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Wird die Zugbindung bei Ticket-Stückelung aufgehoben, wenn man 2 Tickets für einen Zug hat, und ein Abschnitt ausfällt?

Ich habe für morgen 2 Tickets für den durchgehenden EC213 von München nach Zagreb. Ein Ticket der DB für München - Salzburg sowie ein Ticket der ÖBB Salzburg - Zagreb. Da ich gemäß Fahrplan in Salzburg nicht umsteigen muss, war es bei Ticket-Kauf unmöglich, dass der "Anschluss" in Salzburg nicht erreicht wird.
Nun ist aber bekanntermaßen der Abschnitt München - Salzburg gestrichen, wodurch der Anschluss nicht sicher ist. Greifen in diesem speziellen Fall irgendwelche Rechte (z.B. Aufhebung der Zugbindung für den 2. Abschnitt), wenn trotz sehr viel früherer Abfahrt in München, der Anschluss in Salzburg nicht erreicht wird?

Felin
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Hallo Felin,
einen rechtlich verankerten Anspruch, dass Ihnen für den Abschnitt Salzburg Hbf - Zagreb die Zugbindung aufgrund einer verspäteten Ankunft in Salzburg Hbf aufgehoben wird, haben sie m. E. nicht, da es sich um zwei separate Beförderungsverträge handelt. Dennoch gehe angesichts der derzeit besonderen Situation stark davon aus, dass Ihnen die ÖBB in diesem Zusammenhang kulant entgegenkommt und Ihnen u. U. die Zugbindung aufhebt. Wenn Sie diesbezüglich valide Inforamtionen haben wollen, würde ich Ihnen jedoch raten, sich direkt an die ÖBB zu wenden. Ansonsten kann ich Ihnen nur empfehlen, wie Sie ja auch schon selbst schreiben, möglichst früh in München Hbf abzureisen, um genügend Übergangszeit in Salzburg Hbf zu haben. Obwohl ich davon ausgehe, dass Sie die von der DB bereitgestellten Informationen bereits zur Kenntnis genommen haben, hier noch einmal der Link: http://www.bahn.de/blitz/view/fernverkehr/uebersicht.shtml Darüber hinaus kann ich Ihnen noch die Live Auskunft der DB (http://www.bahn.de/liveauskunft) ans Herz legen. Lohnenswert könnte dabei die Eingabe "Kufstein" im Feld "Zwischenhalt" sein.

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Argileh, vielen Dank für die umfangreiche Rückmeldung zu der Frage von Felin. Da habe ich nichts hinzuzufügen. Felin, ich hoffe, diese Antwort hilft Ihnen weiter. /ci

Felin
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Vielen Dank für die umfassenden Antworten. An sich ist das das, was ich bisher selbst auch recherchiert hatte, ich wollte nur auf Nummer "sicher" gehn und mal konkret nachfragen. Alles weitere wird sich zeigen.

Hallo Felin,
bitte beachten Sie, dass der EC113/213 am 03.10. zwischen München Hbf und Salzburg Hbf ersatzlos entfällt - es verkehren zudem keinerlei planmäßigen Züge zwischen Freilassing und Salzburg aufgrund der Flüchtlingskrise, hier wurde der Verkehr komplett eingestellt!
Zusätzlich besteht auf der Strecke München - Salzburg vom 02.10. bis 27.10. wegen Bauarbeiten teilweise Schienenersatzverkehr mit Bussen, welche deutlich längere Fahrzeiten haben und die verbliebenen Zugverbindungen haben teils längere Fahrzeiten und/oder frühere Abfahrtszeiten!
Wenn Sie den EC113/213 am 03.10. ab Salzburg Hbf sicher erreichen wollen - dieser verkehrt ab Salzburg Hbf planmäßig mit der Abfahrtszeit 14:12 Uhr - müssen Sie spätestens mit dem Meridian M 79313 um 9:55 Uhr ab München starten - dieser Zug kommt laut Baustellenfahrplan erst um 11:45 Uhr in Freilassing an (normal wenn keine Baustelle wäre um 11:34 Uhr), wo er wegen des eingestellten Grenzverkehrs aufgrund der Flüchtlingssituation endet. Von dort gibt es - wohlgemerkt nur in die eine Richtung! - einen Schienenersatzverkehr nach Salzburg Hbf, der jede Stunde zur Minute 45 ab dem Busbahnhof Freilassing abfährt.
Sie erreichen daher mit dem M 79313 um 9:55 Uhr ab München Hbf regulär erst den Schienenersatzverkehr um 12:45 Uhr, weil nicht sicher gestellt ist, dass der Bus um 11:45 Uhr wartet bzw. noch ausreichend Platz hat (es kommen auch Gäste über die Mühldorfer Linie nur bis Freilassing), wenn Sie erst um 11:45 Uhr im Bahnhof einfahren, vorallem wenn der Zug aus München kommend zusätzlich Verspätung hat.
Da der Bus über die von Flüchtlingen belagerte Saalachbrücke fährt und sich anschließend durch die komplette Salzburger Innenstadt bis zum Hauptbahnhof seinen Weg bahnen muss (dort ist am 03.10. kein Feiertag!), ist mit einer Fahrzeit von ca. 30-45 Minuten zu kalkulieren; es wird wegen der Unsicherheit durch die Verkehrslage keine offizielle Fahrtdauer kommuniziert.
Ihr Fernverkehrsticket München - Salzburg für den 03.10. mit Zugbindung auf EC113/213 wird am Reisetag im Meridian von München Hbf bis Freilassing und im Schienenersatzverkehr von Freilassing bis Salzburg Hbf zur Fahrt anerkannt, Sie müssen sich nicht zwingend vor Fahrtantritt eine Aufhebung der Zugbindung einholen.
Ich hoffe, diese ausführlichen Informationen erreichen Sie noch rechtzeitig und Sie können den planmäßigen Zug ab Salzburg - auf welchen Sie sicher auch eine Sitzplatzreservierung haben - erreichen.
Eine gute Reise wünscht ICExperimental

