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Frage beantwortet

Darf ich gegenüber anderen Kunden auf Sicherheitsabstand bestehen (nicht zulassen, dass sich jemand neben mich setzt)?

Demnächst möchte ich nach langen Monaten meine Eltern, die gleich mehreren Risikogruppen angehören, besuchen und ihnen selbstverständlich keinen Virus mitbringen. Ohne Auto geht das leider nur mit der Bahn. Ich habe daher auch den Sitz neben mir reserviert, aber darf ich diesen auch anderen Fahrgästen gegenüber verteidigen, selbst wenn der Zug voller als erwartet sein sollte? Leider muss ich einen Teil mit Regionalzügen bewältigen, darf ich auch dort, falls verfügbar, zwei Sitze einnehmen und verteidigen?
Dass ich mit dieser Verteidigung leider allein gelassen werde, habe ich in diesem Forum schon gelesen, kann aber verstehen, dass das Zugpersonal sich diesem Risiko nicht aussetzen möchte (in Frankreich wurde ja schon ein Busfahrer ermordet, weil er auf das Tragen einer Maske bestand). Da hier anscheinend andere Bahnfahrer mitlesen: Welche Erfahrungen mit dem Sicherheitsabstand gibt es, wie verhalten sich die Fahrgäste beispielsweise in den Gängen, halten sie da Abstand? In den Supermärkten ist das ja leider nicht mehr der Fall ...

Alais
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Heinz1
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"Ich habe daher auch den Sitz neben mir reserviert"

Der Sitz wird nach 15min wieder freigeben wenn er nicht besetzt wird, das Geld hätten sie sich sparen können.

"aber darf ich diesen auch anderen Fahrgästen gegenüber verteidigen, selbst wenn der Zug voller als erwartet sein sollte?"

Nein, sie haben nur Anrecht auf einen Sitzplatz, wenn sich jemand neben sie setzten möchte dürfen sie den Sitz nicht blockieren.

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Heinz1
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"Ich habe daher auch den Sitz neben mir reserviert"

Der Sitz wird nach 15min wieder freigeben wenn er nicht besetzt wird, das Geld hätten sie sich sparen können.

"aber darf ich diesen auch anderen Fahrgästen gegenüber verteidigen, selbst wenn der Zug voller als erwartet sein sollte?"

Nein, sie haben nur Anrecht auf einen Sitzplatz, wenn sich jemand neben sie setzten möchte dürfen sie den Sitz nicht blockieren.

kabo
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"Ich habe daher auch den Sitz neben mir reserviert, aber darf ich diesen auch anderen Fahrgästen gegenüber verteidigen, selbst wenn der Zug voller als erwartet sein sollte? Leider muss ich einen Teil mit Regionalzügen bewältigen, darf ich auch dort, falls verfügbar, zwei Sitze einnehmen und verteidigen? "
-> 2x nein

"Welche Erfahrungen mit dem Sicherheitsabstand gibt es, wie verhalten sich die Fahrgäste beispielsweise in den Gängen, halten sie da Abstand?"
-> Da die Gänge ohnehin nur 60-70 cm breit sind, kann man den Sicherheitsabstand gar nicht einhalten, selbst wenn man maximalen guten Willen zeigt.

FreiherrvonS
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Hallo,
ich muss den vorigen Antwoten leider zustimmen.
Allerdings muss ich sagen, dass es trotzdem nicht ganz sinnlos ist, den Sitz zu reservieren, da dann kein anderer ihn vor Reiseantritt reservieren kann. Das reduziert die Chance, dass der Platz besetzt wird.

Zudem zeigt meine Erfahrung von mehreren Fahrten in Oberbayern, dass die meisten Mitreisenden, wenn man sie freundlich bittet, Abstand zu lassen, sich darauf einlassen und einen anderen Platz wählen.

