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Frage beantwortet

Semesterticket (inkl. ICE) + Sparpreis, Fahrgastrechte bei Verspätung?

Hallo,

wenn man mit dem Semesterticket den Nahverkehr bis zum Bahnhof X nutzt und ab dort einen Sparpreis gebucht hat, scheint es ja so zu sein, dass man bei Verpassen des Anschlusses keine Fahrgastrechte hat.

Ändert sich da etwas dran, wenn das Semesterticket die Nutzung des Fernverkehrs erlaubt, man also bis zum Bahnhof X den ICE nehmen kann? Wenn dann der Sparpreis-Anschluss in X verpasst wird, kann dann der nächste Zug genutzt werden?

Ich befürchte ja, dass auch hier das Problem der fehlende durchgehende Beförderungsvertrag ist. Allerdings kann ich das nicht so richtig nachvollziehen... Das würde ja heißen, dass das Semesterticket nur einen Nutzen hat, wenn das beabsichtige Ziel auch innerhalb des Gültigkeitsgebiets liegt. Muss man dagegen regelmäßig über die Grenze hinaus fahren, wäre das Semesterticket fast komplett nutzlos. Zudem im Preis ein Anteil für die Fernverkehrs-Nutzung ist, der das Semesterticket nochmal ordentlich teurer macht.

Das Ticket vom Startbahnhof zu lösen, macht das ganze mal nur 5€, gerne aber auch mal 15-20€ teurer. Finde das alles ziemlich frustierend und hoffe, dass es da irgendeine andere Lösung für gibt.

Danke und viele Grüße

Kaffee123
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Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

„Das würde ja heißen, dass das Semesterticket nur einen Nutzen hat, wenn das beabsichtige Ziel auch innerhalb des Gültigkeitsgebiets liegt.“
-> Genau dafür ist das Semesterticket gedacht. Je nach Hochschule gilt das Ticket innerhalb eines Verbundes, eines Landes manchmal auch nur eines Verkehrsbetriebes. Es soll insbesondere die Nutzung des Nahverkehrs im Umkreis des Studienortes attraktiver machen. Studenten die regelmäßig außerhalb des Geltungsbereiches pendeln, können Schülerwochen- oder Monatskarten nutzen.

Kauft man eine Fahrkarte so schließt man einen Beförderungsvertrag ab. Mit dem Semesterticket hat dieser Vertrag nicht zu tun und muß eigenständig betrachtet werden. Kauft man ein zugebundenes Ticket und tritt die Fahrt am Reisetag nicht an (z.B. weil man wegen Verspätung eines nicht auf dem Ticket gebuchten Zuges den Fernzug verpasst) verfällt das Ticket.

„Das Ticket vom Startbahnhof zu lösen, macht das ganze mal nur 5€, gerne aber auch mal 15-20€ teurer. Finde das alles ziemlich frustierend“
-> Ob man einfach das Risiko eingeht oder das Ticket gleich vom tatsächlichen Startort bucht, muß jeder für sich entscheiden. Als Alternativen käme noch die Buchung eines Flexpreistickets oder ein großer Zeitpuffer beim Umsteigen in Betracht.

„ Zudem im Preis ein Anteil für die Fernverkehrs-Nutzung ist, der das Semesterticket nochmal ordentlich teurer macht.“
-> Das ist aber das Problem des Semestertickets an sich. Mit anderen Fahrkarten die Du kaufen willst, hat Dein Semesterticket ja nichts zu tun.

Wenn Du, was eigentlich nicht gewollt ist, für eine längere Fahrt mit zwei Tickets reisen möchtest, trägst Du das Risiko beim Anschlussverlust an der Schnittstelle.

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Ghize
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"Ich befürchte ja, dass auch hier das Problem der fehlende durchgehende Beförderungsvertrag ist."
=> So ist es, Sie haben 2 voneinander unabhängige Beförderungsverträge und damit keine durchgängigen Fahrgastrechte.

„Das würde ja heißen, dass das Semesterticket nur einen Nutzen hat, wenn das beabsichtige Ziel auch innerhalb des Gültigkeitsgebiets liegt.“
-> Genau dafür ist das Semesterticket gedacht. Je nach Hochschule gilt das Ticket innerhalb eines Verbundes, eines Landes manchmal auch nur eines Verkehrsbetriebes. Es soll insbesondere die Nutzung des Nahverkehrs im Umkreis des Studienortes attraktiver machen. Studenten die regelmäßig außerhalb des Geltungsbereiches pendeln, können Schülerwochen- oder Monatskarten nutzen.

