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Wirklich sicher reisen während Corona?

Hallo,
ich habe zwei Sitzplätze an einem 4er Tisch reserviert, in einem IC und jetzt gesehen, dass zwei weitere Fahrgäste genau die beiden Plätze neben mir reserviert haben. Im Zug, sogar im selben Waggon, waren noch genügend freie Plätze, unter anderem auch 4er Plätze mit Tisch, frei. Ich würde es um einiges sinnvoller finden, wenn es nicht möglich wäre, sich an einem 4er Plätze dazu zu buchen, vor allem, wenn noch genügend freie Plätze zur Verfügung stehen. Zwar gibt es eine Maskenpflicht, aber diese wird oft nicht eingehalten, was ich selbst schon oft miterlebt habe. Ich habe auch schon öfter gehört, da das Essen erlaubt ist, dass einige vorgeben, die ganze Fahrt über zu "essen". Zudem ist das Abstand halten an einem 4er Sitzplatz natürlich nicht möglich. Ich frage mich deshalb, ob das Bahnfahren überhaupt sicher sein kann, wenn jegliche Sicherheitsmaßnahmen nicht möglich sind, oder überhaupt eingehalten werden können. Kann man sich so überhaupt sicher fühlen, wenn man mit der Bahn unterwegs ist und es dann ja wahrscheinlich ein hohes Ansteckungsrisiko geben wird?

UrsulaKlein
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Braunschweiger
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Vor Fahrtbeginn kann die Reservierung einmal kostenfrei umgetauscht werden.
Sicher fühlen können Sie sich - oder auch nicht, das können wir nicht beeinflussen.
Ich nutze jeden Tag vier Züge und fühle mich sicher - auch im Vergleich zum Pendeln auf der A2, da kommt es nach wie vor zu Unfällen.

Hallo UrsulaKlein, wir setzen alles daran, dass Sie sich während Ihrer Reise wohl und sicher fühlen. Leider können wir aber nicht immer und in allen Zügen den empfohlenen Mindestabstand garantieren. Um Ihnen und Ihren Mitreisenden dennoch den bestmöglichen Schutz zu bieten, haben sich die Bundesländer auf die Einführung einer Maskenpflicht in der Bahn deutschlandweit verständigt und diese in ihren jeweiligen Verordnungen umgesetzt. Wir appellieren an Sie, diese Pflicht und die bestehenden Verordnungen zum Schutz aller Kunden und DB-Mitarbeiter*innen zu beachten. Wir setzen weiter auf die Kooperation, das Verständnis und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Fahrgäste.

Wir achten im Buchungsprozess auf eine gleichmäßige Auslastung der Züge und halten im ganzen Zug ausreichend Sitzplätze ohne Reservierungen vor. Da wir aber ein offenes System haben, bei dem Reisende mit Flexpreisen, einer BahnCard 100 oder einer Monatskarte jede Reiseverbindung für die gebuchte Relation nutzen können, kann es immer - auch ohne Reservierung - vorkommen, dass ein*e Reisende*r nehmen Ihnen Platz nimmt. Daher ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch so wichtig. Es stimmt zwar, dass man im Zug auch Essen und natürlich Trinken zu sich nehmen kann und man dafür die Mund-Nase-Bedeckung abnehmen muss, das Essen und Trinken soll aber nicht über mehrere Stunden vollzogen werden, sondern schnellstmöglich. Sollten Sie sich im Zug unwohl mit Ihren Mitreisenden fühlen, wenden Sie sich bitte an unsere Kolleg*innen im Zug, diese können Ihnen unter Umständen andere Plätze zuweisen. Liebe Grüße /jn

Leo
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Bisher war statistisch gesehen, Bahnfahren wesentlich sicherer als Autofahren:

https://www.merkur.de/reise/sicherste-verkehrsmittel-welt...

Aber jetzt wird man immer mehr von immer rücksichtsloseren Mitreisenden gefährdet.

