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Frage beantwortet

Zulässige Produktklassen bei Aufhebung der Zugbindung "Super Sparpreis Young"

Ich habe eine allgemeine Frage zum Super Sparpreis Young.

Wenn beispielsweise der "Zubringer-ICE" mit knapper Umstiegszeit zum nachfolgenden ICE Verspätung hat und der Umstieg dann nicht mehr schaffbar wäre, ist dann ja die Zugbindung entsprechend der 20-Minuten-Regelung aufgehoben.
Darf ich dann einen früheren Regionalzug nutzen, um den ICE zu erreichen oder darf ich auch bei aufgehobener Zugbindung nicht die Produktklasse C nutzen, da der Super Sparpreis Young nur für Fernverkehrszüge erhältlich ist.

Max1205
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Einen schönen guten Morgen in die Runde. Ich habe folgende Info dazu. Wenn bei einer zu erwartenden Verspätung ab mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof, ein Zug der Produktklasse C genutzt werden muss, ist zunächst der Fahrpreis für diese Produktklasse zu zahlen. Die dafür erforderlichen Aufwendungen werden über das Service Center Fahrgastrechte kostenfrei erstattet.
Das heißt, man muss erst einmal in Vorkasse für den Nahverkehr treten, bekommt diese aber auch nachträglich über das Servicecenter Fahrgastrechte erstattet. /no

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kabo
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Die Nutzung der Produktklasse C ist tariflich ausgeschlossen.
Sie müssten also für den Abschnitt, den Sie mit Regionalzügen fahren, ein neues Ticket kaufen und anschließend beim Servicenter Fahrgastrechte zur Erstattung einreichen.
Erfolgsaussicht unklar.

Knochen
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@ kabo

Das ist ja ne komische Regelung. Was macht man dann an Bahnhöfen, an denen nur einmal am Tag ein Fernzug fährt? Bist du dir sicher, dass die Nutzung der Produktklasse C auch im Verspätungsfall nicht erlaubt ist? Wäre nämlich sowohl für den Fahrgast als auch für die Bahn (wegen möglicherweise höheren FGR-Zahlungen) nicht vorteilhaft. In den Beförderungsbedingungen steht zumindest folgendes:

"Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer
Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am Ziel-
bahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird, hat er
unverzüglich die Wahl zwischen (i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-
ter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder (ii) der Fortsetzung der
Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem spä-
teren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen Produktklasse benutzen. Die
Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Sonderzuges ist allerdings nicht ge-
stattet."

Demnach müsste die Nutzung von Regionalzügen eigentlich erlaubt sein. Auch die EU-Fahrgastrechteverordnung sieht das so vor.

Das Problem ist hier, das es ein reines Fernverkehrsticket ist. Weder DB-Regio noch die anderen Beförderer des Nahverkehrs bekommen auch nur einen Cent aus dem Verkauf des Supersparpreis Young. Genau darum gilt das Ticket nur in Fernverkehrszügen. Die Beförderer des Nahverkehrs werden keinen Reisenden befördern, der kein Ticket hat das auch im Nahverkehr gilt.

Mit einem Nahverkehrsticket muß man ja auch erst ein Fernverkehrsticket kaufen, wenn man im Verspätungsfall mit IC/ICE weiterfährt. Hier ist das Gleiche, nur umgekehrt. Da der Fernverkehr keinen Cent aus dem Verkauf eines Nahverkehrstickets bekommt, befördert er auch bei Verspätung keine Reisenden, die ein reines Nahverkehrsticket haben.

Es ist dann aber so, dass das zusätzlich gekaufte Fernverkehrsticket über das Servicecenter erstattet wird.

Ob auch im Umkehrfall ein Nahverkehrsticket erstattet wird, ist bisher offenbar nicht geregelt. Deshalb ist nicht sicher ob eine Erstattung Erfolg hat.

