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Grundlegende Frage zu Anschlußtickets / Anschlußfahrkarten

Hallo,

ich habe auf einer Strecke mit den Bahnhöfen A, B, C und D ein beliebiges Zeitticket von A nach C, egal ob von der DB oder einem Verkehrsverbund (es könnte sich dabei aber auch um einen Schwerbehindertenausweis mit Wertmarke für Deutschland handeln, wobei C noch in Deutschland liegt und D im Ausland). Nun möchte ich über den Bereich meiner Zeitfahrkarte (oder Wertmarke) über C nach D einmalig hinausfahren...
Hält der Zug in C sehe ich kein Problem und kaufe einfach noch ein Ticket von C nach D.
Was aber, wenn der Zug von A oder B nach D fährt ohne in C zu halten? Geht das dann genauso, also zum gleichen Preis? Wenn ja, auch in der umgekehrten Richtung (Rückfahrt)?

Es wäre auch mal interessant wo diese Problematik in den Tarifbestimmungen der DB erklärt ist (zumindest für deren Zeitkarten). Bei den Verkehrsverbünden gibt es hoffentlich keine unterschiedlichen Regelungen; so eine Zeitkarte kann ja auch eine Tageskarte sein und man möchte nur 1x darüber hinaus fahren, es sich dabei aber nicht lohnt gleich die ganze nächste Zone mit zukaufen...

SvRu

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kabo
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"Hält der Zug in C sehe ich kein Problem und kaufe einfach noch ein Ticket von C nach D."
-> Richtig.
Auch dabei kann es schon Probleme geben, denn einige Verbünde verbieten das "Aneinanderstückeln" eines DB-Tickets und eines Verbund-Tickets, so dass es nicht reicht, dass der Zug in C hält, sondern man müsste als Fahrgast sogar in C aussteigen, wobei es aber nicht verboten wäre, sofort wieder einzusteigen. Besonders negativ sind in diesem Zusammenhang Verkehrsverbünde in Brandenburg und Sachsen aufgefallen.

"Was aber, wenn der Zug von A oder B nach D fährt ohne in C zu halten?"
-> Dann braucht man im Regelfall ein Ticket von A oder B nach D.
Grundregel: Falls nicht ausdrücklich anders erlaubt, kann man unterschiedliche Tickets nur in Bahnhöfen "aneinanderstückeln", in denen der Zug auch hält.

"Bei den Verkehrsverbünden gibt es hoffentlich keine unterschiedlichen Regelungen"
-> Sie glauben auch an den Weihnachtsmann, oder?
Natürlich gibt es da unterschiedliche Regelungen. Wäre ja sonst zu einfach. Und wenn die Regelungen überall gleich wären, könnte ja jemand fragen, warum man überhaupt so viele Verkehrsverbünde braucht ...

Hallo,

wie kabo schon richtig geschrieben hat, benötigen Sie im 2. Fall ein Ticket ab dem letzten Bahnhof im Geltungsbereich der Zeitkarte/Tagesticket an dem der Zug planmäßig hält. /ni

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Danke für die ersten Antworten. Ich könnte ja noch mit dem ganzen Durcheinander leben wenn man die Regelungen bei der DB oder den Verkehrsverbünden denn dann auch finden würde bzw. sie eindeutig wären.

So bin ich zur Zeit im Bereich von bodo.de und da steht:
"Die Preisstufe für den Anschlussfahrschein richtet sich nach der Fahrstrecke zwischen der Grenze des Geltungsbereichs der Zeitkarte und dem Ziel der Weiterfahrt."
Eigentlich eindeutig aber auch nicht sicher, genauso wie beim mvv-muenchen.de, der auch keine durchfahrenden Züge kennt, die es aber sehr wohl gibt!