„Es stimmt zwar, dass man im Zug auch Essen und natürlich Trinken zu sich nehmen kann und man dafür die Mund-Nase-Bedeckung abnehmen muss, das Essen und Trinken soll aber nicht über mehrere Stunden vollzogen werden, sondern schnellstmöglich.“

Letztes Beispiel vor 4 Tagen, am letzte Geltungstag eines gewonnenen Guten-Tag-Tickets: Ein junger Mitreisender in der Nähe nippte durstig während seiner ganzen langen 11-Minuten-Fahrt von Bad Aibling nach Rosenheim an seinem Kaffee. Das erzeugte natürlich ein ungutes Gefühl zusätzlich zu der nur 20km von meinem Hauptwohnsitz stets aufkommenden unguten Erinnerung:

https://www.sueddeutsche.de/bayern/zugunglueck-bad-aiblin...

Auf solche Randbedingungen hat man natürlich als Reisender keinen Einfluss, genauso wenig wie auf die lange Zeit im Osten zu teure Indusi zumindest in der Basis-Version von 1935 vor in Rüsselsheim gegebenem PZB90-Anlass:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/zugunglueck-bei-ho...

http://www.et420-online.de/2010-02-02_memoriam.php

„dass zwei weitere Fahrgäste genau die beiden Plätze neben mir reserviert haben. Im Zug, sogar im selben Waggon, waren noch genügend freie Plätze, unter anderem auch 4er Plätze mit Tisch, frei. Ich würde es um einiges sinnvoller finden, wenn es nicht möglich wäre, sich an einem 4er Plätze dazu zu buchen“

Das ist wirklich logisch nicht ganz nachzuvollziehen: Es sollen nur noch 50% der Plätze reserviert werden, oder gilt das etwa nicht mehr? Die größte Ansteckungsgefahr geht von einer direkt daneben sitzenden Person aus. Dann wäre folgendes Vorgehen doch am einfachsten und sinnvollsten:

1. Einzelplätze können nicht am Tisch reserviert werden, sondern nur an einem Doppel- oder Einzelsitz. Der Nebenplatz wird dann für die Reservierung gesperrt.

2. Zu zweit Reisende können einen kompletten Doppelsitz oder aber zwei Plätze am Tisch reservieren, die anderen beiden Plätze werden dann für die Reservierung gesperrt.

3. Die wenigen Abteil-Plätze können nur von mindestens 3 gemeinsam Reisenden reserviert werden, sofern es noch genügend Plätze im Großraumwagen gibt.

Sollte der Zug wirklich so leer bleiben, kann man sich natürlich einfach an einen anderen Platz setzen – und zur Not den Wagen wechseln, wenn rücksichtslose Mitreisende ohne Maske in der Nähe sitzen. Aber mit volleren Zügen und sinkender Bereitschaft zum korrekten Maskentragen wird das im Laufe der Zeit natürlich immer schwieriger...

Autofahren ist in normalen Zeiten in Summe zwar wesentlich unsicherer als Bahnfahren, aber dabei bin ich den Randbedingungen nicht weitgehend hilflos ausgeliefert, sondern kann Risiken wie Glätte, Dunkelheit, Übermüdung gezielt vermeiden – was für mich als Rentner voll und ganz zutrifft, auf Pendler mit langen Wegen natürlich eher nicht:

„Ich nutze jeden Tag vier Züge und fühle mich sicher - auch im Vergleich zum Pendeln auf der A2, da kommt es nach wie vor zu Unfällen.“

Ich vermeide möglichst schlechtes Wetter (weshalb wir auch schon gestern statt heute von meinem Haupt- zu meinem Nebenwohnsitz ohne Bahnanschluss fuhren) und verteile längere Fahrten im Winter auf 2 Tage mit einer Übernachtung an einem interessanten Ort. OK, die Zeit hat natürlich nicht jeder… Wenn ich nicht gerade von Dränglern genötigt werde, fahre ich oft auch nicht schneller als echte 100km/h bis 120km/h – und halte ausreichend Abstand:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Ver...

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Ver...

Als älterer Gefährdeter der Riikogruppe, der viele negative Einflüsse wie Stoßzeiten, Dunkelheit und Glätte weitgehend meiden kann, fühle ich mich z.Z. im Auto wesentlich sicherer als in der Bahn.

