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Frage beantwortet

Frage zur Wegevorschrift

Hallo,

ich habe ein zuggebundenes Ticket von Niebüll nach Kaufering mit folgender Wegevorschrift:

VIA: HUS*(NMS*H*GOE*FD/HEI*HB*OS*MS*DUEL*HALT*RE*WAN*GE*E*MH*DU*D*K*TROI*SIGB*MT*LM*F*KA*S)*M

Wenn alles nach Plan läuft, fahre ich natürlich so, wie es in der Reiseverbindung festgelegt ist. Es ist nun aber so, dass es aufgrund eines knappen Anschlusses passieren könnte, dass ich in Hamburg Altona strande, dann dort übernachten muss und meine Reise erst am nächsten Tag fortsetzen kann. Die Raumbegrenzung deckt nicht die Fahrt über Berlin ab. Kann ich im Falle des Anschlussverlustes in Hamburg dann trotzdem über Berlin fahren oder muss die Wegevorschrift auch im Verspätungsfall eingehalten werden?

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„Mir stellt sich da die Frage, warum man Berlin nicht gleich in die Wegevorschrift aufnimmt, wenn es doch gar kein Umweg ist?“
-> Für unterschiedliche Wege werden schon unterschiedliche Tickets verkauft. Wenn man sowohl Berlin als auch Hannover-Kassel-Ruhrgebiet in die Raumbegrenzung einbeziehen würde, dann ist der Raum so groß, das Du fast einen Freifahrtschein Kreuz- und Quer durch Deutschland hättest.
Auch bei einem Flexpreisticket hast Du nicht einfach die Möglichkeit einen anderen Weg zu nehmen. Wenn Du über Kassel gebucht hast, brauchst Du auch eine Umwegkarte, wenn Du über Berlin fährst. „Kein Umweg“ bezog sich in meiner Antwort nur, wenn die Wegevorschrift wegen Verspätung aufgehoben ist. Von Hamburg über Berlin nach München ist ein verkehrsüblicher Weg, der auch fahrplanmäßig so angeboten wird, genau wie von Hamburg über Göttingen nach München. Hamburg-Berlin-Göttingen wäre aber ein Umweg.

„Würde auf einem Flexpreis Ticket von Hamburg nach München ohne NV-Vorlauf aus Westerland denn eine Raumgrenzugn über Berlin rauskommen?“
-> Nein. Du kannst bei einem Flexpreisticket wählen, ob Du über Berlin oder über Kassel buchst. Beide Tickets unterscheiden sich und haben unterschiedliche Wegevorschriften.

„Oder geht das beim Sommerticket nicht, bei dem ja nicht ganz klar ist, ob überhaupt Zugbindung besteht oder nicht.“
-> Beim Sommerticket ist ganz klar, das es zuggebunden ist. Das ist in den Beförderungsbedingungen explizit geregelt.

4.3 Die Fahrkarten „Sommer-Ticket“ gelten an den Tagen und in den Zügen, die auf der Fahrkarte bezeichnet sind (Zugbindung).

https://www.bahn.de/p/view/mdb/pv/preise_angebote/pdf_div...

Zu einem Sommerticket kannst Du deshalb keine Umwegkarte kaufen. Nur wenn wegen Verspätung oder Anschlussverlust die Zug- und Streckenbindung aufgehoben ist, kannst Du andere Wege nutzen.

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kabo
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"muss die Wegevorschrift auch im Verspätungsfall eingehalten werde"
-> nein

Aber die Regelung, dass absichtliche Umwege eine zusätzliches Ticket erfordern, gilt trotzdem.
Und der Weg über Berlin hat halt nicht nur eine deutlich längere Fahrzeit, sondern auch mehr Tarifkilometer.
Sie müssen daher im Zug über Berlin mit einer Nachzahlung rechnen.

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@kabo

"Aber die Regelung, dass absichtliche Umwege eine zusätzliches Ticket erfordern, gilt trotzdem."

Was sind absichtliche Umwege?

"Und der Weg über Berlin hat halt nicht nur eine deutlich längere Fahrzeit, sondern auch mehr Tarifkilometer.
Sie müssen daher im Zug über Berlin mit einer Nachzahlung rechnen."

