten und ich dazu "keine Änderung geplant" lese, dann fallen mir nicht mehr Erklärungen ein, als Fehlplanung oder Ausdruck einer mentalen Einstellung der Art "es ist uns völlig egal, ob unsere Kunden (=Bahnreisende) sich beim Warten die Beine in den Bauch stehen oder erkälten". Kundenorientierung ist anders und machbar, wie Flugbetrieb als auch anderen Bahn- und Busgesellschaften vorleben. An sich fahre ich gern Zug und finde die Bahn sympathisch, aber sie macht es einem leider immer wieder schwer...
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Wenn ich recht verstehe, sind die hier passenden Themen abhängig von der Aufgabenteilung zwischen den juristischen Personen des Konzerns. Die ist Endkunden nicht unbedingt auswendig bekannt und sie wird in den Formulierungen nicht klar ersichtlich, also dass in einer "DB Service Community" mit der Beschreibung "Hier finden Sie Fragen und Antworten zum Personenverkehr der Deutschen Bahn." nur bestimmte Fragen gestellt werden dürfen, die erst durch massive Zugverspätungen im Personenverkehr auftreten. Und Bahnhöfe sind nicht nur real/praktisch sondern ja wohl selbst theoretisch/logisch betrachtet integraler Bestandteil des Personenverkehrs - oder wie sollen die Personen sonst zwischen Zügen wechseln, bei Verspätungen warten, zum Info-Point gehen usw? ;-) Hier wäre eine klarer abgrenzende Formulierung sinnvoll, damit nicht immer wieder "falsche Fragen" auftreten.
Geht in Ordnung, ich wende mich dann an einen passenderen Kontakt-Kanal - diese Frage kann geschlossen werden.

Viele Grüße, Georg