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Frage beantwortet

Bearbeitungsentgelt von 7 Euro zurückbekommen?

Ich wurde heute in München im Regionalzug kontrolliert. Mein gültiges Handy-Ticket habe ich wie gewohnt gezeigt. Die Zonen sind korrekt, der Zeitraum ist korrekt. Mein Bildschirm hat keine Kratzer oder sonstiges. Auf dem Gerät der Kontrolleurin kam eine Fehlermeldung, das Ticket sei nicht lesbar oder irgendetwas in dieser Art. Das ganze funktionierte auch nach mehrmaligem probieren nicht. Auf den ersten Blick sei aber alles ok, sagte sie. Daraufhin hat mich die Kontrolleurin dazu gedrängt meinen Ausweis zu zeigen um das Ganze zu dokumentieren, und ich könne das Ganze im Nachhinein per Telefon(!) klären. Etwas genervt gab ich klein bei und prompt hat sie mir 60 Euro erweitertes Beförderungsentgelt aufgebrummt (davon hat sie vorher nichts erwähnt).
Als erstes habe ich den angegeben Chat-Support kontaktiert, welcher meine Nachweise wie Belege etc. sehen wollte, diese habe ich dem Chatpartner dann geschickt. Das Ticket wurde für ok befunden und ich wurde aufgefordert nun 7 Euro Bearbeitungsgebühr zu bezahlen. Daraufhin bin ich zum Infoschalter, mit dem selben Ergebnis.
Insgesamt sind das für mich eine riesen Unverschämtheit, da ich nach wie vor nichts falsch gemacht habe.
Ist das rechtens ? Ich kann doch nicht nur weil mein Produkt (Handy-Ticket) bzw. das Gerät zum Auslesen fehlerhaft ist rotzfrech noch 7 Euro Bearbeitungsgebühr von einem Fahrgast verlangen? Zahlen werde ich erstmal nicht, aber hat jemand Erfahrungen mit der Beschwerdestelle in Baden-Baden und wurden einem schonmal die 7 Euro (rechtmäßigerweise) erlassen ?

Liebe Grüße

FabianFr
FabianFr

FabianFr

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Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Das Problem liegt in den Bedingungen für Onlinetickets.
Wenn Du ein Handyticket buchst, dann akzeptierst Du diese Bedingungen. Damit hast Du auch akzeptiert, das es Dein Risiko ist, wenn ein Onlineticket nicht korrekt funktioniert.
Ob es Deine Schuld ist oder nicht, darauf kommt es nicht an. Wenn Dein Ticket nicht geprüft werden kann, dann wirst Du lt. Bedingungen behandelt wie jeder andere Reisende auch, der bei der Kontrolle kein gültiges Ticket vorweisen kann.

„Insgesamt sind das für mich eine riesen Unverschämtheit, da ich nach wie vor nichts falsch gemacht habe.“
-> Falsch gemacht hast Du nichts, aber mit dem Kauf eines Handytickets akzeptierst Du, dass Du die Verantwortung trägst wenn das Ticket nicht gelesen werden kann.

„Ich kann doch nicht nur weil mein Produkt (Handy-Ticket) bzw. das Gerät zum Auslesen fehlerhaft ist rotzfrech noch 7 Euro Bearbeitungsgebühr von einem Fahrgast verlangen?“
-> Doch. Das sind die Bedingungen. Wenn Du damit nicht einverstanden bist, dann musst Du Deine Tickets am Automaten oder am Schalter kaufen.

„Zahlen werde ich erstmal nicht,“
-> Risiko. Wenn Du nicht zahlst ist nach 14 Tagen diese Möglichkeit vorbei. Dann geht es wieder um die 60 EUR.
Wenn Du die 7 EUR zahlst, kannst Du trotzdem noch Widerspruch bei der Fahrpreisnacherhebungsstelle einlegen, es geht dann aber nur um die 7 EUR. Rechne damit, dass Du evtl. nicht recht bekommst. Probieren kannst Du es trotzdem.

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Das Problem liegt in den Bedingungen für Onlinetickets.
Wenn Du ein Handyticket buchst, dann akzeptierst Du diese Bedingungen. Damit hast Du auch akzeptiert, das es Dein Risiko ist, wenn ein Onlineticket nicht korrekt funktioniert.
Ob es Deine Schuld ist oder nicht, darauf kommt es nicht an. Wenn Dein Ticket nicht geprüft werden kann, dann wirst Du lt. Bedingungen behandelt wie jeder andere Reisende auch, der bei der Kontrolle kein gültiges Ticket vorweisen kann.

„Insgesamt sind das für mich eine riesen Unverschämtheit, da ich nach wie vor nichts falsch gemacht habe.“
-> Falsch gemacht hast Du nichts, aber mit dem Kauf eines Handytickets akzeptierst Du, dass Du die Verantwortung trägst wenn das Ticket nicht gelesen werden kann.

