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In Bayern bekommt die Bahn das meiste Geld - Ist das gerecht?

Bin gerade auf diesen Artikel auf spiegel.de gestoßen, der mich ratlos, frustriert und unfassbar wütend macht:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/deutsche-bahn-in-bayern...

Die Bahn lässt sich ihre Dienstleistung teuer bezahlen. So bezahle ich mehrere tausend EUR im Jahr für meine Streckenkarte. Dazu kommen all die Subventionen über meine Steuergelder. Warum muss ich akzeptieren, dass mein Geld vorrangig in Süddeutschland verbaut wird?
Im Ruhrgebiet ist die Infrastruktur total verschlissen und eigentlich auf Dritte Welt Niveau. Was macht die Bahn, um die Züge schneller durch das Ruhrgebiet zu bewegen, damit die feinen Herren aus Bayern möglichst schnell ins hippe Berlin oder mondäne Hamburg kommen? Etwa investieren? Für die kohleverschmierten Ruhrpottler? Ne, aber nicht doch. Die traurige Realität: In 2016 wurden sage und schreibe 16 Halte (!) im Fernverkehr in Bochum abgeschafft. Eine Stadt mit 380.000 Einwohnern. Großer Wissenschaftsstandort, wo ein funktionierender Bahnverkehr überlebenswichtig ist. Das ist die Herangehensweise der Deutschen Bahn. Das ist das Mafiasystem aus Bayern. Es vergeht kein Tag, an dem im Ruhrgebiet nicht über die katastrophalen Bedingen im Fernverkehr der Kopf geschüttelt wird. Im Ruhrgebiet wird alles kaputt gespart und in Süddeutschland so viel gebaut wie es geht. Auch mit Geldern der Menschen aus dem Ruhrpott. Es ist so traurig, was in diesem Land abgeht. Kann man was ändern? Wen muss man ansprechen? Oder ist man hilflos den Strukturen in diesem Land ausgeliefert, die Menschen aus bestimmten Regionen gnadenlos bevorzugen?

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maverick1411
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maverick1411

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Hi Frankxc,

hier in diesem Forum wirst du wenig erreichen können, da dies ein Kunden helfen Kunden Forum ist, in der Bahnkunden anderen Bahnkunden ihre Fragen beantworten und Hinweise geben.

Wenn du was bewirken möchtest, solltest du dich mit deinem Landesabgeordneten deiner Region/Land etc. in Verbindung setzen, der das Thema weiter bearbeiten kann. ob es was hilft, steht auf einem anderen Blatt.

kabo
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kabo

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Naja, in NRW werden halt lieber Bahnlinien abgebaut und als Radwege umfunktioniert. Fahrräder sind halt noch hipper als die Bahn.
http://www.rs1.ruhr/
Das war mal eine ideale Bahnstrecke, um die Hauptstrecke an der Ruhr zu entlasten.

Aber im Ernst:
Dies hier ist eine "Kunden-helfen-Kunden"-Community, Hier kann niemand die Politik beeinflussen.

Ich kann Ihnen aber sagen, was einer der Hauptgründe ist, warum so viel Geld nach Süddeutschland geht: Im Süden ist man entschlussfreudiger.

Wenn der Bund Geld für Infrastrukturprojekte bereitstellt, bekommen die Bundesländer das Geld, die schon konkrete Projekte haben und wissen, was sie mit dem Geld machen werden. Einige Bundesländer haben schon fertig vorbereitete Projekte in der Schublade und müssen nur noch "hier" schreien, wenn der Bund Geld verteilt und können dann gleich losbauen. Das setzt voraus, dass man Projekte vorbereitet, obwohl unklar ist, ob und wann der Bund Geld gibt. Man plant quasi ins "blaue", ist dann aber sofort startklar, wenn Geld verteilt wird und kann das Geld dann auch innerhalb der Frist abrufen und verbauen.
In anderen Bundesländern ist das nicht so. Die fangen erst an zu diskutieren, wenn das Geld da ist. Und bis Landespolitik, Lokalpolitik und Verkehrsverbünde sich geeinigt haben, was man mit dem Infrastrukur-Geld machen möchte, haben andere Bundesländer schon das meiste Geld abgegriffen oder die Frist, innerhalb derer man das Geld abrufen oder verbauen muss, ist vorbei.
Bundesländer, in denen Landespolitiker und Kommunalpolitiker alle der gleichen Partei angehören, haben da natürlich einen Vorteil, weil sich da politische Einigungen schneller herbeiführen lassen. Die sind einfach schneller handlungsfähig.
Man kann über die CSU denken was man will - aber in der Disziplin "an einem Strang ziehen, anstatt endlos rumzudiskutieren" sind die einfach gut.
Und da muss man sich in NRW auch mal fragen, warum das da nicht klappt.