Das stimmt nicht. Die Fahrt übers Ruhrgebiet, die ja laut Raumbegrenzung zulässig ist, ist sowohl zeitlich als auch von der Strecke deutlich länger als der Weg über Berlin. Wie soll das mit der Nachzahlung denn funktionieren? Ich dachte, Umwegfahrscheine sind nur in Kombination mit Flexpreisen erhältlich?

Ich finde ihre Antwort etwas wiedersprüchlich. Erst sagen sie, man dürfe im Verspätungsfall von der Wegevorschrift abweichen und dann sagen sie, es wäre eine Nachzahlung erforderlich, obwohl die Fahrzeit als auch die Strecke kürzer ist. Was denn jetzt?

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Ich sehe gerade, dass die Wegevorschrift oben abgeschnitten wurde. Hier nochmal die vollständige Wegevorschrift:

VIA: HUS*(NMS*H*GOE*FD/HEI*HB*OS*MS
*DUEL*HALT*
RE*WAN*GE*E*MH*DU*D*K*TROI*
SIGB*MT*LM*F*KA*S)*M

kabo
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Was für ein Ticket ist es denn überhaupt?
Zuggebundene Tickets haben eigentlich keine Wegevorschrift.

Ansonsten: Im Verspätungsfall kann man die Reise zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Dabei ist natürlich in erster Linie an einer Fortsetzung auf dem Weg gedacht, der vom Ticket abgedeckt ist. Eine Abweichung vom Weg ist dann problemlos, wenn die Abweichung zu einer Verringerung der Verspätung führt.

Ich bleibe dabei: Eine Fahrt auf einem Weg, der weder vom Ticket abgedeckt ist, noch zu einer Verringerung der Verspätung führt, wird nicht jeder Zugbegleiter akzeptieren. Vielleicht haben Sie Glück, vielleicht wird man Sie aber zum Neukauf eines Tickets für den Weg über Berlin drängen.

Joeopitz
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Ein absichtlicher Umweg ist nicht gestattet. Allerdings ist der Weg über Berlin nicht unbedingt ein Umweg.
Die übliche Verbindung von Niebüll geht über Hamburg und München nach Kaufering. Zwischen Hamburg und München sind sowohl Verbindungen über Göttingen als auch über Berlin verkehrsüblich. Es gibt auch direkte Verbindungen von Hamburg über Berlin nach München, z.B. ICE 507, ICE 705, ICE 1601 etc.

In der Verbindungssuche werden üblicherweise keine Verbindungen von Niebüll über Berlin angezeigt. Das liegt aber nicht daran, dass es ein Umweg ist, sondern lediglich das die Züge von Niebüll nach Hamburg vom Takt her eine Verbindung über Göttingen als Anschluss haben.

Eine Fahrt von Hamburg nach München über Berlin ist kein Umweg, sondern verkehrsüblich. Daran ändert sich auch durch einen Vorlauf von Niebüll oder ein Nachlauf nach Kaufering nichts.
Bei Dir wird das noch besonders deutlich, wenn Du in Hamburg-Altona die Fahrt unterbrichst und am nächsten Morgen fortsetzt. Suchst Du in der Verbindungsauskunft nach Möglichkeiten zur Weiterfahrt von Altona nach Kaufering, dann werden von der Verbindungssuche auch Verbindungen mit den direkten Verbindungen über Berlin nach München mit angezeigt.
Bei einer Fahrt musst Du nicht mit einer Nachzahlung rechnen.
_______________________________________________________________________________
[Nachbemerkung]

Das ist einer der Fälle, auf die ich öfter hingewiesen habe, wenn geschrieben wurde „es kann jede Verbindung die in der Verbindungssuche ohne Eingabe eines Zwischenhalts angezeigt wird, genutzt werden“. Diese Formulierung wurde schon öfter in der Community verwendet, ist aber nicht korrekt. Es kann auch Verbindungen geben, die nur mit Angabe eines Zwischenhalts angezeigt werden und trotzdem keine Umwege sind und im Verspätungsfall genutzt werden können.

Hamburg-Kaufering über Berlin und München ist kein Umweg. Diese Verbindung wird auch von der Verbindungssuche ohne via Angabe so angezeigt. Niebüll-Kaufering über die verkehrsübliche Strecke Hamburg-Berlin-München ist ebenfalls kein Umweg, obwohl bei der Suche von Niebüll nur mit Zwischenhalt zu finden.

