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Aus gesundheitlichen Gründe ohne Maske Bahn gefahren - warum Hausverbot?

Heute DB Regio gefahren. Als die Mitarbeiter von DB Security mich zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ("Maske") aufgefordert haben, antwortete ich ihnen, dass ich aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen könne. Die Mitarbeiter fragten nach meinem Attest, ich sagte wahrheitsgemäß ja, ich habe eines, aber fragte sie, auf welcher Rechtsgrundlage sie berechtigt seien, dies einzusehen. Hintergrund ist der, dass mir der Datenschutz schon wichtig ist und ich im Rahmen der Gesetze und Verordnungen selbst bestimmen möchte, wem ich welche Daten oder die meines Arztes rausgebe.
Sie beriefen sich auf die Hausordnung. Ich entgegnete, dass ich aus der Hausordnung bzgl. des Attests keine Informationen finde. Auch in der Corona-Verordnung des Landes BaWü steht diesbzgl. nichts, was ich den Mitarbeitern mitteilte, und sie erneut bat, mir doch irgendeine Rechtsgrundlage bzgl. Attest (Mitführpflicht, Vorzeigepflicht, Einsichtsrecht) zu nennen, also z.B. die Bahnbeförderungsbedingungen, Hausordnung oder Corona-Verordnung.
Das konnten die Mitarbeiter nicht, und wollten mich beim nächsten Halt aus dem Zug werfen. Den verpassten wir aber in unserer Diskussion und beim nächsten Halt, meinem Endziel stieg ich aus, bekam aber von den Mitarbeitern aber noch ein "Hausverbot" bzgl. künftiger Fahrten nachgerufen.

Meine Fragen an die Community:
1.) Wißt ihr, ob die Bahn einen friedlichen Bahngast der sich an die Hausordnung und an die Corona-Verordnung seines Bundeslandes (hier BaWü) hält, einfach so rauswerfen kann, weil er keine Maske trägt, obwohl er hierfür gesundheitliche Gründe hat und auf diese klar verweist?
2.) Ich kann in unserer Corona-Verordnung (BaWü) und in den Bahnbeförderungsbedingungen bzw. der Bahn-Hausordnung nirgendwo einen Passus finden, nachdem man ein Attest mitführen muß oder gar vorzeigen muß, wenn man aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann. Irre ich mich da? Gibt es irgendwo so eine Attestpflicht?
3.) Das "Hausverbot", das mir ausgesprochen wurde, also, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht warum dies geschah. Gegen welchen Teil der Hausordnung (oder des GG, der Gesetze, der Verordnungen) soll ich denn verstoßen haben? Ich habe mich in klarer Übereinstimmung nach §3 Abs. 2 Satz 2 der Corona-Verordnung des Landes BaWü als gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu erkennen gegeben, für mich gilt die Maskenpflicht also gar nicht. Punkt. Und das erkennen die Bahn-Mitarbeiter aber anscheinend nicht an, und verlangen ein Attest, ohne mir die Rechtsgrundlage für dieses Ansinnen nennen zu können. Auch konnten sie mir nicht erklären, warum meine Datenschutz-Rechte bzgl. der Informationen im Attest plötzlich nichts mehr wert seien. Und das reicht, dass ich jetzt als kranker Mensch ein Hausverbot bekomme?

Vielleicht wißt ihr in der Community ja Rat. Würde mich freuen. So kommt es mir halt vor, als würden kranke Menschen diskriminiert werden und von Bahnfahrten ausgeschlossen werden, nur weil sie sich an die Corona-Verordnung und ihre Datenschutzrechte halten wollen...

AlexanderE
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Ghize
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" Auch in der Corona-Verordnung des Landes BaWü steht diesbzgl. nichts, was ich den Mitarbeitern mitteilte, und sie erneut bat, mir doch irgendeine Rechtsgrundlage bzgl. Attest (Mitführpflicht, Vorzeigepflicht, Einsichtsrecht) zu nennen, also z.B. die Bahnbeförderungsbedingungen, Hausordnung oder Corona-Verordnung."
=> Sie haben die Pflicht, eine Maske zu tragen, dies dient dem Gesundheitsschutz alller Fahrgäste! Wenn Sie eine Ausnahme in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie halt belegen, dass Sie dazu auch berechtigt sind. Sonst könnte sich ja jeder einfach so auf die Ausnahme berufen und man könnte die Maskenpflicht auch direkt sein lassen. Und der Gesundheitsschutz aller Fahrgäste ist eindeutig wichtiger als Ihr Datenschutz - zumal hier ja auch nicht fotografiert oder die Daten anderweitig gespeichert werden sollen, sondern das Attest nur einmal angesehen wird.

"1.) Wißt ihr, ob die Bahn einen friedlichen Bahngast der sich an die Hausordnung und an die Corona-Verordnung seines Bundeslandes (hier BaWü) hält, einfach so rauswerfen kann, weil er keine Maske trägt, obwohl er hierfür gesundheitliche Gründe hat und auf diese klar verweist?"
=> Sie halten sich aber nicht an die Hausordnung: "Reisende, die ...in sonstiger Weise eine Gefahr für die Sicherheit ... darstellen, können von der Beförderung ... ausgeschlossen werden" (Punkt A.6 der Beförderungsbedingungen)
Und wer keine Maske trägt, gefährdet nunmal die Gesundheit anderer, da er eine mögliche Infektionsquelle ist.