Max1205
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@kabo/Joeopitz
Danke für die Auskunft. So deutlich wird das nämlich in den FAQ zum Angebot nicht erwähnt. Dort wird nur auf die Fahrgastrechte verwiesen - sehr allgemein.

Das ist ja dann nicht so toll, wenn eine Erstattung nicht gewährt werden würde, vor allem beim Beispiel des letzten verpassten Fernverkehrszuges in Richtung Zielbahnhof. Schließlich habe ich ein Ticket bis zum Zielbahnhof gekauft und möchte dementsprechend auch im nicht von mir verschuldeten Verspätungsfall ohne Mehrkosten befördert werden.

Knochen
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@ NRW

Und wo steht, dass so die Regelung ist?

kabo
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Der Super Sparpreis Young ist ja nicht das erste "nur-Fernverkehr"-Angebot, das die DB auf den Markt geworfen hat.
Bei ähnlichen Angeboten in der Vergangenheit mussten Nahverkehrstickets gekauft werden und anschließend beim Servicecenter Fahrgastrechte eingereicht werden.
Erfahrungswert damals:
Bei DB-Regio war man meist großzügig und hat die Leute im Verspätungsfall auch mit "nur-Fernverkehr"-Tickets" mitfahren lassen.
In nicht-DB-Regionalzügen war man oft knallhart. Wer kein separates Nahverkehrsticket gekauft hatte, wurde als Schwarzfahrer behandelt.

Max1205
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Wie ist das denn beim normalen "Super Sparpreis", wenn man eine Verbindung bucht, die nur Fernverkehr enthält. Da könnte ich mir vorstellen, dass in diesem Fall eigentlich auch nichts an DB-Regio abgeführt werden würde und das wäre ja dann vergleichbar mit dem "Super Sparpreis Young". Wie ist denn da die Regelung mit der Produktklasse C im Verspätungsfall?
Ich hab nämlich meistens nur Super Sparpreis Tickets mit NV-Anteil - Da ist es ja der Nahverkehr kein Problem.

Knochen
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@ Joeopitz

"Das Problem ist hier, das es ein reines Fernverkehrsticket ist. Weder DB-Regio noch die anderen Beförderer des Nahverkehrs bekommen auch nur einen Cent aus dem Verkauf des Supersparpreis Young. Genau darum gilt das Ticket nur in Fernverkehrszügen. Die Beförderer des Nahverkehrs werden keinen Reisenden befördern, der kein Ticket hat das auch im Nahverkehr gilt."

Ein (Super-) Sparpreis ohne NV Vorlauf ist auch ein reines Vernverkehrsticket und andere Nahverkehrsunternehmen dürften dadurch auch keinen Cent bekommen. Trotzdem ist bei Sparpreistickets ohne NV bei Erfüllung der 20 Minuten Regel die Nutzung der Produktklasse C unbestritten erlaubt. Außerdem kann es dem Reisenden doch egal sein, wie die Unternehmen das Geld untereinander verteilen. In den Beförderungsbedingungen steht jedenfalls, dass man mit einer ICE oder IC/EC Fahrkarte im Verspätungsfall einen anderen Zug nutzen darf, auch einen "Zug einer höherwertigen Produktklasse". Das "auch" inkludiert, dass auch Züge einer niedrigeren Produktklasse genutzt werden dürfen. Solange es nirgendwo anders steht, gilt das. Und meines Wissens steht es nirgendswo anders.

"Mit einem Nahverkehrsticket muß man ja auch erst ein Fernverkehrsticket kaufen, wenn man im Verspätungsfall mit IC/ICE weiterfährt."

Im Gegensatz zu dem Fall mit dem Super Sparpreis Young ist das aber in den Beförderungsbedingungen ganz klar und eindeutig geregelt, nämlich in Punkt 9.1.2. Die sofortige kostenlose Nutzung einer niedrigeren Produktklasse ist in 9.1.1. mit eingeschlossen.

