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Wie rechtfertigt die Deutsche Bahn die Abnahme von 41,3% der Energie des neuen Kohlekraftwerks Datteln 4?

Wie rechtfertigt die Deutsche Bahn, dass sie 25% ihres Energiebedarfs zukünftig durch den Bezug von Energie aus dem neu ans Netz kommende Kohlekraftwerk Datteln 4 bezieht und auf ihrer Home Page Werbung macht für 100% grünes Reisen?

https://www.bahn.de/p/view/service/umwelt/index.shtml

Datteln 4 verursacht die Emissionen von 11 Millionen Flügen der Distanz: Frankfurt - New York.
Die Deutsche Bahn nimmt 41,3% der Gesamtenergie dieses Kraftwerks ab. Das ist doch mal wieder absolut scheinheilig!

Drongo
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Drongo
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Dann wäre es nett wenn sie mir einen Link senden für ein Forum in welchem man verschiedene Themen ansprechen kann, welche die DB betreffen. Es muss schon eine öffentliche Diskussion geben, parallel zu FB, Twitter etc.

Ich dachte hier gibt es auch Bahnmitarbeiter. Aber, dann können wir ja trotzdem gerne das Ganze hier Thematisieren.

Drongo
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Die Lufthansa fliegt ca 1,2 Mio Flüge im Jahr. Davon einige auf Längerer Strecke als FFM -NY und viele auf geringerer Strecke.

Die Deutsche Bahn würde Co2- Emissionen entsprechend 4,543 Millionen FFM- NY Flügen verursachen.
Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Fluggesellschaften, aber nur mal als vergleich. DB - Lufthansa.

DIe DB wirbt mit 100% grünem Strom und der Überschrift:
Deutsche Bahn: Mit uns sind Sie Umweltschützer

In der Netiquette https://community.bahn.de/pages/netiquette/?dbkanal_007=L... steht

"Stellen Sie keine Frage, in der Sie zum Chaten aufrufen. Für einen freundlichen Plausch gibt es andere Möglichkeiten und Orte. „Meine Frage – Deine Antwort“ sollen Ihnen und anderen helfen, offene Fragen rund um die Bahn zu beantworten und ist keine Diskussions-Forum."

"Ich dachte hier gibt es auch Bahnmitarbeiter"

Ja, das Social-Media-Team unterstützt:

"Wir haben mit „Meine Frage – Deine Antwort“ eine Service-Community geschaffen, um den Nutzern einen hilfreichen Austausch zu ermöglichen und Fragen rund um die Reise mit der Bahn zu stellen. Dabei steht die Idee „Kunden helfen Kunden“ im Vordergrund und wird durch die Moderation des DB Bahn-Teams unterstützt.

Wann unterstützt und antwortet das DB Bahn-Team?

Wir lassen unseren Kunden den Vortritt bei der Beantwortung von Fragen, da wir aus Erfahrung wissen, wie viel Sie wissen. Das DB Bahn-Team beantwortet eine offene Frage erst nach einer gewissen Zeit, nach ca. drei bis vier Stunden, wenn keine richtige Antwort gegeben wurde oder die Antwort noch ein paar Ergänzungen benötigt."
https://community.bahn.de/pages/moderation-offnungszeiten...

Drongo
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Es geht ja nicht im einen freundlichen Plausch, sondern darum den Kunden mitzuteilen was die DB treibt.Natürlich will die DB keine Diskussionen! Darum wird auch die Reaktion der DB hierauf, ggf dokumentiert werden und an anderer Stelle veröffentlicht.

Dich stört es also nicht, das es erstens verlogen und zweitens unverantwortlich ist?

kabo
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kabo

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"Wie rechtfertigt die Deutsche Bahn, dass sie 25% ihres Energiebedarfs zukünftig durch den Bezug von Energie aus dem neu ans Netz kommende Kohlekraftwerk Datteln 4 bezieht und auf ihrer Home Page Werbung macht für 100% grünes Reisen?"
-> Ganz einfach: Der Strom aus Datteln geht größtenteils in den Güterverkehr und zu einem kleineren Teil an DB Regio.
Im Personenfernverkehr sowie bei der S-Bahn Berlin und der S-Bahn Hamburg wird 100% Ökostrom verwendet.
Die Werbung "Sie reisen mit 100% Ökostrom" bezieht sich nur auf IC und ICE-Züge. Ich sehe da keinen Widerspruch.

