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Welche sind die aktuellen Regelungen (vs. Empfehlungen) bzgl. Mund-Nasen-Bedeckung in Züge? Was ist noch geplant?

Hallo! Ich finde hier nur recht alte Beiträge zu dem Thema... Was ist die aktuelle Lage bzw. DB-Regel, Pflich vs. empfohlen? Und, falls es Pläne gibt für die nächsten Wochen, wie lauten sie? Danke im Voraus!

FM14
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Sie müssen im Zug, am Bahnsteig und im Bahnhof eine Maske tragen.

Hallo FM14,

seit Mitte Mai gilt im gesamten öffentlichen Verkehr die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. An den Verkehrsstationen gelten die Landesverordnungen des jeweiligen Bundeslandes. Zu Ihrem eigenen Schutz empfehlen wir die Nutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung in S-Bahnen und Zügen, im Bahnhof, am Bahnsteig und an den Haltestellen. /ka

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Hallo DB, vielen Dank für die Antwort. Eines verwundert mich jetzt aber doch...: soweit ich informiert bin, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung nur für den Schutz der Anderen, nicht für den Eigenschutz geeignet... (kann sogar (u.U.!) schädlich sein für die tragende Person). Wieso empfehlen Sie es hier zum Eigenschutz?

Wir setzen alles daran, dass Sie sich während Ihrer Reise wohl und sicher fühlen. Leider können wir aber nicht immer und in allen Zügen den empfohlenen Mindestabstand garantieren. Um Ihnen und Ihren Mitreisenden dennoch den bestmöglichen Schutz zu bieten, haben sich die Bundesländer auf die Einführung einer Maskenpflicht in der Bahn deutschlandweit verständigt und diese in ihren jeweiligen Verordnungen umgesetzt. Wir appellieren an Sie, diese Pflicht und die bestehenden Verordnungen zum Schutz aller Kunden und DB-Mitarbeiter zu beachten. /ka

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Danke für die Klärung!

Leo
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Erst seit einiger Zeit wandelt sich aus gegebenem Tönnies-Anlass die herrschende Lehrmeinung zur Rolle von lange in der Luft schwebenden Aerosolen im Vergleich zu größeren Tröpfchen bei der Corona-Übertragung:

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-toenn...

„Eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus spielen nach Einschätzung von Experten sogenannte Aerosole. Das sind sehr kleine Schwebeteilchen, in denen sich das Virus befinden kann. Anders als Tröpfchen, die zu Boden fallen, können die kleineren und leichteren Aerosole noch längere Zeit in der Luft stehen und ansteckend sein.

In geschlossenen und engen Räumen können sich in der Luft schwebende Aerosole besonders gut verteilen, erklärt das Robert-Koch-Institut. Wichtig ist es daher, Räume regelmäßig zu lüften, damit es einen Luftaustausch geben kann.

Wie groß ist die Corona-Gefahr durch Klimaanlagen?
Diese Beobachtung lässt vermuten, dass Klimaanlagen etwa in Flugzeugen, Bahnen oder Büros einen ähnlichen Effekt haben. Doch ist eine Sorge berechtigt?
Eine Studie, die das Virusgeschehen in einem fensterlosen, chinesischen Restaurant untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass Klimaanlagen eine Übertragung durchaus fördern können. Der Schlüsselfaktor für die Infektionen mancher Restaurantbesucher sei die Richtung des Luftstroms gewesen. "Die Luftströmungsrichtung stimmte mit der Tröpfchenübertragung überein", schreiben die Forscher.

