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Frage beantwortet

Juist: Fähre verpasst, Inselflieger erstattet?

Liebe Community, wir besitzen eine durchgehende Fahrkarte für 2 Personen München - Juist (ICE + NV + Fähre) mit Zugbindung. Aufgrund Verschulden der Bahn wird die letzte (einzige) Fähre am Tag nicht erreicht. Die Reise wird daher mit dem Inselflieger fortgesetzt. Besteht die Möglichkeit einer Erstattung des Flugtickets für den Inselflieger (2 x 48,50 EUR zzgl. Kosten für Taxi + Kutsche) oder könnte zumindest die fiktive Übernachtung für 80.- EUR verrechnet werden?

Trapeztafel
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kabo
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Die Bahn-Fahrgastrechte gelten nur für den Bahn-Anteil der Reise.
Die entsprechende EU-Richtlinie sieht ebenfalls keine Ansprüche bei Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln vor - auch dann nicht, wenn die unterschiedlichen Verkehrsmittel (Bahn und Schiff) auf einem Ticket sind.

Der DB-SEE Tarif sieht bei Verpassen des Schiffes die Weiterbeförderung mit dem nächstmöglichen Schiff vor. Wenn dafür eine Übernachtung nötig ist, stellt die DB eine Übernachtungsmöglichkeit. Stellt die DB keine Übernachtungsmöglichkeit, haben Sie Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Übernachtung.
Übernachtungskosten werden nur übernommen, wenn eine Quittung vorliegt. Fiktive Übernachtungskosten werden nicht erstattet.
Eine Erstattung eines alternativen Verkehrsmittels (Flug) sind im DB-SEE-Tarif nicht vorgesehen.

Sie können versuchen, eine Erstattung des Fluges mit dem Argument zu erreichen, dass eine Hotelübernachtung auch nicht wesentlich billiger gewesen wäre.
Aber ein Anspruch darauf haben Sie nicht. Ich bin auch skeptisch, dass Sie da aus Kulanz etwas bekommen.

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kabo
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Die Bahn-Fahrgastrechte gelten nur für den Bahn-Anteil der Reise.
Die entsprechende EU-Richtlinie sieht ebenfalls keine Ansprüche bei Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln vor - auch dann nicht, wenn die unterschiedlichen Verkehrsmittel (Bahn und Schiff) auf einem Ticket sind.

Der DB-SEE Tarif sieht bei Verpassen des Schiffes die Weiterbeförderung mit dem nächstmöglichen Schiff vor. Wenn dafür eine Übernachtung nötig ist, stellt die DB eine Übernachtungsmöglichkeit. Stellt die DB keine Übernachtungsmöglichkeit, haben Sie Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Übernachtung.
Übernachtungskosten werden nur übernommen, wenn eine Quittung vorliegt. Fiktive Übernachtungskosten werden nicht erstattet.
Eine Erstattung eines alternativen Verkehrsmittels (Flug) sind im DB-SEE-Tarif nicht vorgesehen.

Sie können versuchen, eine Erstattung des Fluges mit dem Argument zu erreichen, dass eine Hotelübernachtung auch nicht wesentlich billiger gewesen wäre.
Aber ein Anspruch darauf haben Sie nicht. Ich bin auch skeptisch, dass Sie da aus Kulanz etwas bekommen.

Braunschweiger
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Ich denke, dass das übernommen wird. DB-SEE sieht folgendes vor:

"2.5.6 Haftung für Ausfall, Verspätung und Anschlussversäumnis (Fahrgastrechte/Fluggastrechte)

Für die Beförderung mittels Eisenbahn sind die Verordnung (EG) Nr. 1371/2007, die EVO
sowie BB Personenverkehr Nr. 9 maßgeblich.
Für die Beförderung mittels Schiff ist die Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 maßgeblich.
Für die Beförderung mittels Flugzeug ist die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 maßgeblich.

Kann der Reisende wegen eines Zugausfalls oder einer Zugverspätung die Fahrt mit einem
daran anschließenden Schiff oder Flugzeug nicht am selben Tag fortsetzen, so gelten die
Nrn. 9.1.6 und 9.3 BB Personenverkehr entsprechend; im Übrigen findet BB Personenverkehr
Nr. 9 keine Anwendung."