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@kabo

„Ich bleibe dabei: Eine Fahrt auf einem Weg, der weder vom Ticket abgedeckt ist, noch zu einer Verringerung der Verspätung führt, wird nicht jeder Zugbegleiter akzeptieren. Vielleicht haben Sie Glück, vielleicht wird man Sie aber zum Neukauf eines Tickets für den Weg über Berlin drängen.“

Gehen wir davon aus der Fragesteller strandet morgen Abend wie evtl. befürchtet in HH-Altona. Übermorgen früh um 7:45 Uhr schaut er in die Verbindungssuche um zu sehen wie er nun nach Kaufering weiterfahren kann. Die erste Verbindung die angezeigt wird ist um 8:17 mit dem ICE 507 direkt von Altona nach München und dann weiter mit dem ALX.

Warum sollte er diese Verbindung nicht nutzen können? Es ist kein Umweg, es ist die einfachste Verbindung zur Weiterfahrt von Altona, auch wenn der direkte ICE von Altona nach München den Weg über Berlin nimmt.
Für die nächste Verbindung müsste er erst mit der S-Bahn von Altona zum Hbf um von dort mit IC statt ICE nach Nürnberg und dann nach Kaufering zu fahren.

Wie würde denn Deine Antwort lauten, wenn die Frage lautete: „Wegen Verspätung muß ich von Altona nach Kaufering eine andere Verbindung nehmen. Die Verbindungsauskunft zeigt Strecken über Hannover und über Berlin an. Darf ich auch die direkten ICE Züge über Berlin nach München benutzen?“

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@kabo

"Was für ein Ticket ist es denn überhaupt?
Zuggebundene Tickets haben eigentlich keine Wegevorschrift."

Es handelt sich um ein Sommerticket. Das ist das einzige zuggebundene Ticket, bei dem eine Wegevorschrift angegeben wird, zumindest ist mir bisher noch kein anderes untergekommen. Es ist sowieso höchst fragwürdig, ob bei diesem Ticket überhaupt Zugbindung besteht.

"Ansonsten: Im Verspätungsfall kann man die Reise zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Dabei ist natürlich in erster Linie an einer Fortsetzung auf dem Weg gedacht, der vom Ticket abgedeckt ist. Eine Abweichung vom Weg ist dann problemlos, wenn die Abweichung zu einer Verringerung der Verspätung führt."

In den Beförderungsbedingungen der Bahn steht unter Punkt 9.1.1:

"Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer
Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am Ziel-
bahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird, hat er
unverzüglich die Wahl zwischen (i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-
ter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder (ii) der Fortsetzung der
Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem spä-
teren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen Produktklasse benutzen. Die
Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Sonderzuges ist allerdings nicht ge-
stattet."

Da steht nur "geänderte Streckenführung". Weder, dass diese geänderte Streckenführung von der Raumbegrenzung auf dem Ticket abgedeckt sein muss, noch dass die geänderte Streckenführung zur Verringerung der Verspätung führen muss.

"Ich bleibe dabei: Eine Fahrt auf einem Weg, der weder vom Ticket abgedeckt ist, noch zu einer Verringerung der Verspätung führt, wird nicht jeder Zugbegleiter akzeptieren. Vielleicht haben Sie Glück, vielleicht wird man Sie aber zum Neukauf eines Tickets für den Weg über Berlin drängen."

Also für mich klingt die Argumentation von Joeopitz sehr schlüssig. Zudem ist der Weg über Berlin deutlich kürzer als der Weg übers Ruhrgebiet, der ja von der Raumbegrenzung abgedeckt ist. Falls man mir einen Umwegfahrschein andrehen möchte, müsste der ja zu 0€ ausgestellt werden, da der Maximalpreis ja schon erreicht ist.

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@Joeopitz

Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort. Mir stellt sich da die Frage, warum man Berlin nicht gleich in die Wegevorschrift aufnimmt, wenn es doch gar kein Umweg ist? Würde auf einem Flexpreis Ticket von Hamburg nach München ohne NV-Vorlauf aus Westerland denn eine Raumgrenzugn über Berlin rauskommen? Und könnte ich, wenn ich in Hamburg strande am nächsten Morgen ins Reisezentrum gehen und mir eine Umwegfahrkarte über Berlin für 0€ ausstellen lassen? Oder geht das beim Sommerticket nicht, bei dem ja nicht ganz klar ist, ob überhaupt Zugbindung besteht oder nicht.