Umweltbundesamt: Klimaanlagen brauchen regelmäßige Wartung und Kontrolle
Auch das Umweltbundesamt hält es in seiner Einschätzung für "grundsätzlich denkbar, dass diese Viren über Lüftungsanlagen übertragen werden können." Es bestehe aber kein Risiko, wenn die Luftführung konsequent getrennt voneinander erfolgt. Wichtig sei eine regelmäßige Wartung und Kontrolle.
Wenn die Luftführung konsequent getrennt voneinander erfolgt, so dass die in einem Raum abgesaugte Luft nur indirekt mit der Zuluft über einen Wärmeübertrager in Kontakt steht und nicht in andere Räume gelangen kann, besteht kein Risiko der Übertragung von Viren im Gebäude.
Umweltbundesamt
Ähnlich sieht es der Fachverband Gebäude-Klima. Moderne raumlufttechnische (RLT) Anlagen hätten nur ein geringes Übertragungsrisiko. Gleichzeitig rät er von einem Umluftbetrieb wie bei Tönnies ab.“
Umluftbetrieb wie bei Tönies – oder aber wie bei der DB und anderen Betreibern:

https://community.bahn.de/questions/2350142-bald-uv-bzw-h...

Hepa-Filter nicht in Planung – und eine Antwort auf die Quelle der Ungefährlichkeits-Aussagen bekam ich auch bisher nicht! (als wahrscheinliche Quelle sehe ich die oben verlinkte Aussage OHNE BELEGE des Fachverbands an, die aber einen kolossalen Widerspruch enthält: Einerseits sollen Viren nur in Tröpfchen vorkommen, die alle aus der Umluft entfernt werden – anderseits traut man dieser Behauptung dann aber doch nicht so recht und rät vom Umluftbetrieb ab!)

Nach viel abwiegelnder, eher Mißtrauen hervorrufender heißer Luft findet jetzt wohl aber doch eine seriöse Untersuchung zum Thema statt:

https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/infektionsr...

In der Zwischenzeit kann man nur hoffen, dass es einen nicht erwischt. Leider erhöht sich m.E. gerade das Risiko durch vollere Züge und größere Sorglosigkeit (Maske gar nicht auf, am Kinn, oder abgelegt und halbstündiges Schlürfen des „heißen“ Kaffees ohne Maske…).

Weiter im ZDF-Beitrag:

„Hepa-Filter sollen Flugzeuge vor Corona schützen
Flugzeugbauer verweisen zudem auf Schwebstofffilter (Hepa-Filter) in ihren Klimaanlagen, die 99,97 Prozent der Aerosole herausfilterten und in allen Flugzeugen Standard seien. Auch in Krankenhäusern oder bestimmten industriellen Gebäuden, wo es auf hohe Keim- und Partikelarmut ankommt, werden solche Hepa-Filter eingesetzt.
„Im Wohnungsbau oder in Bürogebäuden sind sie hingegen nicht üblich - ebenso wenig wie bei der Deutschen Bahn. Ein Bahn-Sprecher erklärte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa:
Eine Übertragung solcher Tröpfchen über die Klimaanlagen eines Zuges ist aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter äußerst unwahrscheinlich.
Zur Frage der Aerosole machte das Unternehmen bisher keine Angaben.
Fazit
Bei modernen Klimaanlagen, die gewartet sind und den deutschen Richtlinien entsprechen, ist eine Übertragung des neuartigen Coronavirus nach aktuellem Wissensstand also sehr unwahrscheinlich. Hepa-Filter können für zusätzliche Sicherheit sorgen. Von einem Umluftbetrieb raten Experten hingegen ab.“

Aber egal wie gut das Filter / die angeblich 100%ige Filterwirkung auch bei simplem Filter: Wenn irgendwo einer im Raum Aerosole mit Corona-Viren erzeugt und diese auf dem Weg zur Absaugung an meiner Nase vorbeikommen, dann atme ich sie normalerweise auch ein. Dagegen nutzt eine normale Maske so gut wie nichts. Aber eine FFP2-Maske, die ich schon recht früh zu Beginn der Pandemie ergattern konnte, bietet hier durchaus Schutz, obwohl FFP3 natürlich noch besser wäre:

https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/029... , Punkt „Influenza, MERS und SARS“

Besonders Bart und Nase ermöglichen aber Nebenstömungen: Auf der Hinfahrt meiner letzten Bahnreise stutzte ich meinen Bart deshalb, auf der Rückreise eine Woche später war der Nebenstrom am Kinn dann schon deutlicher zu spüren; auch der Nasenbügel muss möglichst gut angedrückt werden:

https://www.komnet.nrw.de/_sitetools/dialog/21073

https://www.nzz.ch/wissenschaft/coronavirus-welche-maske-...

