Nach oben

Frage beantwortet

Fahrkarte vergessen vorzuweisen trotz Jahreskarte 120 Euro zahlen?

Ich habe einen Brief bekommen, dass ich meine Fahrkarte am 26.05 vergessen habe vorzulegen und sie auch nicht nachgereicht habe, aufgrund von Bewerbungsstess etc. Ich hatte an dem Tag eine Prüfung und konnte meine gültige und personalisierte Jahreskarte nicht holen gehen da ich sonst nicht rechtzeitig zu meiner finalen Prüfung gekommen wäre .. jetzt soll ich 120 Euro bezahlen als Schüler der sich gerade so die Jahreskarte leisten kann... ich bin nie schwarz Gefahren in meinem Leben ist die Bahn da wenigstens kulant oder wirklich so dreist dass ich jetzt den "Schaden" bezahlen soll ? Ich kann meine bis zum Juli gültige Jahreskarte ja trotzdem noch vorweisen und erbitte um Erfahrungsberichte LG

KlausRheiner
KlausRheiner

KlausRheiner

Ebene
0
11 / 100
Punkte
Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Wenn Du ohne gültige Fahrkarte unterwegs bist, gibt es eine Fahrpreisnacherhebung. Wenn Du Deine Fahrkarte vergessen hast, dann hast Du 14 Tage Zeit diese in einem Reisezentrum nachzureichen. Die Forderung reduziert sich dann auf 7 EUR Bearbeitungsgebühr.
Wenn Du die Möglichkeit die Fahrkarte nachzureichen nicht genutzt hast, dann wird die Fahrpreisnacherhebung fällig.

Die Frist ist am 10.06. abgelaufen. Eine Möglichkeit das Ticket nachzureichen besteht danach nicht mehr.

„ jetzt soll ich 120 Euro bezahlen als Schüler der sich gerade so die Jahreskarte leisten kann...“
-> Wenn Du weder bei der Fahrt eine Fahrkarte vorweisen kannst, noch die Möglichkeit nutzt diese nachzureichen, dann bleibt nur noch übrig zu zahlen.

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (4)

Ja (9)

69%

69% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Wenn Du ohne gültige Fahrkarte unterwegs bist, gibt es eine Fahrpreisnacherhebung. Wenn Du Deine Fahrkarte vergessen hast, dann hast Du 14 Tage Zeit diese in einem Reisezentrum nachzureichen. Die Forderung reduziert sich dann auf 7 EUR Bearbeitungsgebühr.
Wenn Du die Möglichkeit die Fahrkarte nachzureichen nicht genutzt hast, dann wird die Fahrpreisnacherhebung fällig.

Die Frist ist am 10.06. abgelaufen. Eine Möglichkeit das Ticket nachzureichen besteht danach nicht mehr.

„ jetzt soll ich 120 Euro bezahlen als Schüler der sich gerade so die Jahreskarte leisten kann...“
-> Wenn Du weder bei der Fahrt eine Fahrkarte vorweisen kannst, noch die Möglichkeit nutzt diese nachzureichen, dann bleibt nur noch übrig zu zahlen.

KlausRheiner
KlausRheiner

KlausRheiner

Ebene
0
11 / 100
Punkte

Durch den Bewerbungsstress habe ich es einfach nicht hinbekommen das auch noch unter einen Hut zu bekommen und die DB kann doch wenigstens bei solch einer Situation so Menschlich sein und die 120 Euro erlassen und stattdessen die 7 Euro Bearbeitungsgebühr fordern .. ich habe ja eine zugelassene Jahreskarte die sogar auf MICH personalisiert ist warum also diese Dreistigkeit mit der 7 tsge Frist? Aber natürlich kann man einfach die Menschen kriminalisieren die ehrlich ihre Fahrkarte bezahlen und im Unglück im falschen Zeitpunkt kontrolliert wurden .. ich werde die 120 Euro nicht zahlen können außer ich verzichte auf Nahrung in diesem Monat also bleibt mir nur noch zu warten bis ich immer mehr zahlen muss und vielleicht irgendwann eine Anzeige am Hals habe ? Ich kann mir nicht vorstellen dass es keine andere Möglichkeit für die DB gibt ...

„warum also diese Dreistigkeit mit der 7 tsge Frist?“
-> Du hattest nicht 7 Tage sondern 14 Tage Zeit die Fahrkarte nachzureichen. Das ist keine Dreistigkeit, sondern ein kulantes Angebot.