Die sicherste Variante im Rahmen der Statistik ist es natürlich, für sich selbst die Personenkilometer pro Jahr zu reduzieren und sich alle Fahrten möglichst zu verkneifen:

„Der einzige sichere Ort derzeit sind die eigenen vier Wände. Aber selbst da lauern mögliche Unfälle.“:

https://www.spiegel.de/panorama/unfaelle-im-haushalt-fast...

MartinaBahn2
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Ich teile Ihre Sorge, da es mir um meine Verwandten genauso geht. Wie soll jemand aus der Risikogruppe reisen können, wenn man keine Ahnung hat, ob der Nebenplatz belegt sein wird?
Bei unserer aktuellen Buchung ist der Nebenplatz "nicht reservierbar", mir unklar, ob schon bebucht oder warum nicht reservierbar. Auf jeden Fall ein ungutes Gefühl, wenn bei einer 4 stündigen Fahrt sich jemand mit Corona daneben setzen sollte.

Ich bin frustriert, dass ich - trotz Suche - so wenig Meinungen dazu finde. Ja, ich habe verstanden, dass die Bahn "keine Plätze der Reservierung vorenthält". Aber mit fehlt die Diskussion um Vor-/Nachteile. Irgendwer hat behauptet, dass sich viele Bahnfahrer gegen eine Reservierungspflicht aussprechen. Wenn ja, warum?

Meine bevorzugten Coronamaßnahmen (für Langstrecken) wären:

  • Begrenzung der Fahrgäste (technisch schwierig beim Ein- und Aussteigen, da die reservierten Gäste auf jeden Fall Zutritt bekommen müssten) -> das hieße vereinfacht, dass generell nur noch reservierte Gäste zusteigen dürften ...
  • Eng beieinander liegende Plätze können nur im selben Reservierungsprozess bzw. für dieselbe Buchung bebucht werden. Nach Abschluss einer Sitzplatzreservierung sind eng dazuliegende Plätze für eine weitere Buchung gesperrt.
  • Freie Sitzplatzwahl im Zug bleibt vorhanden, aber nur unter Einhaltung der Regel, dass man entweder auf dem gebuchten Platz sitzen bleibt oder - falls Wechsel - keinen Platz einnehmen darf, der eng neben einer anderen Person ist.
  • Bahnpersonal bekommt Befugnis, Personen umzusetzen, die zu eng sitzen und nicht aus derselben "Gruppe" sind.
  • Bahnpersonal bekommt Befugnis, Personen zum Maske Tragen zwingend aufzufordern (siehe Forderung der Grünen), ansonsten Verweis aus dem Zug beim nächsten Halt.
  • Als Fahrgast freiwillig auf Randzeiten ausweichen, zu denen kaum jemand Langstrecke fährt (z.B. 6 Uhr morgens am WoE) -> mache ich teilweise

Danke an alle, die NICHT ironisch antworten. Mir ist klar, dass keiner Zug fahren muss und man auch an anderen Krankheiten sterben kann. Aber solche Kommentare stören nur den Dialog.

Braunschweiger
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Begrenzung der Fahrgäste (technisch schwierig beim Ein- und Aussteigen, da die reservierten Gäste auf jeden Fall Zutritt bekommen müssten) -> das hieße vereinfacht, dass generell nur noch reservierte Gäste zusteigen dürften ...
Problematisch, da Fahrgäste die wegen Verspätung eines Anschlusszuges "ihren" ICE nicht bekommen erst dann weiterfahtren könnten, wenn mal wieder ein Platz in die passende Richtung frei ist. Das verlagert die Überfüllung dann auf die Bahnsteige / Bahnhöfe.

Eng beieinander liegende Plätze können nur im selben Reservierungsprozess bzw. für dieselbe Buchung bebucht werden. Nach Abschluss einer Sitzplatzreservierung sind eng dazuliegende Plätze für eine weitere Buchung gesperrt.
Wenn 1,5 m Abstand in jede Richtung garantiert werden soll werden bei der Buchung von einem Fensterplatz so fünf weitere Plätze gesperrt - nämlich die Reihen davor, dahinter und der Platz daneben. Damit kann dann ein ICE 1 noch zwei Leute je Abteil und zehn Personen im Großraum mitnehmen. 16 Personen je Wagen ist zu wenig um alle Menschen zu befördern, die an ihr Ziel müssen.

