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Wie viel erstattet die Bahn für Verpflegung bei Ausfällen und Verspätungen und wo beantragen?

Nach den Bestimmungen hat die Bahn ja bei Ausfällen und Verspätungen auch für Essen und Getränke zu sorgen, wie sind da die Limits für Erstattungen wenn man Ausgaben hatte und wo muss ich die Erstattung beantragen?
Ich frage weil ich hatte eigentlich eine Fahrkarte von Suchsdorf nach Otting gebucht.
Erst hab ich den Anschluss in Hamburg nicht gekriegt später ist auch noch ein Regio nicht gefahren.
Als ich dann in der App nochmal gelesen habe das noch ein Anschluss daneben geht bin ich in Ulm ausgestiegen und in den Zug zurück.
Die Fahrt hat als morgens um 7:08 angefangen und ist am nächsten morgen um 2:00 in Kiel zu ende.
Auf der Rückfahrt hatte ich Abends zwischen 21:0 und 22:00 eine dreiviertel Stunde Zeit in Göttingen ich bin also dann in einen Burgerking rein und habe mir ein Menü geholt.

Ein Freund meinte die Bahn müsste das Essen in so einem Fall erstatten stimmt das?
Und wenn es stimmt wen muss ich da anschreiben?

Antworten

Bei Verspätungen hat die Bahn nach Möglichkeit Getränke oder einem Imbiß anzubieten. Das Essen erstattet werden muß, das ist nicht ganz richtig.
Allzuviel sollte man da nicht erwarten.

Damit Du eine Vorstellung hast, was eventuell zu erwarten ist:
In Fernzügen (IC/ICE) wird in der Regel eine „Havarie-Wasserreserve“ mitgeführt. Das ist Mineralwasser in Tetrapacks. Bei Verspätungen von zwei bis drei Stunden kann das dann an die Reisenden verteilt werden. D.h. Du bekommst einen halben Liter lauwarmes Wasser, damit ist der Anspruch auf Verpflegung erfüllt.

Muß wegen einer Verspätung oder Zugausfall übernachtet werden, dann übernimmt die Bahn die Übernachtungskosten. Da zählt in der Regel das Frühstück am Morgen im Hotel als angebotene Verpflegung.

Das ganze muß angemessen sein. Eine knappe Stunde Verspätung rechtfertigt im Normalfall sicher keine Verpflegung. Muß man die Zeit aber in klirrender Kälte auf einem Bahnsteig verbringen, dann erstattet die Bahn schon die Kosten für einen heißen Tee.

Wie groß die Verspätung bei Dir war kann ich Deiner Schilderung nicht genau entnehmen. Wenn Du tatsächlich von 7:00 Uhr bis um 2:00 Uhr nur mit dem Zug unterwegs warst ist das schon ziemlich lange...

Ob die Bahn das Menu bei Burgerking für angemessen hält, das wird die Bahn entscheiden. Schicke eine Mail an kundendialog@bahn.de . Schildere darin (nach Möglichkeit genau welche Züge Du gebucht hast, was nicht klappte und wie Du dann tatsächlich gefahren bist) was passierte, hänge ein Photo oder einen Scan der Quittung (wenn nicht vorhanden, schreib was es gekostet hat) an die Mail und bitte um Erstattung. Vielleicht bekommst Du von der Bahn einen Gutschein oder so.

Du hast aber auf jeden Fall Anspruch auf Erstattung nach den Fahrgastrechten.
Bei einer Stunde Verspätung bekommst Du 25% bei zwei Stunden 50% des Ticketpreises zurück.
Hast Du die Fahrt wegen einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten am Zielort zwischendurch abgebrochen und bist wieder zurück gefahren, bekommst Du den kompletten Ticketpreis zurück. Dazu musst Du einen Antrag beim Servicecenter Fahrgastrechte stellen.
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

kabo
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Wenn ich die Fragestellerin richtig verstanden habe, hat sie die Reise abgebrochen und ist zum Start zurückgekehrt. Die Verpflegungskosten sind auf der Rückfahrt angefallen.

