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Frage beantwortet

Ist es verboten, in einem Zug mit vielen freien Plätzen eine Tasche auf den Sitzplatz neben sich zu stellen?

In meinem Abteil sehe ich vor und neben mir mehrere freie Sitzplätze. Ich habe viel Gepäck dabei (drei Taschen, eine Jacke und einen kleinen Koffer). Der Zugbegleiter hat mich aufgefordert, den Platz neben mir vollständig frei zu räumen und die Taschen etc. nach oben zu legen und auf meinen Schoß. Jetzt bin ich eingepfercht wie eine Ölsardine und habe noch vier Stunden Zugfahrt vor mir.
Die anderen freien Plätze sind auch nach wie vor frei.

Vielfahrerin32
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kabo
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In den Beförderungsbedingungen steht ausdrücklich, dass
-- jeder Reisende nur einen Sitzplatz belegen darf (A.6)
-- für Gepäck ausschließlich die Gepäckablagen sowie der Platz unter dem Sitz zur Verfügung steht (A.7)

D.h. offiziell ist es selbst bei leerem Zug nicht erlaubt, Gepäck auf dem Nachbarsitz zu parken.

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Vielfahrerin32
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Danke für die Antwort! Steht das irgendwo? Ist die Regelung denn sinnvoll, wenn wie gesagt massig freie Plätze da sind?
Wäre es gerade in Corona-Zeiten nicht besser, wenn sich die Fahrgäste gleichmäßig verteilen und nicht direkt nebeneinander gesetzt werden?

Klar steht das irgendwo. Und nur weil der Platz neben Ihnen frei ist, muss sich ja keiner zwangsläufig da auch hinsetzen. Sie dürfen den Platz aber nicht mit Taschen o.ä. blockieren.

Vielfahrerin32
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Im ICE Sprinter zwischen Berlin und München dauert es oft über eine Stunde bis zum nächsten Halt. In der Zeit steigt niemand zu. Ich finde es einfach seltsam, wenn ich die ganze Stunde über nicht mal meine Handtasche neben mich stellen darf.
Ist das wirklich verboten?

Vielfahrerin32
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Leider kann ich hier kein Foto hochladen, um zu zeigen, wie viele Sitzplätze rundherum frei sind. Sogar der Vierer-Tisch vor mir ist unbesetzt.
Die Laptop-Tasche durfte ich auch nicht neben mich stellen. Ist das wirklich so vorgeschrieben?
Wenn es nach dem Zugbegleiter ginge, sollte ich mich wohl am besten selbst in Luft auflösen. Dann wäre noch mehr Platz...

kabo
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In den Beförderungsbedingungen steht ausdrücklich, dass
-- jeder Reisende nur einen Sitzplatz belegen darf (A.6)
-- für Gepäck ausschließlich die Gepäckablagen sowie der Platz unter dem Sitz zur Verfügung steht (A.7)

D.h. offiziell ist es selbst bei leerem Zug nicht erlaubt, Gepäck auf dem Nachbarsitz zu parken.

Für dein Gepäck gibt es doch genügend Stauraum, in das du es legen kannst. Taschen und kleine Koffer gehören in die obigen Gepäckablage.
Größere Koffer oder Gepäckstücke in den Gepäckregalen im Wagon selbst.

Alles zu finden auf den Seiten der DB:
https://www.bahn.de/p/view/service/zug/gepaeck.shtml

Leo
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Unabhängig von der streng juristischen Situation:

1. Wenn der Zug ziemlich leer ist und man nur kleinere Sachen auf einem Nebensitz liegen hat, ist das Verhalten des Zugpersonals m.E. eine sachlich nicht nachvollziehbare Schikane – sofern es sich um ein Gepäckstück handelt, das man bei Bedarf schnell und unkompliziert beiseite räumen kann.

2. Es ist aber eine Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitreisenden, mit dem halben Hausstand zu verreisen – oder auch nur mit einem einzigen der neumodischen Monsterkoffer, die gerade so eben durch die Gänge passen, oft irgendwo hängenbleiben und schließlich irgendwo auf dem Boden (halb im Gang oder unter Blockierung einer oder gar mehrerer Plätze) abgestellt werden.

„Ich habe viel Gepäck dabei (drei Taschen, eine Jacke und einen kleinen Koffer).“

Das immerhin schon ein guter Ansatz gegenüber einem sperrigen Monsterkoffer.

Da bietet sich doch geradezu an: Den Koffer und alle Taschen bis auf eine nach oben auf die Ablage und die Jacke oben drauf. Eine Tasche mit während er Fahrt benötigten Sachen (Wasser, Proviant, Bücher…) plus ggf. Laptop-Tasche auf den Nebensitz, solange der Zug noch leer ist. Wenn man bei Einfahrt in z.B. Köln oder Mannheim die Menschenmassen auf dem Bahnsteig sieht, kann man den einen temporär mit WENIGEN Sachen zusätzlich blockierten Platz schnell räumen – idealerweise schon vor expliziter Bitte dazu.

„Die Laptop-Tasche durfte ich auch nicht neben mich stellen. Ist das wirklich so vorgeschrieben?“

Das ist aber wirklich Schikane!

„Sogar der Vierer-Tisch vor mir ist unbesetzt.“

Da wüsste ich eine Maßnahme, um der Paragrafenreiterei ohne sachlichen Grund Genüge zu tun: Auf den Gangplatz am Tisch setzen, und alle während der Fahrt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit benötigten Utensilien wie diverse Bücher, Wasserflasche, Thermoskanne,… auf dem Tisch ausbreiten, die ja dann juristisch kein Gepäck mehr darstellen dürften, sobald sie aus der Tasche genommen wurden. Die Tasche anschließend natürlich brav und regelkonform nach oben in die Gepäckablage.

Und wenn dann tatsächlich jemand am Tisch Platz nimmt und auch ein paar Quadratzentimeter für seinen PC einfordert, muss man natürlich erst mal aufstehen, die Tasche von oben holen, einen Teil der nicht innerhalb der nächsten paar Minuten dringend benötigten Bücher darin verstauen – und so leider eine gewisse Zeit den Gang versperren, um den heiligen Paragrafen zu gehorchen...