Freie Sitzplatzwahl im Zug bleibt vorhanden, aber nur unter Einhaltung der Regel, dass man entweder auf dem gebuchten Platz sitzen bleibt oder - falls Wechsel - keinen Platz einnehmen darf, der eng neben einer anderen Person ist.
Wenn unter den Bedingungen noch ein anderer Platz zu finden ist spricht da nichts gegen.

Bahnpersonal bekommt Befugnis, Personen umzusetzen, die zu eng sitzen und nicht aus derselben "Gruppe" sind.
Die Befugnis hat das Personal jetzt schon. In der aktuellen Lage braucht es das nicht, weil kein Abstand vorgeschrieben ist. In ihrem Szenarion braucht es das auch nicht, weil keine freien Plätze mehr da sind.

Bahnpersonal bekommt Befugnis, Personen zum Maske Tragen zwingend aufzufordern (siehe Forderung der Grünen), ansonsten Verweis aus dem Zug beim nächsten Halt.
Das ist tatsächlich eine spannende Frage. Bei "Fahrkarten-Verweigerern" geht das ja auch schon. Das die DB es bei "Masken-Verweigerern" nicht machen will hat offenbar andere Gründe.

Als Fahrgast freiwillig auf Randzeiten ausweichen, zu denen kaum jemand Langstrecke fährt (z.B. 6 Uhr morgens am WoE) -> mache ich teilweise
Das ist eine kluge Entscheidung. Wenn man nicht zu festen Arbeitszeiten pendeln muss sichert das recht leere Züge.

MartinaBahn2
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@NRW, danke für Ihre Auskunft. Bleibt weiterhin die Frage, WARUM die Bahn das offene System beibehalten will/muss? Können Sie das auch begründen?

@Braunschweiger, danke für Ihre Details:

Richtig, Verspätungen und ausgefallene Züge führen meine Reservierungspflicht ad absurdum führen.

>16 Personen je Wagen ist zu wenig um alle Menschen zu befördern, die an ihr Ziel müssen.
Stimmt!
1. Wenn aber jede Zugverbindung potentiell beliebig voll werden kann, dann können die Menschen, die kein Risiko eingehen wollen, gar nicht mehr transportiert werden. (Oder eben nur zu extremen Randzeiten oder in der 1. Klasse. Garantiert ist der Mindestabstand aber auch dort nicht. Für die Risikogruppe echt ein Problem.)
2. Die 16 Personen rentieren sich auch finanziell nicht. Aber das Problem haben alle Arztpraxen, Geschäfte und Hotels, die nicht alle oder gar keine Patienten, Kunden oder Gäste mehr annehmen wegen Corona-Einschränkungen. Da bleiben die "nicht Bedienten" auf der Strecke und die anderen verdienen kein Geld. Trotzdem haben diese Einrichtungen die Beschränkungen einzuhalten. (Motto: Man weiß nicht, ob man rein kommt, aber wenn ja, dann einigermaßen Corona-sicher.)
3. Ihre Rechnung, dass 1 Person 5 weitere Plätze blockiert, stimmt leider nicht. Die beiden Plätze vor Fahrgast A sind zugleich die blockierten Plätze hinter Fahrgast B. Deshalb sollte man sie nicht doppelt zählen. Aber es bleiben ca. 3 weitere Plätze blockiert durch 1 Fahrgast. Da haben Sie recht.

In der aktuellen Lage braucht es das nicht, weil kein Abstand vorgeschrieben ist. In ihrem Szenarion braucht es das auch nicht, weil keine freien Plätze mehr da sind.

Dass kein Mindestabstand vorgesehen ist, ist ja gerade meine Kritik.
Warum bei meinem Szenario kein freier Platz das ist, verstehe ich nicht. Es könnten noch freie Plätze da sein oder auch nicht. (Frei meint: nicht belegt und nicht eng anliegend zu einer anderen Person)

Schönen gesunden, sonnigen Tag mit Arbeit, Bahn und sonstigem!