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Frage beantwortet

Erstattung wegen 60 Minuten Verspätung auch für Tickets ohne Zugbindung?

Ab dem 04.05. erstattet die Bahn bekanntlich keine Tickets mehr aus Kulanz, sondern nur noch aufgrund der zugesicherten Fahrgastrechte.

Nun gilt für alle bis zum 13. März gekaufte Tickets eine flexible Reisemöglichkeit auf der gleichen Strecke ohne Zugbindung bis 31.10.2020.

Was passiert, wenn die geplante "flexible" Reise aufgrund einer Verspätung von mehr als 60 Minuten oder Zugausfall leider nicht stattfindet? Kann man sich in diesem Fall den Ticketpreis für Hin- und Rückfahrt erstatten lassen?

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Nach dem Wortlaut der EU-Fahrgastrechte-Verordnung wohl nicht. Denn die Fahrgastrechte beziehen sich immer auf den ursprünglich gebuchten Zug.
Wenn der ursprünglich gebuchte Zug ausgefallen ist, kann man sich das Ticket ohnehin aufgrund der Fahrgastrechte erstatten lassen - und braucht die flexible Nutzung im Rahmen der Kulanz nicht.
Wenn der Kunde aber die flexible Nutzungsmöglichkeit im Rahmen der Kulanz nutzt, obwohl der ursprünglich gebuchte Zug gefahren ist, dann ist der Kunde quasi rechtlos bezüglich der späteren Fahrt. Wenn der ursprünglich gebuchte Zug pünktlich war, sind die Fahrgastrechte erledigt, auch wenn der Kunde mit dem ursprünglich gebuchten Zug gar nicht mitgefahren ist. Mehr gibt der Wortlaut der EU-Fahrgastrechteverordnung nicht her.
Was das Servicecenter Fahrgastrechte dann daraus macht - dafür braucht man wohl eine Glaskugel.

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Nach dem Wortlaut der EU-Fahrgastrechte-Verordnung wohl nicht. Denn die Fahrgastrechte beziehen sich immer auf den ursprünglich gebuchten Zug.
Wenn der ursprünglich gebuchte Zug ausgefallen ist, kann man sich das Ticket ohnehin aufgrund der Fahrgastrechte erstatten lassen - und braucht die flexible Nutzung im Rahmen der Kulanz nicht.
Wenn der Kunde aber die flexible Nutzungsmöglichkeit im Rahmen der Kulanz nutzt, obwohl der ursprünglich gebuchte Zug gefahren ist, dann ist der Kunde quasi rechtlos bezüglich der späteren Fahrt. Wenn der ursprünglich gebuchte Zug pünktlich war, sind die Fahrgastrechte erledigt, auch wenn der Kunde mit dem ursprünglich gebuchten Zug gar nicht mitgefahren ist. Mehr gibt der Wortlaut der EU-Fahrgastrechteverordnung nicht her.
Was das Servicecenter Fahrgastrechte dann daraus macht - dafür braucht man wohl eine Glaskugel.

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ich frage ja, weil ich den Hinweis auf den "ursprünglich gebuchten Zug" nicht finden konnte in VERORDNUNG (EG) Nr. 1371/2007 Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr.

Artikal 16 Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung und Artikel 17 Fahrpreisentschädigung schreiben jeweils nur "Zielort" und "wenn er zwischen dem auf der Fahrkarte angegebenen Abfahrts- und Zielort eine Verspätung erleidet".

Das müsste meiner Meinung nach auch so sein, sonst könnte die DB ja für alle Tickets ohne Zugbindung sämtliche Erstattungsansprüche verneinen.