„habe ja eine zugelassene Jahreskarte die sogar auf MICH personalisiert“
-> Ja, natürlich. Die Karte muss personalisiert sein. Bei übertragbaren Tickets gibt es die Möglichkeit des Nachreichens überhaupt nicht!

„Aber natürlich kann man einfach die Menschen kriminalisieren die ehrlich ihre Fahrkarte bezahlen und im Unglück im falschen Zeitpunkt kontrolliert wurden“
-> Es kriminalisiert Dich niemand. Aber die Bahn möchte auch nicht ausgenutzt werden. Darum gibt es Regeln (Beförderungsbedingungen). Wenn Du ein Ticket kaufst oder die Bahn benutzt, dann erklärst Du Dich mit diesen Regeln einverstanden.

• Ein gültiger Fahrausweis ist mitzuführen und bei der Kontrolle vorzuweisen.
(Wenn man bei einer Bahnfahrt kontrolliert wird ist das weder ein falscher Moment noch ein Unglück. Hat man keinen Fahrausweis dabei gibt es immer Ärger. Bei einem normalen Ticket hat man auch keine Möglichkeit es nachträglich vorzuzeigen. Da hast Du Glück gehabt, dass Du eine Personalisierte Jahreskarte hast.

• Personalisierte Fahrausweise kann man innerhalb von 14 Tagen nachreichen.
Wenn ich die Chance habe die Zahlung eines höheren Geldbetrages dadurch zu verhindern, dass ich innerhalb von 14 Tagen ein Reisezentrum aufsuche, dann würde ich es tun.

• Wer weder eine Fahrkarte vorweisen konnte, noch diese innerhalb von 14 Tagen nachreichte, der muß die FN bezahlen.
Ja was den sonst. Wer ohne Fahrschein fährt und sich danach auch nicht drum kümmert der bekommt die Konsequenzen zu spüren.

„ich werde die 120 Euro nicht zahlen können außer ich verzichte auf Nahrung in diesem Monat also bleibt mir nur noch zu warten bis ich immer mehr zahlen muss und vielleicht irgendwann eine Anzeige am Hals habe ?“
-> Dann verzichte auf Nahrung, borge Dir Geld oder setze Dich mit der Bahn in Verbindung um eventuell eine Ratenzahlung zu erreichen. Vielleicht lässt die Bahn sich auf 2x60 oder 4x30 EUR ein. Aber mach was, kümmere Dich endlich mal! Durch Dein Nichtstun hast Du doch jetzt die ganzen Probleme am Hals. Hinterher rumjammern hilft nicht. Komm endlich aus dem A.....

„Ich kann mir nicht vorstellen dass es keine andere Möglichkeit für die DB gibt ...“
-> Du hast das bis zu dem Punkt ausgereizt an dem Dir die Bahn wahrscheinlich keine anderen Möglichkeiten mehr geben will. Was willst Du denn noch? Erst fährst Du ohne Fahrkarte und dann bist Du noch zu träge um diese innerhalb von 14 Tagen nachzureichen. Du wusstest doch, dass es teuer wird wenn Du das nicht tust. Steht auch auf der FN drauf.
Nun bist Du an dem Punkt wo der Spaß vorbei ist. Jetzt ist es ernst. Wenn Du jetzt nicht zahlst, dann wird ein Inkassounternehmen eingeschaltet. Das geht bei der Bahn sehr schnell. Dadurch wird es dann richtig teuer. Gegebenenfalls wird ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet. Letztlich kommt der Gerichtsvollzieher bzw. eine Kontopfändung.

Mach es nicht noch schlimmer. Verständnis wirst Du wohl kaum erwarten können.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

1. Ich würde die Einsetzung in den vorigen Stand beantragen (Begründung Prüfungsstress) und die Karte umgehend vorzeigen oder einscannen und einschicken.

2. Die Fahrt wurde bezahlt, also liegt kein Schwarzfahren vor. Umgekehrt eher Betrug des Kunden, weil die Leistung trotz Zahlung nicht korrekt erbracht wurde. Daher stets WIDERSPRUCH einlegen und mit Verweis auf die Diskrepanz der Fristen, die die Bahn den Kunden gewährt und selbst für Reaktion an die Kunden benötigt, die Zahlung einer erhöhten Bearbeitungsgebühr von bis zu 20€ anbieten. Die Bahn hätte das Vorliegen des Abo selbst problemlos feststellen können, falls es bei ihr abgeschlossen wurde.

