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Inkassoforderung ohne Rückmeldung auf Widerspruch

Hallo, ich hatte im Januar eine Fahrt mit der DB gebucht, die ich aufgrund Fehlplanung abbrechen musste. Als ich meinen Fehler merkte, kaufte mir eine Fahrkarte von der Haltestelle, an der ich mich befand, zurück. Daraufhin rief ich beim Kundenservice der DB an und schilderte meine Situation. Der Sachbearbeiter war nett, verstand mich und stornierte die Reise. Nach einiger Zeit erhielt ich eine Fahrpreisnacherhebungsforderung per Post. Ich legte Widerspruch per Fax ein, bekam keine Antwort, jedoch kam gerade eine Mail von einem Inkassounternehmen, in der die Forderung mehr als verdoppelt wurde. Was ist denn das? Ich sehe mich fast gezwungen, meine BC50 zu kündigen, da ich nun keine Lust mehr habe, mich zukünftig weiterhin auf die DB zu "verlassen".

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Ghize
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Hier ist keine Kontaktstelle der Bahn, sondern ein Kunden-helfen-Kunden-Forum. Und inwiefern können andere Bahnkunden Ihnen jetzt weiterhelfen?

kabo
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Die spannende Frage ist, wofür die Fahrpreisnacherhebung ist.
Sowas kommt, wenn man im Zug keine oder keine gültige Fahrkarte hatte und nicht im Zug nachzahlen konnte / wollte / durfte.

Könnte es sein, dass Sie für die Strecke von Ihrem Startort zu dem Ort, wo Sie umgekehrt sind, keine gültige Fahrkarte hatten und daher die Nacherhebung kommt?
Wenn da so wäre, wäre die Nacherhebung wahrscheinlich berechtigt.

Hallo Kunde1234DB,

Sie schreiben ja dass Sie bereits unterwegs mit dem Ticket waren bevor Ihnen der Fehler aufgefallen ist woraufhin die Fahrt abgebrochen wurde. Wurden Sie zu diesem Zeitpunkt eventuell in einem Zug bereits kontrolliert?

Gruß, Tino!

Hallo Tino,
ich bin mir nicht zu 100% sicher, aber denke schon, da das ja wohl sonst nicht aufgefallen wäre. Jetzt stelle ich mir aber die Fragen, weshalb der Herr vom Kundenservice, mit dem ich telefoniert hatte, das Ticket unzulässigerweise stornierte und warum ich keine Antwort auf meinen Widerspruch erhalten habe. Ich sollte nun, ohne wissen zu können, was ich hätte anders machen sollen, anstatt die ~20€ Fahrpreis die ich tatsächlich gefahren bin (das würde ich ja sofort einsehen), über 120€ zahlen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann

kabo
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Ach so:
Sie haben das Ticket benutzt, haben dann telefonisch das (bereits benutzte) Ticket storniert. Sie haben eine Erstattung erhalten.
Beim nachträglichen Datenabgleich ist dann aufgefallen, dass das Ticket zum Zeitpunkt des Stornos schon benutzt war, und Sie deshalb eigentlich gar nicht hätten stornieren dürfen und deshalb auch keine Erstattung hätten bekommen dürfen.
Jetzt will die DB die zu unrecht erhaltene Erstattung zurück. Halbwegs richtig?

Dieser letzten Vermutung von kabo kann ich mich anschließen. Sie müssten nach dem Telefonat auch eine E-Mail erhalten haben, dass die Fahrkarte zurückgenommen wurde? Mit diesem Ticket wurden Sie im Zug angetroffen und es wurde im Nachhinein belastet? /ch

@kabo / @DB/ch:
Ich denke ja. Aber weshalb sollte ich nun mehr als das doppelte vom Fahrpreis der Strecke, die ich zu etwa ⅓ zurückgelegt hatte, bezahlen, während nicht Mal auf meinen Widerspruch reagiert worden ist? Das ist ja mal Kunden vergraulen on another level.

Naja auf der einen Seite schreibst Du „es wurde von dem DB Mitarbeiter storniert“. Ich halte dagegen und behaupte Du hast die Anweisung dazu gegeben. Und der Mitarbeiter ist Dir schon aus Kulanz entgegengekommen obwohl es (ich kenne das Ticket nicht) tariflich gar nicht möglich war. Er hätte natürlich auch fragen müssen ob das Ticket bereits zum Teil genutzt wurde. Aber ich nehme den Mitarbeiter mal in Schutz. Man kann noch an so viele Dinge im Leben denken aber im entscheidenden Moment denkt man eher an das Wohl des Fahrgastes und denkt nicht an die Folgen.

Tickets die bereits elektronisch eingelesen (gescannt wurden) sammelt das mobile Terminal zunächst im Speicher bevor diese als Datenpaket versendet werden. Der Mitarbeiter an der Hotline hatte also gar keine Chance zu sehen ob das Ticket bereits (wenn auch nur zum Teil) benutzt wurde. Demnach ist die Forderung hier rechtens. Es hätte auch noch schlimmer
kommen können, da hier der Vorwurf eines Betruges im Raum steht. Ich würde die Strafe nunmehr zähneknirschend zahlen und das ganze als „unüberlegte Aktion“ abhaken.