Ansonsten: Bislang kam ein sehr großer Teil des Bahnstroms aus dem Kernkraftwerk Neckarwestheim. Ob der Kohlestrom jetzt eine Verbesserung oder Verschlechterung ist, kann man bestimmt diskutieren - aber hier ist nicht der richtige Ort dafür.

(Beitrag nachträglich konkretisiert)

Drongo
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Damit wäre das grüne Reisen ja noch erfüllt, aber sehr scheinheilig, da dann an anderer Stellt Emissionen von ca 4,5 Mio Flüge FFM-NY hinzukommen. Es geht um die Gesamtbilanz der DB, für mich macht es keinen unterschied ob nun der Personenvernverkehr oder ein anderer Bereich damit abgedeckt wird, sondern nur was am Ende dabei herauskommt. Man könnte genau so die Energieteile tauschen. Das ist nur Augenwischerei....

kabo
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"Es geht um die Gesamtbilanz der DB, für mich macht es keinen unterschied ob nun der Personenvernverkehr oder ein anderer Bereich damit abgedeckt wird, sondern nur was am Ende dabei herauskommt."
-> Das mag sein. Aber oben haben Sie indirekt der DB unterstellt, in der Werbung falsche Tatsachen zu verbreiten. Das tut sie aber nicht.

By the way: Sie sollten mal Ihre Zahlen prüfen.
Datteln 4 wird ca. 8 Mio t CO2 pro jahr emittieren. (Quelle: Webseite des BUND)
Die DB nimmt 39,1 % des Stroms aus Datteln 4 ab. (Quelle: Wikipedia)
D.h. auf die DB entfallen 3,13 Mio t CO2.
Ein Flug Frankfurt-NewYork verursacht bei einer durchschnittlichen Airline 1826 kg CO2 pro Person. (Quelle: Atmosfair.de)
Mit 3,13 Mio t CO2 kann man also 1,714 Millionen Passagiere von Frankfurt nach New York fligen lassen.
Ein durchschnittliches Langstreckenflugzeug hat etwa 300 Sitze.
1,714 Millionen Passagiere entsprechen also rechnerisch 5713 Flügen.
Das klingt schon weit weniger reißerisch als die von Ihnen genannten 4,543 Millionen Flüge.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin sehr für umweltfreundlichen Verkehr. Ich habe kein(!) Auto. Ich bin seit 12 Jahren nicht mehr geflogen und bewege mich nahezu ausschließlich mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln vorwärts, auch im Urlaub.
Aber es schadet der Umweltbewegung, wenn sie mit reißerischen - und erkennbar nicht zutreffenden - Zahlen ihre Glaubwürdigkeit verspielt.

Drongo
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Die Zahlen beziehen sich auf Greenpeace.

Die Bahn nimmt 41.32% der Energie ab. Die Zeit spricht von 40%.
Sicherlich geben verschiedene Quellen auch verschiedene angaben heraus. Ich beziehe mich lieber auf Greenpeace oder die Zeit als auf Wikipedia.

Es geht dabei nicht darum es pro Person umzurechnen , sondern darum das es möglich ist diese Fahrten mit grünem Strom zu betreiben anstatt zusätzlich CO2-Emissionen von 11 Millionen Flügen FFM - NY zu erzeugen.

Die Flugzeuge als auch Züge sind auch nicht ausgelastet.Diese Werte Pro Person wurde schon in Artikel auseinander genommen das es extrem beschönigte Zahlen sind. So kann nicht gerechnet werden.

Der Rest ist sehr löblich. Ich bin in den letzten 13 Jahren zwei mal geflogen. Fahre kein Auto, hauptsächlich Rad wie Sie. Auf die DB werde ich in Zukunft auch verzichten.

kabo
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Die 39,1% hat sich Wikipedia nicht selbst einfallen lassen, die sind aus "Der Spiegel".

"Die Flugzeuge als auch Züge sind auch nicht ausgelastet."
-> Stimmt. Aber zum einen ist das in den Zahlen von atmosfair.de schon einkalkuliert - zum anderen sind es bei 30 Passagieren pro Flug (also 90% leeren Sitzen) und 41,3% Bahnanteil (statt 39,1%) immer noch nur 60000 Flüge - und nicht 4,5 Millionen.