3. Der Inkassofirma gegenüber die Unzuständigkeit wegen Strittigkeit der Hauptforderung erklären.

4. Sich ggf. verklagen lassen.

5. Je nach Ärger über die Eskalationsstufe oder den Ausgang möglichst bald den Führerschein machen und nach fester Verankerung im Berufsleben ein Auto kaufen.

„die DB kann doch wenigstens bei solch einer Situation so Menschlich sein und die 120 Euro erlassen und stattdessen die 7 Euro Bearbeitungsgebühr fordern“

1. Lektion: Nein, bei der Bahn sind die Paragrafen heilig …
2. Lektion: Wer keinen großen Ärger kriegen will, soll kleinkarierte Fristen pingeligst einhalten

„Gegebenenfalls wird ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet.“

Das geht so: X geht vor Gericht, zahlt eine happige Gebühr nur dafür, dass das Gericht die Forderung von X an Y ohne jegliche sachliche Prüfung weiterleitet. Das ist dann letzte Mahnung an Y, endlich zu zahlen. Wenn Y nicht zahlt UND AUCH KEINEN WIDERSPRUCH INNERHALB EINER KURZEN FRIST einlegt und somit die Forderung stillschweigend anerkennt, kann X die Vollstreckung beantragen:

„Letztlich kommt der Gerichtsvollzieher bzw. eine Kontopfändung.“ eines stetig steigenden Betrages und noch viel schlimmer ein negativer Schufa-Eintrag!

https://www.focus.de/finanzen/experten/thomas_hollweck/zw...
https://www.schuldnerberatung.com/mahnbescheid/

„Grundsätzlich haben die Mahngerichte keine Verbindung zur SCHUFA, demnach melden sie keine Daten, keine Anträge oder Vollstreckungsbescheide. Erhalten Sie aber den Mahnbescheid und bezahlen jedoch nicht, kann der Gläubiger die Forderung bei der SCHUFA melden und Sie bekommen einen negativen Eintrag.“ Also dass allerschlimmste ist: Es auf einen Mahnbesceid ankommen lassen undd dann weder zu zahlen noch Widerspruch einlegen!

Nach einem Widerspruch kommt es dann zur Verhandlung: Entweder man zahlt gar nichts (nur falls die AGB mit der kurzen Frist für unwirksam angesehen werden), oder deutlich mehr als hier z.Z. 120€.

So etwas ist natürlich mit sehr viel Aufwand und Stress verbunden. Also evtl. doch die Energie voll in Prüfung und Beruf stecken und langfristig per Auto die Geschäftsbeziehungen mit der Bahn nach diesen Erfahrungen möglichst minimieren.

„Verständnis wirst Du wohl kaum erwarten können.“

Ich persönlich habe nur keinerlei Verständnis, wie die DB mit ihren Kunden umgeht – insbesondere im Vergleich mit den sonst üblichen Antwortzeiten und der Schweiz: Dort sind alle persönlichen Abos in EINER EINZIGEN zentralen Datenbank im Swisspass gespeichert: Am Schalter oder zur Not im Zug wird die Datenbank abgefragt und nach Zahlung von 5CHF bekommt man eine 2 Tage gültige Ersatz-Karte.

Ghize
Ghize

Ghize

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"Die Fahrt wurde bezahlt, also liegt kein Schwarzfahren vor."
=> Soweit richtig, aber dies muss der Fahrgast auch nachweisen.

" Umgekehrt eher Betrug des Kunden, weil die Leistung trotz Zahlung nicht korrekt erbracht wurde. "
=>Welche Leistung wurde denn nicht erbracht? Der Zug ist gefahren und der Fragesteller hat diese Leistung auch in Anspruch genommen, wie sonst hätte er kontrolliert werden können?
Der Fragesteller konnte die Fahrkarte nicht vorweisen, aber Deiner Ansicht nach hat die Bahn jetzt eine Straftat begangen (Betrug)? Den Vorwurf finde ich schon sehr abwegig, um nicht zu sagen schon unverschämt von Dir.