Kauft man eine Fahrkarte so schließt man einen Beförderungsvertrag ab. Mit dem Semesterticket hat dieser Vertrag nicht zu tun und muß eigenständig betrachtet werden. Kauft man ein zugebundenes Ticket und tritt die Fahrt am Reisetag nicht an (z.B. weil man wegen Verspätung eines nicht auf dem Ticket gebuchten Zuges den Fernzug verpasst) verfällt das Ticket.

„Das Ticket vom Startbahnhof zu lösen, macht das ganze mal nur 5€, gerne aber auch mal 15-20€ teurer. Finde das alles ziemlich frustierend“
-> Ob man einfach das Risiko eingeht oder das Ticket gleich vom tatsächlichen Startort bucht, muß jeder für sich entscheiden. Als Alternativen käme noch die Buchung eines Flexpreistickets oder ein großer Zeitpuffer beim Umsteigen in Betracht.

„ Zudem im Preis ein Anteil für die Fernverkehrs-Nutzung ist, der das Semesterticket nochmal ordentlich teurer macht.“
-> Das ist aber das Problem des Semestertickets an sich. Mit anderen Fahrkarten die Du kaufen willst, hat Dein Semesterticket ja nichts zu tun.

Wenn Du, was eigentlich nicht gewollt ist, für eine längere Fahrt mit zwei Tickets reisen möchtest, trägst Du das Risiko beim Anschlussverlust an der Schnittstelle.

Thorbena
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"Ich befürchte ja, dass auch hier das Problem der fehlende durchgehende Beförderungsvertrag ist."
Da haben Sie absolut Recht! Es ist natürlich absurd, denn die DB sichert z.B. bei Verspätungen Anschlüsse auch nicht besser, nur weil jemand einen durchgehenden Beförderungsvertrag hat. Vielleicht wird die DB da vom Gesetzgeber nochmal in die Pflicht genommen.

„Es ist natürlich absurd, denn die DB sichert z.B. bei Verspätungen Anschlüsse auch nicht besser, nur weil jemand einen durchgehenden Beförderungsvertrag hat.“
-> Da hast Du etwas Mißverstanden. Es geht hier nicht um die Sicherung der Anschlüsse, es geht um die Fahrgastrechte. Bei einem durchgehenden Ticket kann man mit dem nächsten Zug weiterfahren, wenn ein Anschluss verpasst wird. Sind es zwei Tickets, dann ist es kein Anschluss, sondern zwei Züge die nichts miteinander zu tun haben. Wird der Zug auf dem zweiten Ticket verpasst, dann hat man Pech. Ob man den Zug nicht erreicht weil man verschlafen hat, mit dem Auto im Stau steht, die Straßenbahn ausgefallen ist oder ein Zug der nichts mit der gebuchten Verbindung zu tun hat verspätet ist, ist dabei völlig egal.

„Vielleicht wird die DB da vom Gesetzgeber nochmal in die Pflicht genommen.“
-> Das ist das derzeitige Europäische Recht, das hier greift. Es gibt auch im Rahmen des Europäischen Parlaments Überlegungen, dass die Fahrgastrechte bei einer Reisekette auch auf mehrere Beförderungsverträge ausgeweitet werden sollen. Aber das sind bisher nur Überlegungen.

Allerdings gewährt die Deutsche Bahn schon jetzt Fahrgastrechte bei einer Fahrt mit mehreren Beförderungsverträgen wenn die Tickets zusammen gebucht wurden und eine durchgehende Ausstellung von Tickets nicht möglich war.

Das ist hier aber nicht der Fall. Hier sollen ja Fahrkarten gestückelt werden um das Tarifsystem der DB zu umgehen. Die Möglichkeit ein durchgehendes Ticket zu buchen und damit die ganz normalen Fahrgastrechte in Anspruch zu nehmen soll hier ja absichtlich nicht genutzt werden um des Preisvorteils Willen.

Nun könnte man über Studententarife statt Semesterticket nachdenken, allerdings ist diese Community nicht der Ort dafür, da hier kein Diskussionsforum ist. Die gestellte Frage ist inzwischen wohl beantwortet.

Thorbena
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@Joeopitz
Hab mich köstlich amüsiert! ,,2 Züge, die nichts miteinander zu tun haben". Stimmt, genau, deswegen spuckt die Fahrplanauskunft diese Verbindung aus, weil die nichts miteinander zu tun haben. Merken Sie selber, oder? Man kann sich aber auch alles schön reden.
Außerdem ist der Vorwurf, man wollte das Tarifsystem ,,umgehen" doch schon frech. Es ist einfach sehr normal, nicht für Dinge doppelt zu bezahlen.

