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Was spricht gegen eine Reservierungspflicht für einen Zugteil mit Aufpreis für Abstand?

Bei meiner letzten Reise saß ich auf der Hinfahrt 1.Klasse allein im Wagen, bei der Rückfahrt war der Abstand eingehalten. Wenn mir Abstand garantiert würde, würde ich dafür Geld und Flexibilität opfern und die Bahn könnte die derzeitige Auslastung verbessern und damit auch ihrem Versorgungsauftrag gerecht werden

HeribertG
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kabo
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Dagegen spricht:
Die Erfahrung mit dem MET-Zug, der von 1999-2004 ein reservierungspflichtiges 1.Klasse-Angebot darstellte und wirtschaftlich ein Minusgeschäft war.

Außerdem:
Das meiste Geld verdient die DB mit Geschäftskunden. Und die wollen flexibel sein.

Joeopitz
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Es gibt Gründe für und es gibt Gründe gegen eine Reservierungspflicht.

Da man nicht beides gleichzeitig haben kann, muß man sich für eine Variante entscheiden.

Wenn die Züge gering ausgelastet sind, macht eine Reservierungspflicht ohnehin keinen Sinn. Bei stark ausgelasteten Zugen könnten durch die Reservierungspflicht ja nie mehr Reisende mit dem Zug fahren als Sitzplätze vorhanden sind. Trotzdem wird es schwer mit dem Abstand halten.

Die Auslastung der Züge würde durch eine Reservierungspflicht tendenziell eher verschlechtert werden.
Vielen Reisenden ist die Möglichkeit des flexiblen Reisens ohne sich auf einen bestimmten Zug festlegen zu müssen wichtig.

Wie gesagt, es gibt Gründe dafür und es gibt Gründe gegen eine Reservierungspflicht. Da diese Community aber kein Diskussionsforum ist und auch nicht werden soll, ist hier nicht der richtige Ort für eine Diskussion.

Bleibt einfach festzustellen, bei der Deutschen Bahn kann man nach wie vor flexibel reisen ohne sich auf einen bestimmten Zug festzulegen. Eine Reservierungspflicht ist nicht geplant.

PS: Stelle nicht mehrere Fragen zum gleichen Thema. Du hättest hier einfach die Ergänzungsfrage stellen können:
https://community.bahn.de/questions/2371860-allgemeine-re...

Hustensaft
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Einfach mal einen Blick dahin werfen, wo es Reservierungspflicht gibt und was das für Auswirkungen hat. Im Ausland gibt es eine ganze Reihe reservierungspflichtiger Züge - solange alles gut läuft ist das eine nette Sache (blenden wir jetzt die fehlende Flexibilität mal aus). Aber wehe wenn es zu einem Problem kommt, dann lauten die Fahrgastrechte dort HOTNAT (übersetzt: Nehmen Sie den nächsten verfügbaren Zug), wobei "verfügbar" heißt, dass dort eine Reservierung möglich ist.

Ganz praktisch: Sie verpassen einen Anschluss, ein Zug fällt aus oder verkehrt mit weniger Wagen - trotz einer eigentlich vorhandenen Reservierung müssen Sie dann zurückbleiben, bis Sie einen Zug finden, in dem Se einen Platz reservieren können; wenn es ganz dumm läuft (insbesondere an reisestarken Tagen), kann dies auch bedeuten, dass Sie irgendwo übernachten müssen und am Ende sogar ein Zug fast leer fährt, weil eben viele Menschen den nicht erreicht haben, die Reservierungen aber stehen. Wollen Sie das wirklich? Und, wie bereits erwähnt, die Menschen, die Flexibilität brauchen, sind da auch noch nicht einbezogen.

Möglich wäre also allenfalls eine Reservierungspflicht "light", d.h. Sie müssen reservieren, dürfen aber bei unverschuldeter Nichtnutzung der Reservierung (Anschlussverlust, Ausfall) den nächsten Zug auch ohne Reservierung benutzen - das Problem Flexibilität bestünde noch immer und auch dann wäre der Abstand nicht mehr zwingend gewährleistet.

Sicher könnte man das auch weiter denken und von vornherein eine bestimmte Platzzahl für flexibel Reisende und solche, die unverschuldet ihre Reservierung nicht wahrnehmen können, vorhalten. Aber auch das kann das Problem nicht sicher lösen und impliziert zudem die Gefahr, dass heiße Luft durch die Gegend gefahren wird.

Allen Modellen wäre aber eines gemeinsam, obwohl sie das Problem nicht zwingend lösen können: Fahrkarten müssten erheblich teurer werden.