"Die Bahn hätte das Vorliegen des Abo selbst problemlos feststellen können, falls es bei ihr abgeschlossen wurde. "
=> Bei Jahreskarten der DB vielleicht, aber falls es eine Jahreskarte eines Verkehrsverbundes ist und diese nicht von der DB verkauft wurde, hat die Bahn keine Chance. Und es Aufgabe des Fahrgastes, eine Fahrkarte vorzuweisen und nicht Aufgabe der Bahn, nachzuforschen, ob der Fahrgast nicht vielleicht doch irgendwo einen gütligen Fahrschein gekauft hat.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

„" Umgekehrt eher“ (!!!!, nicht streng juristisch, aber aus Sicht des Kunden!) „Betrug des Kunden, weil die Leistung trotz Zahlung nicht korrekt“ (!!!, ohne hinterher maßlose Nachforderungen zu stellen) „erbracht wurde. "
=>Welche Leistung wurde denn nicht erbracht? Der Zug ist gefahren und der Fragesteller hat diese Leistung auch in Anspruch genommen, wie sonst hätte er kontrolliert werden können?
Der Fragesteller konnte die Fahrkarte nicht vorweisen, aber Deiner Ansicht nach hat die Bahn jetzt eine Straftat begangen (Betrug)? Den Vorwurf finde ich schon sehr abwegig, um nicht zu sagen schon unverschämt von Dir.“

Der Kunde hat bezahlt, ist aber NICHT OHNE BEZICHTIGUNG DES SCHWARZFAHRENS (so interpretiert man als Kunde die Forderung des Erhöhten Beförderungsentgelts) transportiert worden und wird jetzt noch mit schnell steigenden horrenden Forderungen schikaniert. Ja, er hat einen kleinen bürokratischen Fehler gemacht und ist offenbar auch bereit, für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu zahlen – aber eben keine 120€!

Angesichts diese Betrages, gefordert nach kurzer Zeit ohne jegliche Mahnung des Vorzeigens dürften sich etliche Kunden subjektiv wohl tatsächlich betrogen fühlen – erst recht, wenn sie sich an den Kundendialog wenden und der erst nach 10 Wochen oder so antwortet und die Inkasso-Firma z.B. schon den Mahnbescheid schickt.

„ aber Deiner Ansicht nach hat die Bahn jetzt eine Straftat begangen (Betrug)?“ streng juristisch noch nicht. Das habe ich auch gar nicht behauptet, der Kunde fühle sich betrogen. Wenn mich die DB in dieser Situation als Schwarzfahrer bei der Staatsanwaltschaft anzeigen würde, würde ich aber sofort meinerseits Anzeige wegen falscher Verdächtigung erstatten – erst recht wenn das Abo bei der DB laufen würde.

„Den Vorwurf finde ich schon sehr abwegig, um nicht zu sagen schon unverschämt von Dir.“

Ich finde den Tenor Deiner Antworten im allgemeinen sehr unverschämt, wie Du hier regelmäßig die Fragesteller abkanzelst, die nicht den vollen Paragrafen-Durchblick haben. In Zusammenhang mit dem übliche Hinweis „wer sich nicht informiert und alles richtig macht, ist selber Schuld“ bei pingeligsten Nachforderungen (wie z.B. zig Euro 25% oder 50% vom Flexpeis bei falscher Bahncard bei (Spar-)Preisen) kannst Du damit aber leicht einen wohl eher ungewollten Eindruck erwecken:

„Die DB ist ein gnadenloser Paragrafenreiter; wer sich nicht imstande sieht, sich in alle Feinheiten einzuarbeiten, ist selber Schuld, wenn er sich trotzdem ohne vollen Durchblick und pingeligste Einhaltung aller Paragrafen auf das Abenteuer einer Bahnfahrt einlässt.“

„"Die Bahn hätte das Vorliegen des Abo selbst problemlos feststellen können, falls es bei ihr abgeschlossen wurde. "
=> Bei Jahreskarten der DB vielleicht, aber falls es eine Jahreskarte eines Verkehrsverbundes ist und diese nicht von der DB verkauft wurde, hat die Bahn keine Chance.“

Beim MVV kann man ein Abo bei genau 2 Stellen abschließen, bei der DB und der MVG, da hat die Bahn eine 50%-Chance! Warum fängst sie denn dann nicht mal wenigstens bei ihren eigenen Abos an? (Später könnte man dann ja auch bei der MVG nachfragen.)

Warum schickt man nicht eine Mahnung mit einer 2. Frist zum Vorzeigen zu 14€ Gebühr vor der großen 120€-Keule? Und wenn dann tatsächlich jemand trotz Behauptung gar kein Abo hat, muss er dann zum Schluss 60€ + die 14€ für den unnötigen Abo-Zirkus zahlen.

„Und es Aufgabe des Fahrgastes, eine Fahrkarte vorzuweisen und nicht Aufgabe der Bahn, nachzuforschen, ob der Fahrgast nicht vielleicht doch irgendwo einen gütligen Fahrschein gekauft hat.“

Das gilt auch genau so in der Schweiz - trotzdem bieten alle Schweizer Bahnen diesen Service! Schließlich wollen sie doch nicht ihre Kunden vergraulen und zum Autokauf animieren, oder?