"Diese Werte Pro Person wurde schon in Artikel auseinander genommen das es extrem beschönigte Zahlen sind. So kann nicht gerechnet werden."
-> Ich bin ein großer Freund von Quellenforschung und verlasse mich auch ungern auf das, was andere Leute in irgendwelchen Artikeln schreiben. Das Gute an CO2-Emissionen pro Person ist, dass man das grob ganz gut selbst ausrechnen kann. Der Tankinhalt von Flugzeugen ist gut recherchierbar und die Entstehung von CO2 aus Kerosin (und wie viel davon pro kg Kerosin entsteht) ist Chemiewissen der 10. Klasse. Ich habe das selbst überschlägig ausgerechnet und mit den Werten von atmosfair.de verglichen. Ich muss ja schließlich prüfen, ob die Werte dort nachvollziehbar sind, bevor ich mich hier in aller Öffentlichkeit darauf stütze. Welche Berechnungen haben Sie unternommen, so dass Sie hier behaupten können, die Werte wären "extrem beschönigt"? Ich bin da durchaus interessiert.

"Es geht dabei nicht darum es pro Person umzurechnen , sondern darum das es möglich ist diese Fahrten mit grünem Strom zu betreiben anstatt zusätzlich CO2-Emissionen von 11 Millionen Flügen FFM - NY zu erzeugen."
-> Wenn es darum nicht geht - warum operieren Sie dann mit Zahlen, die (mindestens) nicht nachvollziehbar und (wahrscheinlich) sogar falsch sind?
Wenn Sie den ganzen Zahlensalat weglassen und stattdessen mit Sachargumenten werben, wäre das sicher zielführender.

kabo
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@Moderation
Sorry, dass das ich mich hier über die netiquette hinwegsetze und die Diskussion aufgegriffen habe.
Aber ich arbeite in einem naturwissenschaftlich-technischen Beruf und wenn mir Zahlen vorgesetzt werden, rechne ich die kritisch nach. Ist so eine Art Berufskrankheit, ich kann nicht anders.

Was natürlich nicht heißt, dass ich es begrüße, wenn die DB Atomstrom durch Kohlestrom ersetzt.

Und jetzt dürft Ihr mich schlagen (zumindest verbal).

Drongo
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Ich gebe dir recht bezüglich der Quellen, und berechne als Ingenieur selber gerne solche Dinge. Habe diese Zahlen von Greenpeace und durch die Zeit mal als gegeben angenommen. Habe Greenpeace kontaktiert und befragt worauf die Zahlen gestützt sind. Es gab, da muss ich aber auch suchen, schon Artikel in der Zeit oder in der Süddeutschen, da ging es um die Beschönigungen dieser Zahlen mit welchen die Statistiken schön gerechnet werden.

Joeopitz
Joeopitz

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Wie zeka bereits schrieb, ist diese Community dazu da, damit Bahnkunden Fragen stellen und beantworten. Es ist ausdrücklich nicht dazu da um zu diskutieren, um zu kritisieren oder um Rechtfertigungen zu verlangen.

Zudem könnten wir hier schnell in die Nähe von Bahninterna gelangen, die laut Netiquette ebenfalls nicht in diese Community gehören.

Diese Diskussion kann und soll gerne geführt werden, aber hier ist der falsche Ort dafür.

Wenn Du antworten von der Bahn haben willst, dann wende Dich an den Kundendialog.
Wenn Du diskutieren möchtest, dann nutze eines der Diskussionsforen.
Falls Du mit der Bahn diskutieren möchtest, dann wird es schwierig. Das macht die Bahn sehr selten und auch nur über Themen über die sie auch reden möchte. Ist ihr gutes Recht.

"Forum in welchem man verschiedene Themen ansprechen kann, welche die DB betreffen."

Die zwei größten deutschsprachigen Foren für das Eisenbahnwesen dürften neben dieser Community sein:
https://www.ice-treff.de
https://www.drehscheibe-online.de/foren

Neben "Nur-Bahnkunden" sind dort auch viele "bei der Eisenbahn" Arbeitende aktiv, nicht nur im Personenverkehr bei der DB und bei "Privatbahnen", auch im Güterverkehr, bei DB Netz oder Bahn-Zulieferern, Fahrgastbefrager...

Leo
Leo

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Es gibt nur ein grünes Etikett/Zertifikat - keinen physikalisch grünen Strom, wie ich hier schrieb:

https://community.bahn.de/questions/2058266-bahncard-dies...