Das sehe ich anders, kabo. Ein Beispiel: Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Münster – Lünen – Dortmund beschäftigt die Region bereits seit über 30 Jahren. Also 30 Jahre! Das hat doch nichts mit entschlussfreudigeren Bayern zu tun. Es wurde auf dieser Strecke immer wieder aufs Neue die Wirtschaftlichkeit geprüft. Obwohl alle sagen "Ja, ist wirtschaftlich", wurde immer wieder ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Fazit: bloß nicht bauen, weil es eine Verbindung ist, die das Ruhrgebiet und das Münsterland betrifft. Also nicht Süddeustchalnd. Die Strecke München - Berlin wird ihre Kosten nie wieder reinholen. Wurde trotzdem gebaut. Der Bau des Bahnhofs Stuttgart 21 ist nach aller Expertenmeinung die Kosten nicht wert. Wird trotzdem gebaut. Seit 30 Jahren wird eine Entlastung auf der Strecke Münster - Ruhrgebiet - Köln dringend benötigt, die immer wieder als wirtschaftlich eingestuft wurde. Was ist? Wird nicht gebaut......Wenn die Züge dort eine Verspätungsstatistik haben, die nicht mal in Schwellenländern akzeptiert werden würde, was wird gemacht? Gebaut? Ne...Lieber einen Bahnhof wie Bochum aus dem Netz nehmen. Das ist doch nicht normal, was da abgeht. Kann man auf Dauer die Leute in diesem Land so für dumm verkaufen? Warum kriegt es fast jedes Land in Europa hin, einen vernünftigen Bahnverkehr zu organisieren und wir Deutschen schaffen es nicht? Es liegt an den Strukturen und dem "Mafiasystem". Welche Leistung hate eigentlich Herr Rüttgers erbracht, der gut bezahlt worden ist über Beratungshonorare? Welche? Wo leben wir eigentlich? maverick1411, wie kann ich in diesem Kontext meine Lokalpolitiker um Hilfe bitten, die doch alle in diesem System mitmischen?

kabo
kabo

kabo

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Sie haben es doch selbst erkannt:
In NRW wird diskutiert und diskutiert und dann ein Gutachten bestellt und noch ein Gutachten bestellt - und am Ende wird vielleicht die Minimallösung gebaut, wenn dann das Geld noch zur Verfügung steht.
In Bayern und in BaWü wird gebaut, weil man (a) die fertigen Gutachten schon längst in der Schublade hat und (b) weiß, dass rumzudiskutieren und nicht zu bauen auch keine Lösung ist, weil dann das Geld irgendwann woanders hingeht und man gar nichts davon hat.

Anstatt auf Bayern und BaWü zu schimpfen, sollten sich die Politiker in NRW fragen, warum sie nicht das schaffen, was Bayern und BaWü auch schaffen.
Und das darf ich sagen, weil ich mein Leben (nach Abzug der Kindheit) ziemlich genau hälftig in NRW und Süddeutschland verbracht habe.

