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BahnCard Samstag+1 - Mitnahmeregelung bei Verspätung / Zugausfall ?

Gilt die Mitnahmeregelung bei Verspätung oder Ausfall des Fernverkehrzuges ersatzweise auch im Nahverkehr ?

Konkret : bei einem Sparpreisticket wird aufgrund einer Verspätung des IC von 60 Minuten im Reisezentrum die Zugbindung aufgehoben und auf den RE verwiesen. Gilt die Mitnahmeregelung dann auch für die im RE zurückgelegte Strecke (oder muss der Mitfahrer dann allein am Bahnhof zurückgelassen werden ) ?

Volker
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Nein, die Person reist nicht gratis. Es fahren zwei Personen auf einem Fahrschein, der ohne das Angebot nur für eine Person gilt. Die DB verschenkt hier nichts - sie hat ein Angebot geschaffen, weil sie sich davon Vorteile erhofft. Das ist eine Entscheidung des Konzerns - mit allen Konsequenzen.

Die DB und andere Leute mögen das anders sehen. Aber solange die oben genannte Sichtweise möglich ist, und ihr nicht in den AGB oder anderen rechtlich relevanten explizit widersprochen wird und der Fahrgast darüber informiert wird, muss die DB damit leben, dass eventuell mal jemand diese Sichtweise auch durchsetzt. Regelungen zu schaffen, die einen solchen Zwiespalt erzeugen können, sollte jede kundenorientiert denkende Firma versuchen zu vermeiden. Bemühen der DB in dieser Richtung sehe ich eigentlich nicht.

Wie gesagt - verschiedene Meinungen - wir können darüber bis ans Ende der DB streiten.

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Die Fahrgastrechte gelten für alle Fahrgäste mit gültigem Fahrschein. Bei der "BahnCard Samstag+1" fährt der Mitfahrer auf dem Fahrschein mit, also gelten auch für ihn die Fahrgastrechte uneingeschränkt, solange er mit dem Bahncard-Besitzer unterwegs ist. Die Weiterfahrt mit dem nächsten verfügbaren Zug ist also für beide durch die Fahrgastrechte abgedeckt.

An der Stelle möchte ich noch einmal einhaken, da dies so nicht korrekt ist. Wenn bei einer zu erwartenden Verspätung ab mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof ein Zug der Produktklasse C genutzt werden muss, benötigt der kostenfrei reisende Mitfahrer zunächst eine Fahrkarte der Produktklasse C für die übrige Strecke. Die dafür erforderlichen Aufwendungen werden über das Service Center Fahrgastrechte kostenfrei erstattet. /ti

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Das geht meines Erachtens aus den veröffentlichten Fahrgastrechten so nicht hervor. Und nur diese sind im Verhältnis Anbieter - Kunde maßgeblich.

--- Zitat:
Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:

  • bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
  • die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
  • einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen. Besitzt der Fahrgast eine Fahrkarte des Nahverkehrs, muss er bei Nutzung eines höherwertigen Zuges die zusätzlich erforderliche Fahrkarte/ den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Kosten anschließend geltend machen. Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets).
  • ----

    Die Pflicht zum Kauf eines zusätzlichen Fahrschein ergibt sich daraus nur bei Nutzung eines höherwertigen Zuges. Im Fall BC Samstag+1 haben aber beide Fahrgäste einen gültigen Fahrschein für einen Fernverkehrszug. Aufgrund der veröffentlichten Fahrgastrechte würde ich in jedem Fall in den nächsten Zug einsteigen, und anschließend die DB rund machen, wenn der Zugbegleiter dort das nicht akzeptiert. Man ist ja als DB-Kunde kein Freiwild.

Auch hier muss ich widersprechen, da nicht die Fahrkarte des BahnCard-Inhabers zur Mitfahrt berechtigt, sondern die BahnCard selbst. Diese ist aber keine Fahrkarte und die Mitfahrberechtigung gilt nur im Fernverkehr. /ti

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Wird sicher interessant für die DB, das rechtlich durchzusetzen. Meines Erachtens ist das nicht konform zu den gesetzlichen Fahrgastrechten und scheitert in seiner Unklarheit am Paragraphen über unklare AGB im BGB.

Letztlich verletzt die DB auch ihre Informationspflicht (die ebenfalls in Fahrgastrechten gefordert ist), wenn so etwas nicht irgendwo klar nachzulesen ist - es steht weder auf der Fahrgastrechte-Seite der DB noch in den Beförderungsbedingungen. Und wenn über etwas nicht klar informiert wird, gilt im Zweifelsfall die Interpretation des Kunden (das ist rechtlich durch oben erwähnten AGB-Paragraphen abgesichert).

Na ja - und kundenfreundlich ist es eh' nicht (so kleinlich wie die DB bei sowas immer tut, darf sie sich dann auch nicht über kleinliche Kunden wundern - aber wenn so ein Großkonzern meint, diese Art Umgang mit Kunden nötig zu haben, kann ich auch nicht helfen ...).

