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Zug fällt aus, Reise nicht mehr sinnvoll möglich, Erstattung Sparpreisticket

Hallo, unser Zug, den wir als Familie mit 2 kleinen Kindern für den Urlaub vom 02.02. bis 09.02. mit Tisch gebucht hatten, scheint laut Mailbenachrichtigung der Bahn und Fahrplanauskunft nicht mehr zu fahren. Mit der alternativen Verbindung wären wir 1 Stunde später am Urlaubsort, vor allem aber ist die alternativ verfügbare Verbindung wegen des Ferienbeginns in Berlin so voll, dass wir gar nicht mehr zusammen sitzen können, nicht mal in der Nähe, was mit kleinen Kindern natürlich nicht geht, vom Fehlen des Tisches ganz zu schweigen. Wir würden jetzt gerne stattdessen mit dem Auto fahren, auch wenn wir eigentlich gerade zur Vermeidung dieser Strapazen mit dem Zug fahren wollten, aber so macht die Reise natürlich keinen Sinn. Zudem ist durch die geänderte Verbindung eine Umsteigezeit (ICE zu ICE) von 29 auf 9 Minuten geschrumpft, mit den Kindern und den Unmengen von Gepäck für den Skiurlaub nicht wirklich zu schaffen. Besteht die Möglichkeit, dieses Ticket für die Hin- und Rückreise in Kulanz erstattet zu bekommen, obwohl es ein Sparpreisticket ist und obwohl sich die voraussichtliche Ankunft ja nur um genau 60 Minuten verzögern würde?

Manuel74
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EinVielfahrer
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Das ist nicht nur Kulanz, sonder Sie haben sogar einen Anspruch, da die Bahn die Reise nicht wie geplant durchführt. Am besten Sie wenden Sich bei einem Onluneticket an den Telefonservice, bei einem Automatentickekt oder Dicker vom Schalter an ein Reisezentrum.

Manuel74
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Dachte ich auch erst, aber hier steht "Voraussetzung: Die Verspätung am Zielbahnhof beträgt voraussichtlich mehr als 60 Minuten, auch wenn Sie mit einer alternativen Verbindung fahren würden."
https://inside.bahn.de/fahrkarten-erstattung/#toggle-id-4

Anonym
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@Manuel74 Das von Ihnen zitierte betrifft die Fahrgastrechte, welche erst am Tag der Reise zum tragen kommen.
Das, was Sie wollen, ist eine komplette Vertragsauflösung und diese ist bis zum Vortag der Reise möglich, wenn es eine Änderung ihres Beförderungsvertrages gab. Egal ob es eine Fahrplanänderung von nur 1 Minute oder ein Komplettausfall gibt. Die 20-Minuten-regel spielt da keine Rolle.
Am besten die Hotline rechtzeitig anrufen und unbedingt sagen, dass Sie wegen den Fahrplanänderungen vom Vertrag zurücktreten wollen.

Die DB schreibt das extra nicht mit dazu, weil sie von der Unwissenheit der Reisenden profitiert. Das man den Vertrag auflösen kann, steht nur in den hunderte Seiten langen Beförderungsbedingungen, welche selbst viele Bahnmitarbeiter nicht kennen oder kennen wollen. Als Bahnkunde hat man es echt nicht leicht.

Hallo. Vor dem 1. Geltungstag der Reise können Sie die Fahrkarte kostenlos zurückgeben, da die Verbindung nicht mehr so besteht, wie gebucht. Bitte das Ticket nicht eigenenmächtig stornieren!

Sollten Sie die Fahrt erst am Reisetag stornieren wollen, ist die Zugbindung für die Fahrkarte bereits aufgehoben und können eine neue Alternativverbindung wählen. Sofern Sie mit dieser möglichen Alternativverbindung mindestens 60 Minuten später gemäß Fahrkarte am eingetragenen Zielbahnhof ankommen, können Sie von der Fahrt zurücktreten. /ch

Elementarteilchen
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Es gibt hier zwei Regelungen:

1. Grundsätzlich gilt, dass Sie ab einer Verspätung von 60 min am Ziel auch von der Fahrt zurücktreten können und das Geld vollständig zurück bekommen. Auch wenn im Regelwerk von „mehr als 60 min“ die Rede ist, scheint es aber durchaus „ab 60 min“ mit der Erstattung zu klappen - üblicherweise sind die Züge aber eh nicht pünktlich. Das sind die Regeln bzgl der Fahrgastrechte.

2. bei einer Fahrplanänderung die nach dem Kauf des Ticket eingetreten ist und die eigene Verbindung betrifft, gilt diese 60 min-Regel aber eh nicht mehr. Denn hier hat man nach Vertragsrecht (nicht Fahrgastrechte) die Möglichkeit, die Tickets erstatten zu lassen, denn den Beförderungsvertrag kann die Bahn ja eh nicht mehr wie vereinbart erfüllen.