Es liegt doch nicht an NRW. Es liegt am Bund! Und im Bundesministerium für Verkehr hat seit Jahren immer ein Bayer das Sagen. In NRW würde man liebend gerne bauen. Nur die Gelder werden vom Bund zur Verfügung gestellt. Und wenn es irgendwo stockt, dann nimmt man eine Stadt Mitten im Ruhrgebiet aus dem Netz. Das ist doch das totale Armutszeugnis des Staatskonzern Bahn. Ich schäme mich jeden Tag aufs Neue vor diesen Zuständen. In Italien geht Bahnfahren. In Holland geht Bahnfahren. In Frankreich geht Bahnfahren. In ....... Das ist nicht mehr zu akzeptieren. Das haben auch die Grünen im oben verlinkten Artikel erkannt. Es muss endlich was passieren, dass diese Ungleichbehandlung aufhört. Das ist für niemanden gut. Auch nicht für die Süddeutschen auf Dauer. Die Menschen werden in diesem Land gegeneinander aufgespielt. Ganz unten sind immer die Menschen im Ruhrgebeit. Eine Schande ist das! Was in Italien der Mezzogiorno ist, ist in Deutschland das Ruhrgebiet. Wollen wir das? Wollen die Bayern das?

InsideBahn137830
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Natürlich liegt es an NRW, wie lange saßen die Grünen denn mit in der Landesregierung, und was haben sie denn gemacht?

kabo
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"Nur die Gelder werden vom Bund zur Verfügung gestellt. "
-> Genau. Und deshalb haben allen Bundesländer die Chance, etwas vom Kuchen abzubekommen. Einige Länder nutzen die Chance und greifen zu, andere Länder bestellen erst ein Gutachten, ob es sich lohnt zuzugreifen und noch wieder andere Länder diskutieren so lange, ob sie zugreifen sollen, bis der Kuchen schon von anderen Ländern aufgegessen ist.

Und dass die Grünen sich als treibende Kraft bei Neubau von Bahnprojekten hervorgetan hätten, wäre mir jetzt völlig neu. Denn für Bahnprojekte müssen meist Bäume gefällt oder Eidechsen umgesiedelt werden.

NRW
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Hoffe nicht das es an mir liegt :)

Aber ist das hier wirklich der richtige Platz für solch eine Diskussion?

kabo
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kabo

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No.
Es lohnt sich eigentlich nicht, das zu diskutieren - denn ändern können wir das sowieso nicht. Und diejenigen, die etwas ändern könnten, lesen hier nicht mit.

(Klingt das jetzt genug nach Schlusswort?)

Leo
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Als aus dem angeblich so benachteiligten NRW 1985 ins angebliche bayerische Bahnparadies Ausgewanderter muss ich jetzt doch mal um Ausgewogenheit bitten!

Auch in Bayern gibt es haufenweise Bahn-Probleme – und nicht immer klare geradlinige Planungen und Projekt-Durchführungen:

In München gibt es schließlich ein großes Konkurrenz-Projekt zu Stuttgart21, in dem dermaßen viel Geld planlos bzw. mit dauernden Planänderungen versenkt wird, dass das restliche S-Bahn-Netz München immer mehr verkommt:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/verkehr-in-muenchen-...

https://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/mue...

https://www.br.de/nachrichten/bayern/zweite-stammstrecke-...

Lichtblick am Rand:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/neues-stellwerk-soll...

In NRW versickert das Geld dagegen eher unauffälliger mit der Gießkanne – z.B. in dem teilweise wahnwitzig aufgeblähten U-Bahn-System und den extrem teuren Unterhaltskosten:

https://www.derwesten.de/region/problemfall-stadtbahnen-i...

In Bayern werden Projekte dagegen gerne mit Maximal-Forderungen z.B. nach Tunneln blockiert:

https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/geretsried-o...

Auch dank tatkräftiger Mithilfe Bayerns blamiert sich ganz Deutschland international kräftig:

https://www.deutschlandfunk.de/widerstand-gegen-bahnstrec...

Aber auch Baden-Württemberg hilft kräftig dabei mit – und die Schweiz zieht Konsequenzen:

https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standarddeutschla...