"Hier ist das Gleiche, nur umgekehrt."

Nein, hier liegt ein Fernverkehrsticket vor, was im Verspätungsfall nach 9.1.2. auch zur Nutzung einer niedrigeren Produktklasse berechtigt.

"Da der Fernverkehr keinen Cent aus dem Verkauf eines Nahverkehrstickets bekommt, befördert er auch bei Verspätung keine Reisenden, die ein reines Nahverkehrsticket haben."

Und warum befördert dann der Nahverkehr Reisende mit einem (Super-) Sparpreis ohne NV im Verspätungsfall? Dieser bekommt doch auch nichts vom FV gezahlt, oder liege ich da falsch? Selbst wenn ich falsch liegen würde, die Beförderungsbedingungen stützen immer noch meine Position. Mag sein, oder besser gesagt, es ist so, dass die Nutzung der Produktklasse C im funktionierenden Betrieb ausgeschlossen ist, im Verspätungsfall muss sie aber nach 9.1.1 erlaubt sein, sonst widersprechen sich 9.1.1 und E.119 3.3.

"Ob auch im Umkehrfall ein Nahverkehrsticket erstattet wird, ist bisher offenbar nicht geregelt. Deshalb ist nicht sicher ob eine Erstattung Erfolg hat."

Wenn es nicht erstattet werden würde, wäre das absurd. Nehmen wir mal an, es gibt einen Bahnhof, an dem pro Tag nur ein Fernverkerszug hält. Fällt dieser aus, müsste man dann auf Kosten der Bahn dort übernachten und seine Reise am nächsten Tag mit diesem am Vortag ausgefallenen Fernzug fortsetzen
oder sich ein Taxi auf Kosten der Bahn nehmen.

kabo
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"Und warum befördert dann der Nahverkehr Reisende mit einem (Super-) Sparpreis ohne NV im Verspätungsfall? Dieser bekommt doch auch nichts vom FV gezahlt, oder liege ich da falsch?"
-> Meines Wissens liegen Sie da falsch.

"Wenn es nicht erstattet werden würde, wäre das absurd. Nehmen wir mal an, es gibt einen Bahnhof, an dem pro Tag nur ein Fernverkerszug hält. Fällt dieser aus, müsste man dann auf Kosten der Bahn dort übernachten und seine Reise am nächsten Tag mit diesem am Vortag ausgefallenen Fernzug fortsetzen"
-> Die Diskussion gab es schon (vor Corona) mit dem IRE Hamburg-Berlin, für den Tickets verkauft wurden, die nur in dem Zug galten. Da war das Ergebnis auch, dass, man bei Ausfall des IRE bis zum nächsten Tag im Hotel übernachten kann, um am nächsten Tag mit dem am Vortag ausgefallenen IRE fahren zu können.

Knochen
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@ kabo

"-> Meines Wissens liegen Sie da falsch."

Wirklich? Also wenn ich z.B. einen Sparpreis von München Nürnberg kaufe, der nur Fernverkehr beinhaltet, bekommen Nahverkehrsunternehmen auch was davon ab?

Einen schönen guten Morgen in die Runde. Ich habe folgende Info dazu. Wenn bei einer zu erwartenden Verspätung ab mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof, ein Zug der Produktklasse C genutzt werden muss, ist zunächst der Fahrpreis für diese Produktklasse zu zahlen. Die dafür erforderlichen Aufwendungen werden über das Service Center Fahrgastrechte kostenfrei erstattet.
Das heißt, man muss erst einmal in Vorkasse für den Nahverkehr treten, bekommt diese aber auch nachträglich über das Servicecenter Fahrgastrechte erstattet. /no

kabo
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"Wirklich? Also wenn ich z.B. einen Sparpreis von München Nürnberg kaufe, der nur Fernverkehr beinhaltet, bekommen Nahverkehrsunternehmen auch was davon ab?"
-> Meines wissens: Ja. Denn man kann ja in München und/oder Nürnberg noch die tarifliche Gleichstellung zum/vom Hauptbahnhof nutzen, und der besteht ja nicht aus Fernverkehr.
Beim Supersparpreis Young ist die tarifliche Gleichstellung deshalb auch ausdrücklich ausgeschlossen.

