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Warum bekomme ich bei 60 Minuten Verspätung bei einem Länderticket nur 1,50€ entschädigt, anstatt 25%?

Wie kann es sein, dass wenn ich wegen einer Verspätung des Zuges von 60 Minuten anstatt einer Entschädigung von 25%des Fahrpreises nur 1,50€ erhalte, weil mein Ticket ein Länderticket (Bayern Singleticket) war?
Ich finde das in keinster Weise gerechtfertigt. Ich habe dadurch 60 Minuten verloren und 23€ bezahlt.
Und Warum können diese 1,50€ nicht wenigstens bar ausgezahlt werden?

123
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Anonym
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Hallo 123, die europäischen Fahrgastrechte sehen diese Erstattungsregelungen genau so vor!

Näheres unter: http://www.fahrgastrechte.info/Wie-mache-ich-meine-Rechte...

Dort bitte auf: Entschädigung bei verspäteter Ankunft am Zielbahnhof klicken.

Hallo 123,
dass Sie nur 1,50 € erstattet bekommen, hängt damit zusammen, dass ein Länderticket als Zeitfahrkarte kategorisiert wird. Demgemäß findet das Prinzip der prozentualen Erstattung (also 25 % Erstattung des Fahrkartenwertes bei einer Verspätung am Zielort von mindestens 60 Min resp. 50 % Erstattung des Fahrkartenwertes bei einer Verspätung am Zielort von 120 Minuten), wie im Falle „normaler Fahrkarten“ (wie bspw. Normalpreis und Sparangebot), keine Anwendung.
Ergänzend zu dem Hinweis von ds160384 sei noch erwähnt, dass dies nicht ganz unmittelbar mit der europäischen Fahrgastrechte-Verordnung zusammenhängt. An entsprechender Stelle heißt es dort:
"Fahrgäste, die eine Zeitfahrkarte besitzen und denen während der Gültigkeitsdauer ihrer Zeitfahrkarte wiederholt Verspätungen oder Zugausfälle widerfahren, können angemessene Entschädigung gemäß den Entschädigungsbedingungen des Eisenbahnunternehmens verlangen. In den Entschädigungsbedingungen werden die Kriterien zur Bestimmung der Verspätung und für die Berechnung der Entschädigung festgelegt. Die Entschädigung für eine Verspätung wird im Verhältnis zu dem Preis berechnet, den der Fahrgast für den verspäteten Verkehrsdienst tatsächlich entrichtet hat." (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:... S. 7)
Die DB hat also wenigstens in der Theorie die Möglichkeit, höhere Pauschalbeträge zu zahlen. Jedenfalls ist es nicht so, dass die besagte EU-Verordnung vorgibt, dass bei stark ermäßigten Angeboten (wie etwa den Ländertickets) exakt 1,50 € zu zahlen sind. Letztlich muss dann jeder für sich entscheiden, ob er diesen pauschalen Entschädigungsbetrag in Anbetracht des – m. E. durchaus akzeptablen Preis-/Leistungsverhältnisses – der stark ermäßigten Fahrkarten gerechtfertigt findet.
Analog gilt dies für die sogenannte Bagatellgrenze, die besagt, dass keine Entschädigungszahlungen unter 4,00 € geleistet werden müssen. Auch in diesem Fall gilt: Die DB könnte selbstverständlich auch Entschädigungszahlungen unter 4,00 € anweisen, ist hierzu jedoch nicht verpflichtet. Um Ihre diesbezügliche Frage zu beantworten: Auch in bar (also bspw. in einem DB Reisezentrum) bekommen Sie die 1,50 € nicht ausbezahlt. Um letztlich die Entschädigungszahlung doch zu erhalten, müssen Sie mindestens drei Verspätungsfälle „gesammelt“ haben, um diese dann gemeinsam einreichen zu können und entschädigt zu bekommen.
Dass die DB durchaus imstande ist, das gesetzlich festgeschriebene Mindestmaß der Fahrgastrechte auszuweiten, zeigt sich bspw. daran, dass – sofern vorhanden – die Zugbindung ab einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielort aufgehoben wird oder dass bzgl. des ICE-Sprinters bereits Entschädigungsleistungen ab 30 Minuten Verspätung gezahlt werden.

Hallo 123, Länder-Tickets werden hier wie Zeitkarten des Nahverkehrs behandelt und es handelt sich hier auch um stark ermäßigte Fahrkarten. Deshalb werden dann auch genau die gleichen Erstattungsregeln angewendet. Grundlage der Fahrgastrechte ist die „Verordnung (EG) Nr. 1371/ 2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr“, mit dem „Fahrgastrechtegesetz“ am 29. Juli 2009 in deutsches Recht umgesetzt. /tr