In NRW und Bayern träumte man gleichermaßen vom Transrapid; in NRW entsteht stattdessen nun immerhin der RRX – aber der Flughafen München träumt immer noch weiter von einer Fernzuganbindung, etwas in Düsseldorf und Köln/Bonn Selbstverständlichem: Es soll eigentlich irgendwann einmal eine Fernstrecke München – Flughafen – Mühldorf – Salzburg geben:

https://www.merkur.de/lokales/erding/bahnausbau-schnecken...

Und wenn ich aus Bayern nach Hamburg oder Berlin fahre, lasse ich übrigens Bochum Hunderte von Kilometern links liegen. Immerhin halten ja in Essen oder Dortmund nicht ganz so weit entfernt etliche ICE pro Stunde in alle möglichen Richtungen. Von soviel Luxus können die Menschen in zig Kilometer Umkreis um z.B. Regensburg, Landshut Kempten oder Memmingen nur träumen.

In NRW gibt es recht große Verkehrsverbünde, Übergangstarife dazwischen und darüber hinaus seit einigen Jahren den NRW-Tarif. Das gibt es alles in Bayern nicht: Auf den Fall Köln-Düsseldorf umgedeutet bedeutet das: Wer von Köln nach Düsseldorf pendelt und in beiden Städten Busse und Nahn nutzen möchte, braucht dann nach bayrischen Maßstäben 3 Abos: VRS-Abo Köln – Leverkusen Mitte (letzter Halt im VRS), DB-Abo Leverkusen Mitte – Düsseldorf-Benrath (1. Halt im VRR) und VRR-Abo Düsseldorf. Das kostet genau so viel wie 3 separate Abos ohne jeglichen Rabatt, wird aber unter dem irreführenden hochtrabenden Namen Abo-Plus z.B. für Pendler von Augsburg nach München vermarktet:

https://www.bahn.de/p/view/angebot/pendler/verkehrsverbue...

Nach dem Bärenticket im VRR gibt es jetzt ja sogar ein Schöne60-Ticket für ganz NRW – von meinem Wohnort aus käme ich im kleinen MVV mit der Isarcard65 praktisch nur nach München.

Die Preise sind in Bayern übrigens ähnlich happig wie in NRW – im Gegensatz zu z.B. Tirol: Da kostet ein JAHR ganz Tirol soviel wie 2 Monate Schöne60...

Und weiter gehts mit den negativen Schlagzeilen: "Deutschland hat den dreckigsten Bahnhof in Europa" Und welcher Bahnhof ist es? Wo liegt er? Natürlich im Ruhrgebiet.
https://www.travelbook.de/news/ranking-beste-schlechteste...
Süddeutschland kommt mit München vergleichsweise gut weg. Aber wen wundert es, wenn der Bundesverkehrsminister seit Jahren aus Bayern kommt. Wen wundert es da, dass das Ruhrgebiet in der Prioritätenliste der Bahn ganz am Ende kommt. Wie konnte es so weit kommen? Was passiert mit den großen Städten Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund? Wie konnte Die Bahn die Bahnhöfe im Ruhrgebiet so völlig desinteressiert verkommen lassen? Die Bahn fährt nicht mehr über die gesamte Ruhrschiene, sondern möglichst außen drum herum. Ergeben sich mal Engpässe, wird nicht ausgebaut, sondern lieber der Fernverkehr in einer Stadt wie Bochum reduziert. Wundert man sich da noch ernsthaft über die immer größer werdende Wut der Bürger? Ist es nicht schon viel zu spät, die Bürger wieder einzufangen? Ich kann hier nur warnen, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht mehr gegeben ist. Wundert sich irgendjemand über das Wahlverhalten? Nicht, dass ich es gutheiße. Es wundert mich nur nicht, und ich mache mir Sorgen, dass der Abwärtstrend nicht mehr aufzuhalten ist. Aber die Süddeutschen scheint es hier sowieso nicht zu interessieren, hauptsache man wird kräftig mit Steuergeldern zugeschüttet.