Über diese Service-Community werden wir es nicht klären können. Hier können Sie sich mit dem Onlineservice von bahn.de telefonisch kurzschließen, welche Tickets Sie für diesen Reisetag im Januar gebucht haben bzw. welche entwertet oder zurückgenommen wurde/n. /ch

Es wurde selbstverständlich komplett nachbelastet (zu den tariflichen Bestimmungen) weil nicht nachgewiesen werden kann wann der Zug verlassen wurde. Rein theoretisch könnte das ja dann jeder im Zug machen und dir Fahrt fortsetzen in der Hoffnung man wird nickt mehr kontrolliert. Daher ist der erhöhte Fahrpreis absolut korrekt.

Leider ist unter der im Brief abgegeben Nummer niemand zu erreichen, trotz mehrerer Versuche. Nach "bitten wir dies unserem Sachbearbeiter mitzuteilen" kommt nur dauerhafte Stille und man wird nicht verbunden

Die Telefonnummer des Onlineservice von bahn.de lautet: 0180 6 10 11 11 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf). Es kann zu längeren Wartezeiten kommen, da die Kolleg*innen gerade alle Hände voll tun haben. /ch

Ist bei einer Inkassoforderung der Onlineservice nicht der falsche Ansprechpartner ? Zumindest wird hier immer darauf verwiesen das wenn die Forderung abgegeben wurde es zu spät ist und die Bahn nicht mehr zuständig ist.

Es scheint doch inzwischen relativ klar zu sein.:

• „ Der Sachbearbeiter war nett, verstand mich und stornierte die Reise.“
-> Das Ticket wurde storniert. Ein storniertes Ticket ist zur Fahrt nicht gültig.

• „ Als ich meinen Fehler merkte, kaufte mir eine Fahrkarte von der Haltestelle, an der ich mich befand, zurück.“
-> Das heißt der Fragesteller ist bis zu dieser Haltestelle gefahren. Das er das Ticket stornieren ließ, hatte er für diese Fahrt keinen gültigen Fahrschein. Daher die Fahrpreisnacherhebung.

• „ Ich sehe mich fast gezwungen, meine BC50 zu kündigen, da ich nun keine Lust mehr habe, mich zukünftig weiterhin auf die DB zu "verlassen".“
-> Auf die Bahn war doch Verlass. Sie hat sogar telefonisch nach Deinen Wünschen das Ticket storniert. Der einzige auf den hier kein Verlaß war, das warst Du. Du hast ein Ticket storniert obwohl Du (zumindest teilweise) damit gefahren bist. Das gibt natürlich Ärger.

Du hast die Fahrt angetreten und unterwegs abgebrochen. Da der Fahrtabbruch nicht durch Bahnverschulden (Zugausfall, Verspätung) verursacht wurde, steht Dir dafür kein Ersatz zu.

Du kannst versuchen mit dem OnlineService das Problem zu klären. Große Chancen für Dich sehe ich nicht.

@Joeopitz: Dieser Logik folgend müsste ich aber nur eine Fahrpreisnacherhebung für die tatsächlich gefahrene Strecke und nicht für die komplette gebuchte Fahrt leisten?

Heinz1, hier geht es eher um die Klärung, welche Tickets – sofern es mehrere gibt/gab – genutzt und nicht genutzt wurden. Es ist richtig, dass das Inkassounternehmen nur das ausführt, was noch als offene Position nicht beglichen wurde. Hier wäre auch der Onlineservice nicht mehr der Ansprechpartner, wenn das eindeutig geklärt ist.

@Alle: Wie wir wissen, hat kein/e Community-Nutzer*in Zugang zu den Buchungen, um zu erfahren wie der Sachstand ist. Wenn der*die Themenstarter*in es klären möchte, könnten zielgerichtete Telefonate helfen. Die Community unterstützt dahingehend nur, wohin sich @Kunde1234DB wenden kann. Tipps gab es ausreichend genug. /ch

Nochmals zur Berechnung der Fahrpreisnacherhebung. Die Sachbearbeiter können im Nachgang keinen Aufschluss darüber erlangen an welchem Bahnhof der Fahrgast ausgestiegen ist. Er kann quasi eine Station, mehrere Stationen oder die gesamte Fahrt im Zug gewesen sein. Daher wird von der entsprechenden Stelle auch die gesamte - auf dem Ticket angegebene - Route berechnet. Übrigens steht dies sogar explizit in der Eisenbahn Verkehrsordnung (EVO).

(2) Das erhöhte Beförderungsentgelt nach Absatz 1 beträgt das Doppelte des gewöhnlichen Fahrpreises für die vom Reisenden zurückgelegte Strecke, mindestens jedoch 60 Euro. Das erhöhte Beförderungsentgelt kann für die ganze vom Zug zurückgelegte Strecke berechnet werden, wenn der Reisende nicht glaubhaft macht, dass er eine kürzere Strecke durchfahren hat.