Das Prinzip:

„Heißt das etwa: Wenn ich jemanden ein Zertifikat abkaufe für irgendwo in Donau oder Tiber gekipptes sauberes Wasser, kann ich hinterher juristisch einwandfrei sauberes Wasser aus dem Rhein schöpfen?

Und damit ist die Brücke zu den Privatverbrauchern geschlagen: Ein Teil des Bahnstroms stammt (über Umrichter) aus dem europaweiten 50Hz-Stromnetz. Bisher trat die DB dort als normaler Kunde auf, d.h. sie kaufte z.B. 10MW im Gebiet des obigen Beispiels als einer der Normal-Kunden, die insgesamt 20MW Ökostrom und 60 MW dreckigen Strom verbrauchen. Jetzt will sie nur noch Ökostrom. Für die verbleibenden Normal-Kunden bleiben so nur noch 10MW bzw. 10MW/70MW=14,3% Ökostrom und 60MW bzw. 60MW/70MW=85,7% dreckiger Strom übrig. In Wirklichkeit werden hier und anderswo aber nach wie vor genau die gleichen Mengen von z.B. 40MW Ökostrom und 60MW dreckiger Strom erzeugt. Der Ökostrom-Privatkunde und der ELEKTRISCHE Bahnfahrer IM FERNVERKEHR dürfen sich über ihr reines Umwelt-Gewissen dank 100% Ökostrom freuen, der gewissenlose Normalkunde muss sich dank DB-Ökostromkauf jetzt statt 75% sogar 85,7% dreckigen Strom vorhalten lassen – obwohl sich rein physikalisch überhaupt nichts geändert hat: 40% sauber zu 60% dreckig für alle!“

Im Detail:

https://www.zeit.de/2018/52/klimaschutz-co2-emissionen-kl...

Prinzip der CO2-Kompensation beim Fliegen: Es wird munter klimaschädliches CO2 und sonstiger Abgas-Dreck in gleichem Umfang über Deutschland und Europa in höhere Luftschichten geblasen, wo es die schlimmsten Effekte hat. Zum Ausgleich dafür wird irgendwo im Afrika weniger CO2 in tiefere Schichten eingebracht, wo die Effekte aber ohnehin nicht so schlimm sind.

Das Prinzip des Strom-Mixes erkläre ich mal bildlich am Rhein: Ganz in der Nähe des Bahnhofs Reichenau-Tamins in Graubünden vereinigen sich der Vorder- und der Hinterrhein. Oft führt der eine Zufluß ganz sauberes, blaugrünes Wasser, aber der andere eine dreckige dunkel-graue Brühe. Kurz nach dem Zusammenfluss kann man noch deutlich eine grüne und eine graue Seite erkennen, doch nach ein paar Kilometern ist alles nur noch hell-grau: Man hat dann mitteldreckiges Wasser, das man gar nicht mehr in ganz sauber und ganz dreckig trennen kann. Jeder, der Wasser aus dem Fluss entnimmt, bekommt die gleiche mittel-dreckige Brühe.

So läuft es auch beim Strom: Weiter weg leiten Kraftwerke z.B. 40% sauberen und 60% dreckigen Strom gemischt in dieselbe Leitung. Wenn nun jemand guten Gewissens einen Ökostrom-Vertrag abschließt, zahlt er freiwillig mehr dafür, dass er auf dem Papier 100% sauberen Strom bezieht. Er bekommt zwar exakt dasselbe, wie sein Nachbar zahlt aber freiwillig mehr. Wenn so insgesamt 100MW erzeugt werden und gerade Leute mit Ökostrom-Verträgen 20MW physikalisch gesehen GEMISCHTEN Strom verbrauchen, verspricht man Ihnen auf dem Papier 100%-Ökostrom, also auf dem Papier 20MW von den insgesamt 40MW erzeugten sauberen Stroms. Für die Normalkunden bleiben dann noch 20MW Ökostrom und die ganzen 60MW dreckiger Strom übrig. Auf dem Papier beziehen sie jetzt 20MW/80MW=25% sauberen und 60MW/80MW=75% dreckigen Strom. Hat sich für die Umwelt irgend etwas verändert, dadurch das 20% freiwillig mehr für angeblich reinen Ökostrom zahlen? Nein, natürlich nicht: Jeder bekommt physikalisch nach wie vor denselben Mix aus 40% sauberem und 60% dreckigen Strom. (Daher habe ich keinen expliziten Ököstromvertrag, bleibe aber unseren Gemeindewerken treu, die gerade unser Geothermie-Kraftwerk hochfahren; dadurch wird die Umwelt nämlich wirklich entlastet.)