Leo
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„Aber die Süddeutschen scheint es hier sowieso nicht zu interessieren, hauptsache man wird kräftig mit Steuergeldern zugeschüttet.“

Ich hoffe doch sehr, dass trotz offensichtlicher Betroffenheit sachliche Argumente zumindest am Rande noch interessieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich

Ausgewogene Kurzfassung:

1. Bis etwa 1990 unterstützte NRW Bayern kräftig. (Auch ich persönlich übrigens mit meinen bis 1985 in NRW gezahlten Steuern! Das wollen viele in Bayern heute nicht mehr hören.)
2. Seit etwa 2000 zahlt Bayern noch viel kräftiger für NRW (und natürlich an Berlin, aber das wollen dort und in NRW viele nicht hören).
3. Inflationsbereinigt hat Bayern mittlerweile an NRW wesentlich mehr bezahlt, als früher mal bekommen.

Ich bitte daher doch um etwas mehr Dankbarkeit dafür, dass ich jetzt NRW mit meinen horrenden Steuern auf meine (OK, nicht wirklich karge) bayrische Rente zuschütte!

Zitat aus der Studie:

„Der dreckigste Bahnhof
Aber es gab auch schlechte Nachrichten für die deutschen Bahnhöfe. Denn vor allem im Ruhrgebiet lässt die Sauberkeit offensichtlich zu wünschen übrig. So wurde etwa der Hauptbahnhof Dortmund zum dreckigsten Bahnhof in ganz Europa gewählt. In der Kategorie Sauberkeit erreichte er nur 40 Prozent und hat damit von allen 50 Bahnhöfen im Ranking den schlechtesten Wert.“

Das ganze hat 3 Aspekte:

1. Wie schweinisch benehmen sich die Leute?
2. Wie viele Leute, insbesondere Schweine benutzen den Bahnhof?
3. Wie oft wird sauber gemacht?

Mit der Sauberkeit geht es im ganzen Land bergab, auch in den Städten. Nach meiner subjektiven Empfindung (ich komme oft u.a. nach München, Düsseldorf, Duisburg) hat NRW in diesem Niedergang immer ein paar Jahre Vorsprung. Das liegt evtl. am Sparen beim Saubermachen, aber auch an den Reisenden...

Gegenbeispiel Japan:

1. BEWUSST wirft niemand etwas auf den Boden.
2. Trotz vieler Leute liegt fast nichts auf dem Boden.
3. Es wird laufend sauber gemacht.

Ansonsten traue keiner Statistik…..

Für Umsteiger ist München Hbf übrigens eine Katastrophe mit sehr weiten Wegen: Es gibt in diesem Kopfbahnhof KEINERLEI Unterführungen – im Gegensatz zu Frankfurt, Leipzig und früher Stuttgart. Und in Leipzig hätte ich an einem Sonntag einmal fast den Zug verpasst, weil ich nicht schnell genug in der hochgelobten Shopping-Welt vorankam. Und das zählt dann beim Ranking auch noch positiv!

Weiter abstrus: „Ebenfalls auf das Siegertreppchen … internationale Verbindungen ... St. Pancras und Zürich auf jeweils zehn“

Von St. Pancras aus fahren NUR Eurostar Züge in einzige Richtung, nämlich nach Lille – und dann weiter nach Brüssel/Paris + wenige Direktverbindungen ab Lille zu anderen Zielen in Frankreich. Von Zürich aus gibt es Züge in alle Himmelsrichtungen nach Paris, Genf (mit Anschluss nach Lyon), Mailand, Wien über Innsbruck, München, Stuttgart und Mannheim (und weiter nach Köln, Hamburg, Berlin).

„Die Bahn fährt nicht mehr über die gesamte Ruhrschiene, sondern möglichst außen drum herum.“

Schon mal aus Bochum rausgekommen? Es gibt nicht nur die Strecke Köln-Düsseldorf-Duisburg-Bochum-Dortmund-Hamm, sondern auch im Norden
Duisburg-Oberhausen-Gelsenkirchen-Dortmund, im Süden Köln-Wuppertal-Hagen-ggf. Dortmund-Hamm und dazwischen Duisburg-Essen-Gelsenkirchen-Dortmund/Münster.