Felin
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Hallo ICExperimental,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Es war sicher kein Schaden, schon um 9:55 in München gestartet zu sein, sodass der Anschluss in Salzburg auf jeden Fall erwischt wurde.

Da es für mehr Reisende interessant sein könnte, beschreibe ich kurz den Fahrtverlauf:

  • 9:55 München ab, 11:44 Freilassing an, im Zug Durchsage, dass der SEV bereit steht. Insgesamt standen 3 Busse zur Verfügung, die auf alle Reisenden gewartet hatten, also auch auf Leute, die sehr langsam vom Zug zum Bus gekommen sind. Es wäre interessant zu wissen, ob es gängige Praxis ist, dass der SEV auf den Zug aus München wartet.
  • Um 12:14 kam der Bus in Salzburg an, d.h. die Fahrt dauerte ca. 20min, über die Saalachbrücke war der Verkehr etwas zäh, aber es wurde in Richtung Österreich gar nicht kontrolliert und in Richtung Deutschland stichprobenweise. Also hatten wir dann knapp 2h Aufenthalt bis zur Weiterfahrt in Richtung Zagreb. Wenn also es mit dem Zug um 10:55 ab München genauso funktioniert hätte, hätten wir immer noch den Anschluss sehr gut bekommen, aber so war es besser, da "Nummer sicher"
  • 14:12 Abfahrt in Salzburg ohne Zagreb-Kurswagen, es sollte in Villach (Ankunft offiziell 16:43, war aber ein paar Minuten zu früh) umgestiegen werden
  • 16:53 Abfahrt in Villach mit ÖBB-Wagenmaterial und einer slowenischen Lok, die Fahrt endete aber in Ljubljana gegen 18:30
  • Um 18:35 sollte es ab Ljubljana mit Slowenischen Wagen weitergehen. Da die entsprechende Lok des Zugs Villach - Ljubljana auf den weitergehenden Zug umgesetzt wurde, verspätete sich die planmäßige Abfahrt um 12min, dieser Zug sollte bis Dobova verkehren, auf dem Wagenstandsanzeiger in Ljubljana stand trotzdem "Zagreb" als Ziel
  • die Leute, die nach Zagreb wollten, wurden aber schon frühzeitig (im Zug Villach - Ljubljana) angewiesen in Brežice in einen Bus umzusteigen, das war gegen 20:10. Von dort sind es ca. 35km nach Zagreb. Inklusive Grenzkontrollen, wo alle ca. 30 Passagiere aussteigen mussten, hat das eine gute Stunde gedauert, also waren wir gegen 21:15 in Zagreb

Fazit: insgesamt 3h länger gebraucht als fahrplanmäßig und 5 mal mehr umgestiegen als geplant.
Und noch was: aufgrund der geringen Zahl der Fahrgäste war auf keinem Abschnitt eine Reservierung nötig, auch die 2. Klasse schien nicht besonders voll.