„FFP-Masken kommen eigentlich aus dem Bereich des Arbeitsschutzes. Sie haben auch in der Medizin Eingang gefunden. So sollen FFP2-Masken vor Tuberkuloseinfektion schützen. Bei Bartträgern sind sie fraglich wirksam. Eigentlich müssen die Bärte rasiert werden.“

Bei korrektem Sitz und dann größtmöglichem Schutz ist der Einatem-Widerstand aber deutlich erhöht und verleidet so das stundenlange Tragen der Maske...

Noch ein interessanter Artikel:
https://www.welt.de/wirtschaft/article207746647/Corona-Ue...

Bzgl. Umluft-/Außenluftanteil bin ich jetzt aber etwas verwirrt:

1. Früher hieß es immer, die DB verwende wie auch andere Bahnen vorwiegend Umluft mit geringem Außenluftanteil.

2. Flugzeuge brüsten sich mit 100% Außenluft.

3. Zitat aus dem Welt-Artikel: „Bei der DB hält man die Frage nach dem Filter für nachrangig. „Insbesondere der Durchmischung mit Außenluft wird eine weitere, besonders risikominimierende Wirkung zugeschrieben“, heißt es. „Der Außenluftanteil in den Klimaanlagen der Züge liegt standardmäßig deutlich über denen in Flugzeugen.“ Gemäß 2. und 3. beträgt der Außenluftanteil bei der Bahn somit standardmäßig deutlich mehr als 100%!!?? Kann mir das mal bitte jemand erklären, insbesondere die Diskrepanz zu 1. (mehr Umluft als Frischluft)? Ist der Frischluftanteil einstellbar? In welchen Zugtypen in welchem Bereich? Wo wird die Abluft in den verschiedenen Zugtypen abgesaugt?

Leo
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Vielen Dank für den Link, der aber doch nicht alles beantwortet, insbesondere den Umluft-Anteil nicht:

„Dai and Zhao 19 conclude that, e.g., when travelling in a train without physical exertion in the presence of an (asymptomatic) infected person, the probability of infection is about 1% for a three
hour stay. A shorter exposure time reduces the risk of infection accordingly. In their scenarios, the authors distinguish between the wearing and non-wearing of a medical surgical mask by all those present, assuming mask wearing to reduce the risk of infection by a factor of four. The probability of 1% above implies wearing of masks. Other recent studies also underline the positive effect of face masks while optimizing the circulation of fresh air. 20, 21“

Wenn ich also 3h nahe einem Infizierten mit Maske sitze, stecke ich mich mit 1% Wahrscheinlichkeit an, ohne Maske mit 4% Wahrscheinlichkeit.

„Various authors have examined the role of air conditioning and ventilation of enclosed spaces in the transmission of airborne pathogens. A literature review can be found in Liu et al. 2018 22 . Overall, an air supply distributed as evenly as possible in the room reduces the risk of infection most strongly. The ventilation rate in closed rooms is also decisive with regard to airborne transmission, whereby the highest possible proportion of outside air is always favorable.
In summary, for train journeys two factors are of essential importance. (1) minimizing breathing air emissions from potentially infected persons and (2) maximizing fresh air
circulation in the relevant areas.“

Am wichtigsten also: 1. Maske tragen, 2. Möglichst große Frischluftzufuhr!