Damit muss also geschaut werden, was 9.1.6 BB Personenverkehr vorsieht.

"9.1.6 Der Beförderer bietet dem Reisenden die kostenlose Unterbringung in einem Hotel o-der einer anderweitigen Unterkunft an, sofern dies praktisch durchführbar ist, wenn er (i) wegen eines Zugausfalls oder einer Verspätung die Fahrt nicht am selben Tag fortsetzen kann oder wenn (ii) für ihn unter den gegebenen Umständen eine Fortsetzung am selben Tag nicht zumut-bar ist. Alternativ bietet der Beförderer dem Reisenden die Weiterbeförderung mit einem ande-ren Verkehrsmittel zum vertragsgemäßen Zielort an, sofern dies preisgünstiger ist. Bietet der Beförderer dem Reisenden nicht nach Satz 1 die Unterbringung in einem Hotel oder einer an-derweitigen Unterkunft an und ist es dem Reisenden aus vom Beförderer zu vertretenden Grün-den nicht möglich, mit dem Beförderer in Kontakt zu treten und nutzt der Reisende daraufhin selbständig eine Übernachtungsmöglichkeit, so hat er einen Anspruch auf Ersatz der dafür ent-standenen angemessenen Kosten. Für die Weiterbeförderung mit einem anderen Verkehrsmit-tel nach Satz 2 gilt Nr. 9.1.5 Satz 2 entsprechend."

Also bietet die DB eine Übernachtung im Hotel oder die Weiterbeförderung mit einem anderen Verkehrsmittel an, sofern das preisgünstiger ist. 48,50 EUR ist im Vergleich zu einem Hotel plus Verpflegung (Hilfeleistung lt. EU-Verordnung) sicherlich kostengünstiger.

Falls niemand von der DB greifbar ist (kann in Norddeich Mole ja gut passieren) gilt 9.1.5 Satz 2:

Bietet der Beförderer dem Reisenden nicht nach Satz 1 die Weiterbeförderung in einem anderen Verkehrsmittel an und ist es dem Reisenden aus vom Beförderer zu vertretenden Gründen nicht möglich, mit dem Beförderer in Kontakt zu treten (Kontaktaufnahme vor Ort mit DB-Verkaufsstelle bzw. DB-Infor-mation oder Personal des genutzten Zuges)und nutzt der Reisende daraufhin selbständig ein anderes Verkehrsmittel für die Weiterfahrt zum vertragsgemäßen Zielort, so hat er einen An-spruch auf Ersatz der dafür erforderlichen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80 €; dieser Höchstbetrag gilt nicht in den Fällen des Artikel 18 Abs. 2 lit. c) und Abs. 3 der Verord-nung (EG) Nr. 1371/2007.

Das regelt die Kostenübernahme für andere Verkehrsmittel bis zu 80 €, auch da sind die 48,50 € mit drin.

Von daher sage ich: Wird übernommen, falls die DB vor Ort nicht auf der Hotelübernachtung besteht UND auch ein Zimmer zur Verfügung stellt.

@DB: Woraus leitet ihr denn ab, dass das nicht geht?

bhofen
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Ich gehe zwar schon davon aus, dass sie das vorhaben, aber unabhängig davon, ob sie einen Anspruch auf Ersattung der Kosten haben, reichen Sie doch einfach die Belege (Flugtickets, Taxi) zusammen mit dem Ticket und ausgefüllten Fahrgastrechteformular beim Servicecenter ein. Wenn der Sachbearbeiter (u.U. fälschlich) positiv entscheidet und ihnen das Geld überwiesen wird, dann haben sie doch alles, was sie brauchen. Falls nicht, fragen sie mal an, wie das die Schlichtungs-/Durchsetzungsstellen sehen und beschweren sich, wenn das alles nichts bringt, freundlich beim Kundendialog. Dort gibt es vielleicht etwas kleines aus Kulanz.

Trapeztafel
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Liebe Community, danke für Eure/Ihre Auseinandersetzung mit meiner Frage und die hilfreichen Antworten!