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Frage beantwortet

Zuständigkeit, Übernachtung, Mindestbetrag

Geplant war: München - Görlitz, Ankunft 23:46 Uhr. Ticketverkäufer war die DB (QDL-Ticket).

Zwischen Hof und Dresden große Verspätung bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die KEIN Teilnehmer am Servicecenter Fahrgastrechte ist.

Dadurch Dresden - Görlitz verpasst, nächster Zug Ankunft 01:07 Uhr in Görlitz.

1. Entschädigung bei der DB oder MRB beantragen?

2. Da der darauffolgende Zug nach Mitternacht ankam, hätte ich theoretisch wegen Unzumutbarkeit der Weiterreise Anspruch auf eine Übernachtung in Dresden gehabt, oder? (Zur Info: Taxikosten Dresden - Görlitz wären über 200 Euro.)

3. In Dresden habe ich im einzigen geöffneten Laden eine Cola zur Verpflegung gekauft. Zusammen mit den 1,50 Euro "Entschädigung" ergibt sich ein Betrag von mehr als 4 Euro. Dieser müsste ausgezahlt werden, oder?

Vielen Dank!

Zawusel
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1. An wen wenden? Mein Tipp: Immer das Fahrgastrechteformular benutzen und ans Servicecenter Fahrgastrechte senden, selbst wenn der Beförderer daran nicht teilnimmt. Ihre Beschwerde wird dann an das EVU weitergeleitet. Ihr Vorteil: Sie bleiben auf dem Porto auf keinem Fall sitzen.

2. Wir schauen in EVO §8 (1) "2. Der Reisende kann die Fahrt zum vertragsgemäßen Zielort mit einem anderen Verkehrsmittel durchführen, sofern die vertragsgemäße Ankunftszeit in den Zeitraum zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr fällt und vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass der Reisende mindestens 60 Minuten verspätet am Zielort ankommen wird, oder sofern es sich bei dem vom Reisenden gewählten Zug um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Reisende wegen des Ausfalls dieses Zuges den vertragsgemäßen Zielort ohne die Nutzung des anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24.00 Uhr erreichen kann."
-> Das ist erfüllt.
(2) "Macht der Reisende von seinem Recht nach Absatz 1 Gebrauch, so kann er von demjenigen, mit dem er den Beförderungsvertrag geschlossen hat, Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, für eine Beförderung nach Absatz 1 Nr. 2 jedoch nur die erforderlichen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80 Euro."
Mit dem Taxi in Vorleistung gehen ist daher eine schlechte Idee. Sie könnten sich aber auch - falls möglich - von jemandem abholen lassen und die Kosten für die PKW-Fahrt einfordern. Das sind bei 30ct pro Kilometer insgesamt 67,20€, die Ihnen von der MRB überwiesen würden.
Das war auch schon alles, was die EVO regelt. Jetzt schauen wir noch in die Fahrgastrechte-Verordnung.

3. Haben Sie Anspruch darauf, die Kosten für die Cola rückerstattet zu bekommen?
-> In der Fahrgastrechte-Verordnung ist das nicht geregelt. Sie haben nur Anspruch darauf, im Zug bei einer Verspätung von mindestens 60min. unentgeltlich versorgt zu werden.
4. Haben Sie Anspruch auf eine Hotelübernachtung?
-> Ja, eine Unterkunft müsste Ihnen der Beförderer kostenlos anbieten (Aushändigung eines Hotelgutscheins). Nein, eine etwaige Erstattung der Übernachtungskosten ist in der Fahrgastrechteverordnung nicht geregelt. Deshalb fragen Sie in solchen Fällen den Zugbegleiter der MRB nach einem Hotelgutschein. Können Sie niemanden antreffen, der zuständig ist, dann und nur dann lohnt es sich (mit dem Risiko doch auf den Kosten sitzen zu bleiben) in Vorleistung zu gehen.
5. Über all das hinaus haben Sie dann natürlich noch Anspruch auf 1,50€ für die Ankunftsverspätung, sofern die Bagatellgrenze überschritten wird.

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Weitere Antworten

Ob die Bahn Ihnen tatsächlich die Cola und damit überhaupt etwas erstattet ist fraglich. Probieren sie es. Da es ein Ticket der DB ist, ist auch die DB Ihr Ansprechpartner.

Für die DB regelt das Servicecenter Fahrgastrechte die Ansprüche. Stellen Sie dort einen Entschädigungsantrag. Rechnen Sie nicht unbedingt damit, etwas zu bekommen.

kabo
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Der Mindestbetrag für die Verspätungsentschädigung sind 4€. Die Idee, die 1,50€ durch den Kauf der Cola über die 4€-Grenze zu bringen, wird nicht funktionieren.

