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Kann die ERGO Versicherung die Kulanz-Regelung der Deutsche Bahn missbrauchen?

Ich habe für ein Super Sparpreis Ticket der Deutschen Bahn einen Spar- und Aktionspreis-Schutz der ERGO-Versicherung abgeschlossen. Vor Reiseantritt ist ein Ereignis eingetreten, welches durch die ERGO-Reiseversicherung versichert ist. Das hat mir die Deutsche Bahn bereits telefonisch versichert. Die ERGO-Reiseversicherung weigert sich jedoch den Schadensfall anzuerkennen, und verweist automatisch an die Korona-Kulanz-Regelung der Deutschen Bahn, obwohl das eingetretene Ereignis nichts mit Corona zu tun hat. Auch wenn die Deutsche Bahn nur Vermittler der ERGO-Versicherung ist, frage ich mich, ob die ERGO-Versicherung einfach jeden Versichertenfall, der zwischen März und April 2020 eingetreten ist, abweisen darf. Sollte dies so sein, sollte die Deutsche Bahn davon absehen, weiter die ERGO-Versicherung an ihre Endkunden zu vermitteln, da diese absolut unseriös agiert.

Isabel2020
Isabel2020

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Antworten

Hier antworten Bahnkunden auf die Fragen anderer Bahnkunden. Niemand hat hier Einblick in irgendwelche Daten oder Vorgänge bei der Bahn oder der ERGO.

„Vor Reiseantritt ist ein Ereignis eingetreten, welches durch die ERGO-Reiseversicherung versichert ist. Das hat mir die Deutsche Bahn bereits telefonisch versichert.“
-> Die Bahn kann Ihnen nicht „versichern“ ob das ein versichertes Ereignis ist. Die Entscheidung obliegt einzig und allein der ERGO, nachdem sie den Fall geprüft hat.

„Die ERGO-Reiseversicherung weigert sich jedoch den Schadensfall anzuerkennen, und verweist automatisch an die Korona-Kulanz-Regelung der Deutschen Bahn, obwohl das eingetretene Ereignis nichts mit Corona zu tun hat.“
-> Die Frage ist nicht, ob Ihr Schadensereignis etwas mit Corona zu tun hat, sondern ob Ihnen überhaupt ein Schaden entstanden ist. Wenn Sie die Kulanzregelungen der Bahn nutzen können und Ihnen daher kein Schaden entstanden ist, dann hat die Versicherung nicht zu zahlen. Sie sind versicherungsrechtlich dazu verpflichtet diese Möglichkeiten zu nutzen. Das fällt unter den Begriff der Schadenminderungspflicht.

Sapperlot
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Was die Deutsche Bahn und die ERGO Versicherung angeht: gleich und gleich gesellt sich gern.

Zum Thema kann ich bei der ERGO nicht erkennen, dass dort etwas davon steht, dass man Sie einfach auf ein anderes Datum verweisen kann. Klären Sie also zunächst ab, ob Sie für ihr gebuchtes Reisedatum nach den Versicherungsbedigungen nicht reisen konnten. FAlls das so ist, melden SIe der ERGO das auch so, dass Sie die gebuchte Reise nicht verschieben, sondern die Versicherung in Anspruch nehmen wollen.

Hallo Sapperlot,

ich empfehle Ihnen, sich bei Fragen zur ERGO-Reiseversicherung an die zuständigen Kontaktpartner zu wenden. In diesem Forum hat niemand Zugriff auf Ihre Buchungsdaten und die dazugehörigen Versicherungsbedingungen. /ka

"Die Frage ist nicht, ob Ihr Schadensereignis etwas mit Corona zu tun hat, sondern ob Ihnen überhaupt ein Schaden entstanden ist."
Mit Sicherheit richtig.

"Wenn Sie die Kulanzregelungen der Bahn nutzen können und Ihnen daher kein Schaden entstanden ist, dann hat die Versicherung nicht zu zahlen."
Über die Kulanzregelung gibt es bekanntlich kein Geld zurück, sondern nur einen Gutschein (wenn das Reisedatum vor 5. Mai liegt). Es entsteht also nur demjenigen kein Schaden, dessen Liquidität gesichert ist und der den Gutschein mit Sicherheit sinnvoll nutzen kann.

"Sie sind versicherungsrechtlich dazu verpflichtet diese Möglichkeiten zu nutzen. Das fällt unter den Begriff der Schadenminderungspflicht."
Es mag sein, dass die Versicherung verlangen kann, die Fahrkarte gegen einen Gutschein einzutauschen, wenn sie meint, dies mindere den Schaden. Trotzdem sollte der Reisende das Recht haben, von der Versicherung die Leistung in Geldform zu erhalten. Diese dürfte dann wiederum einen Anspruch auf Herausgabe des Gutscheins haben. (Wobei die Frage ist, was die Versicherung damit anfangen kann...)

@Neptun

Eine Versicherungsleistung ist immer in Geld zu zahlen!
Die Frage ist, ob durch ein versichertes Ereignis ein Schaden entstanden ist. Versichert ist die mit dem Ticket gebuchte Fahrt. Diese muß durch ein versichertes Ereignis nicht durchführbar gewesen sein. Dann sind dem Versicherungsnehmer die dadurch entstandenen Kosten zu erstatten.

Ich habe mich absichtlich so allgemein ausgedrückt, weil wir viel zu wenig wissen. Wir wissen weder, ob das zugrunde liegende Ereignis wirklich versichert war, noch welcher Schaden entstanden ist.

Ob die ERGO wirklich nicht zahlen wollte weil es Gutscheine gab, das wissen wir nicht, deshalb können wir darauf auch keine Antwort geben. Versichert ist immer die mit dem Ticket gebuchte Fahrt. Wenn der Versicherungsnehmer die Fahrt z.B. wegen Krankheit nicht antreten kann, dann findet die Fahrt nicht statt. Will oder kann er nicht zu einem anderen Zeitpunkt fahren und bekommt die Tickets nicht von der Bahn erstattet, dann hat er einen Schaden, den die Versicherung ersetzen muß. Auch mit Kulanzgutschein oder flexibler Nutzungsmöglichkeit hat der VN einen Schaden, der durch den Versicherer zu regulieren ist.

Nur wir wissen hier einfach zuwenig. Ich war selbst Inhaber einer Versicherungsagentur. Deshalb bin ich vorsichtig, eine Einschätzung zu geben, wenn ich die wesentlichen Fakten überhaupt nicht kenne.

Deshalb kann ich nur dazu raten, sich an einen Ansprechpartner der ERGO zu wenden und erstmal zu klären ob hier überhaupt ein Versicherungsfall vorliegt. Wenn ja, dann ist der entstandene Schaden für den Versicherungsnehmer zu ermitteln. Dieser ist dann die Grundlage für die Regulierung durch das Versicherungsunternehmen. Eine Regulierung erfolgt immer in Form von Geld.