„Ich kann doch nicht nur weil mein Produkt (Handy-Ticket) bzw. das Gerät zum Auslesen fehlerhaft ist rotzfrech noch 7 Euro Bearbeitungsgebühr von einem Fahrgast verlangen?“
-> Doch. Das sind die Bedingungen. Wenn Du damit nicht einverstanden bist, dann musst Du Deine Tickets am Automaten oder am Schalter kaufen.

„Zahlen werde ich erstmal nicht,“
-> Risiko. Wenn Du nicht zahlst ist nach 14 Tagen diese Möglichkeit vorbei. Dann geht es wieder um die 60 EUR.
Wenn Du die 7 EUR zahlst, kannst Du trotzdem noch Widerspruch bei der Fahrpreisnacherhebungsstelle einlegen, es geht dann aber nur um die 7 EUR. Rechne damit, dass Du evtl. nicht recht bekommst. Probieren kannst Du es trotzdem.

kabo
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Die spannende Frage ist, ob es überhaupt zulässig ist, das Risiko dem Kunden aufzubürden.
Dafür müsste man es aber auf einen Prozess ankommen lassen.
Zu einem Prozess kann man aber nur guten Gewissens raten, wenn Sie hundertprozentig beweisen können dass der Fehler nicht(!) an Ihrem Handy liegt. Das werden Sie aber nicht können.

Anonym
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Einfach nicht Zahlen. Den Nachweis, das du ein gültiges Ticket hattest, haben die ja schon und außerdem hat der Laden wichtigeres zu tun, als 7 Euro hinterherzurennen. Schon wirklich frech von der Bahn, dass sie dir trotz gültigem Ticket 7 Euro abknöpfen will.

Ich verfahre da immer so: Wenn die Bahn Geld von mir will, muss sie mich schon verklagen, ansonsten rücke ich nichts raus. Genauso macht's die Bahn ja auch mit berechtigten FGR-Entschädigungsforderungen.

@Knochen

Deine Antwort ist nicht hilfreich, da es sehr teuer für den Fragesteller werden kann, wenn er sich danach richten würde. Ziel dieser Community ist es allerdings hilfreiche Antworten zu geben und nicht irgendwelche persönlichen Meinungen abzusondern.

„Einfach nicht Zahlen.“
-> Ganz schlechter Vorschlag. Da ist sehr schnell ein Inkassounternehmen involviert. Schlechtestenfalls endet das ganze in einem gerichtlichen Mahnverfahren gegen den Antragsteller.

„Den Nachweis, das du ein gültiges Ticket hattest, haben die ja schon“
-> Nicht ganz richtig. Das Ticket ergab beim Scannen eine Fehlermeldung. Deshalb konnte nicht überprüft werden ob das Ticket gültig ist. Darauf dass kein gültiges Ticket vorgezeigt werden konnte, beruht ja die Fahrpreisnacherhebung.

„außerdem hat der Laden wichtigeres zu tun, als 7 Euro hinterherzurennen.“
-> Die Bahn rennt auch keinen 7 EUR hinterher. Die Möglichkeit dass die Angelegenheit gegen Zahlung von 7 EUR Bearbeitungsgebühr erledigt wird gibt es genau 14 Tage. Wenn innerhalb der 14 Tage die Möglichkeit nicht genutzt wird, dann sind die 60 EUR fällig. Auch denen rennt die Bahn nicht lange hinterher, sondern übergibt die Forderung alsbald einem Inkassounternehmen. Mit den Inkassogebühren landet man relativ schnell bei einer dreistelligen Summe. Widerspricht man dann der Forderung dann wird die gerichtlich geklärt ob die Forderung berechtigt ist. Dann stehen ca. 450 EUR Gerichts- u. Anwaltskosten im Raum.

Auch wenn FabianFr gefühlt im Recht ist, der Ausgang des gerichtlichen Mahnverfahrens ist ungewiss. Da doch lieber 7 EUR zahlen und versuchen die Bearbeitungsgebühr zurückzufordern als zu riskieren im Ergebnis einen halben Tausender hinblättern zu müssen und gegebenenfalls den Geichtsvollzieher im Haus zu haben.

„Ich verfahre da immer so: Wenn die Bahn Geld von mir will, muss sie mich schon verklagen, ansonsten rücke ich nichts raus.“
-> Das zeigt mir, dass Du noch nicht wirklich so ein Erlebnis hattest. Sonst hättest Du die Erfahrung gemacht, das ein Streit mit der Bahn schnell unangenehm und teuer wird und Du würdest wahrscheinlich nicht so einen Unsinn schreiben.
Viele andere haben das leider schon durch und in den meisten Fällen hat die Bahn recht bekommen und die Kunden mussten zahlen.

