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Hat die Bahn an ihren Vorlaufzeiten für Sparpreise gedreht?

Hallo,

ich bin Pendler zwische Hannover und Hamburg und fahre diese Strecke auch während Corona mindestens 2x wöchentlch.

Dabei buche ich immer Züge, die erfahrungsgemäß wenig frequentiert sind, zum einen wegen des Preises, zum anderen auch wegen Corona.

Bisher hat es immer locker ausgereicht, die Züge 3-4 Tage vorher zu buchen, um den günstigsten Preis von 13,10 Euro je Strecke (mit BC25) zu erhalten, seit 3-4 Wochen reichen selbst 5-6 Tage nicht mehr aus und die Preise sind für alle Züge von Hannover nach Hamburg zwischen 17 und 20 Uhr um 3-4 Euro gestiegen!

Ich schließe mal aus, dass die Züge voller sind als vorher, wegen der gestiegenen Infektionszahlen eher noch weniger voll, darum verstehe ich nicht, dass die Preise jetzt schon fast eine Woche vorher steigen!?

Hat jemand ein plausible Erklärung?

Viele Grüße und bleibt gesund,

Chris

Chris1968
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kabo
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Das liegt an der gesunkenen Kundenzahl wegen er Corona-Krise.

Ich zitiere auszugsweise mal einen alten Beitrag von Joe:

" Die günstigen Preise funktionieren doch nur, wenn es auch gleichzeitig eine große Zahl Züge gibt, die gut mit hochpreisigen Tickets ausgelastet sind. Fehlen diese, weil zurückhaltend gebucht wird, dann funktioniert die Mischkalkulation nicht. Sehr günstige Sparpreise können nur angeboten werden, wenn gleichzeitig viele hochpreisige Tickets verkauft werden. (...)

Da die günstigen Sparpreistickets erst im Mix mit hochpreisigen Tickets zu einer funktionierenden Kostendeckung führen muß erst der Verkauf der höherpreisigen Tickets sichergestellt sein um dann zusätzliche Reisende mit günstigen Sparangeboten zu locken. Darum ist es auch ohne Corona teilweise so, dass zu Buchungsbeginn erst mittelpreisige Kontingente angeboten werden. Je nach Buchungsverlauf kommen später günstigere Kontingente dazu.

Die günstigen Sparpreise sollen in erster Linie zusätzliche Kunden anlocken. Daher muß es erstmal genug „Stammzahler“ geben. Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn Tickets mit Verlust anzubieten, wenn diese auch zu einem kostendeckenden Preis verkauft werden können."

Kurzfassung: Weil es wegen der Corona-Krise zu wenig Vollpreiskunden gibt, kann es sich die DB nicht leisten, Billig-Tickts auf den Markt zu werfen.

Chris1968
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Danke kabo,

leuchtet ja auch irgendwie ein, aber ich kann kein System dahinter erkennen....ich nehme seiten mehr als einem Jahr immer die gleichen Züge, weil sie leer sind. Gucke ich jetzt Hamburg - Hannover Ankunft 09.38 Uhr am 02.12. kostet dieser 29,90 Euro, am 09.12. wiederum nur 13,10 Euro?

Gruß

Guten Abend. kabo hat es schon sehr gut erklärt. Letztendlich gibt es da auch keine genaue "Logik", die man verfolgen kann. Sparpeise sind in normalen Zeiten dafür da, um die Zugauslastung zu steuern. Dies wird aber dann außer Kraft gesetzt, wenn solch eine Situation wie aktuell eintritt und gar nicht erst genügend Fahrgäste vorhanden sind, um eine Auslastung zu steuern. Dann wird man möglichst nicht die ganz günstigen Tickets anbieten, denn diese sind ja eigentlich eher dafür, eine Verbindung interessanter zu machen als eventuell eine spätere Verbindung, die mehr Fahrgäste hat. Das heißt, man kann die Zugauslastung nicht mehr wirklich steuern und somit kann man auch vom Preis her etwas höher ansetzen, damit sich der Ticketverkauf selbst etwas rentiert. Letztendlich ist die Preisgestaltung von mehreren Faktoren abhängig. /no

"Kurzfassung: Weil es wegen der Corona-Krise zu wenig Vollpreiskunden gibt, kann es sich die DB nicht leisten, Billig-Tickts auf den Markt zu werfen."
Als "Werbemaßnahme" vielleicht nicht. Andererseits würde die DB sicher lieber zusätzliche Tickets billig verkaufen als dass diese gar nicht verkauft werden.
Aber zurzeit dürfte es so sein, dass diese potenziellen "Spaßfahrten", die man halt mal macht, weil es so günstig ist, sowieso nicht infrage kommen. Sodass die Überlegung wohl ist: Wer auf jeden Fall fahren will, ist auch bereit, statt 13 Euro zwischen 19 und 24 Euro zu zahlen, und wird trotzdem alle geplanten Fahrten durchführen. Was eventuell nicht mehr der Fall ist, würden aussschließlich Flexpreise (32 bis 36 Euro) angeboten werden.

Was den 2.12. betrifft (Achtung Spekulation!), so könnte es sein, dass viele das (vorläufig angepeilte) Ende von Hotel- und Restaurantschließungen zum Anlass nehmen, Anfang Dezember wieder auf Reisen zu gehen. Oder besser: Die Bahn zieht jetzt schon in Betracht, dass es so kommen könnte.

Chris1968
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Danke euch für die Erläuterungen,

ich werde den 02.12. mal im Auge behalten, ich wette, die Preise gehen für den angepeilten Zug wieder runter.

Bleibt gesund,
Chris