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Rückerstattung aufgrund Reisewarnung des auaswärtigen Amtes

Es besteht ein Reiseverbot. Das auswärtige Amt rät dringend bis 14.06.2020 von Auslandsreisen auch nach Österreich ab.
Deshalb muss ich leider Aufgrund der Corona-Krise meine Fahrt nach Schladming am 18.05.2020 stornieren. Es gibt hierzu sehr viele Gründe.
1. Ich gehöre als Herzpatient zur Risikogruppe
2. Meine Schulung wurde abgesagt und mein Hotel ist nicht geöffnet.
3. Im Zug zu fahren ist mir zu gefährlich im Zug neben anderen Reisenden die ich nicht kenne eng an eng zu sitzen. Hier kann man den Mindestabstand von 1,50 Meter auf keinen Fall einhalten. Und man kann nie wissen, wer vor, hinter und neben
mir im Abteil sitzt.
4. Nach Rückkehr nach Deutschland muss ich für 2 Wochen in Quarantäne und hierfür zahlt mir mein Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung da mutwilliges Verschulden vorliegt.
Warum erstattet mir die Bahn meine Fahrkarte nicht, oder gibt mir einen Gutschein, so dass ich in 2021 nach Schladming fahren kann? Soll ich für die Klärung meinen Rechtschutz in Anspruch nehmen?

Ippon62
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Antworten

Ob eine Erstattung erfolgt bzw. ein Gutschein erstellt wird hängt davon ab ob bei der Buchung ein stornierbarer Tarif gewählt wurde.

Wenn Sie bei der Buchung zugunsten eines günstigen Fahrpreises auf die Möglichkeit einer Stornierung verzichtet haben, dann kann nicht storniert werden. Einen Anspruch auf Erstattung haben Sie nicht.

Ihre Rechtsschutzversicherung wird Ihnen da wahrscheinlich wenig nutzen, wenn sie denn überhaupt Kosten übernimmt. Bahntickets sind keine Pauschalreisen. Das deutsche Reiserecht gilt für sie nicht.

Außerdem werden Sie schwerlich einen Anspruch durchsetzen können, auf den Sie selbst verzichtet haben.

Ansonsten gibt es schon viele Antworten zu diesem Thema. Nutzen Sie die Suchfunktion.

kabo
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Sie sollten prüfen, ob Ihr Ticket nicht regulär stornierbar ist (Flexpreis, Sparpreis). Die normalen Stornoregelungen gelten ja trotzdem weiter. Die Kulanzangebote sind nur zusätzlich.
Supersparpreis-Tickets sind nicht stornierbar, aber da hat man bei der Buchung ja schon zugestimmt, dass eine Erstattung nicht möglich ist.

Ansonsten:
Wenn es eine berufliche Schulung ist, müsste für eventuelle Stornokosten Ihr Arbeitgeber aufkommen - weshalb es eigentlich ungewöhnlich wäre, wenn für berufliche Reisen nicht-stornierbare Tickets gekauft werden. Bei meinem Arbeitgeber war es (schon vor Corona) verboten, für dienstliche Reisen nicht-stornierbare Tickets zu kaufen, weil der Arbeitgeber eben nicht auf Stornokosten sitzen bleiben will, wenn doch was dazwischen kommt.

Eine Quarantäne nach Rückkehr ist derzeit nicht erforderlich, wenn der Aufenthalt im Ausland weniger als 48h beträgt.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass am 18.5. die Regelungen noch weiter gelockert sein werden.

Zur Zeit ist es überhaupt kein Problem, auch im Zug die 1,50m Abstand einzuhalten. Außerdem sind Fernzüge nicht sonderlich problematisch. Man sitzt im Regelfall ja nicht gegenüber (kein "face-to-face" Kontakt), sondern nebeneinander und schaut auf den Rücken des vor einem sitzenden Reisenden. Und da wo man doch gegenüber sitzt, beträgt der Abstand meist die geforderten 1,50m (von Gesicht zu Gesicht gemessen).

"Warum erstattet mir die Bahn meine Fahrkarte nicht, oder gibt mir einen Gutschein, so dass ich in 2021 nach Schladming fahren kann?"
Leider antwortet die DB auf solche Fragen in dieser Community nicht. Ich kann es mir nur so erklären, dass die DB nicht nur die Zahlungsfähigkeit sicherstellen muss (deshalb zahlt sie kein Geld zurück), sondern auch bald wieder neue Geldeingänge braucht. Wenn aber im Sommer und Herbst nur Gutscheine eingelöst werden, klappt das nicht.

"Soll ich für die Klärung meinen Rechtschutz in Anspruch nehmen?"
Ja, bitte! Es würde auch tausende andere Bahnkunden freuen, wenn die Sache rechtlich geklärt wird. Gerne würde ich auch Rückmeldungen zum Verlauf lesen, auch die Teilnehmer anderer Eisenbahnforen freuen sich sicher darüber.

"Bahntickets sind keine Pauschalreisen. Das deutsche Reiserecht gilt für sie nicht."
Es gibt aber möglicherweise andere rechtliche Grundlagen.

"Ansonsten gibt es schon viele Antworten zu diesem Thema. Nutzen Sie die Suchfunktion."
Auf verschiedene Ansätze hatte ich schon hingewiesen, z.B. https://www.adac.de/reise-freizeit/ratgeber/reiserecht/co... Dort die Hinweise zu "Individualreisen".

"Eine Quarantäne nach Rückkehr ist derzeit nicht erforderlich, wenn der Aufenthalt im Ausland weniger als 48h beträgt."
Die Schulung des Fragestellers ist sowieso abgesagt und die Hotels sind in Österreich geschlossen: "Die touristische Nutzung aller österreichischen Hotelbetriebe ist seit Anfang April bis voraussichtlich Ende Mai untersagt." (https://wien.diplo.de/at-de/aktuelles/faq-botschaft/23280...) Und selbst Kurzreisen privater Art dürften nicht so einfach sein: "Personen, die nach Österreich einreisen wollen, haben ein ärztliches Zeugnis ... mit sich zu führen und vorzuweisen, dass der molekularbiologische Test auf SARS-CoV-2 negativ ist." (gleiche Quelle)

"Es ist nicht unwahrscheinlich, dass am 18.5. die Regelungen noch weiter gelockert sein werden."
Wesentliche Einschränkungen werden auch am 18.5. weiter bestehen, wie es aussieht.

"Zur Zeit ist es überhaupt kein Problem, auch im Zug die 1,50m Abstand einzuhalten."
Das könnte sich allerdings ändern, wenn das öffentliche Leben langsam wieder losgeht (Gastronomie, touristische Reisen). Wir werden sehen, ob die DB sich dann weiterhin auf den Standpunkt zurückziehen kann, es sei ja sowieso genug Platz.