Frage beantwortet

Kann man beim Übergang City-Ticket - Fernverkehr und Anschlussverlust Fahrgastrechte in Anspruch nehmen?

Mir ist klar, dass die Fahrgastrechte nicht gelten, wenn ich mit U-Bahn, Tram, Bus zum ICE fahre und ihn verpasse. Mit dem Start "München+City" kann man aber auch die S-Bahn zum Hbf nutzen (Beispiel: ab München-Feldmoching).

Wenn nur die S-Bahn soviel Verspätung hat (oder ganz ausfällt), dass ich den ICE verpassen, gelten dann die Fahrgastrechte? Also:

  • Nutzung eines anderen Zugs zur Weiterfahrt bei zuggebundenem Ticket,
  • ggf. Entschädigung bei Zielankunft von +60 oder mehr,
  • ggf. Erstattung Sitzplatzreservierung.

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte
Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt

Ich habe mir das jetzt noch einmal genauer angeschaut. Wenn Sie mit Bus oder U-Bahn mit dem City-Ticket fahren, gelten die Fahrgastrechte nicht. Fahren Sie hingegen mit der S-Bahn oder anderen Regionalzügen mit dem City-Ticket und befinden sich in Städten, in welchen es tariflich gleichgestellte Bahnhöfe gibt, dann gelten die Fahrgastrechte. In Ihrem Beispiel ist München-Feldmochingen ein gleichgestellter Bahnhof in München und die Fahrgastrechte würden greifen. /ar

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (2)

Ja (8)

80%

80% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Da die S-Bahn ja Eisenbahn ist, kann ich mir nicht so richtig vorstellen, dass die Antwort konform mit dem EU-Recht ist. Auch mit City-Ticket wäre im genannten Beispiel ein durchgehendes Bahnticket ab München-Feldmoching vorhanden. Bitte klärt das im Zweifelsfall *sorgfältig* mit euren Fachleuten.

Ich habe mir das jetzt noch einmal genauer angeschaut. Wenn Sie mit Bus oder U-Bahn mit dem City-Ticket fahren, gelten die Fahrgastrechte nicht. Fahren Sie hingegen mit der S-Bahn oder anderen Regionalzügen mit dem City-Ticket und befinden sich in Städten, in welchen es tariflich gleichgestellte Bahnhöfe gibt, dann gelten die Fahrgastrechte. In Ihrem Beispiel ist München-Feldmochingen ein gleichgestellter Bahnhof in München und die Fahrgastrechte würden greifen. /ar

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Leider noch ein kleiner Haken: beim Buchen der Sommeraktion http://www.bahn.de/micro/view/sparpreis-sommer/ bekommt man zwar City-Ticket (gültig z.B. ab M-Feldmoching), aber keine tarifliche Gleichstellung. Deshalb bin ich überhaupt auf die Frage gekommen, weil ich sonst das Ticket mit Abgangsbhf Feldmoching gebucht hätte, womit die Frage Fahrgastrechte bei Anschlussverlust am Hbf ja eindeutig gewesen wäre.

In dem Fall der „Sparpreis Aktion“ ist nur eine Nutzung in der Produktklasse ICE und IC/EC möglich. Die Nutzung der Produktklasse C (IRE, RE, RB und S-Bahn bzw. Nichtbundeseigener Eisenbahnen) ist ausgeschlossen (siehe auch in den Beförderungsbedingungen auf der Seite 70 unter dem Punkt Bedingungen für das Aktionsangebot „Sparpreis Aktion“). Die Fahrgastrechte gelten bei dem Aktionsangebot dann auch nur auf der Verbindung des Fernverkehrs. /ch

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Danke, aber bei mir steht definitiv +City auf dem Ticket. Und dazu steht auch was in den Beförderungsbedingungen: "Sie berechtigen am ersten Geltungstag der Fahrkarte für die Fahrt zum Bahnhof und nach Ankunft am Zielbahnhof zur Beförderung in *allen* Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs ..."

Und die S-Bahn ist sowohl "Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs" (kann also benutzt werden), als auch Eisenbahn (es sollten also Fahrgastrechte gelten).

Oder was stimmt nicht bei dieser Feststellung?
(Selbst wenn was aus Sicht der DB nicht stimmt, gilt bei AGB halt §305c (2) BGB - sie müssen schon sehr eindeutig formuliert sein.)

Mir ist schon klar, dass ich mich da jetzt ziemlich in einer Einzelfrage verheddere. Ich sehe aber da schon auch die Schuld in der Angebotsgestaltung ohne Folgenabschätzung.

Die Angebotsbestimmungen zur „Sparpreis Aktion“ können durchaus abweichend zu den Beförderungsbedingungen für das City-Ticket sein. Die Alternative wäre bei diesem Angebot gewesen, für BahnCard-Inhaber keinen weiteren Rabatt inklusive City-Ticket zuzulassen. Da es aber mit den Verkehrsmitteln des städtischen Nahverkehrs (z. B. U-Bahn, Tram, Bus) Reisemöglichkeiten zum Fernverkehrsbahnhof gibt, wollte die Bahn den BahnCard-Rabatt nicht ausschließen. /ch

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Mein Eindruck (als juristischer Laie ist): wenn man mit „Sparpreis Aktion“ die City-Ticket-Nutzung einschränken hätte wollen, dann müsste in den Bestimmungen zu „Sparpreis Aktion“ das auch *explizit* stehen. "City-Ticket" oder "+City" kommt da aber gar nicht vor.

Abschließende Frage: Verstehe ich eure Interpretation richtig, dass ich mit meinem Ticket zu 14,25 EUR aber Feldmoching die U-Bahn benutzen darf, aber nicht die S-Bahn?

(ohne Zweifel: der Preis ist super, deshalb kann ich mit solchen Einschränkungen wirklich leben, sie sollten aber *viel* klarer kommuniziert werden)

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Vielen Dank für den langen Atem bei dieser Diskussion.
Noch ein Statement, auf das ich selbstverständlich keine Antwort erwarte: Sollte der Fall eines Anschlussverlustes eintreten (was ich nicht hoffe, und was ja auch nicht der Normalfall ist), würde ich allerdings trotzdem versuchen, meine Rechte durchzusetzen. Ich sehe hier sehr unklare AGB, die nach BGB zu Lasten der DB gehen. Kein Kunde wird zu Schlüssen kommen, wie sie hier geschildert ist, sondern jeder wird meinen, wenn man mit City-Ticket U-Bahn fahren kann, dann erst recht S-Bahn.

Anonym
Anonym

Anonym

Ebene
1
502 / 750
Punkte

Ich möchte jetzt doch noch einmal auf diese einen Monat alte Frage zurückkommen, und auf http://www.pro-bahn.de/aktuell/aktuell_one.php?sel_id=402... hinweisen: "In einem Schreiben hat die DB dem Fahrgastverband PRO BAHN bestätigt, dass Angebote, die nur für Fernverkehrszüge konzipiert wurden (Bahncard 50 Sparpreis, Sparpreis-Sommer), im City-Ticket-Bereich (Aufdruck "+City" bei Start oder Ziel) auch in S-Bahnen und Regionalzügen gelten."

Und da wir das mit den Fahrgastrechten ja ziemlich oben schon geklärt haben - "Fahren Sie hingegen mit der S-Bahn oder anderen Regionalzügen mit dem City-Ticket und befinden sich in Städten, in welchen es tariflich gleichgestellte Bahnhöfe gibt, dann gelten die Fahrgastrechte." - sollte Problem damit von der DB im Sinne ihrer Kunden gelöst sein.