@kabo
"Erfolgsaussicht unklar."

Ich empfehle einmal, die Fahrgastrechte zu studieren. Die Erfolgsausichten sind nicht unklar, sondern klar geregelt. Das zusätzlich gekaufte Ticket wird natürlich erstattet.

tbsn
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Einfach in den NV-Zug setzen, FN kassieren und dieses zur Erstattung einreichen

@tbsn
Das ist keine gute Idee.

Für eine FN hat man nur 14 Tage Zeit, danach wird's kompliziert. Fahrgastrechte hingegen (nur über die läuft das hier) dauern bis zu 4 Wochen.

Knochen
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@ Developer

"Fahrgastrechte hingegen (nur über die läuft das hier) dauern bis zu 4 Wochen."

Quatsch, Fahrgastrechte können bis zu ein Jahr nach der Fahrt geltend gemacht werden.

tbsn
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Stimmt, Fahrgastrechte dauern ja meistens doch länger und der Erstattung einer gezahlten FN hinterherrennen ist dann vllt doch nur im Notfall (Anschluss verpasst, nächster NV-Zug und letzter des Tages geht in einer Minute) eine gute Idee

@Knochen

Du hast den Beitrag nicht verstanden. Eine FN muss binnen 14 Tagen bezahlt werden, diese kann man nicht bei den Fahrgastrechten einreichen, da die Bearbeitung bis zu 4 Wochen dort dauert.

Im Gegensatz zum Spar- oder Supersparpreis ist das Supersparpreisticket Young ein „reines“ Fernverkehrsticket. Die Benutzung von Nahverkehrszügen ist Bedingungsgemäß ausgeschlossen.

Flex-, Spar- und Supersparpreistickets sind dagegen ein Fernverkehrsangebot in dem der Nahverkehr mit einbezogen ist. Im Verspätungsfall kann ja nicht nur der Nahverkehr statt des gebuchten Fernverkehrs genutzt werden, sondern auch Fernverkehr statt des gebuchten Nahverkehrs. Da kommt es zu einem Ausgleich, deswegen werden diese Tickets im Verspätungsfall wechselseitig akzeptiert. Das gilt auch, wenn auf einem konkreten Ticket kein NV-Anteil gebucht wurde.

Beim Supersparpreisticket Young gibt es nie einen Ausgleich, da der Nahverkehr von vornherein ausgeschlossen ist. Aus gibt es beim Flex-, Spar- und Supersparpreis Vereinbarungen zwischen den Betreibern über die Aufteilung der Ticketerlöse. Beim Supersparpreis Young gibt es keine Vereinbarungen und keinen Ausgleich. Dieses Angebot macht DB-Fernverkehr ohne Mitwirkung der Nahverkehrsbetreiber.

Max1205
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@ all
Danke für die Mühe. Da weiß ich nun, wie im Verspätungsfall vorzugehen ist.

@Joeopitz
Die getroffenen Vereinbarungen waren mir neu. Danke für die verständliche Erklärung.

@Max1205

„Die getroffenen Vereinbarungen waren mir neu. Danke für die verständliche Erklärung.“
-> Immer wenn ein Ticket von einem Betreiber, der nicht gleichzeitig der Aussteller des Tickets ist, anerkannt wird, gibt es darüber Vereinbarungen. Egal ob Nah- und Fernverkehr, Bundesbahn und NE-Bahnen, Bahn und ÖPNV, Bahngesellschaften im internationalen Verkehr oder auch Bahn und Schiff bei durchgehenden DB-Tickets zu den Nordseeinseln. Kein Beförderer nimmt einfach so Reisende mit einem fremden Ticket mit.