Persönliche Einschätzung:
Das Servicecenter Fahrgastrechte wird keine Verspätungsentschädigung zahlen, da unter 4€ und Sie wegen der Cola an die MRB verweisen.

Guten Morgen Zawusel,

das Servicecenter Fahrgastrechte bearbeitet nur Entschädigungs-/Erstattungsforderungen an Eisenbahnunternehmen (EVU), die für ein gemeinschaftliches Entschädigungsverfahren das Servicecenter für die Abwicklung solcher Fälle beauftragt haben. Eine Auflistung dieser Bahnen finden Sie auf bahn.de. Ansprüche an EVU, die hier nicht aufgeführt sind, müssen direkt bei dem betreffenden EVU geltend gemacht werden.

Da in Ihrem Fall die Mitteldeutsche Regiobahn der Verursacher war, greifen deren Regelungen zu den Fahrgastrechten. Liebe Grüße /jn

"2. Da der darauffolgende Zug nach Mitternacht ankam, hätte ich theoretisch wegen Unzumutbarkeit der Weiterreise Anspruch auf eine Übernachtung in Dresden gehabt, oder? (Zur Info: Taxikosten Dresden - Görlitz wären über 200 Euro.)"

Ich denke das sie hier kein Anrecht auf ein Taxi gehabt hätten, da es ja noch eine weitere Verbindung nach Görlitz gab.

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Es ist schon ein Unterschied, ob man vor Mitternacht oder nach 1 Uhr ankommt. Z.B., wenn man auf dem letzten Abschnitt auf eine Busverbindung angewiesen ist.

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Es ging darum, ob Ankunft vor Mitternacht und nach 1 Uhr einen Unterschied macht. Das hatten Sie generell in Frage gestellt. Und ich hatte (aus meiner Erfahrung als ÖPNV-Nutzerin) ebenso generell festgehalten, dass mit einer späteren Ankunftszeit Nachteile verbunden sein können.

bhofen
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1. An wen wenden? Mein Tipp: Immer das Fahrgastrechteformular benutzen und ans Servicecenter Fahrgastrechte senden, selbst wenn der Beförderer daran nicht teilnimmt. Ihre Beschwerde wird dann an das EVU weitergeleitet. Ihr Vorteil: Sie bleiben auf dem Porto auf keinem Fall sitzen.

2. Wir schauen in EVO §8 (1) "2. Der Reisende kann die Fahrt zum vertragsgemäßen Zielort mit einem anderen Verkehrsmittel durchführen, sofern die vertragsgemäße Ankunftszeit in den Zeitraum zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr fällt und vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass der Reisende mindestens 60 Minuten verspätet am Zielort ankommen wird, oder sofern es sich bei dem vom Reisenden gewählten Zug um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Reisende wegen des Ausfalls dieses Zuges den vertragsgemäßen Zielort ohne die Nutzung des anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24.00 Uhr erreichen kann."
-> Das ist erfüllt.
(2) "Macht der Reisende von seinem Recht nach Absatz 1 Gebrauch, so kann er von demjenigen, mit dem er den Beförderungsvertrag geschlossen hat, Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, für eine Beförderung nach Absatz 1 Nr. 2 jedoch nur die erforderlichen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80 Euro."
Mit dem Taxi in Vorleistung gehen ist daher eine schlechte Idee. Sie könnten sich aber auch - falls möglich - von jemandem abholen lassen und die Kosten für die PKW-Fahrt einfordern. Das sind bei 30ct pro Kilometer insgesamt 67,20€, die Ihnen von der MRB überwiesen würden.
Das war auch schon alles, was die EVO regelt. Jetzt schauen wir noch in die Fahrgastrechte-Verordnung.

3. Haben Sie Anspruch darauf, die Kosten für die Cola rückerstattet zu bekommen?
-> In der Fahrgastrechte-Verordnung ist das nicht geregelt. Sie haben nur Anspruch darauf, im Zug bei einer Verspätung von mindestens 60min. unentgeltlich versorgt zu werden.
4. Haben Sie Anspruch auf eine Hotelübernachtung?
-> Ja, eine Unterkunft müsste Ihnen der Beförderer kostenlos anbieten (Aushändigung eines Hotelgutscheins). Nein, eine etwaige Erstattung der Übernachtungskosten ist in der Fahrgastrechteverordnung nicht geregelt. Deshalb fragen Sie in solchen Fällen den Zugbegleiter der MRB nach einem Hotelgutschein. Können Sie niemanden antreffen, der zuständig ist, dann und nur dann lohnt es sich (mit dem Risiko doch auf den Kosten sitzen zu bleiben) in Vorleistung zu gehen.
5. Über all das hinaus haben Sie dann natürlich noch Anspruch auf 1,50€ für die Ankunftsverspätung, sofern die Bagatellgrenze überschritten wird.