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Frage beantwortet

Fahrgastrechte: Wo ist geregelt, ob bei Verspätungen auch Reservierungen zu 25% erstattet werden müssen?

Lt. Europäischen Fahrgastrechten muss bei Verspätung über 60 Minuten 25% des Fahrpreises entschädigt werden. In den Fahrgastrechten finde ich nicht, dass dies nicht für Reservierungen gilt. Die Bahn handhabt es jedoch so. Ein Anruf bei der Durchsetzungsstelle Fahrgastrechte ergab auch nur, dass man nicht sagen kann, ob dies rechtlich korrekt ist. Ein Urteil oder eine Quelle, dass die Reservierungskosten nicht zum Fahrpreis gehören, konnte mir bisher noch Niemand nennen. Gibt es einen Nachweis?

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Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Reservierungen werden entweder ganz oder gar nicht erstattet. Es gibt keine 25% oder 50%-Erstattung in Abhängigkeit der Verspätung.

Wenn Sie die Sitzplatzreservierung nutzen konnten, bekommen Sie nichts erstattet.
Wenn Sie die Sitzplatzreservierung nicht nutzen konnten (z.B. durch Zugausfall oder bei Anschlussverlust), bekommen Sie das Reservierungsentgelt zurück.

"Konnten reservierte Sitzplätze nicht zugeteilt oder zugeteilte Sitzplätze nicht bereitgehalten oder wegen Zugverspätung nicht eingenommen werden, haben Sie Anspruch auf Rückzahlung des gezahlten Reservierungsentgelts.

Auch, wenn Ihre Reservierung beim Kauf des Tickets automatisch schon integriert war, haben Sie einen Rückzahlungsanspruch in Höhe von 4 Euro.

Wenden Sie sich hierzu bitte an eine DB-Verkaufsstelle (DB Reisezentrum oder DB Agentur).
Die Rückzahlung des Reservierungsentgelts können Sie auch formlos beantragen beim Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt (M)."
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

"dass die Reservierungskosten nicht zum Fahrpreis gehören,"

Steht in den AGB https://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb.shtml .

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Reservierungen werden entweder ganz oder gar nicht erstattet. Es gibt keine 25% oder 50%-Erstattung in Abhängigkeit der Verspätung.

Wenn Sie die Sitzplatzreservierung nutzen konnten, bekommen Sie nichts erstattet.
Wenn Sie die Sitzplatzreservierung nicht nutzen konnten (z.B. durch Zugausfall oder bei Anschlussverlust), bekommen Sie das Reservierungsentgelt zurück.

"Konnten reservierte Sitzplätze nicht zugeteilt oder zugeteilte Sitzplätze nicht bereitgehalten oder wegen Zugverspätung nicht eingenommen werden, haben Sie Anspruch auf Rückzahlung des gezahlten Reservierungsentgelts.

Auch, wenn Ihre Reservierung beim Kauf des Tickets automatisch schon integriert war, haben Sie einen Rückzahlungsanspruch in Höhe von 4 Euro.

Wenden Sie sich hierzu bitte an eine DB-Verkaufsstelle (DB Reisezentrum oder DB Agentur).
Die Rückzahlung des Reservierungsentgelts können Sie auch formlos beantragen beim Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt (M)."
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

"dass die Reservierungskosten nicht zum Fahrpreis gehören,"

Steht in den AGB https://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb.shtml .

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Die AGB der DB können jedoch die Fahrgastrechte nicht außer Kraft setzen. Rechtlich ist es leider immer noch nicht eindeutig geklärt.

Ich verstehe Ihre Frage nicht. Was ist rechtlich nicht geklärt?

Sie bekommen immer 100% (oder 0 %) der Sitzplatzreservierung zurück. Etwas anderes gibt es nicht.
Bei Verspätungen müssen Sie ja auch nicht anteilig noch etwas "nachzahlen", weil Sie den Sitzplatz länger in Anspruch genommen haben als eigentlich "gebucht"...

In der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr steht gar nichts über die Erstattung von Sitzplatzreservierungsentgelten...
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CE...

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Ihre Links sind sehr hilfreich, jetzt ist mal viel hier Relevantes beisammen!
Lt. Verordnung muss der Fahrpreis entschädigt werden - was zum Fahrpeis gehört, ist dort jedoch leider nicht geregelt. Ich frage am besten schriftlich bei der Durchsetzungsstelle Fahrgastrechte nach, telefonisch hat es dort ja nichts gebracht.

Sie schließen beim Ticketkauf mit der DB einen Beförderungsvertrag ab, d.h. die DB verpflichtet sich, Sie zu befördern. Da steht nicht, dass Sie sitzend befördert werden (das kann auch im Stehen erfolgen). Wenn Sie sitzen möchten, müssen Sie eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung dazukaufen.

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Jetzt hat auch die Durchsetzungsstelle Fahrgastrechte inhaltlich geanwortet, hier der relevante Teil: "Der Preis der Fahrkarte bezieht sich auf die Beförderungsleistung vom Startbahnhof bis zum Zielbahnhof der jeweiligen Fahrkarte. Es ist zutreffend, dass der Preis der Reservierungskosten ggf. mit auf der Fahrkarte vermerkt ist. Hierbei handelt es sich jedoch um eine tariflich abgeschlossene Zusatzleistung, die neben der Beförderungsleistung an sich erworben werden kann – aber eben nicht zwingend erforderlich erworben werden muss. Kann diese Zusatzleistung vom Eisenbahnunternehmen nicht oder nur zum Teil erbracht werden, besteht tariflich für den Fahrgast der Anspruch, sich die Reservierungskosten zu 100% erstatten zu lassen. Sie ist jedoch kein Bestandteil des eigentlichen Fahrpreises. Im Rahmen der Fahrgastrechteverordnung wird für die Verspätungsentschädigungsberechnung allein der Fahrpreis, mithin der Preis für die eigentliche Beförderungsleistung, zugrunde gelegt; freiwillige Zusatzoptionen, die keinen Einfluss auf die Beförderung an sich haben, sind davon nicht umfasst.
Anders ist dies nur dann zu sehen, wenn die Sitzplatzreservierung in den Fahrkartenpreis integriert ist wie z. B. bei einer Gruppenfahrkarte. In einem solchen Fall, in dem auch eine Abwahl der Reservierung für sich genommen gar nicht möglich ist, wird auch der auf die Reservierung entfallende Anteil der Fahrkarte in die Entschädigungsberechnung mit einbezogen. Hier erfolgt eine gegebenenfalls durchzuführende Entschädigungsberechnung vom Gesamtpreis."
Zusammen mit den Infos von zeka ist mir nun alles klar, vielen Dank nochmal.