NRW
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Wie oft wollen Sie das Thema noch ansprechen? Es wird sich diesbezüglich nichts ändern. Sie werden sich wohl ein Auto kaufen müssen. Gibt doch vom Staat eine Prämie.

Leo
Leo

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Da man nicht beides gleichzeitig haben kann, muß man sich für eine Variante entscheiden. "

Das stimmt so nicht, siehe Japan:

https://jprail.com/travel-informations/travel-tips/reserv...

PRINZIP :

1. Jeder (schnellere) Zug führt (bis auf Ausnahmen beim TohokugHokkaido/Akita-Shinkansen) Wägen mit und ohne Reservierung.

2. Ohne Reservierung darf man auch nur in einen Wagen ohne Reservierung einsteigen.

3. Auf kürzeren Strecken, in langsameren Zügen oder zu Pendlerzeiten gibt es eher mehr Wägen ohne Reservierung.

Der Kunde hat also die Wahl zwischen garantiertem Sitzplatz oder flexibler Zugwahl. Und es gibt sogar noch etwas dazwischen: Ganz kurzfristige Reservierung Minuten vor der Abfahrt. (Und pro Fahrkarte kann man nur eine einzige Reservierung kaufen. Vor Abfahrt kann man die Reservierung Umtauschen, danach nicht mehr. Im Gegensatz zu z. B. Frankreich darf man dann aber in einem anderen Zug in einem nicht reservierten Wagen fahren.)

M.E. ist das der perfekte Kompromiss!

Nun zum Sonderfall Corona:

Bei der DSB gibt es im Normalfall auch keine Reservierungspflicht. Aber bzgl. Corana sorgt sich die DSB um ihre Kunden und hat daher eine Pflicht zur KOSTENLOSEN Reservierung eingeführt:

https://www.dsb.dk/coronavirus/pladskrav/

"Så bemærk, at du skal have pladsbillet, før du rejser. Pladsbilletten koster 0 kr.
Vi har indført kravet om pladsbilletter, så du kan være sikker på, at togene ikke kører med flere passagerer, end der er siddepladser til, nu hvor vi igen må køre med fyldte tog. Pladskravet sikrer at toget ikke bliver overfyldt, og at ingen kan stå for tæt på dig i mellemgange eller ved siden af dit sæde.

Vi kører, så vidt det er muligt, med maksimal længde på alle InterCity- og regionaltog."

Die temporäre Reservierungspflicht gilt sogar bei Regionalzügen, allerdings wie z. B. bei AMTRAK standardmäßig trotzdem ohne festen Sitzplatz:

" Hvor må jeg sidde i regionaltoget?
På pladsbilletten til regionaltog vil der stå ”Vogn 999” – det betyder, at kan du frit sætte dig, hvor du vil med din pladsbillet i hele toget."

NRW
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Und da wird dann beim reservieren drauf geachtet das Abstand gewahrt wird? Sorry mein Dänisch ist ....

Joeopitz
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@NRW
„Und da wird dann beim reservieren drauf geachtet das Abstand gewahrt wird“
-> Nein. Es wird nur darauf geachtet, dass nicht mehr Fahrgäste im Zug sind als Sitzplätze vorhanden, damit niemand im Gang oder zwischen den Sitzen stehen muß. Alle vorhandenen Plätze werden bei der Reservierung auch belegt.

@Leo

Da mußte Du nicht bis nach Japan schauen. Ein ähnliches Prinzip galt bis Anfang der 1990er Jahre auch bei der Deutschen Reichsbahn der DDR.

PRINZIP :
1. Jeder (schnellere) Zug führt (bis auf Ausnahmen einiger Expresszüge) Wagen mit und ohne Reservierung. Einige wenige (meist internationale) Expresszüge waren reservierungspflichtig, die anderen führten oft nur Platzkartenwagen. Bei den D-Zügen war ein Teil der Wagen als Platzkartenwagen ausgewiesen, für die anderen Wagen wurden bei der Reichsbahn keine Reservierungen verkauft.

Leo
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Der Text hat sich geändert, auch die dä is hen Züge werden voller. In der alten Version war da tatsächlich die Rede von Einhaltung des Abstand.

Wichtiger war mir eher das Beispiel Japan :

Es gibt durchaus einen sinnvollen Mittelweg zwischen sturer Reservierungspflicht bei der SNCF und Sturm offenen System mit möglichen Mehrfach-Reservierungen.

P. S. Bei geschriebenem Dänisch hilft Google Translate (und das Problem mit den Zahlen hat man dann nicht).