Ich ärgerte mich früher immer über den zeitraubenden Umweg von Essen über Bochum und Dortmund nach Münster und weiter nach Hamburg – statt einfach direkt nur über Gelsenkirchen! Schließlich sind Bochum und Dortmund nicht der Nabel der Welt – und es fahren schon genug Züge zwischen Essen und Dortmund – auch wenn einige davon jetzt zeitweise eine Abkürzung fahren oder nicht in Bochum anhalten.

kabo
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Langsam wird es off-topic:

Der Niedergang von NRW ist wirklich beeindruckend.
1995 war NRW das größte Geberland des Länderfinazausgleichs.
2017 war NRW (abgesehen von Berlin) das größte Nehmerland des Länderfinanzausgleichs.
Wie sich ein Land in zwei Jahrzehnten von ganz oben nach ganz unten wirtschaften kann ...

Leo
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https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2019/heft/13...

„Im Fokus der landespolitischen Maßnahmen standen der Ausbau der Hochschullandschaft und Wirtschaftsansiedlungen außerhalb des Montansektors. Die Gründung der Ruhruniversität Bochum und der Technischen Universität Dortmund wurden 1961 und 1962 beschlossen, 1960 konnte auch die Ansiedlung eines Werks des Autoherstellers Opel in Bochum vereinbart werden.9 Die strukturpolitischen Maßnahmen zugunsten der Montanregion schienen damit vielversprechend zu starten.“

Ich hatte bei Aufnahme des Studiums die Wahl zwischen Aachen und Bochum, Dortmund entstand gerade. So bis etwa 1980 war die Bibliothek in Aachen hervorragend ausgestattet; doch dann kamen noch Diplomstudiengänge in Duisburg, Wuppertal, Siegen, usw. dazu. Die Mittel blieben in Summe für alle fast gleich, und so bestellten sogar Aachen und Bochum viele Zeitschriften ab. In Bayern blieb es dagegen lange bei München und Erlangen, die dann natürlich jeweils üppiger ausgestattet wurden…

Reihenweise wurden große Fabriken dichtgemacht (Größenordnung Tausende Arbeitsplätze) und im Rahmen des Strukturwandels dann ersatzweise kleine Technologiezentren (Größenordnung zig bis wenige Hunderte Arbeitsplätze) gegründet.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2012-05/wuppertal-nrw-stru...

Sogar mit der scheinbar zukunftsfesten Elektrotechnik hat es in NRW leider oft nicht geklappt, wie an wechselnden Bahnhofsnamen abzulesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Riemke_(Bochum)#Bahnhof

Aber auch in Bayern läuft schon lange nicht mehr alles rosig: Etwa im Jahr 2000 mussten wir zunächst unser Know-How an die Chinesischen Kollegen in der Firma verraten: Die arbeiteten laut Vorhaltungen in der Betriebsversammlung an uns ja schließlich zu einem Zehntel unseres Gehalts. Das hielt sie kurz darauf nicht davon ab, mit dem Wissen im Kopf zu chinesischen Firmen zu wechseln. Diese boten später viel billigere, aber auch sehr gute Produkte an; infolge drastisch reduzierter Verkäufe wurde unser bayrischer Standort geschlossen. Etliche ehemalige Kollegen, die zu jung für einen silbernen Handschlag und vorzeitigen Ruhestand waren, arbeiten jetzt im Forschungszentrum von Huawei in München weiter – unter tatkräftiger Unterstützung von Bayern:

https://de.wikipedia.org/wiki/Huawei#Forschung_und_Entwic...

Aber jetzt plötzlich, nachdem diese Entwicklung schon etwa 20 Jahre in Gang ist, kommen plötzlich Sicherheitsbedenken hoch, obwohl es jetzt doch nur noch um das letzte 5G-Sahnehäubchen geht…

Vielleicht kommt das manchem aus NRW ja irgendwie bekannt vor:

https://www.welt.de/wirtschaft/article148677595/Deutschla...

Aber Bayern träumt weiter von Flugtaxis...