Was kabo schreibt widerspricht dem ja nun quasi... :-(

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kabo
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Der MVV München hat in den Beförderungsbedingungen aber eine erfrischend klare Regelung zum "einbrechenden / ausbrechenden Verkehr" (so nennt man Fahrten, die von außerhalb des Verbundes in den Verbund hineinführen bzw. von innerhalb des Verbundes zu einem Ziel außerhalb herausführen):
Es ist ein zusätzliches Ticket bis / ab dem letzten Bahnhof des MVV erforderlich, an dem der Zug tatsächlich hält - Nr. 1.6 der MVV-Tarifbestimmungen.

kabo
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Nachzulesen hier:
https://www.mvv-muenchen.de/tickets/tarifstruktur/befoerd...
Seite 25 unten / 26 oben

kabo
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Und nun zu bodo:
Den Text, den Sie oben zitieren bezieht sich auf Anschlusstickets, bei den Start UND Ziel der Fahrt innerhalb des bodo-Gebiets liegen (also A, B, C UND D).
Für Fahrten von außerhalb des bodo-Gebiets in das bodo-Gebiet (einbrechend) oder aus dem bodo-Gebiet nach außerhalb (ausbrechend) sind durchgehende Fahrkarten erforderlich. D.h. die Kombination eines bodo-Tickets mit einem anderen Ticket bei einer durchgehenden Fahrt ist offiziell gar nicht erlaubt.
Das interessiert in der Praxis niemanden, wenn der Zug an der Tarifgrenze hält (in Ihrem Beispiel wäre das C). Sie hätten ja trotzdem für jeden Abschnitt der Fahrt ein gültiges Ticket und könnten in C aus- und wieder einsteigen.
Wenn der Zug in C aber gar nicht hält ist einfach offensichtlich, dass gegen die bodo-Beförderungsbedingungen verstoßen wurde.

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Nachzulesen hier:
https://www.bodo.de/service/downloadcenter.html
Tarifbestimmungen Seite 47

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Aja,

dann müssen wir aber bei der Betrachtung 2 völlig unterschiedliche Fälle unterscheiden:

  • ich verlasse den Gültigkeitsbereich des ticketverkaufenden Betreibers - oder -
  • ich verlasse den Gültigkeitsbereich des ticketverkaufenden Betreibers nicht!

Die Tarifbestimmungen des MVV hinsichtlich dem Verlassen sind eindeutig.
Bei den Tarifbestimmungen von BODO hinsichtlich des Verlassens (Ihr Verweis) steht eigentlich gar nichts.
Und innerhalb dieser beiden Verbünde?
Und was ist mit der DB? Ich finde auch mit den neuen Begrifflichkeiten nicht wirklich was, bzw., da es sich ja dann schon über grenzüberschreitenden Verkehr handelt, gar nichts.

Es ist wirklich nicht einfach. Speziell die Duldung von Bahnhof C mit "theoretischem" Aus- und Wiedereinsteigen finde ich einfach nur affig. Genauso wie Leute aus der S-Bahn springen und schnell stempeln... der MVV hat mir dazu einmal gesagt, daß das nicht nötig ist; einfach die Anschlußfahrkarte bei der letzten normalen Möglichkeit stempeln und dann mit der Zeitkarte zusammen vorzeigen (diese Regelung hatte ich aber damals auch nicht in dessen Tarifbestimmungen gefunden).

Aber trotzdem danke, auch für die Begrifflichkeiten (aus- und einbrechender Verkehr). Die Zeit, die man dafür aufwendet, das alles zu verstehen... spart man sich doch viel wenn man einfach auf die sicherere Variante setzt (und viel Ärger und Nerverei erspart = Ziel erreicht (aus Sicht der Verkehrsverbünde ;-))

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kabo
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Letztendlich geht es ums Geld.
Fahrkarten innerhalb eines Verkehrsverbundes werden anders (meist stärker) subventioniert.
Die Subventionen sollen daher nur Kunden zugute kommen, die komplett innerhalb des Verbundes fahren, aber nicht Kunden, die einbrechend / ausbrechend fahren.
Das Aneinanderstücken von Verbundticket und DB-Ticket für einbrechende / ausbrechende Fahrten wird daher von den meisten Verbünden nicht erlaubt. Die Kunden sollen für den ganzen Weg ein DB-Ticket kaufen. Der MVV ist da eine löbliche Ausnahme.