„Einfach nicht zahlen“ ist ein sehr schlechter Ratschlag und zeugt von völliger Ahnungslosigkeit.

kabo
kabo

kabo

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"Den Nachweis, das du ein gültiges Ticket hattest, haben die ja schon "
-> Deshalb sind es ja nur 7€, statt 60€. Die Frage ist aber, wie man die 7€ noch aus der Welt schafft. Dafür müsste man aber darlegen, dass man nicht nur ein gültiges Ticket hatte, sondern dieses im Zug auch ordnungsgemäß / funktionsfähig vorgezeigt wurde.

"außerdem hat der Laden wichtigeres zu tun, als 7 Euro hinterherzurennen"
-> Deshalb wird das Hinterherrrennen auch an ein Inkassobüro outgesourced.

Das ist ein klassischer Fall, wo gefühltes Recht, Recht haben und Recht bekommen auseinanderdriften.

Thorbena
Thorbena

Thorbena

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Ganz einfach: nicht gefallen lassen und Druck machen, Druck machen, Druck machen! Wenn man nichts falsch gemacht hat, dann bei der nächsten Kontrolle NICHT den Personalausweis herausgeben, sondern selbst die Polizei rufen!

@ Joeopitz
"Deine Antwort ist nicht hilfreich"
--> Du setzt hier implizit voraus, dass es abgesehen von der Nichtzahlung der Gebühr das Ziel des Fragestellers ist, möglichst wenig Ärger und kein finanzielles Risiko bei einem Rechtsstreit zu haben. Das mag zwar wahrscheinlich sein, ist aber keinesfalls sicher.

"Ziel dieser Community ist es allerdings hilfreiche Antworten zu geben und nicht irgendwelche persönlichen Meinungen abzusondern."
--> Aussagen wie "Ganz schlechter Vorschlag." sind auch persönliche Meinungen.

"Schlechtestenfalls endet das ganze in einem gerichtlichen Mahnverfahren gegen den Antragsteller."
--> Wenn es das Ziel des Fragestellers ist, den beschriebenen kundenunfreundlichen Passus der AGB auf den Prüfstand zu stellen, ist das genau der richtige Weg. So muss nämlich die DB aktiv werden.

"Da doch lieber 7 EUR zahlen"
--> Schon wieder eine persönliche Meinung, die noch dazu z.B. bei Vorhandensein einer Rechtsschutzversicherung ganz irrelevant sein könnte.

"Viele andere haben das leider schon durch und in den meisten Fällen hat die Bahn recht bekommen und die Kunden mussten zahlen."
--> Ist das eine gesicherte Erkenntnis? Wo finde ich die entsprechende Statistik?

@Neptun

Ich gebe Dir recht!

Letztlich wollte ich nur dem unterschwelligen Eindruck widersprechen, zahle einfach nicht und lass Dich verklagen, dann wird schon alles gut werden.

Die Wahrscheinlichkeit daß es dadurch zu mächtigen Ärger kommt, der auch teuer werden kann ist nicht gering. (Ohne es nun quantifizieren zu wollen)

Letztlich bleibt jedem überlassen welchen Weg er geht. Ich wollte einfach das Risiko aufzeigen.
Das Risiko ist auch beim Vorhandensein einer Rechtsschutzversicherung nicht unbedingt ganz irrelevant. Wenn der Streit in Richtung Vertragsrecht geht, gibt es keinen Rechtsschutzversicherer in Deutschland der dafür eine Deckungszusage gibt. (Das ist übrigens eine gesicherte Erkenntnis. Ich hab einige Jahre als selbstständiger Berater im Bereich Rechtsschutz gearbeitet).

Letztlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, welches Risiko er zu tragen bereit ist. Nur sollte man das Risiko kennen.

FabianFr
FabianFr

FabianFr

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Vielen lieben Dank für die ganzen Antworten!
Das dass mit den AGB's des Handy-Tickets zu tun hat, hatte ich so nicht auf dem Schirm.
Ich werde euch auf jedenfall über den Ausgang informieren. Wenn ich das jetzt so beurteile, ist die DB da wahrscheinlich im Recht. Ob man aber als Unternehmen auf ein solches Recht bestehen sollte, wenn gefühltes Recht und Recht auseinanderdriften ist eine andere Frage. Stichwort Reputation und Kundenwertschätzung. Da erwarte ich mir bei einem Laden wie der Bahn allerdings wenig.

Im Moment kommt als Infotainment übrigens immer wieder "Nutzen sie doch unseren Service des digitalen Ticketkaufs, gerade in der jetzigen Zeit". Mein Kommentar hierzu: Gute Idee, bescheiden umgesetzt. Zeigt die Handschrift der DB.