Der "Zweifler" macht ja seinem Namen alle Ehre. Wo liegt jetzt eigentlich das Problem? Die Kosten werden doch vom ServiceCenter Fahrgastrechte zurückerstattet. Da es sich hier um den Nahverkehr handelt der genehmigungspflichtig ist, kann die DB Fernverkehr AG eben nicht alle ihre Produkte ohne weiteres platzieren. Daher gilt die Mitnahmeregelung bei der Probe BahnCard Samstag+1 nur im Fernvehrkehr. Da bei einer Prüfung bei Fahrten im Nahverkehr nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann ob es sich um eine Fahrt im Sinne der Fahrgastrechte handelt oder um eine reguläre (nicht rechtmäßige) Fahrt, muss leider dieser kleine Umweg über das ServiceCenter Fahrgastrechte erfolgen. Ich hoffe Du kannst es jetzt etwas besser verstehen.

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Das Problem liegt einfach darin, dass die DB meint, die Fahrgastrecht nach ihren Vorstellungen mal so und mal so gestalten zu können. Rechte sind aber etwas, auf das man sich verlassen können muss. Und wenn ich im Internet unter Fahrgastrecht nachschaue, muss ich sicher sein können, dass es nicht noch irgendwelche Nebenregelungen gibt, die man nirgendwo findet.

Ja, das Servicecenter erstattet das Geld. Aber wenn jemand hier nicht mitliest, mit BC Samstag + 1 und Mitfahrer in einen NV-Zug steigt, eventuell in einem Verkehrsverbund, dann muss der Mitfahrer bei der hier verkündeten Regelung damit rechnen, als Schwarzfahrer abgestempelt zu werden. Und wer mal versucht hat, sich daraus wieder zu befreien, wird kaum noch geneigter DB-Kunde sein.

Die Prüfung, ob eine Fahrt wg. Fahrgastrecht erfolgt oder nicht geht auch im NV. Mit zuggebundenen FV-Ticket kann ich ja auch ohne weiteren Fahrscheinerwerb auf NV (parallel, nicht Nachlauf) umsteigen, wenn ich einen Anschluss verpasse - prüfungstechnisch dieselbe Situation. Im Übrigen sind Probleme eines Anbieters eben zunächst mal dessen Probleme, und nicht die des Kunden.

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Verstehe nicht ganz, worauf sich das bezieht, und warum einmal so, und einmal anders argumentiert wird.

Ist aber auch egal - wir werden uns nicht einigen. Verschiedene Leute haben verschiedene Meinungen - das ist auch gut so.

Letztlich ist die Frage: womit gewinne ich Kunden, womit verärgere ich Kunden? Meiner Meinung nach würden der DB einfache und kundenfreundliche Regelungen bei Problemen viel mehr bringen, als das 100. Sonderangebot mit kaum mehr zu durchschauenden Konditionen, die teilweise zu nicht mehr überblickbaren Konsequenzen führen.

Das sehe ich anders. Die Fahrgastrechte bleiben davon unberührt. Nur welche Fahrgastrechte soll man für eine Person erstellen, die im Fernverkehr gratis reist. Dann müssten wir auch einen Schritt weitergehen und dem kostenfrei reisenden Mitfahrer eine Entschädigung von 25% bzw. 50% zahlen. Aber von welchem Wert? Bei einer "Fahrkarte" im Wert von 0,- € kann es eben auch nichts zurückgeben. Demnach kann ein kostenfrei reisender Mitfahrer auch zunächst nicht von den Fahrgastrechen Gebrauch machen und alternative Reisemöglichkeiten wählen. Dies steht lediglich dem Ticketinhaber zu. Wie wir aber oben bereits erwähnt haben, kann die nachträglich erworbene Fahrkarte beim ServicveCenter Fahrgasterechte zur Erstattung eingereicht werden.

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Nein, die Person reist nicht gratis. Es fahren zwei Personen auf einem Fahrschein, der ohne das Angebot nur für eine Person gilt. Die DB verschenkt hier nichts - sie hat ein Angebot geschaffen, weil sie sich davon Vorteile erhofft. Das ist eine Entscheidung des Konzerns - mit allen Konsequenzen.

Die DB und andere Leute mögen das anders sehen. Aber solange die oben genannte Sichtweise möglich ist, und ihr nicht in den AGB oder anderen rechtlich relevanten explizit widersprochen wird und der Fahrgast darüber informiert wird, muss die DB damit leben, dass eventuell mal jemand diese Sichtweise auch durchsetzt. Regelungen zu schaffen, die einen solchen Zwiespalt erzeugen können, sollte jede kundenorientiert denkende Firma versuchen zu vermeiden. Bemühen der DB in dieser Richtung sehe ich eigentlich nicht.

Wie gesagt - verschiedene Meinungen - wir können darüber bis ans Ende der DB streiten.