@ Leo
Ich stimme Dir zu, das die DB an vielen Stellen Nachholebedarf in Punkto Kundenfreundlichkeit hat. Auch gebe ich Dir recht, das die Beförderungsbedingungen nicht unbedingt in klare einfache Worte gefasst sind und auch Stolperstricke für den Kunden enthalten. Allerdings neigst Du mir ein wenig stark zur Schwarz-Weiß-Malerei wenn es um das Verhältnis Bahn-Kunde oder den Vergleich DB mit anderen Bahnen geht.

Wie ist es in der Schweiz? Du musst zum Schalter und dort 5 CHF nachzahlen.
Wie ist es bei der DB? Du musst zum Schalter und dort 7 EUR nachzahlen. Es ist anders als in der Schweiz aber in meinen Augen nicht unbedingt Kundenunfreundlicher. OK in der Schweiz wird in eine Datenbank geschaut ob die Karte vorhanden ist, in Deutschland zeigst Du sie einfach hinterher vor.

„Der Kunde hat bezahlt, ist aber NICHT OHNE BEZICHTIGUNG DES SCHWARZFAHRENS (so interpretiert man als Kunde die Forderung des Erhöhten Beförderungsentgelts) transportiert worden“
-> Das Problem ist, der Kunde hatte im Zug keine Fahrkarte. Bei der Kontrolle unterscheidet er sich (wohlgemerkt durch eigene Schuld) in keinster Weise von einem Schwarzfahrer. Eine FN mit der ausdrücklichen Möglichkeit das Ticket nachzuziehen impliziert wohl doch eher „Wir glauben Dir, dass Du kein Schwarzfahrer bist. Zeig Dein Ticket einfach später nach und die Sache ist mit einer kleinen Verwaltungsgebühr erledigt.“

„und ist offenbar auch bereit, für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu zahlen“
-> Wenn der Kunde einfach nicht die gebotene Möglichkeit nutzt in Reisezentrum zu gehen, dann sehe ich nicht, dass er „offenbar auch bereit“ war. Wenn er dazu bereit war, dann hätte er es einfach tun können.

„Angesichts diese Betrages, gefordert nach kurzer Zeit ohne jegliche Mahnung des Vorzeigens dürften sich etliche Kunden subjektiv wohl tatsächlich betrogen fühlen.“
-> Das ist ein etwas seltsames Rechtsverständnis was Du an den Tag legst. Wenn ich mein Ticket vergesse, dann wird sofort das erhöhte Beförderungsentgelt fällig. Nicht nur bei der Deutschen Bahn, auch in Bussen, Straßen- oder U-Bahnen sowie bei ausländischen Bahnen ist das so. Die FN kannst Du auch als Mahnung ansehen. Es ist ziemlich eindeutig formuliert, dass der Betrag zu zahlen ist wenn nicht innerhalb von 14 Tagen der gültige Fahrschein vorgelegt wird. D.h. der Betrag ist bereits fällig. Es gibt aber noch eine 14 Tage Frist die fällige Nachzahlung zu verhindern.

Sicher dauert ein Erstattungsantrag bei der Bahn auch in nicht Coronazeiten oft auch mal 6 Wochen. Ich habe es aber auch erlebt, dass eine Erstattung nach 3 Tagen auf meinem Konto war. Bei der zwei Wochen Frist geht es nur darum das Ticket, das eigentlich bereits im Zug vorgezeigt werden mußte noch nachzuweisen. Das halte ich durchaus für zumutbar.

Deine Antworten zeigen in meinen Augen auch mehr Deinen Frust über die Deutsche Bahn, als das sie dem Fragesteller helfen. Klar kann er sich querstellen, mit der Bahn weiter streiten um dann am Ende noch mehr zu zahlen, Ärger mit der Justiz, der Schufa etc. zu bekommen. Ausbaden kann er es, kann Dir ja egal sein.

Dem Fragesteller sollte inzwischen klar sein, das es ein großer Fehler war die Frist ungenutzt verstreichen zu lassen. Jetzt hilft nur noch Einsicht und Kooperationswille. Er sollte nicht davon ausgehen, das sich die 120 EUR Zahlung vermeiden lässt. Natürlich kann er versuchen aktiv auf die Bahn zuzugehen. Er kann darum Bitten ob der Betrag nicht reduziert werden kann. Große Hoffnung habe ich nicht, aber wenn er nur 60 oder 80 EUR zahlen muß wäre schon viel für Ihn gewonnen. Ansonsten kann evtl. eine Ratenzahlung erreicht werden. 4x30 EUR sind wahrscheinlich leichter zu stemmen, als 120 EUR auf einmal.

