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Warum gibt es bei uns nur so wenige Hochgeschwindigkeits Strecken (300 Kmh +) ?

Warum gibt es bei uns nur so wenige Hochgeschwindigkeits Strecken d.h. 300 Stundenkilometer und mehr. In vielen anderen Ländern, z.B. Frankreich, Spanien, Italien, Japan, China etc. Auch die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, ist nur auf 250 Stundenkilometer zugelassen, obwohl die ICE 3 Züge und die Velaros, Tempo 330 Schaffen können. Warum, baut man dann nicht gleich Strecken, die für diese Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Zu teuer wäre hierfür keine Ausrede, da die Bahn im letzten Jahr genug verdient hat. Wenn man also z.B. die Strecke Stuttgart-Mannheim-Frabkfurt-Montabaur-Siegburg Bonn-Köln Hbf-Düsseldorf Hbf-Duisburg Hbf-Essen Hbf-Dortmund Hbf-Hannover Hbf-BremenHbf-Hambur Hbf für Tempo 300 fit machen würde, würde mann sich Zeit Sparen, es käme zu weniger Verspätungen, da dann keine S-Bahnen, Regional-Bahnen/-Expresse Interregionalexpresse, Intercity's, Eurocity's oder Euro-Night Züge die ICE's Ausbremsen würden. Des Weiteren, könnte man eine Taktverdichtung in Erwägung ziehen und vor allem, wäre es auch die oben genannten punkte noch attraktiver für die Kunden.

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Rundreise83
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Die meisten genannten Länder (Frankreich, Spanien, China) haben eine komplett andere Struktur als Deutschland. Dort sind zwischen den Ballungszentren lange Distanzen zu überwinden. Dort wird dann auch eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht. In Deutschland ist es anders. In Deutschland liegen die Ballungszentren und Städte viel dichter beieinander. Bei uns könnte eine hohe Geschwindigkeit nur selten bzw. nur für kurze Zeit ausgefahren werden. Die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit würde daher nur minimal steigen, der zeitliche Vorteil wäre gering. Demgegenüber steht, dass der Kostenaufwand für eine Geschwindigkeitserhöhung signifikant ist. Einerseits ist die Konstruktion und Wartung der Fahrzeuge wesentlich teurer. Zudem kommt, dass für höhere Geschwindigkeiten ein höherer Energiebedarf notwendig ist. Da bei kurzen Distanzen ungleich häufiger beschleunigt und gebremst werden muss, steigt der Energiebedarf sehr. Der Aufwand zur Instandhaltung der Fahrbahn ist bei hohen Geschwindigkeiten ebenfalls ein sehr kostenintensiver. Ingesamt muss man feststellen, dass die Kosten/Nutzenabwägung für Hochgeschwindigkeit in Deutschland wesentlich schlechter ist als in anderen Ländern.

DB
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Durch die Bürger, Länder und Unternehmen konnten Vorschläge beim zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingereicht und in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) eingearbeitet werden. In Deutschland ist die Eisenbahninfrastruktur sehr verdichtet und mit den letzten Einkäufen von Zügen mit einer maximalen Geschwindigkeit (Vmax) von 230 bzw. 250 km/h geht der Trend letztendlich weg von den erwähnten 300-330 km/h. Warum dem so ist, kann ich leider nicht sagen, da dies auch politische Absichten sein mögen, die sich auf Aussagen von Verkehrsexperten und -ingenieuren stützen. In der Tat haben wir in Deutschland die Situation, dass möglichst jede Großstadt an das Fernverkehrsnetz mit dem ICE oder Intercity angebunden werden will. Meist muss auch ein drittes Gleis geschaffen werden, damit sich Fern-, Güter- und Nahverkehr nicht wegen der erhöhten Nachfrage gegenseitig blockieren. In Frankreich verkehrt zum Beispiel der Hochgeschwindigkeitszug TGV auf eigenen Hochgeschwindigkeitsstrecken (franz. lignes à grande vitesse) und ist damit unabhängiger im Netz unterwegs als bei uns der ICE. Einzige Ausnahme wird hierzulande wohl die Schnellfahrstrecke von Köln ins Rhein/Main-Gebiet sein. Dort verkehren ausschließlich Züge der dritten ICE-Generation. Im veröffentlichten Bundesverkehrswegeplan 2015 gibt es Projektvorschläge einiger Bundeswegeschienen mit Geschwindigkeitserhöhung auf 300 km/h. /ch