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Habe ich Anspruch auf Rückerstattung, wenn ich dadurch meine 2 Anschlüsse verliere?

Zugverspätung-15 minuten und Anschlusszug verpasst. Nächster 1 Stunde später. Verpasste dadurch IC. Habe ich Anspruch auf Rückerstattung? Hatte zwar Glück und der Zug hat die Verspätung wieder Aufgeholt. Fürs nächste mal

Bahnfan1896
Bahnfan1896

Bahnfan1896

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Hallo Bahnfan1896,

bei einer zu erwartenden Verspätung von mind. 20 min. am Zielbahnhof kann zur Weiterfahrt jeder (nicht reservierungspflichtige) Zug genutzt werden. Dies gilt auch für höherwertige Züge wenn dadurch die Verspätung am Zielbahnhof minimiert werden kann. Eine Rückerstattung der Fahrkarte ist nur dann möglich wenn die Reise sinnlos geworden ist und somit abgebrochen wird. Wird die Reise fortgesetzt greifen die Fahrgastrechte. Diese sehen eine Entschädigung von 25% bei einer Verspätung von 60 min vor. Bei 120 min. werden 50% des Reisepreises erstattet.

Leo
Leo

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Das angesprochene Recht hat man aber nur, wenn man im Besitz einer IC- oder ICE-Fahrkarte ist! Dann ist man Passagier erster Klasse. Mit einer normalen Nahverkehrsfahrkarte ist man immerhin noch Passagier 2. Klasse: Man muß zwar zunächst eine Zusatz-Fahrkarte zur IC- oder ICE-Nutzung lösen, hat aber hinterher ein Anrecht auf Erstattung (nach dem Motte: Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht!). Wer Zeit hat, und wem der Aufwand zu blöd ist, kann natürlich auch einfach eine oder ggf. sogar erst zwei Stunden später mit dem nächsten Nahverkehrszug fahren und sich 25% bzw. 50% erstatten lassen. (Mehr Ärger für den Kunden – und im Endeffekt teurer für die DB...). Mit Sonderangeboten wie Länder- oder Schönem-Wochenend-Ticket ist man dagegen fast rechtloser Passagier 3. Klasse, der trotz Verschulden der Bahn keine offizielle Freigabe für einen IC oder ICE erhält. (Nur wer durch Nutzen der letzten planmäßigen Verbindung Vabanque spielt und sonst am selben Tag nicht mehr sein Ziel erreichen würde, hat gute Chancen doch eine Freigabe zu bekommen, bevor er nachher eine Taxi- oder Hotel-Rechnung zur Erstattung einreichen würde...) Trotzdem sollte man immer beim IC- oder ICE-Chef betteln, der manchmal Gnade vor Recht ergehen läßt und auch Leute mit Sonderangeboten, wie Länder- Schönes-Wochenend-, oder Quer-durch-Lands-Tickets kulanterweise mitfahren läßt.

ds160384
ds160384

ds160384

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Man sollte fairerweise erwähnen, das es sich bei den Fahrgastrechten um die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs habdelt und diese nicht, wie viele denken willkürlich von der DB ausgedacht wurden. Bis zur Einführung der Fahrgastrechte hatte die DB ein eigenständiges Verfahren abseits aller Gesetze die es bis dahin nicht gab!

Leo
Leo

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Hallo ds160384 ,
ganz früher fuhren die Züge fast immer „pünktlich wie die Eisenbahn“, die auch noch nicht wie alle anderen vom Wetter redete. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es vor der EU-Regelung zwar in dem seltenen Fall, daß ein einzelner Zug mehr als 30 Minuten Verspätung hatte, eine freiwillige Entschädigung – in den allermeisten Fällen von 1 Stunde Verspätung wegen Anschlussverlust gab es aber überhaupt nichts. Auf Betreiben der EU gelten die heutigen Regeln, die m.E. kundenfreundlicher sind als früher, weil sie auch das größte Ärgernis Anschlußverlust abdecken. Mein Schlüsselerlebnis mit dem Schönen-Wochenend-Ticket auf EINFACHER Fahrt von Stuttgart nach Holzkirchen: Anschluß in Ulm verpaßt, Mitfahrt im IC mit meiner „erheblich ermäßigten Fahrkarte“ zu heute 40€ (statt Normalpreis mit Bahncard25 zu 35,10€!) verweigert! In Augsburg wiederholte sich das Ganze: Obwohl ca. 80% der aus Richtung Ulm angekommenen Reisenden zum Zug Richtung München rannten, „konnte der leider nicht mehr warten“, damit die pünktliche aber fast leere Ankunft in München sichergestellt war; Mitfahrt in IC oder ICE wieder verweigert. (Teure Reklame für die Sonderangebote fällt nach solchen für das Kleingedruckte sensibilisierenden Erlebnissen dann natürlich beim potentiellen Kunden auf unfruchtbaren Boden; ca. 250km lassen sich ja schließlich auch problemlos und flexibel im Auto bewältigen.) Verbietet die EU der DB denn irgendwelche faire und kulante Ausführungsbestimmungen folgender Art:

  • Abweichend von den EU-Mindestanforderungen wird Beförderer und Kunden mit Nahverkehrskarten das lästige Lösen und Erstatten der Übergangskarten auf den IC(E) erspart; auch Kunden mit Nahverkehrskarten können einfach den nächsten reservierungsfreien Zug nutzen – sogar mit Nahverkehrs-Sonderangeboten.
  • In IC, die durch Länderzahlungen auch die Anerkennung von Verbundfahrkarten (z.B. VBB Berlin-Prenzlau) oder Nahverkehrs-Normalpreisfahrkarten erlauben, erkennt die DB auch Sonderangebote wie Ländertickets an.
  • Die Anerkennung von Nahverkehrsfahrkarten in IC(E/RJ) als Ersatz für baustellenbedingt entfallende Nahverkehrszüge wird auch auf Sonderangebote des Nahverkehrs ausgeweitet.
  • Solche faire Kulanz über das von der EU geforderte Minimum hinaus würde bei mir wesentlich mehr Sonderangebots-Umsatz generieren als die viele teure Reklame.