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Unterschlagung der Fahrkarten und keine Rückerstattung der Bahn, Schiedsstelle meldet sich nicht, was tun?

Sehr geehrte Damen und Herren,
da sie ein flexibles, innovatives Unternehmen sind und Fahrten anbieten mit
Fahrradmitnahme, gehe ich davon aus, daß dies auch funktioniert wenn man es wünscht.
Folgender Sachverhalt: Ich fuhr mit meiner Nachbarin von Gundelfingen nach Tapfheim um eine dortiges Cafe im Bahnhofsgebäude zu besuchen (ca. 40 km einfach). Dort angekommen, verschwitzt und am Ende der Kräfte kauften wir uns ein Ticket ihres Unternehmens mit Fahrradmitnahme (das alleine ist schon eine riesige Herausforderung am Automaten was schon ca. 10 Minuten beansprucht). Dann kam der Zug um 15.08 Uhr eingefahren, der übervoll besetzt einen gestreßten Schaffner wissen lies, daß er voll ist und uns mit den Fahrrädern nicht mitnehmen kann bzw. zur Not nur Personen. Wie bitte soll man bei dem kurzen Halt sein Fahrrad abstellen, absprerren, das Gepäck abmontieren, sich in den überfüllten Zug quetschen (was eh nicht möglich war) und den Zusatzkosten noch hinterher laufen? Der nächste Zug kommt ja schon in 2 Stunden, wer sagt denn, daß der nicht genauso voll ist? Da standen wir da, fix und fertig mit den Rädern und einer Tour von nochmal 40 Kilometern. Agilis sei Dank, weil da offensichtlich einer vergessen hat, noch 1-2 Wagen anzuhängen. Es ist ja keine Urlaubszeit. Spät zu Hause angekommen, total entkräftet und richtig verärgert und enttäuscht rief am Montag meine Nachbarin bei ihnen im Callcenter an, dieser hatte leider keine Ahnung was man in so einem Fall macht und der Kollege hinter ihm auch nicht. Schreiben sie über das Kontaktformular. Das gemacht, Agilis nicht zuständig. Deutsche Bahn Günzburg Fahrkarten mit allen Unterlagen abgegeben. Mehrere Monate gewartet – wieder nicht zuständig. Agilis angeschrieben – nicht zuständig. Schiedsstelle wird beauftragt – mehrere Monate keine Antwort – vor Weihnachten Mailnachricht, daß man alle Unterlagen einreichen müßte. bis heute keine Antwort wegen 22,20€ Rückerstattung. Die Deutsche Bahn hat auch noch die ungelösten Fahrkarten unterschlagen. Da möchte man nur eines: seine paar Euro wieder zurück, weil man dann vermutlich nie wieder mit der Bahn fährt. Viele Telefongespräche ohne Erfolg – keine Zuständigkeit. Zusammenarbeit DB, Schiedsstelle und Agilis funktioniert offensichtlich auch nicht. Da ist man als kleiner Bürger fast gezwungen, den Rechtsweg zu gehen. Vielen Dank.

BrigitteLR
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bhofen
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Hallo,
Sie beabsichtigten an einem Samstag oder Sonntag vergangenen Jahres eine Fahrt zu unternehmen von Tapfheim nach Gundelfingen, 2 Erw. 2 Fahrräder. Sie haben Fahrkarten gekauft und der ag84256 konnte sie nicht mitnehmen, weil der Zug überbesetzt war. Zunächst ist hierbei zu sagen, dass es im Nahverkehr leider keine Garantie auf eine Mitnahme von Fahrrädern gibt. Es dürfen auch grundsätzlich nur begrenzt viele Räder mitgenommen werden. Der Transport von Personen ist immer vorrangig. Das hilft Ihnen in diesem Fall natürlich nicht weiter.

Da Sie nicht mitgenommen worden sind und die Ankunftsverspätung dadurch erwartbar mind. 60min. beträgt, durften Sie gemäß Artikel 16a der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr von der Fahrt zurücktreten und den vollen entrichteten Fahrpreis zurückfordern.

Es lohnt sich in so einem Fall Beweise zu sammeln, die die Überbesetzung des Zuges dokumentieren. Vertraglicher Beförderer ist die Agilis, daher richtet sich ihre Forderung auch gegen die.

Sie haben ihre Fahrkarten am Schalter in Günzburg abgeben. Dann wird man das ans Servicecenter Fahrgastrechte weitergeleitet haben? Dort haben Sie Antwortschreiben erhalten, dass Unterlagen fehlen?

Ansonsten: Nationale Durchsetzungsstelle für Fahrgastrechte ist das Eisenbahnbundesamt (EBA):
https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/fahrgast...
Wenden Sie sich ggf. an dieses (Beschwerdeformular ausfüllen, Vorfall präzise schildern, Schriftverkehr mit dem Servicecenter Fahrgastrechte, DB und Agilis beifügen).

kabo
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Die Frage, welche Rechte bestehen, wenn man ein Fahrrad dabei hat, aber das Fahrrad im Zug wegen Platzproblemen nicht mitgenommen hat, ist nicht eindeutig zu beantworten.
Denn hier wurde ja nicht den Personen die Beförderung verweigert, sondern nur den Fahrrädern. (Auch wenn es hart klingt: Die Personen hätten mitfahren können, wenn die Fahrräder zurückgelassen worden wären.)
Und genau dafür hat die EU-Fahrgastrechteverordnung keine Lösung. Fahrgastrechte gelten nämlich erstmal nur für Personen, nicht für Fahrräder. Personen mit Fahrrädern haben auch nicht mehr Rechte als Personen ohne Fahrräder. Von daher vermag ich mich der Antwort von bhofen (2 über der hier) nicht anzuschließen.

bhofen
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Aber sie hat doch geschrieben: "Wie bitte soll man bei dem kurzen Halt sein Fahrrad abstellen, absprerren, das Gepäck abmontieren, sich in den überfüllten Zug quetschen (was eh nicht möglich war)"
-> Der Zug war so voll, dass niemand mehr rein gepasst hat oder was meinte sie damit?

kabo
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Aber sie schrieb auch, dass der Zug "zur Not nur Personen" mitnimmt.

bhofen
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Tatsächlich ist der Hergang von der Fragestellerin etwas widersprüchlich formuliert worden.
Wenn eine Mitfahrt ohne Fahrrad möglich gewesen wäre, dann ist die Sache natürlich komplexer und ich erlaube mir da keine Einschätzung (außer auf Kulanz zu hoffen).

Interessant wäre aber zu wissen, wie es sich verhält, wenn Fall Mitfahrt ohne Handgepäck möglich aber mit Handgepäck unmöglich ist. Wäre auch möglich, dass das gemeint war.