Vereinbarungen heißt auch immer, dass die Ticketeinnahmen irgendwie geteilt werden.

Im Unkehrschluss heißt keine Vereinbarung auch, das nicht aufgeteilt wird. Im Gegensatz zu den regulären Fernverkehrstickets muß die Bahn beim SSP Young nichts abgeben. Genau aus diesem Grund kann die Bahn da solch günstige Preise anbieten.

@Neptun

„mit den letzten beiden Antworten hast du bereits weiter oben Geschriebenes nur noch mal wiederholt.“
-> Stimmt.

„Der braucht sich nämlich nur an die Beförderungsbedingungen halten.“
-> Stimmt auch.

"hier liegt ein Fernverkehrsticket vor, was im Verspätungsfall nach 9.1.2. auch zur Nutzung einer niedrigeren Produktklasse berechtigt."
-> Stimmt nicht.

In den Beförderungsbedingungen Punkt E.119 Bedingungen für das Aktionsangebot „Super Sparpreis Young“ steht:

1. Grundsatz
Es gelten die Beförderungsbedingungen für Personen durch die Unternehmen der Deutsche Bahn AG (BB Personenverkehr), die Beförderungsbedingungen für Aktionsangebote der DB Fernverkehr AG (Aktionsangebote), die Bedingungen für den Internet-Verkauf von Fahrkarten und BahnCards (Internet), soweit sich aus den nachfolgenden Bedingungen nichts anderes ergibt.

Aus den Bedingungen E.119 ergibt sich allerdings etwas anderes, z.B.

3.3 Die Nutzung von Zügen der Produktklasse C und Zügen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, auch im Parallelverkehr, ist ausgeschlossen.

Da in E.119 Punkt 1. eindeutig geregelt ist, das die BB Personenverkehr nur insoweit gelten, als in E.119 nichts anderes geregelt ist, gelten also die Punkte 9.1.2 u.ä. der BB Personenverkehr nur mit der Einschränkung dass die Nutzung von Zügen der Produktklasse C und Zügen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen ausgeschlossen ist.

Das steht auch nicht im Widerspruch zu den Fahrgastrechten nach Verordnung (EG) Nr. 1371/2007. Dort heißt es:

Artikel 16
Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung
[...]
... der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise [...] unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort...

Das Entscheidende ist hier der Passus „unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen“. Da die Beförderungsbedingungen keine Nutzung von Zügen der Produktklasse C etc. beinhalten, ist auch im Verspätungsfall die Weiterfahrt nur „unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen“ also ohne Nutzung von Zügen der Produktklasse C gestattet.

„Woher soll jemand, der diese Diskussion nicht verfolgt hat, überhaupt wissen, dass er in so einem Fall ein NV-Ticket kaufen soll?“
-> Er sollte aus den Beförderungsbedingungen zumindest wissen, das er mit dem SSP Young auch im Verspätungsfall nicht mit Zügen der Produktklasse C fahren darf.

„Wenn die DB das so vorsieht, weil mit NV-Betreibern keine Vereinbarung über eine Anerkennung besteht, muss sie es auch in den Beförderungsbedingungen aufführen.“
-> Das hat die DB auch gemacht. Damit ich nicht wiederhole, was weiter oben schon steht, siehe dort.

Ich habe nie behauptet, das die BB einfach oder klar verständlich sind. Ganz im Gegenteil....

"3.3 Die Nutzung von Zügen der Produktklasse C und Zügen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, auch im Parallelverkehr, ist ausgeschlossen."
--> Dies lässt sich ohne weitere Erläuterungen durchaus so verstehen, dass nur der Fall der regulären Nutzung beschrieben wird.
In der Angebotsbeschreibung der DB (https://www.bahn.de/p/view/angebot/aktionsangebote/super-...) steht zu der Frage "Was passiert wenn mein Zug ausfällt oder verspätet ist?" als Antwort nur: "Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort kann die Fahrt auf der gleichen Strecke, über eine andere Strecke oder zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Weitere Informationen in unseren Fahrgastrechten."