Noch eine weitere Frage: wie sieht es eigentlich mit Zügen wie z.B. dem ICE 599 aus, der von Berlin über Frankfurt nach München fährt? Könnte man den auch nutzen? Der würde sich ja dann auch innerhalb der Raumbegrenzung aufhalten.

Joeopitz
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„Mir stellt sich da die Frage, warum man Berlin nicht gleich in die Wegevorschrift aufnimmt, wenn es doch gar kein Umweg ist?“
-> Für unterschiedliche Wege werden schon unterschiedliche Tickets verkauft. Wenn man sowohl Berlin als auch Hannover-Kassel-Ruhrgebiet in die Raumbegrenzung einbeziehen würde, dann ist der Raum so groß, das Du fast einen Freifahrtschein Kreuz- und Quer durch Deutschland hättest.
Auch bei einem Flexpreisticket hast Du nicht einfach die Möglichkeit einen anderen Weg zu nehmen. Wenn Du über Kassel gebucht hast, brauchst Du auch eine Umwegkarte, wenn Du über Berlin fährst. „Kein Umweg“ bezog sich in meiner Antwort nur, wenn die Wegevorschrift wegen Verspätung aufgehoben ist. Von Hamburg über Berlin nach München ist ein verkehrsüblicher Weg, der auch fahrplanmäßig so angeboten wird, genau wie von Hamburg über Göttingen nach München. Hamburg-Berlin-Göttingen wäre aber ein Umweg.

„Würde auf einem Flexpreis Ticket von Hamburg nach München ohne NV-Vorlauf aus Westerland denn eine Raumgrenzugn über Berlin rauskommen?“
-> Nein. Du kannst bei einem Flexpreisticket wählen, ob Du über Berlin oder über Kassel buchst. Beide Tickets unterscheiden sich und haben unterschiedliche Wegevorschriften.

„Oder geht das beim Sommerticket nicht, bei dem ja nicht ganz klar ist, ob überhaupt Zugbindung besteht oder nicht.“
-> Beim Sommerticket ist ganz klar, das es zuggebunden ist. Das ist in den Beförderungsbedingungen explizit geregelt.

4.3 Die Fahrkarten „Sommer-Ticket“ gelten an den Tagen und in den Zügen, die auf der Fahrkarte bezeichnet sind (Zugbindung).

https://www.bahn.de/p/view/mdb/pv/preise_angebote/pdf_div...

Zu einem Sommerticket kannst Du deshalb keine Umwegkarte kaufen. Nur wenn wegen Verspätung oder Anschlussverlust die Zug- und Streckenbindung aufgehoben ist, kannst Du andere Wege nutzen.

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@ Joeopitz

"-> Für unterschiedliche Wege werden schon unterschiedliche Tickets verkauft. Wenn man sowohl Berlin als auch Hannover-Kassel-Ruhrgebiet in die Raumbegrenzung einbeziehen würde, dann ist der Raum so groß, das Du fast einen Freifahrtschein Kreuz- und Quer durch Deutschland hättest."

Da das Ticket aber über alle Wege gleich viel kostet, sofern der Umweg denn bepreisbar ist, ist es nicht sinnvoll, bestimmte Strecken nicht in die Wegevorschrift aufzunehmen. Flexpreistickets von Berlin nach München werden zum Maximalpreis ausgegeben. Für jeden bepreisbaren Umweg dürfte also ein Umwegfahrschein zu 0 Euro ausgestellt werden können. Warum nimmt man also bei Flexpreisen zum Maximalpreis nicht gleich alle bepreisbaren Umwege in die Wegevorschrift auf mit dem Hintergrund, dass Umwegfahrkarten eh für 0 Euro erhältlich sind?

"Auch bei einem Flexpreisticket hast Du nicht einfach die Möglichkeit einen anderen Weg zu nehmen. Wenn Du über Kassel gebucht hast, brauchst Du auch eine Umwegkarte, wenn Du über Berlin fährst. „Kein Umweg“ bezog sich in meiner Antwort nur, wenn die Wegevorschrift wegen Verspätung aufgehoben ist. Von Hamburg über Berlin nach München ist ein verkehrsüblicher Weg, der auch fahrplanmäßig so angeboten wird, genau wie von Hamburg über Göttingen nach München. Hamburg-Berlin-Göttingen wäre aber ein Umweg."