Zum Strommix der Bahn nach ähnlichem Muster hier ein interessanter Artikel:

https://www.fr.de/wirtschaft/gruene-bahn-10991713.html

„Mit den 100 Prozent wird seit Monaten geworben. Gemeint ist damit: Der Staatskonzern verspricht, dass er genau so viel elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen einkauft, wie er im Fernverkehr verbraucht. Doch das macht nur einen kleinen Teil des gesamten DB-Bedarfs aus. Unter dem Strich will der Schienengigant in diesem Jahr lediglich 45 Prozent seines Stromverbrauchs mit grüner Elektrizität bestreiten, und dabei soll es bis 2020 bleiben – nachdem es im vergangenen Jahr ein Prozentpunkt weniger gewesen war.
45 Prozent Erneuerbare, das heißt auch, dass die übrigen 55 Prozent über langfristige Verträge mit den Betreibern von Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken abgedeckt werden. Auch aus diesem Grund hält Dominik Seebach vom Öko-Institut die Werbung mit dem klimaneutralen Bahnfahren für sehr bedenklich. „Da wird dem Fahrgast suggeriert, er könne auf Fernstrecken so viel mit der Bahn fahren wie er will, es sei immer klimaneutral.“

Wie lange indes die Lieferverträge mit den konventionellen Erzeugern noch laufen, will der Bahnsprecher nicht verraten. Klar ist: Ende 2018 oder Anfang 2019 soll das riesige Kohlekraftwerk in Datteln 4 hinzu kommen, das vor allem für die Versorgung der Bahn gebaut wurde. Schließlich gibt es dort „die weltweit leistungsstärkste Bahnstromumrichteranlage“, so der Betreiber Uniper. Datteln 4 soll bis zu 413 Megawatt ins Bahnstromnetz pumpen, könnte theoretisch einen Großteil des Energiebedarfs der DB-Züge für viele Jahre decken. Das zeigt: Einen Kohleausstieg wird es bei der Bahn so schnell nicht geben. Das ist Wasser auf die Mühlen von Umweltschützern, die der Bahn vorwerfen, bei den Erneuerbaren hinter ihren Möglichkeiten zu bleiben.“

Und jetzt zur evtl. CO2-Kompenstion von Diesel-Loks ähnlich der CO2-Kompenstion beim Fliegen:

https://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/feinstaub-un...

Da kann man CO2-Kompenstion nur so interpretieren: Es wird zwar weiterhin viel CO2 und Dreck entlang der Bahnstrecken in die Luft geblasen, aber dafür weniger weit weg an Kohlekraftwerken, die aber wesentlich effizientere Filter haben und dank hoher Schornsteine ihre Nachbarn nicht so extrem belasten. Das erinnert mich irgendwie an die Kochtöpfe in Afrika.

„Ich war der Meinung, dass der Spruch "Unsere BahnCard-Kunden sind Klimaschützer. Denn jeder Inhaber einer BahnCard fährt mit uns automatisch CO2-frei." auch für den Regionalverkehr gilt?“

Da möchte ich nur auf eine alte Diskussion verweisen, das hier zitierte Dokument ist aber leider nicht mehr unter der angegeben Adresse verfügbar:

https://community.bahn.de/questions/1246440-bahn-bonus-fr...
weiter unten

„Danke für den Link zu den Ökostrom-AGB, die mich bisher mangels Beanstandungen überpingeliger Zugbegleiter eher weniger interessierten als Tarifbestimmungen:
„Fahrten bei DB Regio, Nichtbundeseigenen Eisenbahnen und Verbünden ohne eigenes Ökostrom-Konzept sind hiervon ausgenommen. Dies betrifft auch Teilstrecken in diesen Zügen im Vor- und Nachlauf einer Fernverkehrsfahrt.““