@ KlausRheiner
Die letzten Sätze noch einmal für Dich, da sie ja eigentlich Dich angehen:

Dem Fragesteller sollte inzwischen klar sein, das es ein großer Fehler war die Frist ungenutzt verstreichen zu lassen. Jetzt hilft nur noch Einsicht und Kooperationswille. Er sollte nicht davon ausgehen, das sich die 120 EUR Zahlung vermeiden lässt. Natürlich kann er versuchen aktiv auf die Bahn zuzugehen. Er kann darum Bitten ob der Betrag nicht reduziert werden kann. Große Hoffnung habe ich nicht, aber wenn er nur 60 oder 80 EUR zahlen muß wäre schon viel für Ihn gewonnen. Ansonsten kann evtl. eine Ratenzahlung erreicht werden. 4x30 EUR sind wahrscheinlich leichter zu stemmen, als 120 EUR auf einmal.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

„Wie ist es in der Schweiz? Du musst zum Schalter und dort 5 CHF nachzahlen.
Wie ist es bei der DB? Du musst zum Schalter und dort 7 EUR nachzahlen. Es ist anders als in der Schweiz aber in meinen Augen nicht unbedingt Kundenunfreundlicher. OK in der Schweiz wird in eine Datenbank geschaut ob die Karte vorhanden ist, in Deutschland zeigst Du sie einfach hinterher vor.“

Nein, in der Schweiz muss man normalerweise NICHT zum Schalter, sondern zahlt IM ZUG 5CHF, denn IM ZUG wird die Datenbank abgefragt, wie ich u.a. anlässlich eines noch krasseren Falls auch schon mehrfach hier schrieb:

https://www.20min.ch/story/schueler-15-wird-nachts-aus-zu...

„Bei der SBB und bei Thurbo würde man einen solchen Fall wie folgt handhaben: «Wenn jemand sein Abo vergessen hat, werden im Zug die Personalien erfasst und der Kunde kann nachträglich bei einem Bahnhof das Abo vorweisen. Dann ist nur eine Gebühr von fünf Franken fällig», erklärt Werner Fritschi, stellvertretender Geschäftsführer der Thurbo AG, auf Anfrage. Wenn jemand ein SwissPass (z.B. mit einem GA) vergessen habe und sich im Zug ausweisen könne, dann erfolge die Abklärung gleich im Zug und der Kunde kann die Gebühr von fünf Franken im Zug entrichten und der Fall ist erledigt. Dieses Vorgehen gelte für alle Fahrgäste – gleich welchen Alters.“

Anmerkung: in der Schweiz sind „Abos“, womit auch eine Monatskarte für einen einzigen Monat und nicht nur Jahres-Karten/Abos gemeint sind, praktisch immer persönlich und immer auf dem SwissPass – und damit in der zentralen Datenbank registriert, z.B.:

https://www.zvv.ch/zvv/de/abos-und-tickets/abos/swisspass...
https://www.sbb.ch/de/abos-billette/abonnemente/streckena...

Die Nachzeige-Frist zu versäumen, kann dank der sofortigen Abklärung im Zug also gar nicht eert passieren!

„Ärger mit der Justiz, der Schufa etc. zu bekommen. Ausbaden kann er es, kann Dir ja egal sein.“

Wer hat ihn denn überhaupt auf das drohende ganz große Problem Schufa hingewiesen? Habe ich nicht ausführlich genug gewarnt, auf welches Abenteuer er sich einläßt? Ich bitte um Entschuldigung und versuche im folgenden, das versäumte nachzuholen.

„Er sollte nicht davon ausgehen, das sich die 120 EUR Zahlung vermeiden lässt.“

Hier liegt die formaljuristische Wahrheit wohl eher in der Mitte:

https://www.frag-einen-anwalt.de/Fahrpreisnacherhebung-Ba...

Ich muss mich daher in einem Punkt korrigieren: Da den Paragrafenreitern (bei der DB und vor Gericht) Fristen heilig sind, ist die Zahlung des Erhöhten Begförderungsentgelts von 60€ ohne guten Willen der DB wohl nach Ansicht dieser Quelle nicht zu vermeiden – auch wenn es als Nicht-Jurist schwer einzusehen ist.

