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Frage beantwortet

Gibt es bei langen Fahrten in Nahverkehrszügen Ausnahmen von der Pflicht zur Mund- und Nasebedeckung?

In https://community.bahn.de/questions/2322741-muss-aufgrund... sind einige Ausnahme von der Maskenpflicht in Fernverkehrszügen aufgeführt. Gilt ähnliches auch für lange Fahrten in Nahverkehrszügen?

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Dies wird von 16 verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt und ist in den jeweiligen Verordnungen nachzulsesen. Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen.

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Dies wird von 16 verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt und ist in den jeweiligen Verordnungen nachzulsesen. Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen.

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So detailliert steht das in den mir bekannten Verordnungen nicht. Wie regelt das die Bahn im Rahmen ihres Hausrechts? Wenn ich über 4 Stunden von Lübeck nach Löcknitz fahre und zwischendurch die Mund- und Nasebedeckung abnehme, um Mitgenommenes zu essen und/oder zu trinken, muss ich dann mit einem Hinweis, einer Aufforderung durch das Zugpersonal rechnen?

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In dem von mir verlinkten Beitrag steht nur, dass man in Fernverkehrszügen die Maske zur Nahrungsaufnahme abnehmen darf. Meine Frage ist, ob dies auch in Nahverkehrszügen erlaubt ist.

Es gibt auch Antworten, mit denen die Fragestellung bewusst umgangen werden soll.

Die genannte Strecke wird von der DB Regio AG Nordost betrieben, und dort ist sicherlich das Essen und Trinken grundsätzlich erlaubt.

Die Strecke von Lübeck nach Löcknitz – sehr interessanter Zuglauf übrigens – verläuft ausschließlich in Mecklenburg-Vorpommern, wenn wir mal von den ersten 10 Minuten auf Lübecker Stadtgebiet und ca. 2 km in Brandenburg (ohne Halt) absehen.

Die Corona-Verordnung von Mecklenburg-Vorpommern (https://www.regierung-mv.de/static/Regierungsportal/Porta...) schweigt sich auf Seite 235 zu der genannten Fragestellung aus. (Vielleicht weil die meinen, dass niemand 4,5 Stunden am Stück im Regionalverkehr fährt.) Ob es für MV eine FAQ-Seite ähnlich der niedersächsischen (https://community.bahn.de/questions/2324567-darf-re-trotz...) gibt, ist mir nicht bekannt.

Und nun?
Über das Hausrecht scheint die DB in diese Richtung nichts regeln zu wollen: https://community.bahn.de/questions/2338146-leeres-abteil...
"... mit einem Hinweis, einer Aufforderung durch das Zugpersonal rechnen?"
Das vielleicht schon. Aber ansonsten möchte sich die DB da offensichtlich eher raushalten, im Gegensatz zum Beispiel zum Metronom. Richtig Ärger (die Verordnung nennt auf der gleichen Seite eine Geldbuße von 25 Euro) könnte also allenfalls durch die Polizei oder ein Ordnungsamt drohen. Ob das ein realistisches Szenario ist, wenn Sie zwischendurch friedlich die Snacks verzehren, darf jeder selber beurteilen. Wir reden nicht von einem 4-Stunden-Brunch mit Nebensitzer.

Praktisch gesehen sollte mit einem Hinweis auf die erhebliche Fahrzeit alles geklärt sein, so dass es nicht zu Gegenfragen kommen muss wie: "Wäre es Ihnen lieber, dass ich aufgrund von Flüssigkeitsmangel kollabiere?"

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Zur Antwort von DB/ti: Es geht gerade nicht um kurze S-Bahn-Fahrten, sondern um mehrstündige Fahrten im RE.

Ich sehe es so ähnlich wie Neptun; die DB umgeht eine klare Antwort und die Verordnungsgeber in M-V gehen davon aus, dass im Nahverkehr nur kurze Strecken zurückgelegt werden. Dem ist leider nicht so; Auf der Strecke Lübeck-Löcknitz gibt es nun mal keinen Fernverkehr; und zudem bewirbt die DB ausdrücklich lange Fahrten in Nahverkehrszügen (QdL- und Ländertickets). Da wäre ein wenig Rechtssicherheit für die Kunden nicht schlecht. Glücklicherweise folgen so gut wie alle Zugbegleiter dem gesunden Menschenverstand; bleibt zu hoffen, dass ich nicht auf eine der wenigen Ausnahmen treffe.

Ich gebe zu, dass meine Antwort etwas schwammig formuliert war, da es eben nicht den einen Nahverkehr gibt. Ich nehme das Thema aber noch mal mit in den Fachbereich. /ti

Wir haben jetzt noch mal Rückmeldungen aus dem Fachbereich erhalten. Essen und Trinken ist wegen der Tragepflicht einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) nicht verboten. Vorher schon bestehende Einschränkungen (Alkoholkonsumverbote oder so) bleiben bestehen. Natürlich geht Rücksicht auf andere Fahrgäste durch Tragen einer MNB im Zweifel über die Mahlzeit.

Eine ganz eindeutige Regelung gibt es hierzu in den Verordnungen der Länder jedoch nicht. Als praktikabler modus operandi z. B. in Restaurants hat sich jedoch bewährt, dass die MNB „am Tisch“, also während der Nahrungsaufnahme, nicht zu tragen ist.
Der Fachbereich adaptiert dies für den ÖPNV so, dass für die Zeit der direkten Nahrungsaufnahme (z. B. vom Sandwich abbeißen und aus dem Kaffeebecher trinken) nicht beanstandet werden kann, wenn die MNB abgenommen wird. Zudem will ja auch niemand, dass Reisende gesundheitliche Probleme bekommen, weil sie nichts essen oder trinken dürfen.

Ob dies in anderen Bahnen auch so gehandhabt wird, kann ich nicht beurteilen. /ti

Das bayerische Verkehrsministerium hat auf eine Anfrage folgendes geantwortet:

"Nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 der Fünften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (5. BayIfSMV) ist das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung zulässig, wenn es aus zwingenden Gründen erforderlich ist. Daher ist es möglich, die Mund-Nasen-Bedeckung kurzzeitig abzunehmen, wenn und solange dies aus Gründen der unabweisbaren Befriedigung von Bedürfnissen, wie z.B. Essen und Trinken aus Sicht eines vernünftig und besonnen handelnden Teilnehmers am öffentlichen Leben notwendig erscheint. Sie sollten allerdings darauf achten, diese Zeiten ohne Mund-Nasen-Bedeckung möglichst kurz zu halten, den Mindestabstand von 1,5 m zu wahren und diese nach dem Essen oder Trinken gleich wieder aufzusetzen."