Das ist mir schon klar, dass wenn es nicht zu Verspätungen kommt, die Zugbindung bzw. die Wegevorschrift eingehalten werden muss. Meine Frage war jetzt aber noch, ob ich im Verspätungsfall erst nach Berlin fahren könnte. Und von dort aus dann mit einem Direktzug weiter nach München, der über Frankfurt fährt. Denn in den Beförderungsbedingungen steht ja, dass man im Verspätungsfall die Fahrt über eine andere Strecke fortsetzen darf. Es steht weder was davon drin, dass man den schnellsten, direkten oder verkehrsüblichen Weg nehmen muss. Demnach wäre beispielsweise bei einer Fahrt von Basel nach München bei einer Verspätung von >20 Minuten ein Umweg über Hambugr zulässig.

"-> Nein. Du kannst bei einem Flexpreisticket wählen, ob Du über Berlin oder über Kassel buchst. Beide Tickets unterscheiden sich und haben unterschiedliche Wegevorschriften."

Was irgendwie sehr unsinnig ist, denn ein Umwegfahrschein für die jeweils andere Strecke ist ja für 0 Euro erhältlich. Warum also nicht gleich mit in die Wegevorschrift aufnehmen?

-> Beim Sommerticket ist ganz klar, das es zuggebunden ist. Das ist in den Beförderungsbedingungen explizit geregelt.
4.3 Die Fahrkarten „Sommer-Ticket“ gelten an den Tagen und in den Zügen, die auf der Fahrkarte bezeichnet sind (Zugbindung)."

So klar ist das eben nicht. Im Abschnitt "Fahrkarte" sind beim Sommerticket halt keine Züge bezeichnet, dort befindet sich nur eine Wegevorschrift, so wie bei Flexpreisickets. Im Abschnitt "Reiseverbindung findet sich dann die Verbindung, diese ist aber völlig unverbindlich. Relevant ist nur der Abschnitt Fahrkarte. Und da ist eben nur eine Wegevorschrift drauf.

"Zu einem Sommerticket kannst Du deshalb keine Umwegkarte kaufen. Nur wenn wegen Verspätung oder Anschlussverlust die Zug- und Streckenbindung aufgehoben ist, kannst Du andere Wege nutzen."

Die entscheidende Frage ist doch, welche Kriterien auf diese anderen Wege zutreffen müssen. Müssen sie verkehrsüblich sein oder gehen da auch weite Umwege, wie beispielsweise Hamburg-München via Berlin und Frankfurt. Diese Frage wurde bisher noch nicht eindeutig beantwortet.

Danke für deine Mühe.

Joeopitz
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„Die entscheidende Frage ist doch, welche Kriterien auf diese anderen Wege zutreffen müssen. Müssen sie verkehrsüblich sein oder gehen da auch weite Umwege.“
-> So klar sind die Kriterien nicht festgelegt. Es muß letztlich ein Weg zum Ziel sein, der keine zusätzlichen Umwege enthält.

