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Frage beantwortet

Wie bekomme ich eine Rückerstattung für eine ausgefallene Teilverbindung?

Ich hatte eine Verbindung Kiel - München mit Umsteigen in Hamburg gebucht. Derr Zug von Kiel nach Hamburg ist ersatzlos ausgefallen. Um den Anschlusszug in Hamburg zu erreichen, musste meine Frau mich mit dem eigenen Auto nach Hamburg fahren. Welche Entschädigung steht mir zu und wie kann ich die geltend machen. Im entsprechenden Fahrgastrechteformular gibt es dazu kein ankreuzbares Feld.
Muss ich denn überhaupt dieses unpassende Formular ausfüllen oder kann ich die Entschädigung auch ohne das Formular beantragen?

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Ghize
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Formaljuristisch haben Sie wohl keinen Anspruch, denn Sie hätten ja auch einen späteren Zug nehmen können. Ich würde Ihnen empfehlen, Ihren Fall dem Kundendialog zu schildern, die können Ihnen evtl. auf dem Kulanzweg etwas erstatten.

kundendialog@bahn.de

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Cappucino317
Cappucino317

Cappucino317

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So wie ich das lese sind Sie dann von Hamburg mit dem Zug bis München, also haben die Reise dann bis zum Endbahnhof durchgeführt. Anspruch auf eine Erstattung besteht dann nur im Rahmen der Fahrgastrechte wenn eine Verspätung von 60 Minuten oder mehr vorliegt. Ausschlaggebend ist die tatsächliche Ankunftsuhrzeit am Ziel.

Ghize
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Formaljuristisch haben Sie wohl keinen Anspruch, denn Sie hätten ja auch einen späteren Zug nehmen können. Ich würde Ihnen empfehlen, Ihren Fall dem Kundendialog zu schildern, die können Ihnen evtl. auf dem Kulanzweg etwas erstatten.

kundendialog@bahn.de

Wenn ein Zug ausfällt, dann kann mit der nächsten Verbindung gefahren werden. Wären Sie dadurch mehr als 60 Minuten später in München angekommen, dann hätten Sie einen Entschädigungsanspruch von 25% (ab 120 Minuten 50%) des Fahrpreises. Auch hätten Sie bei mehr als 60 Minuten Verspätung von der Fahrt zurücktreten können und hätten den kompletten Ticketpreis erstattet bekommen.

Die Nutzung alternativer Verkehrsmittel (PKW, Taxi) ist nur vorgesehen, wenn es sich um die letzte Verbindung des Tages handelt und der Zielbahnhof vor Mitternacht anders nicht mehr erreicht werden kann.

„ Welche Entschädigung steht mir zu“
-> In Ihrem Fall leider keine.

„Im entsprechenden Fahrgastrechteformular gibt es dazu kein ankreuzbares Feld.“
-> Das Servicezentrum Fahrgastrechte ist für die Entschädigung von Verspätungen ab 60 Minuten am Zielort zuständig. Da Sie letztlich durch die Autofahrt nach Hamburg den Zug noch bekommen haben, entfällt Ihr Entschädigungsanspruch.
Da Ihr Fall kein Fall für die Fahrgastrechte ist, gibt es dafür auch kein Feld. (Ansonsten muß ein Entschädigungsantrag zwar schriftlich gestellt werden, es geht aber auch formlos. Das Formular muß nicht unbedingt genutzt werden.)

Eventuell kommt Ihnen die Bahn aus Kulanz etwas entgegen. Einen Anspruch darauf haben Sie nicht.
Wie hier schon geschrieben wurde, ist der Ansprechpartner der Kundendialog. Nutzen Sie dafür dieses Formular https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm... oder die von Ghize bereits genannte Mailadresse.

Rechnen Sie mit einer mehrwöchigen Bearbeitungszeit im zweistelligen Bereich, da coronabedingt derzeit sehr viele Anfragen zu bearbeiten sind.

kabo
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Ich hatte Mal einen vergleichbaren Fall und da hat mir das Servicenter Fahrgastrechte anstandslos den anteiligen Ticketpreis für den nicht genutzten Abschnitt erstattet.

Kiel-Hamburg dürfte grob über den Daumen etwa 15% der Strecke Kiel-München ausmachen. Ich würde daher mit einer Erstattung von etwa 15% des Ticketpreises rechnen.

Anspruch auf Kilometergeld für den PkW besteht tatsächlich nicht. Sie hätten einfach mit dem nächsten Zug fahren können. Wenn Sie dadurch verspätet im München angekommen wären, hätten Sie eine Verspätungsentschädigung erhalten. Auf das Argument, dass durch die PkW-Nutzung die DB die Verspätungsentschädigung gespart hat, lässt sich die DB nicht ein.

Nun die Frage, wie man das beantragt:
Man muss das Fahrgastrechteformular nicht nutzen, sondern man kann seine Reklamation auch selbst formulieren. Empfehlenswert ist das aber nicht. Die (nicht repräsentative) Erfahrung zeigt: Wenn man das Formular nicht nutzt, geht's häufig schief. Besser: Das Formular so weit wie möglich / sinnvoll ausfüllen, dann einen Zettel beilegen, wo das Problem kurz, knapp aber präzise beschrieben wird, optimalerweise gleich mit der Angabe, was man als Entschädigung erwartet (hier: anteilige Erstattung des nicht genutzten Abschnittes Kiel-Hamburg).