Auch wenn Sie es nicht begreifen, ist es schön dass Sie sich trotzdem darüber amüsieren.
„ deswegen spuckt die Fahrplanauskunft diese Verbindung aus, weil die nichts miteinander zu tun haben. Merken Sie selber, oder?“
-> Ich merke, das Sie immer noch nicht verstehen oder verstehen wollen worum es geht. Natürlich sind es zwei Züge einer Verbindung. Aber wenn ich für die Benutzung des einen Zuges einen Beförderungsvertrag abgeschlossen habe und für die Benutzung des zweiten Zuges unabhängig davon einen zweiten Vertrag abschließe dann hat der erste Zug nichts mit der im zweiten Vertrag vereinbarten Beförderungsleistung zu tun.

Bekomme ich den zweiten Zug nicht dann verfällt das Ticket ersatzlos wenn es an den nicht erreichten Zug gebunden ist. Damit ist das Geld für das zweite Ticket futsch. Es ist komplett zum Fenster hinausgeworfen. Mir völlig unverständlich, wie Sie einen solchen Verlust als „schönreden“ ansehen. Der Student der für teures Geld ein neues Ticket kaufen muß, findet das wahrscheinlich überhaupt nicht schon. Auch wenn Sie sich köstlich amüsieren.

Trotzdem sollten wir die Nettiquette in dieser Community beachten. Die Frage ist beantwortet und hier ist kein Diskussionsforum.

Thorbena
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@Joeopitz
Sie verstehen hier nichts. Ich habe dem Fragesteller Recht gegeben und auch in dem Punkt, dass es absurd anmutet. Ich habe keine falsche Auskunft gegeben.
Nachtreten tun Sie hier. Das mit den zwei Zügen wirkt einfach ein bisschen wie Schrödingers Katze. Früher gab es noch weniger Fahrgastrechte. Zu den aktuellen Regelungen musste man sich auch erst durchkämpfen.

Guten Tag. Die Antworten von Ghize und Joeopitz sind vollkommen richtig und Joeopitz hat es auch sehr gut dargelegt, wie es mit den Fahrgastrechten aussieht, sobald mehrere Beförderungsverträge genutzt werden. Das Risiko trägt in diesem Fall der/die Beitragsschreiber*in, sollte es keine durchgehende Fahrkarte geben. Damit ist die Eingangsfrage beantwortet. /ch

milad
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Lass mich raten: Uni Marburg oder ETH Darmstadt? Mehr Unis mit FV-Zuschlag gibt es m.W.n. nicht.

Zum durchgehenden Beförderungsvertrag ist hier alles gesagt, aber ein praktischer Workaround ist es, so zu buchen, dass der vom Semesterticket abgedeckte Zug im (zweiten) Beförderungsvertrag enthalten ist. Willst du bspw. von Marburg nach München mit Umstieg in Frankfurt Hbf fahren, kannst du bspw. ab Friedberg (oder, falls dein Zug da hält, ab Frankfurt West) buchen und sicherst dir so quasi einen durchgehenden Beförderungsvertrag, ohne für die ganze Strecke doppelt zu löhnen. Dies gilt freilich nicht im (extrem unwahrscheinlichen) Fall, dass der Beispielzug aus welchem Grund auch immer in Marburg einen Haltausfall hat, in Friedberg aber planmäßig hält.

In der Praxis ist das DB-Personal übrigens meist sehr viel kundenfreundlicher als die Paragraphenreiter hier, freundlich an der DB Info um einen Stempel oder am Zug um Mitnahme unter Erläuterung des Anschlussbruches zu fragen, führt häufig zu einem Erfolg...

PS: Hier davon zu sprechen, dass das Tarifsystem umgangen würde, finde ich ganz schön frech, davon kann man vielleicht bei Leuten sprechen, die zwei Sparpreise aneinanderstückeln, weil es billiger war als ein durchgehender, aber doch nicht, wenn für eine Teilstrecke eine Zeitkarte vorliegt.

Ghize
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"In der Praxis ist das DB-Personal übrigens meist sehr viel kundenfreundlicher als die Paragraphenreiter hier, ..."
=> Pragraphenreiterei ist hier nur ein anderer Ausdruck für korrekte Beratung, daher danke fürs Kompliment ;-)
=> Das DB-Personal hat halt auch die Kompetenz, Ausnahmen zuzulassen, die Wünsche ich mir als Kunde bisher leider vergebens. :-(