Was für mich unbeantwortet bleibt: Warum führt die DB während der Zeit der Pandemie keine Reservierungspflicht ein? Dadurch könnte man den Abstand zwischen Reisenden, die nicht einer Familie angehören (die müssten im Zweifel eine gemeinsame Reservierung tätigen) erhöhen.

kabo
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Wenn es eine Reservierungspflicht gäbe, wäre weder spontanes noch flexibles Reisen möglich. Kunden, die flexibel sein möchten, sind aber mit die größte Kundengruppen: Berufspendler, die morgens noch nicht genau wissen, wann sie abends Feierabend haben werden und Geschäftsreisende, die kurzfristig nach Bedarf fahren. Die müssten ja dann immer das Auto nehmen, weil sie entweder nicht rechtzeitig reservieren können, oder nicht nach Hause kommen, wenn der Zug ausreserviert wäre.
Ich fahre beruflich auch oft zu Auswärts-Terminen, bei denen ich vorher nicht weiß wie lange es dauert. Ich kann also nicht vorher reservieren. Wäre der Zug auf dem Rückweg reservierungspflichtig könnte ich nicht mitfahren. Für mich ist es also wichtig, dass ich in jedem Zug auch ohne Reservierung mitfahren darf.

FreiherrvonS
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Hallo kabo,

Ich bin auch persönlich kein Freund von Reservierungen und reserviere selbst so gut wie nie (außer im Sprinter nach Berlin), aber in der Pandmie halte ich es trotzdem für sinnvoll, eine Reservierungsplicht einzuführen.
Man kann im Übrigen shcon jetzt Reservierungen beliebig, nach Verfügbarkeit, umtauschen oder kostenfrei stornieren, wenn sie nicht mit dem Ticket mit gebucht sind.
Ein Berufspendler, der nicht sicher ist, wann er zurück fährt, könnte als im Zweifel zwei oder drei Züge reservieren und die Reservierungen kurz vor Abfahrt noch schnell stornieren, wenn er sie nicht benötigt.

Alais
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Nachtrag: Meine Bahnreise verlief aufgrund halbleerer Züge gut, von einem Besuch bei meinem Vater, der mittlerweile im Krankenhaus liegt (nicht wegen Covid), habe ich aber dennoch sicherheitshalber Abstand genommen. Ich möchte FreiherrvonS und seiner Aussage "Allerdings muss ich sagen, dass es trotzdem nicht ganz sinnlos ist, den Sitz zu reservieren, da dann kein anderer ihn vor Reiseantritt reservieren kann. Das reduziert die Chance, dass der Platz besetzt wird." im Übrigen zustimmen. Man kann auf diese Weise zwar nicht verhindern, einen Sitznachbarn zu haben, aber man kann so die Gefahr reduzieren und das ist in diesen Zeiten schon sehr viel wert.

kabo
kabo

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"Man kann im Übrigen shcon jetzt Reservierungen beliebig, nach Verfügbarkeit, umtauschen oder kostenfrei stornieren, wenn sie nicht mit dem Ticket mit gebucht sind."
-> Das ist nicht richtig. Man kann Reservierungen nicht beliebig, sondern einmalig umtauschen. Und kostenfrei stornieren kann man Reservierungen auch nicht. Das für die Reservierung gezahlte Geld wird nicht erstattet, auch nicht bei separat vom Ticket gekauften Reservierungen.

"Ein Berufspendler, der nicht sicher ist, wann er zurück fährt, könnte als im Zweifel zwei oder drei Züge reservieren und die Reservierungen kurz vor Abfahrt noch schnell stornieren, wenn er sie nicht benötigt."
-> Das wird aber nicht nur teuer (jeden Tag ins blaue mehrere Züge zu reservieren, nur um einen davon eventuell nutzen zu können); man nimmt auch anderen Reisenden die Plätze weg, wenn man sinnlos reserviert, ohne zu wissen, ob man den Platz braucht.

Mein Arbeitgeber würde unter diesen Bedingungen alle Dienstreisen auf PkW umstellen.

Ich bin auch persönlich davon überzeugt, dass das flexible System, dass man jederzeit mit jedem Zug fahren kann - auch ohne Reservierung - eine große Stärke des deutschen Bahnsystems ist. Ohne diese Flexibilität wird die Bahn nie dem Auto (das ja voll flexibel ist) Marktanteile abjagen und die ökologische Verkehrswende wird nie gelingen.