"Da in E.119 Punkt 1. eindeutig geregelt ist, das die BB Personenverkehr nur insoweit gelten, als in E.119 nichts anderes geregelt ist, gelten also die Punkte 9.1.2 u.ä. der BB Personenverkehr nur mit der Einschränkung dass die Nutzung von Zügen der Produktklasse C und Zügen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen ausgeschlossen ist."
--> Man könnte das so interpretieren. Muss man aber nicht (s.o.).

"-> Er sollte aus den Beförderungsbedingungen zumindest wissen, das er mit dem SSP Young auch im Verspätungsfall nicht mit Zügen der Produktklasse C fahren darf."
--> So explizit steht es nun wirklich nicht da.

"Ich habe nie behauptet, das die BB einfach oder klar verständlich sind. Ganz im Gegenteil...."
--> Das sehe ich ganz genauso.

"‘3.3 Die Nutzung von Zügen der Produktklasse C und Zügen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, auch im Parallelverkehr, ist ausgeschlossen.‘
--> Dies lässt sich ohne weitere Erläuterungen durchaus so verstehen, dass nur der Fall der regulären Nutzung beschrieben wird.“

Das diese Interpretation nicht auf der Hand liegt, beweist die hier gestellte Frage:
„darf ich auch bei aufgehobener Zugbindung nicht die Produktklasse C nutzen, da der Super Sparpreis Young nur für Fernverkehrszüge erhältlich ist.“

Braunschweiger
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Bei Verspätungen von 60 Minuten und mehr "schlägt" die EU-Verordnung doch die Beförderungsbedingungen. Auch ein Ticket für PK C kann ich dann nutzen OHNE eine neue Fahrkarte zu lösen, das gilt nur für die interne 20-Minuten-Regel der DB.
Das heißt also, dass in dem Fall Nah- und Fernverkehr als vergleichbar angesehen werden. Und daraus folgerte ich, dass ab 60 Minuten die Nutzung kostenfrei geht.
Bei Verspätungen zwischen 20 und 59 Minuten müsste wohl tatsächlich ein Ticket gekauft werden, auch das analog zur DB-Internen Regelung.

@Braunschweiger

„ Bei Verspätungen von 60 Minuten und mehr ‚schlägt’ die EU-Verordnung doch die Beförderungsbedingungen.“
-> Stimmt. Tut mir leid, wenn ich aber gleich etwas schreibe, was ich weiter oben schon geschrieben habe :-) .

„Und daraus folgerte ich, dass ab 60 Minuten die Nutzung kostenfrei geht.“
-> Diese Folgerung ist falsch. Weil die EU-Verodnung ganz etwas anderes bestimmt. Ich habe oben schon aus der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 zitiert. (Das ist die EU-Verordnung)

Artikel 16
Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung
[...]
... der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise [...] unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort...

Damit ist nach der EU-Verordnung keine Weiterfahrt mit Nahverkehrszügen möglich.
Da die Beförderungsbedingungen eine Nutzung der Produktklasse C ausschließen und im Verspätungsfall die Weiterfahrt nach der EU-Verordnung nur unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen möglich ist, ist auch die Weiterfahrt nur mit Ausschluss der Produktklasse C möglich.

Braunschweiger
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Ja, allerdings leite ich das aus dem Umkehrschluss her: Fahrkarten für PK C gelten ab 60 Minuten Verspätung auch uneingeschränkt in PK B und PK A.
Damit ist für mich klar, dass im Verspätungsfall die Vergleichbarkeit aller Produktklassen gegeben ist. Es ist dann auch nicht mehr möglich zu sagen "PK B und PK A gelten aber nicht in PK C".