Die Frage wäre also, schuldet die DB bei Reiseabbruch außer der kostenlosen Rückbeförderung zum Start-Ort auch Verpflegung während der kostenlosen Rückbeförderung zum Start-Ort.
(Meines Erachtens: nein. Das gibt die EU-Verordnung nicht her. Verpflegung hätte gestellt werden müssen, wenn vor dem Reiseabbruch die Verspätung erheblich war. Aber wenn man sich entschließt, die Reise abzubrechen und zum Start-Ort zurückzukehren, ist der Fahrgastrechteanspruch mit der kostenlosen Rückbeförderung erschöpft. Ab dem Zeitpunkt der Umkehr wird keine Verpflegung mehr geschuldet.)

Also als ich die Fahrt abgebrochen habe war ich bei 3 Stunden Minimum mit dem Risiko gar nicht mehr hin zu kommen der letzte Zug kommt dort um 22:00 an danach geht nix mehr und für den Besuch war es dann eh zu spät.
Hmm seid ihr aber sicher das die Bahn da so billig raus kommt ein packen Wasser und das wars??

Hallo LauraKa,

wie meine Vorredner schon mitteilten gilt hier die Fahrgastrechteverordnung. Danach ist die Deutsche Bahn dazu verpflichtet ab 60 min. Verspätung kleine Snacks und Getränke in angemessenen Maß zu verteilen. Dazu zählt nicht nur das sogenannte Notfallwasser sondern auch heiße und kalte nichtalkoholische Getränke. Sollte der Gast an einem Bahnhof auf seinen Zug warten so erhält er am Bahnhof durch das Servicepersonal Verzehrgutscheine in Höhe von 2,- € die er an diversen Verkaufsstellen einlösen kann. Daher ist auch die Frage beantwortet ob im Nachgang komplette Fastfood Menüs erstattet werden. Um jedem Gast gleich zu behandelt (hier greift das Gleichstellungsgesetz) und nicht jedem Tür und Tor zu öffnen wurde diese Lösung gefunden. Stellen Sie sich vor jemand kommt in diese Situation und kauft erstmal fürs ganze Wochenende ein und reicht die Rechnung bei der Deutschen Bahn ein und behauptet dann er wäre mit der ganzen Familie unterwegs gewesen. Irgendwo muss man sie Kirche im Dorf lassen.

Gruß, Tino!

kabo
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"Hmm seid ihr aber sicher das die Bahn da so billig raus kommt ein packen Wasser und das wars??"
-> Wenn Sie bis zum Ziel gefahren wären, hätte Ihnen Verpflegung zugestanden. Aber meiner Meinung scheitert Ihr Anspruch daran, dass Sie die Reise abgebrochen haben und umgekehrt sind. Damit haben Sie den Beförderungvertrag gekündigt.

Das mit dem Gleichstellungsgesetz ist Unsinn das hat einen ganz anderen Anwendungsbereich.

Natürlich müssen alle Fahrgäste gleich behandelt werden aber die Rechtsnormen sind andere.

Die Bahn hat echt Nerven und gibt "Gutscheine" im Wert von 2 Euro aus das ist nicht euer ernst? damit kann man doch nichts anfangen ohne selbst Geld drauf legen zu müssen.

Vielleicht sollte mal ein Bahnkunde vor Amtsgericht Düsseldorf ziehen die haben in Fällen eine Flugannullierung sogar Cocktails als Erstattungsfähig eingestuft.(Wen es interessiert Amtsgericht Düsseldorf, 27 C 257/18)

Klar Flug und Zug kann man nicht vergleichen aber wenn man es rechtlich durchfechten würde wäre ein Ergebnis ziemlich sicher dass 2 Euro nicht ausreichen würden, Ein Betrag zwischen 5 und 10 Euro sind da schon realistischer.

Außerdem woher kommt die Idee, dass bei einem Abbruch plötzlich die Ansprüche erlöschen sollten?
Die Beförderung als solche findet immer noch statt nur das Ziel wurde geändert in dem Fall eben zum Startort.
Die Fahrt ist eben erst beendet wenn der Reisende eben auch final ankommt.

@PeKleist

"Die Bahn hat echt Nerven und gibt "Gutscheine" im Wert von 2 Euro aus das ist nicht euer ernst?"

Man bekommt mehrere davon... In meinem Fall waren es 5 Stück.

5 mal 2 sind ja 10 Euro das ist doch ein Betrag der vollkommen in Ordnung ist da bekommt man bei Nordsee oder dem Asia Laden, Subway oder was es sonst im Bahnhof so immer gibt etwas zu Essen und Getränk passt doch.