Dem widerspreche ich. Denn der Fahrschein wird nicht für 2 Personen ausgestellt wovon eine Person mit 0,- € bepreist wird. Nein, der Fahrschein wird für eine einzelne Person ausgestellt und erst mit der Rabattierung von 25% bzw. 50% mit der Probe BahnCard Samstag +1 wird eine weitere Person unentgeltlich befördert. Dies steht auch klar und deutlich in den Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG:

  • Zusatznutzen
  • 7.1
    Inhaber einer Probe BahnCard 25 / 50 Samstag + 1 können an Samstagen innerhalb des Geltungszeitraums der Probe BahnCard auf gemeinsamen innerdeutschen Reisen in Zügen der Produktklassen ICE und IC/EC (mit Ausnahme der EN und D-Nacht Züge) oder in IC-Bussen einen Mitfahrer unentgeltlich mitnehmen. Sie müssen dabei selbst im Besitz einer Fahrkarte unter Inanspruchnahme des Probe BahnCard 25 / 50 Samstag +1 Rabattes sein. Die Mitfahrberechtigung wird bei der Fahrkartenkontrolle im ICE oder IC/EC Zug bzw. im IC Bus durch die Vorlage der Probe BahnCard 25/50 Samstag +1 nachgewiesen. Ein Austausch des Mitfahrers während der Reise ist ausgeschlossen.

Würde der Mitfahrer auf der Fahrkarte mitfahren, hätten Sie mit der Interpretation durchaus recht. Dies tut er aber nicht. Die Mitfahrberechtigung erfolgt durch die BahnCard und wird durch Vorlage dieser geprüft. Die BahnCard ist aber keine Fahrkarte, das habe ich gestern auch schon versucht zu erläutern. Die BahnCard ist ein Angebot des Fernverkehrs und die Mitfahrregelung wird im Nahverkehr nicht anerkannt. Für Nahverkehrszüge im Vor- oder Nachlauf benötigt der Mitfahrer ja auch eine eigene Fahrkarte. /ti

Besser hätte man es nicht schreiben können, Tilo.

Ich hoffe jetzt versteht er es langsam. Alles weitere wäre wirklich nur noch Auslegungssache wie man die Beförderungsbedingungen verstehen will.

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Zum einen: wenn die Beförderungsbedingungen Auslegungen ermöglichen, hat wegen des AGB-Paragraphen im BGB im Zweifelsfall die kundenfreundliche Auslegung Vorrang. (Bitte das "wenn" beachten - ich bin kein Jurist.)

Zum anderen: Etwas, das die Mitfahrt in einem Zug erlaubt, ist für jeden normale denkenden Menschen eine Fahrkarte. Die BC100 ist eine Fahrkarte und jede andere BC ist Bestandteil des benutzten Fahrscheins, da nur mit ihr der entsprechend rabattierte Fahrschein Gültigkeit erlangt. Die DB kann natürlich anderes erklären - allerdings hat sie nicht die alleinige Deutungshoheit über die Basis der Fahrgastrechte. Selbst bei DB-eigenen Regelungen (über die wir hier u.a. diskutieren) muss die Information für den Fahrgast klar sein (was ich eben hier nicht sehe - solange wir nicht die Diskussionbeiträge hier als allgemein gültige Fahrgastinformation erklären).

Letztlich ist das alles sowieso egal, weil sich eigentlich der Anbieter fragen muss, wie er seine Kunden zufriedenstellt, und wie er Konflikte provoziert. Hier fehlt sicher der DB noch einiges an Wettbewerbsdruck, um solche Erkenntnisse umsetzen zu können. Solange ich im deutschen Fernverkehr per Bahn unterwegs bin, komme ich an der DB nicht vorbei. Das weiß sie, und das steuert ihr Verhalten und in vielen Fällen das ihrer Mitarbeiter.

Übrigens: ich habe keine BC Samstag + 1 (sondern eine richtige) und auch keinen Plan für eine Samstagsmitfahrt mit BC+1-Inhaber. Aber das Problem ist schon etwas exemplarisch für andere Regelungen. Auch wenn wir uns nicht einig sind, danke ich mal für die Diskussionsbeiträge - man lernt ja nie aus.

Volker
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Vorab erst einmal vielen Dank für die aufschlussreiche Diskussion und Ansichten.

Als Quintessenz wäre im unwahrscheinlichen Falle einer Verspätung/Ausfall also folgendes zu tun :

1.

  • Reisezentrum aufsuchen

2.

  • Zugbindung aufheben
  • Fahrkarte für den Mitreisenden für den Nahverkehr kaufen
  • Fahrkarte bezahlen
  • Fahrgastrechte Formular ausfüllen
  • Entschädigung (also den vor wenigen Minuten bezahlten Betrag zurück) erhalten

3.

  • Im Zug einen Beitrag für "Diese Zeit gehört Dir" posten