@ Braunschweiger

„Ja, allerdings leite ich das aus dem Umkehrschluss her: Fahrkarten für PK C gelten ab 60 Minuten Verspätung auch uneingeschränkt in PK B und PK A.“
-> Das ist aber so nicht richtig.

Erstens kannst Du bei der DB bereits ab 20 Minuten Verspätung andere Züge benutzen. Die 60 Minuten beziehen sich auf den Rücktritt von der Fahrt. Es sei denn, Du beziehst Dich bei den 60 Minuten auf die EU-Fahrgastrechteverordnung. Diese wiederum gestattet aber keine Benutzung höherer Produktklassen.

Zweitens gibt es durchaus Tickets der Produktklasse C für die nach den Beförderungsbedingungen auch im Verspätungsfall keine anderen Produktklassen genutzt werden dürfen. (Regio-120-Tickets, IRE-Tickets, Ländertickets, Quer-durchs-Land-Ticket, Hoppertickets etc.) Warum soll im Umkehrschluss nicht auch für bestimmte Tickets der anderen Produktklassen die Gültigkeit in der Produktklasse C ausgeschlossen sein.
Du ziehst einen Schluss, der nicht schlüssig ist.

Dagegen steht in den Beförderungsbedingungen, dass die Tickets nicht in der Produktklasse C gelten und das auch die Regelungen der BB Personenverkehr (z.B. zu den Fahrgastrechten) nur insoweit gelten, als das diese Regelungen eingehalten werden.

Deine Schlussfolgerungen sagen leider etwas anderes als die Beförderungsbedingungen. Wer hat dann wohl recht?

Die Antworten sind auch alle hier schon gegeben worden. Alles was Du schreibst ist weiter oben schon widerlegt worden. Lies Dir einfach die gegebenen Antworten vollständig und sorgfältig durch.
Klar ist das ganze lang und unübersichtlich, deswegen bringt es trotzdem keinen weiter wenn unten etwas geschrieben wird, was zwischendurch schon längst geklärt wurde. Das stiftet nur Verwirrung, ist wenig hilfreich und macht alles noch unübersichtlicher.

Warum werden hier so verbissen Dinge verteidigt, die einfach nicht stimmen?

Hier ist eine Kundencommunity in der Reisende Antworten auf Fragen bekommen können.
Das ist doch keine Bühne für Selbstdarsteller, die als Sieger eines Diskussionswettbewerbes hervorgehen wollen.

Es geht um die einfache Frage, ob die in den Beförderungsbedingungen ausgeschlossene Nutzung von Zügen der Produktklasse C auch gilt, wenn die Zugbindung aufgehoben ist.
Nun ist das Supersparpreisticket Young nicht das erste Ticket, das DB-Fernverkehr nur für die „eigenen“ Züge verkauft. Tarife die nur im Fernverkehr galten, gab es in der Vergangenheit schon öfter.
Bei diesen Tarifen galt bisher immer, dass auch im Verspätungsfall diese Tickets im Nahverkehr keine Gültigkeit hatten. Es mußte dann immer ein Nahverkehrsticket gekauft werden, dass im Nachgang erstattet wurde.

Beim Supersparpreisticket Young verhält sich das genauso wie bei den anderen vergleichbaren Tickets bisher auch. Das wurde auch von der Bahn bestätigt.

Jetzt irgendetwas zu interpretieren, was weder aus den Beförderungsbedingungen noch aus den Fahrgastrechten hervorgeht hilft dem Fragesteller nicht.

Spätestens wenn der Fragesteller bei einer Kontrolle in einem NE-Zug nachzahlen muß wird es ernst. Genau das wollte der Fragesteller nicht und hat deshalb die Frage vorher gestellt. Warum wird hier versucht mit irgendwelchen Überinterpretationen den Reisenden in die Gefahr der Nachzahlung zu bringen? Das ist nicht hilfreich.