Das was sich die TO ausgesucht hat dürfte doch genauso in dem Bereich liegen.

Hi LauraKa,

schreibe doch eine sachliche E-Mail an den Kundendialog und schildere deinen Fall. Eventuell zeigt sich das Team dort kulant und erstattet dir in Form von Gutscheinen die Kosten für dein Menü.

E-Mail-Adresse: kundendialog@bahn.de

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"Außerdem woher kommt die Idee, dass bei einem Abbruch plötzlich die Ansprüche erlöschen sollten? "
-> a) Weil es bei einem Nicht-Antritt auch so ist. Ein Abbruch mit Rückkehr ist quasi ein nachträglicher Nicht-Antritt. b) Weil sich nach der EU-Verordnung Kompensationen für Verspätung und Kompensationen für einen Abbruch gegenseitig ausschließen. c) Weil es der Systematik der Fahrgastrechte widerspricht, wenn man mehr als 100% des Ticketpreises erstattet bekommt, obwohl das Ziel gar nicht erreicht wurde.

Trotzdem kann ich es mit gut vorstellen, dass das Servicecenter trotzdem das Essen erstattet. Es ist ja kein Geheimnis, dass des Servicecenter Fahrgastrechte gar nicht so selten Erstattungen vornimmt, auf die man bei genauem Hinsehen keinen Anspruch hätte.

a) Weil es bei einem Nicht-Antritt auch so ist. Ein Abbruch mit Rückkehr ist quasi ein nachträglicher Nicht-Antritt. b) Weil sich nach der EU-Verordnung Kompensationen für Verspätung und Kompensationen für einen Abbruch gegenseitig ausschließen. c) Weil es der Systematik der Fahrgastrechte widerspricht, wenn man mehr als 100% des Ticketpreises erstattet bekommt, obwohl das Ziel gar nicht erreicht wurde.

Diese Sicht hat aber mehrere fundamentale Denkfehler:
1. Abbruch und Nicht-Antritt einer Reise gleich zu setzen ist schlicht sinnwidrig.
Beim Abbruch ist der Reisende ja bereits unterwegs und genießt egal in welcher Richtung er/sie sich bewegt den Schutz der Fahrgastrechte.

Beim Nichtantritt bleibt der Reisende ja "zu Hause" und hat daher natürlich keinen Anspruch auf Betreuungsleistungen, das ist auch sachlich und logisch richtig.

So besteht zB auch beim Abbruch auf der "Rückfahrt" ein Anspruch auf das Taxi, Hotel usw wenn die Fahrt mitten in der Nacht unterbrochen werden muss.

2. Diese Darstellung ist zwar grundsätzlich richtig aber darum geht es nicht.
Wir haben hier den Anspruch auf Erstattung wegen Abbruch der Fahrt UND den selbstständigen Anspruch auf Betreuungsleistungen.
Genauso verhält es sich bei Verspätungen da besteht der Anspruch auf Teilerstattung und Anspruch auf Betreuungsleistungen

3. auch hier wurde nicht verstanden dass die verschiedene Arten der Ansprüche von einander unabhängig nebeneinander bestehen.
Natürlich wird das Ticket nicht zu einem höheren als dem gezahlten Wert erstattet aber hier geht es zum einem um den Ticketpreis und davon unabhängig um die Erstattung von Verpflegungskosten.

Man kann hier diskutieren und argumentieren so viel man will. Das bringt die Fragestellerin keinen Schritt weiter. Deshalb bleibt nur:

Ob die Bahn das Menu bei Burgerking für angemessen hält, das wird die Bahn entscheiden. Schicke eine Mail an kundendialog@bahn.de . Schildere darin (nach Möglichkeit genau welche Züge Du gebucht hast, was nicht klappte und wie Du dann tatsächlich gefahren bist) was passierte, hänge ein Photo oder einen Scan der Quittung (wenn nicht vorhanden, schreib was es gekostet hat) an die Mail und bitte um Erstattung. Vielleicht bekommst Du von der Bahn einen Gutschein oder so.

Dann wird sie sehen was passiert. Eine Antwort "Ja, du bekommst das Menue erstattet" oder "Nein, es gibt nichts" kann hier sowieso keiner geben.