„Long-distance trains have a high air exchange rate per passenger: a complete air exchange with fresh air in an ICE 4 carriage takes place every 6-8 minutes. Per passenger, sensor- controlled 15-22 m3/h are supplied.“

Das sagt jetzt aber nur etwas über die FRISCH-Luft aus – und nichts darüber, wieviel UM-Luft noch zusätzlich zirkuliert: Pro Passagier 15...22m³/h in 6...8 min ergibt ein Volumen pro Passagier von: 15m³/60min*8min=2m³ … 22m³/60min=2,2m³ also im Mittel 2,1m³

„For air traffic … this means an average air exchange in the 737 every 4.8 minutes. Calculated
on the higher number of passengers per m3 in air traffic, this means with an average load factor of 96%“ (Und welcher Load Factor war denn beim ICE angesetzt?) „and with 189 seats (business figures of Ryanair 2019) per passenger between 11 and 17 m3/h fresh air.“

11...17m³/h pro Passagier in 4,8 min ergibt ein Volumen pro Passagier von:
11m³/60min*4,8min=0,88m³ … 17m³/60min*4,8min=1,36m³ also im Mittel 1,12m³

„The air exchange rate in air and rail traffic is thus comparable“

1. Das stimmt für die Angabe von Volumen Frischluft pro Zeiteinheit und Passagier.
2. Der einmalige Luftaustausch (und damit die Entfernung von Keimen) dauert im Flieger aber nur 4,8min statt 6..8min im ICE.
3. Über den Umluftanteil wurde gar nichts ausgesagt!

Angesichts des kleinen Volumen pro Passagier ist im Flieger ein extrem hoher Frischluftanteil erforderlich, da der der Durchzug sonst unerträglich würde. (Die positiven Aussagen beim Flieger setzten auch immer die volle Öffnung der Luftdüsen über dem Sitz voraus, die ich aber meist zumindest halb schließe…)

Die Flugindustrie brüstet sich mit 100% Frischluft, das erscheint mir sogar plausibel, um den Passagier in seinen mickrigen 1,12m³ mit Sauerstoff zu versorgen.

Working Assumption: Mangels klarer Aussage vermute ich bei der Bahn eine Mischluftzufuhr, die pro Volumen der im Flieger entspricht:

Die folgenden Zahlen sind aufgrund der Working Assumption natürlich extrem grob!

1. Im Flieger werden ingesamt 11 bis 17m³/h pro 1,12m³ bzw. Passagier zugeführt, alles Frischluft.
2. Im ICE werden dann wohl etwa 15m³/h pro 1,12m³ zugeführt. Das sind dann pro Passagier bzw. 2,1m³: 15m³/h*2,1/1,12=28,125m³/h MISCH-Luft pro Passagier
3. Im ICE werden pro Passagier 15...22m²/h FRISCH-Luft zugeführt (s.o.)
4. Im ICE werden pro Passgier somit Umluft zugeführt: 28m³/h-22m³/h=6m³/h … 28m³/h-15m³/h=13m³/h
5. Der Frischluftanteil im Flieger ist 100%, der im ICE ist dagegen nur: 15/28=53,6% … 22/28=78,6%. Das ergibt eine größere Gefährdung als im Flieger! (Andererseits sitzt man aber im ICE auch meist noch nicht ganz so beengt...)
6. Je leerer der Wagen, desto größer der horizontale Durchzug im Wagen, der durch den CO2-gesteuert erhöhten Umluftanteil (siehe rote horizontale Strömung im Bild) hervorgerufen wird:

„An active air volume control system, which is regulated by the CO 2 content, ensures that the fresh air supply is regulated depending on the occupancy of the trains and does not drop below this threshold even when the trains are fully loaded or in the event of extreme heat or cold.“

Wird bei großer Hitze oder Kälte der Umluftanteil erhöht?
Wird gerade nur soviel Frischluft teuer gekühlt/erwärmt, damit der CO2-Gehalt nicht unzumutbar steigt?
Kann man die Regelung zu Corona-Zeiten nicht so verändern, dass stets (teuer!) mit größtmöglichem Frischluftanteil gefahren wird, so dass die Solltemperatur einigermaßen gehalten wird?

Bzgl. Umluftanteil habe ich leider nur eher Beunruhigendes, aber keine Details gefunden:

https://3minutesstop.alstom.com/infographie/air-condition...

https://www.liebherr.com/shared/media/aerospace-and-trans...

http://www.highspeed-rail.org/Documents/PRIIA%20305%20Doc...