„Die Wochenfrist haben Sie nicht eingehalten. Ob der Schaffner Ihnen zum Zeitpunkt der "Tat" angekündigt hat, einen erhöhten Fahrpreis zu fordern, ist unerheblich. Der Anspruch der Bahn ergibt sich direkt aus der Verordnung. Dagegen sind keine Einwendungen mehr möglich.
Allerdings sind evtl. die Inkassokosten hier zu hoch: Zu ersetzen sind im Rahmen des (hier vorliegenden) Zahlungsverzugs nur die notwendigen Kosten. Diese dürfen als Faustregel nicht die Höhe der gesetzlichen Gebühren für einen Rechtsanwalt übersteigen. Bei Forderungen bis 300,00 EUR würde ein Anwalt 32,50 EUR Gebühr zzgl. 6,50 EUR Auslagen verlangen können.
Sie können daher eine neue Aufstellung der Kosten verlangen. Die Berechnung sollte nach Hauptforderung, Kosten und Zinsen nachvollziehbar unterscheidbar sein.
Die Hauptforderung (d. h. den erhöhten Fahrpreis) sollten Sie allerdings alsbald zahlen, denn ansonsten droht das gerichtliche Mahnverfahren.“

https://www.infodienst-schuldnerberatung.de/inkassokosten...

Her geht es um genau diese Firma:

https://www.dmm.travel/nc/news/die-db-und-ihr-merkwuerdig...
https://netzpolitik.org/2016/zusammenarbeit-der-deutschen...

Allgemeiner Rat:

https://www.boerse-online.de/nachrichten/geld-und-vorsorg...

„Liegt ein Forderungskauf vor, so ist das Inkassobüro der neue Gläubiger. Man spricht dann nicht mehr von Auftrags-, sondern von Eigeninkasso. Die Inkassokosten können dem Schuldner dann nicht berechnet werden.

Wer nun der Meinung ist, dass die Kosten bei einer Forderung zu hoch sind oder dass das Inkassobüro unzulässig droht, sollte professionellen Rat bei einer Schuldnerberatung, Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt einholen.“

„Die FN kannst Du auch als Mahnung ansehen. Es ist ziemlich eindeutig formuliert, dass der Betrag zu zahlen ist wenn nicht innerhalb von 14 Tagen der gültige Fahrschein vorgelegt wird. D.h. der Betrag ist bereits fällig. Es gibt aber noch eine 14 Tage Frist die fällige Nachzahlung zu verhindern.“

Nach folgender Juristenmeinung dürfen vor einer zusätzlichen expliziten Mahnung sogar GAR KEINE Mahnkosten erhoben werden:

https://www.rug-anwaltsblog.de/2015/04/02/muss-man-inkass...

„Zusammenfassung: Die Forderung auf Zahlung des erhöhten Beförderungsentgelts ist zwar 14 Tage nach Übergabe der Zahlkarte fällig. Inkassokosten können aber erst verlangt werden, wenn nach Ablauf dieser Frist eine Mahnung versandt wurde [für die noch keine Inkassokosten geltend gemacht werden können] und eine in der Mahnung gesetzte, angemessene [10-14 Tage] Zahlungsfrist verstrichen ist (vgl. § 286 Abs. 1 BGB: „Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug.“].
Erst danach tritt Zahlungsverzug ein, auf dessen Grundlage, Inkassokosten geltend gemacht werden können. Im Streitfall, d.h. wenn  keine Mahnung zugegangen ist, muss dabei im Übrigen des Inkassobüro auch nachweisen, dass die Mahnung zugegangen und nicht etwa auf dem Postweg verloren gegangen ist.“

Der hier vorliegende Fall kommt anscheinend sogar sehr oft vor:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/sites/default/files/m...