Wenn ihre Verbindung in der Fahrplanauskunft also nicht mehr angeboten wird, gab es eine Fahrplanänderung und sie können von der Fahrt zurücktreten. Aber Achtung, der Zeitpunkt ist wichtig: vor dem ersten Gültigkeitstag der Tickets können sie hier im Rahmen des Vertragsrechts zurücktreten. Sie dürfen aber auch die Fahrt antreten (oder es versuchen). D.h. ab dem ersten Gültigkeitstag gelten dann die normalen Fahrgastrechte. Dann könnten sie tatsächlich erst ab 60 min Verspätung am Ziel von der Reise zurücktreten (wobei das in ihrem Fall aber wohl eh egal wäre, wenn eh schon sicher ist, dass sie mind 60 zu spät ankommen würden).

wichtig ist noch zu wissen, wie man die Ansprüche geltend macht:

Beim Vertragsrecht (Fahrplanänderung) wendet man sich bei Ticktes vom Schalter oder Automaten an den Schalter im Bahnhof oder an andere DB-Verkaufsstellen, bei online-Tickets per Mail an fahrkartenservice@bahn.de

Im Fahrgastrechte-Fall (keine Fahrplanänderung, oder ab dem ersten Geltungstag) füllt man das Fahrgastrechte-Formular aus. Auf dem Formular gibt es ein Feld, wo sie ankreuzen müssen, dass Sie die Reise gar nicht angetreten haben. Das Formular reichen Sie dann mit den Tickets ein (geben es am Bahnhof ab, oder schicken es (unfrei ist erlaubt) mit dem ebenfalls zum Download angebotenen Adressvordruck per Post).

Das Fahrgastrechte-Formular gibt es hier:
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

Auf der Seite gibt es unten auch noch einen Link zu einer Broschüre zu den Fahrgastrechten, die alle Bedingungen nochmals kurz aufschlüsselt und erklärt. Die hängt auch an vielen Bahnhöfen aus.

Manuel74
Manuel74

Manuel74

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Wie kann ich diese Fahrkarte zurückgeben? Es handelt sich ja um ein Sparpreisticket und zumindest im Buchungsportal finde ich keine solche Option.

Elementarteilchen
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Auf keinen Fall selbst stornieren (geht bei Supersparpreisen eh nicht, beim Sparpreise ginge das aber und würde 10€ Gebühr kosten). Die Storno-Option ist nicht für Erstattungen aufgrund von Bahnverschulden gedacht, sondern nur wenn man aus persönlichen (selbstverschuldeten) Gründen eine Reise nich antreten will.

Wie Sie Erstattungen durchführen sollten, habe ich wenige Minuten zuvor ja schon erläutert.

Als Ergänzung für den Fall eines Online-Tickets: Antworten auf E-Mails können bis zu acht Wochen dauern. Daher ist die von Bahnfr0sch angesprochene Hotline vielleicht die bessere Wahl, die Nummer steht im Impressum: https://www.bahn.de/p/view/home/info/impressum.shtml

Von einem anständigen Unternehmen erwarte ich eigentlich, dass solche Informationen nicht geheim gehalten, sondern an passender Stelle im Internetauftritt veröffentlicht werden.

Aber die DB lässt lieber ihre Forums-Moderation alle paar Tage dazu Stellung nehmen...

Manuel74
Manuel74

Manuel74

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Klasse, vielen Dank für die ganzen hilfreichen Antworten und allerseits noch einen schönen Sonntag! Jetzt muss ich nur noch die Autofahrt auf Atmosfair ausgleichen und zudem hoffen, dass der Ferienbeginn für Berlin und Brandenburg nicht dazu führt, dass wir auf dem Weg in die Alpen nur im Stau stehen...

Erich1234
Erich1234

Erich1234

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Das Rücktrittsrecht ist nach der Europäischen Fahrgastrechteverordnung Nr. 1371/2007 in Artikel 16 eindeutig geregelt. Sobald eine persönliche Verspätung zwischen Abgangs- und Zielbahnhof von "mehr als 60 Minuten" (im Vergleich zum Soll-Fahrplan zum Buchungszeitpunkt der Fahrkarte) vernünftigerweise prognostizierbar ist, hat ein Reisender das Recht von der Reise zurückzutreten und den VOLLEN Fahrpreis in bar erstattet zu erhalten. Dieses Recht gilt ohne Einschränkung auch für Spar-Preis-Fahrkarten und Super-Spar-Preis-Fahrkarten. Das ServiceCenter Fahrgastrechte kann mit vollständig ausgefülltem Fahrgastrechteformular und Kopie der Fahrkarte zur Erstattung aufgefordert werden.