„gehen da auch weite Umwege, wie beispielsweise Hamburg-München via Berlin und Frankfurt. Diese Frage wurde bisher noch nicht eindeutig beantwortet.“
-> Es geht immernoch um ein Ticket von Niebüll nach Kaufering unabhängig von einer Wegevorschrift. Wenn Du Dir die Strecke Niebüll-Hamburg-Berlin-Frankfurt-München-Kaufering anschaust, dann ist das eine Slalomstecke von Norden nach Süden quer durch Deutschland. Stell Dir einfach selbst Die Frage ob Du das als sinnvollen Weg ansiehst. Hier sieht es eher nicht sinnvoll aus, sondern das könnte man als Umweg ansehen.
Letztlich ist der Sinn der Möglichkeit „mit anderer Streckenführung“ weiterzureisen bequem den Zielbahnhof zu erreichen und nicht das Ticket so weit wie möglich auszunutzen. 100%ig eindeutige Kriterien gibt es nicht. Die Frage ist, wenn ich von Niebüll nach Kaufering will, habe ich da etwas in einem Zug zwischen Erfurt und Fulda zu suchen.
Bei derart krassen Wegen hängt das auch von der Einschätzung des Zugpersonals ab. Wenn der Kontrolleur der Meinung ist, auf der Strecke Erfurt-Frankfurt bist Du nicht auf dem Weg von Niebüll nach Kaufering, dann wird er von Dir ein neues Ticket verlangen. Flexpreis Erfurt-Frankfurt-Stuttgart-Kaufering ca. 115-125 EUR + 17 EUR Bordzuschlag, also um die 140 EUR Nachzahlung. Dann kannst Du Dich an den Kundendialog wenden und Dich beschweren. Lehnt der Kundendialog Deine Beschwerde ab, dann kannst Du Dich an die Schlichtungsstelle SÖP wenden. Was dann letztendlich rauskommt ist ungewiß.
Deshalb hier einfach selbstkritisch überlegen, ist das ein Weg von Niebüll nach Kaufering oder macht das doch eher den Eindruck, dass hier ein Umweg eingebaut wurde. Letztlich heißt „andere Wegstrecke zum Ziel“ ja, dass Du zu jedem Zeitpunkt der Fahrt erkennbar auf dem Weg zum Ziel sein musst. Praktisch hilft es immer sich in die Sicht des Ticketkontrolleurs zu versetzen. Der fragt sich: „Hat jemand der von Niebüll nach Kaufering fährt auf diesem Streckenabschnitt etwas zu suchen?“ Das sollte man für jeden Punkt der Strecke klar mit „Ja“ beantworten können.

„Demnach wäre beispielsweise bei einer Fahrt von Basel nach München bei einer Verspätung von >20 Minuten ein Umweg über Hambugr zulässig.“
-> Nein, das ist nicht zulässig. Nach wie vor kannst Du mit dem Ticket nur zum Ziel fahren. Der Weg über eine andere Streckenführung muß „zum Ziel“ führen und nicht „Kreuz und Quer durch alle möglichen Orte und dann irgendwann zum Ziel“ Zu jedem Zeitpunkt Deiner Fahrt musst Du auf dem Weg zum Ziel sein, sonst fährst Du nicht zum Ziel.
Bei Deiner Fahrt nach Kaufering bist Du zwischen Hamburg und Berlin auf einen Weg zum Ziel. Zwischen Erfurt und Frankfurt ist es schon nicht so eindeutig ob Du auf dem Stück tatsächlich noch auf dem Weg bist, könnte aber noch durchgehen. Bei einer Fahrt von Basel nach München bist Du spätestens 600 km vor Hamburg nicht mehr auf dem Weg nach München und ab Hamburg dann keinesfalls auf einem Weg von Basel.

Zur Zugbindung:
„So klar ist das eben nicht. Im Abschnitt "Fahrkarte" sind beim Sommerticket halt keine Züge bezeichnet, dort befindet sich nur eine Wegevorschrift, so wie bei Flexpreisickets.“
-> Doch das ist nach wie vor klar. Der Aufdruck auf den Sommertickets (Fahrkarte) ähnelt zwar eher den Tickets ohne Zugbindung, trotzdem ist das Ticket ganz klar zuggebunden. Die Beförderungsbedingungen hab ich schon zitiert. Bei der Buchung hast Du diese verbindlich akzeptiert, sonst würde die Bahn Dir kein Sommerticket verkauft haben.
Das heißt, Du hast Dich schon mit der Bahn verbindlich darauf geeinigt, dass das Ticket nur für die gebuchte Verbindung gelten wird, bevor Du das Ticket überhaupt in der Hand bzw. im Handy hattest.
Hier sind die Beförderungsbedingungen eindeutig.

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@Joeopitz

"-> So klar sind die Kriterien nicht festgelegt. Es muß letztlich ein Weg zum Ziel sein, der keine zusätzlichen Umwege enthält."

Dass es ein Weg zum Ziel sein muss, der keine zusätzlichen Umwege enthält, steht zwar nirgendswo, aber ich sehe ein, dass man den Bogen wohl etwas überspannen würde, wenn man so im Zickzack durch Deutschland fahren würde. Ich glaube aber dennoch, dass es rechtlich gesehen in Ordnung wäre.