Schon damals fragte ich:
„Also mit Ökostrom fährt man eindeutig mit Diesel-Loks im IC/EC von Itzehoe nach Westerland oder von München nach Lindau? Wie funktioniert das eigentlich? Oder auch von Hamburg bis Flensburg(Gr) in Richtung Aarhus oder bis Puttgarden (MS) in Richtung Kopenhagen. Betrifft das Ökostrom-Versprechen hier eigentlich auch noch den Schiffs-Brennstoff von Puttgarden bis Puttgarden MS (bis Rödby geht es ja dann weiter auf das DSB-Umweltkonto)?“

Nein, da gibt es anscheinend doch keinen Ausgleich – noch nicht einmal im Fernverkehr! Als implizite Antwort auf meine damalige Frage wurde das Ökostrom-Versprechen einfach aufgeweicht: „Seit Januar 2018 fahren die Kunden“ NEU: „in allen elektrisch angetriebenen“ !! „ICE- und IC/EC-Zügen im DB Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom."

https://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/umweltvorr...

„Absolute CO2-Emissionen nach Fahrten, Transporte und stationären Anlagen (in Mio. t)
2018
2017
2016
Gesamt
20,81
21,25
20,46
davon Schienenpersonennahverkehr
2,91
2,98
2,91
       davon Deutschland
2,15
2,21
2,21
davon Schienenpersonenfernverkehr
0,05
0,48
0,47“

Demnach ist der Schienenpersonenfernverkehr zwar fast, aber nicht ganz CO2-frei. Wahrscheinlich sind das genau die Diesel-Strecken. Also offenbar: Wenn Strom-Antrieb, dann zu 100% Ökostrom, aber wenn Diesel-Antrieb gibt’s eben doch CO2. Hier brachte die Einstellung des Diesel-ICE München-Dresden ja erhebliche Verbesserungen: Man fährt jetzt mit 100% Ökostrom einen weiten Umweg über Erfurt und Leipzig.

Im Nahverkehr wird auch gemäß obigen Zahlen nach wie vor viel CO2 erzeugt…

Siehe auch:

https://www.dw.com/de/wie-gr%C3%BCn-ist-die-deutsche-bahn...

Auch in so manchem DB-Museum wird das Thema angesprochen:

https://619735.forumromanum.com/member/forum/forum.php?q=...

Ausführliche Hintergrundinfo in eher trockenem Stil:

https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/101/1910121.pdf

Wie oben ja für private Ökostrom-Verbraucher dargestellt, bringt 100% Ökostrom für wenige gar nichts, solange sich nicht der Ökostrom-Anteil am gesamten Strom-Mix ändert. Schließlich kommt auf einer Strecke für Fernzüge, Nahverkehrszüge und Güterzüge immer exakt der gleiche Strom aus der Oberleitung! Immerhin ist der DB eine beachtliche Steigerung des Ökostrom-Anteils im Bahnstrom-Mix gelungen, siehe Bundestags-Anfrage:

„5.
Mit Hilfe welcher Maßnahmen konnte der Zuwachs des Anteils an erneuer­
baren Energien im Bahnstrommix von vormals 44 Prozent im Jahr 2017 auf
57 Prozent im Jahr 2018 erreicht werden?
Der Anstieg um 13 Prozentpunkte im Jahr 2018 ist nach Auskunft der DB AG
hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass seit dem 1. Januar 2018 bei der
DB AG im Fernverkehr alle Züge mit zu 100 Prozent mit Herkunftsnachweisen
gekennzeichnetem Grünstrom fahren.
6.
Von welchen Energiequellen werden die neuen Regenerativstromanteile be­
zogen?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 2 und 3 verwiesen.“

„2.
Wie verteilt sich der derzeitige Gesamtanteil an Regenerativstrom im Schie­
nenverkehr prozentual auf die diversen grünen Energiequellen?
Der Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrommix 2018 beträgt nach Angaben
der DB AG 57,2 Prozent. Dafür kombiniert die DB AG verschiedene Energieträ­
ger. Die Hauptquelle ist Wasserkraft. So liefern beispielsweise Werke an Rhein,
Mosel, Ruhr, Main, Donau, Lech, Isar, Inn und vom Edersee Wasserkraft über
ein Elektrizitätsversorgungsnetz bilanzielle“!!!!!! „EE-Strommengen an die DB AG.
Derzeit liegen keine detaillierten Angaben zu den einzelnen Energieträgern vor.