„7.1.3 Vergessene und verlorene Abonnementstickets
Hat ein Abonnent seine Fahrkarte/sein elektronisches Ticket einmal vergessen, wird das erhöhte Beförderungsentgelt auf maximal 7,-- € reduziert, wenn er innerhalb einer Woche bzw. 14 Tagen (je nach Beförderungsbedingungen) nachweisen kann, dass er zur Zeit der Fahrt über ein gültiges Ticket verfügte. Bei vergessenen Tickets kommt es dennoch oft sogar zu Inkassoforderungen an die Abon-nenten, weil diese nicht rechtzeitig, am falschen Schalter oder ohne den Beleg über das er-höhte Beförderungsentgelt ihren Fahrschein nachzeigen. Diese Anforderungen überfordern die Kunden, oft Schüler oder Studenten, häufig, was zu hohen Forderungen gegenüber Kunden führt, die eigentlich Stammkunden sind und ein gültiges Ticket zur Fahrt hatten.
7.1.3.2 Nicht übertragbare Tickets vergessen Die größte Gruppe bei den Fällen von vergessenen/verlorenen Abo-Tickets oder vergesse-nen Ausweisen stellen die nicht-übertragbaren Tickets dar, also solche, auf denen der Name des Inhabers aufgedruckt oder – beim elektronischen Ticket – auslesbar ist. Inhaber von nicht übertragbaren Tickets müssen sich in der Regel zusätzlich mit einem Lichtbildausweis, Schüler mit einem Schülerausweis, ausweisen können. In dieser Fallgrup-pe handelt es sich um Fälle, bei denen entweder das Ticket als solches vergessen wurde oder (auch) der erforderliche Ausweis nicht gezeigt werden konnte. Das „Nachzeigen“ sollte bei diesen Tickets, die sich dem jeweiligen Fahrgast klar zuordnen lassen, unproblematisch möglich sein. Trotzdem kommt es auch hier zu Problemen. Obwohl es sich in dieser Fallgruppe um Fahrgäste handelt, die monatlich die Gebühr für ihr Abonnement von dem Verkehrsunternehmen von ihrem Konto abbuchen lassen und die un-streitig Inhaber eines gültigen Tickets sind, bleibt es in einigen Fällen in der Einspruchsbe-arbeitung der Verkehrsunternehmen bei einer Forderung von 40,-- €.“

Eine zentrale Schlichtungstelle ist heutzutage:

https://soep-online.de/ihre-rechte/

„Rechtsausführungen müssen Sie selbstverständlich nicht machen, denn die Klärung rechtlicher Fragen übernimmt das Team der söp (alle bestellten Schlichter sind Volljuristen und haben somit die Befähigung zum Richteramt).“

„„Aber natürlich kann man einfach die Menschen kriminalisieren die ehrlich ihre Fahrkarte bezahlen und im Unglück im falschen Zeitpunkt kontrolliert wurden“
-> Es kriminalisiert Dich niemand. Aber die Bahn möchte auch nicht ausgenutzt werden. Darum gibt es Regeln (Beförderungsbedingungen). Wenn Du ein Ticket kaufst oder die Bahn benutzt, dann erklärst Du Dich mit diesen Regeln einverstanden.“
Und wem das nicht passt, muss sich eben langfristig ein anderes Verkehrsmittel suchen.

„die DB kann doch wenigstens bei solch einer Situation so Menschlich sein und die 120 Euro erlassen und stattdessen die 7 Euro Bearbeitungsgebühr fordern .. „
Könnte sie theoretisch, praktisch ist es aber nicht zu erwarten…

Anschauliches Gegenbeispiel (Warnung: fehlgeschlagene Schlichtung inklusive!):

http://www.severinsahli.info/thema2104.htm

Fazit dort: „Der Bundesgerichtshof vertritt die Ansicht, derjenige der eine Geldforderung berechtigt bestreite, müsse keine außergerichtlichen Inkassokosten tragen (BGH, ZB 53/05 vom 20.10.2005). Die Schadensminderungspflicht hätte zu einer gerichtlichen Klärung führen müssen. Doch genau das vermeidet die Bahn, denn die durch das Forderungsmanagement außergerichtlich aufgebaute Drohkulisse führt erfahrungsgemäß in einem hohen Prozentsatz auch unberechtigter Forderungen zum Erfolg. Erfahrungsberichte wie "Gefangen im Inkasso-Albtraum der Deutschen Bahn" der Tageszeitung "DIE WELT" vom 10.01.15 sprechen dafür, dass es sich dabei um eine wirtschaftlich wohl überlegte Strategie der Unternehmenspolitik handelt.
….
Mein Tipp: Wer als Hartz-IV-Empfänger das in diesem Fall beschriebene Risiko minimieren und dabei auch noch die Kosten senken möchte, dem stehen heute als Alternative auch Fernbusse zur Verfügung. So verkehrt auf der Strecke des hier vorgestellten Falls beispielsweise alle 2 Stunden der Anbieter "MeinFernbus/Flixbus" ab 6,- Euro je Einfachfahrt.“

Oben zitiert wurde:
https://investigativ.welt.de/2015/01/10/gefangen-im-inkas...