"-> Doch das ist nach wie vor klar. Der Aufdruck auf den Sommertickets (Fahrkarte) ähnelt zwar eher den Tickets ohne Zugbindung, trotzdem ist das Ticket ganz klar zuggebunden. Die Beförderungsbedingungen hab ich schon zitiert. Bei der Buchung hast Du diese verbindlich akzeptiert, sonst würde die Bahn Dir kein Sommerticket verkauft haben.
Das heißt, Du hast Dich schon mit der Bahn verbindlich darauf geeinigt, dass das Ticket nur für die gebuchte Verbindung gelten wird, bevor Du das Ticket überhaupt in der Hand bzw. im Handy hattest.
Hier sind die Beförderungsbedingungen eindeutig."

Ja, die Beförderungsbedingungen habe ich akzeptiert. Aber nein, sie sind nicht eindeutig, eher ziemlich widersprüchlich. Ich zitiere den Abschnitt nochmal:

"4.3 Die Fahrkarten „Sommer-Ticket“ gelten an den Tagen und in den Zügen, die auf der Fahrkarte bezeichnet sind (Zugbindung)."

Auf der Fahrkarte selbst sind erstmal keine Züge bezeichnet. Auf der Fahrkarte findet sich lediglich eine Wegevorschrift. In der Reiseverbindung ist zwar eine Verbindung angegeben, diese ist aber völlig unerheblich für das Ticket, da sie unverbindlich ist und nur als Service mit angehängt wird. Auf der Fahrkarte steht außerdem nochmal:

"Das Online-Ticket gilt nur für den unter "Fahrkarte" angegebenen Reiseabschnitt. Die Übersicht "Ihre Reiseverbindung" enhält ggfs. Reiseinformationen zu Teilstrecken (z.B. Bus oder Straßenbahn), für die eine weitere Fahrkarte erforderlich sein kann."

Und im Abschnitt "Fahrkarte" ist eben ein Reiseabschnitt angegeben und keine Züge. Also gilt das Ticket für diesen Reisabschnitt.

Ich finde die Beförderungsbedingungen in diesem Fall auf jeden Fall widersprüchlich.

Joeopitz
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@Knochen

„Ich finde die Beförderungsbedingungen in diesem Fall auf jeden Fall widersprüchlich.“
-> Das sind sie leider auch. An vielen Stellen. Ich habe hier in der Community schon öfter geschrieben: „Schlecht formulieren kann die Bahn gut.“ Siehe auch die Diskussion die von zeka verlinkt wurde.

„Dass es ein Weg zum Ziel sein muss, der keine zusätzlichen Umwege enthält, steht zwar nirgendswo, aber ich sehe ein, dass man den Bogen wohl etwas überspannen würde, wenn man so im Zickzack durch Deutschland fahren würde. Ich glaube aber dennoch, dass es rechtlich gesehen in Ordnung wäre.“
-> So in etwa sehe ich dass auch.
Angenommen Du würdest nicht in Altona „stranden“ sondern nur verspätet ankommen, so das die nächste Verbindung der ICE über Berlin nach München ist, dann spricht nichts dagegen den zu nehmen. Jetzt kommt es aber in Berlin zu einer Störung und es geht nicht weiter, dann könnte eine Weiterfahrt mit einem durchgehenden ICE nach München, auch wenn er über Frankfurt fährt, eher als Fahrt zum Ziel angesehen werden, als wenn Du von vornherein einfach sagst, jetzt fahre einfach mal über Berlin-Frankfurt-Stuttgart-München weiter.

@zeka Danke für den Link.
Wäre sinnvoll wenn nachgebessert würde, allein mir fehlt der Glaube.
In den letzten Jahren war auf online gebuchten Sommertickets schon immer eine Wegevorschrift angegeben. Teils kam die Antwort, eine Wegevorschrift müsse auch eingehalten werden. Andererseits gab es Sommertickets als Papierticket, da wurde Datum, Start, Ziel eingetragen, aber es gab keine Wegevorschrift. Dann hieß es wieder OK die Wegevorschrift muß nicht eingehalten werden.
Wegevorschrift ist ja sowieso eines Deiner „Lieblingsthemen“. Die Wegevorschrift auf dem Sommerticket ist sowas von Abenteuerlich.

@Knochen + @zeka

Wegevorschrift.
Danke dafür das Du (Knochen) die Wegevorschrift mit angegeben hast.
So sieht auf keinem tariflichen Ticket eine Wegevorschrift der DB aus. Daran kann man schon erkennen, das irgendwann für das Sommerticket mir heißer Nadel ein Buchungsmodul programmiert wurde.
Die Wegevorschrift ist sowas von abenteuerlich. Wahrscheinlich hat man die Zugbindung nicht in das Sommerticketmodul reinbekommen und hat da irgendetwas anderes stattdessen aufs Ticket geschrieben. Da man aber Zugbindung haben wollte, hat man das dann in die BB Sommerticket geschrieben.