Zu welchen Anteilen verteilt sich der derzeitige Regenerativstromanteil im
Schienenverkehr prozentual auf den Einsatz von Grünstromzertifikaten, auf
die physikalische Lieferung von Grünstrom über das 50-Hz-Netz und auf die
Direkteinspeisung in das 16,7-Hz-Netz?
Die DB Energie verwendet keine Grünstromzertifikate für physikalische Grün-
strommengen. Physikalische Grünstrommengen können aus energiewirtschafts­
rechtlicher Sicht grundsätzlich nicht über ein Elektrizitätsversorgungsnetz (Ver­
teiler- und Übertragungsnetze) bezogen werden. Die DB AG verwendet aus­
schließlich Herkunftsnachweise für bilanzielle Grünstrommengen.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.“

„1.
Nach welchen Kriterien definiert die DB Energie die eingespeiste Traktions­
energie als Ökostrom?
Für den Nachweis der Grünstromeigenschaften werden nach Auskunft der
DB AG ausschließlich Herkunftsnachweise (§ 79 EEG 2017) verwendet, die im
Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes gelistet und entwertet wer­
den. Sie dienen der bilanziellen Kennzeichnung von EE-Strommengen, die in ei­
nem europäischen Mitgliedstaat erzeugt wurden. Sie können unabhängig von der
EE-Strommenge, für die sie ursprünglich ausgestellt wurden, gehandelt werden.“!!!!!!!!!!!!!!!!!
„Dieser Kennzeichnungsmechanismus bezieht sich auf bilanzielle EE-Strommen­
gen.“

Heißt das etwa: Wenn ich jemanden ein Zertifikat abkaufe für irgendwo in Donau oder Tiber gekipptes sauberes Wasser, kann ich hinterher juristisch einwandfrei sauberes Wasser aus dem Rhein schöpfen?

Und damit ist die Brücke zu den Privatverbrauchern geschlagen: Ein Teil des Bahnstroms stammt (über Umrichter) aus dem europaweiten 50Hz-Stromnetz. Bisher trat die DB dort als normaler Kunde auf, d.h. sie kaufte z.B. 10MW im Gebiet des obigen Beispiels als einer der Normal-Kunden, die insgesamt 20MW Ökostrom und 60 MW dreckigen Strom verbrauchen. Jetzt will sie nur noch Ökostrom. Für die verbleibenden Normal-Kunden bleiben so nur noch 10MW bzw. 10MW/70MW=14,3% Ökostrom und 60MW bzw. 60MW/70MW=85,7% dreckiger Strom übrig. In Wirklichkeit werden hier und anderswo aber nach wie vor genau die gleichen Mengen von z.B. 40MW Ökostrom und 60MW dreckiger Strom erzeugt. Der Ökostrom-Privatkunde und der ELEKTRISCHE Bahnfahrer IM FERNVERKEHR dürfen sich über ihr reines Umwelt-Gewissen dank 100% Ökostrom freuen, der gewissenlose Normalkunde muss sich dank DB-Ökostromkauf jetzt statt 75% sogar 85,7% dreckigen Strom vorhalten lassen – obwohl sich rein physikalisch überhaupt nichts geändert hat: 40% sauber zu 60% dreckig für alle!“

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„Ökostrom (nicht nur bei der DB) ist oft nur Etikettenschwindel!“

empfand ich eben einfach zu plump und oberflächlich:

„„1.
Nach welchen Kriterien definiert die DB Energie die eingespeiste Traktions­
energie als Ökostrom?
Für den Nachweis der Grünstromeigenschaften werden nach Auskunft der
DB AG ausschließlich Herkunftsnachweise (§ 79 EEG 2017) verwendet, die im
Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes gelistet und entwertet wer­
den. Sie dienen der bilanziellen Kennzeichnung von EE-Strommengen, die in ei­
nem europäischen Mitgliedstaat erzeugt wurden. Sie können unabhängig von der
EE-Strommenge, für die sie ursprünglich ausgestellt wurden, gehandelt werden.“!!!!!!!!!!!!!!!!!
„Dieser Kennzeichnungsmechanismus bezieht sich auf bilanzielle EE-Strommen­
gen.“

Heißt das etwa: Wenn ich jemanden ein Zertifikat abkaufe für irgendwo in Donau oder Tiber gekipptes sauberes Wasser, kann ich hinterher juristisch einwandfrei sauberes Wasser aus dem Rhein schöpfen?“