Wenn Ihnen Ihr Egoismus wichtiger ist als die Gesundheit der Allgemeinheit, hindert Sie niemand daran, zukünftig mit dem Auto zu fahren.

kabo
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"Vielleicht wißt ihr in der Community ja Rat."
-> Für Rat in Rechtsangelegenheiten werden Sie einen Anwalt konsultieren müssen.

Ansonsten werden Sie hier wenig Verständnis finden - so wie die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auch wenig Verständnis gezeigt haben.

"So kommt es mir halt vor, als würden kranke Menschen diskriminiert werden und von Bahnfahrten ausgeschlossen werden, nur weil sie sich an die Corona-Verordnung und ihre Datenschutzrechte halten wollen..."
-> Vielleicht fühlen sich auch gesunde Menschen diskriminiert, weil ihr grundgesetzliches Recht auf Schutz der Gesundheit offenbar weniger wert ist als das Recht der kranken Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen

tbsn
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Der Beförderungsausschluss gilt allerdings nur für die aktuelle Fahrt. Wenn Sie auf der nächsten Fahrt ein gültiges Ticket besitzen, eine Maske tragen oder das Attest mit sich führen und auf Verlangen vorzeigen, kann Sie keiner von der Fahrt ausschließen.

Ein Hausverbot kann nur für Bahnhöfe ausgesprochen werden und gilt nicht, wenn ein konkreter Reiseanlass besteht.

Benutzerin
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Mir ist Datenschutz ebenfalls wichtig.
Die Weigerung, ein vorhandenes Attest zu zeigen, das eine gesundheitliche Befreiung vom Tragen der Maske bestätigt, finde ich allerdings extrem kindisch. Wieso sollte der Zugbegleiter Ihrer Behauptung Glauben schenken?

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Das ganze klingt nicht danach, dass der Fragesteller tatsächlich ein echtes Attest hat. Patienten, die tatsächlich aufgrund eine Lungenkrankheit keine Maske tragen können, dürfen zur Hochrisikogruppe gehören, d.h. eine COVID-19 ist sehr wahrscheinlich lebensbedrohlich. Diese Patienten spielen nicht derartig arrogant und verantwortungslos mit der Maskenpflicht, ist es für diese doch extrem wichtig, dass sich alle Mitmenschen an die Maskenpflicht halten. Echte Patienten wissen auch, was ein Attest ist. Es macht schlicht keinen Sinn, ein Attest zu haben, wenn man das geheim hält. Ein Attest soll ja gerade Dritten nachweisen, dass es gesundheitliche Gründe gibt warum man bestimmte Dinge nicht machen darf (häufig ist das der Arbeitgeber sein, aber jetzt eben auch Kontrolleuren in öffentlichen Verkehrsmitteln)

Leo
Leo

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„Das ganze klingt nicht danach, dass der Fragesteller tatsächlich ein echtes Attest hat. Patienten, die tatsächlich aufgrund eine Lungenkrankheit keine Maske tragen können, dürfen zur Hochrisikogruppe gehören, d.h. eine COVID-19 ist sehr wahrscheinlich lebensbedrohlich. Diese Patienten spielen nicht derartig arrogant und verantwortungslos mit der Maskenpflicht, ist es für diese doch extrem wichtig, dass sich alle Mitmenschen an die Maskenpflicht halten.“

Genau:

https://community.bahn.de/questions/2423194-fahrgaste-ohn...

„Jeder wirklich Lungenkranke trägt eine Maske, wenn immer es aushält. Er gehört, insbesondere im Rentenalter, zur Hochrisiko-Gruppe, steckt sich leichter an und muss mit schwereren Verläufen bis hin zum Tod rechnen. Wenn immer es aushält, wird er daher eine Maske tragen, die dieses Risiko wenigstens leicht (Vlies-/Stoff-Maske) oder besser stark (FFP2/FFP3-Maske) absenkt.
Ich bin selber Asthmatiker – und trage daher immer eine Maske, und zwar in öffentlichen Verkehrsmitteln sogar FFP2.
Nur die allerwenigsten Menschen müssen gelegentlich oder sogar immer die Maske weglassen, damit sich ihr Gesundheitszustand nicht verschlimmert:

Wenn aber jemand redet wie ein Wasserfall und sich forsch ohne erkennbare Atemprobleme bewegt, glaube ich eher doch an einen wirklichen Querulanten!
https://www.zm-online.de/news/politik/gefaelligkeitsattes...
Ich glaube daher erst mal keinem Attest, sofern mir der Maskenverweigerer nicht sein Notfall-Spray vorzeigen kann, das wirkliche Asthmatiker immer dabei haben!

Solange man aber pingeligst (evtl. nur vermeintlichen) Schwarzfahrern mit großem Aufwand nachstellt, Maskenverweigerern aber nicht, signalisiert man nur, wie sehr einem die Gesundheit der Kunden am ... vorbeigeht.“

Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass sich das nun geändert hat.

Und ganz allgemein gilt: Wer etwas Besonders will, muss die Berechtigung dazu nachweisen:
Normalerweise bleibt man sitzen und macht seinen Platz nicht für andere frei. Wer aber will, dass ihm jemand einen angeblich reservierten Platz überlässt, muss ihm die Platzkarte zeigen (auf der dann in den meisten Fällen der Nachbar-Wagen steht) oder stehen, bis das Personal die Sache klärt. Aber auch dann ist wohl die Platzkarte vorzuzeigen.

Normalerweise muss man im Zug eine Maske tragen. Wer trotzdem ohne mitfahren möchte, muss ein glaubwürdiges Attest vorzeigen – und am besten dazu noch sein Notfallspray...