Zum Vergleich die Wegevorschrift auf dem Sommerticket:

VIA: HUS*(NMS*H*GOE*FD/HEI*HB*OS*MS*DUEL*HALT*RE*WAN*GE*E*MH*DU*D*
K*TROI*SIGB*MT*LM*F*KA*S)*M

Die Wegevorschrift, die das aktuelle fahrplanbasierte Buchungssystem der DB als Raumbegrenzung für die gleiche Fahrt zugrunde legt:

Niebüll -> Kaufering, mit ICE
VIA: HUS*(NMS/HEI)*H*GOE*(FD/F*KA*S)*M

Durch die Länge der Wegevorschrift auf dem Sommerticket könnte man vermuten, dass hier der Raum beschrieben wird, innerhalb dessen das Buchungssystem Sommerticket nach Kontingenten für die Buchung sucht. Der beschriebene Raum ist größer als die Raumbegrenzung eines Flexpreistickets für diese Strecke. Dafür ist bei der Buchung eines Sommertickets keine VIA Angabe möglich, es werden aber bei der Verbindungssuche andere Verbindungen angezeigt, als bei der normalen Verbindungssuche ohne VIA Angabe.

Fazit:
Die Zugbindung ist von der Bahn vorgegeben, In den BB Sommerticket ist das eindeutig formuliert. An anderen Stellen steht was anderes, nicht kundenfreundlich aber juristisch relativ sicher. Die gesonderten BB Sommerticket widersprechen nicht den BB Personenverkehr sondern stellen eine Regelung für ein Sonderangebot dar.

Erstmal gilt nach BB PV die Angabe auf der Fahrkarte ist bindend, nicht die Angabe bei Reiseverbindungen.
Nach BB Sommerticket gilt, das Sommerticket ist zuggebunden. Widerspricht nicht den BB PV. Gilt also!
Juristisch ist das Sommerticket tatsächlich zuggebunden. Wenn auf der Fahrkarte ein Wegetext angegeben ist, der nicht der Zugbindung widerspricht, so gilt Wegetext und Zugbindung. Da sowohl die Bindung an den gebuchten Zug besteht als auch die gebuchte Verbindung nicht dem Wegetext der Fahrkarte widerspricht ist die Zugbindung einzuhalten.
Nun steht noch die Frage, welche Verbindung wurde dann gebucht?
Da sagt der Jurist, wir können anhand der Reiseverbindung feststellen welche Verbindung gebucht wurde. Nehmen wir die als Hilfsmittel zur Tatsachenfeststellung.
Damit bleibt die Reiseverbindung weiterhin (wie in BB PV festgelegt) unverbindlich, dient aber zur Feststellung welche Verbindung tatsächlich gebucht wurde. Nach BB Sommerticket ist die Verbindung dann einzuhalten.

@ Joeopitz
"Danke dafür das Du (Knochen) die Wegevorschrift mit angegeben hast.
So sieht auf keinem tariflichen Ticket eine Wegevorschrift der DB aus."
--> Ich vermute stark, dass die Wegevorschrift für ein Ticket von Niebüll nach Kaufering über Köln genauso aussieht wie von Knochen angegeben.

"Die Wegevorschrift ist sowas von abenteuerlich. "
--> Kann passieren bei größeren Umwegen.

"Wahrscheinlich hat man die Zugbindung nicht in das Sommerticketmodul reinbekommen und hat da irgendetwas anderes stattdessen aufs Ticket geschrieben."
--> Nämlich die Wegevorschrift, die bei einem Flexticket (zu der gebuchten Verbindung) aufgedruckt werden würde.

"Die Wegevorschrift, die das aktuelle fahrplanbasierte Buchungssystem der DB als Raumbegrenzung für die gleiche Fahrt zugrunde legt: ..."
--> Die konkret gebuchte Verbindung wurde bisher nicht genannt, oder hab ich was übersehen?

Sofern es in den Abendstunden von Hamburg losgeht, könnte eine Verbindung über Köln auch ohne Via-Angabe ausgeworfen werden.