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Falsche Angabe in der App und unverschämtes Personal

Mein ICE 79 hatte am Dienstag in Kassel-Willhelmshöhe laut App 3 Minuten Verspätung. Als ich am Gleis ankam (etwas später als geplant, weil mir jemand Kaffee auf den Koffer gekippt hat), war exakt die originale Abfahrtzeit und die Türen liesen sich nicht mehr öffnen. Einen Wagon weiter stand noch eine Schaffnerin. Auf die bin ich fix zugerannt. Diese ist dann sehr, sehr rasch eingestiegen und hat mir die Tür wirklich direkt vor der Nase geschlossen und mich dann rotzfrech angeguckt und mit den Schultern gezuckt. Der Zug stand dann noch eine weitere Minute im Bahnhof, bevor er die Weiterfahrt aufgenommen hat. Wie erhält man Erstattung für Demütigung?

Bahngeplagte
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Gar nicht, wer zu spät kommt hat selber Schuld. Der Zug war bereits abgefertigt und niemand darf dann aus Sicherheitsgründen mehr einsteigen. Anzeigen in der App sind immer Prognosen und müssen nicht unbedingt mit den realen Zeiten übereinstimmen.

Ghize
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Gar nicht, sie waren zu spät am Zug, denn die angezeigte Verspätung ist eine Prognose und keine fixe Verlegung der Abfahrtszeit, auf die Sie sich berufen könnten.

Wenn alle Türen bereits geschlossen waren, war der Abfertigungsprozess schon eingeleitet und der Zug kann jederzeit abfahren. Dann hat das Verhalten der Schaffnerin nichts mit Frechheit zu tun, sondern mit Sicherheit im Bahnbetrieb.

kabo
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Es ist aber ein grundsätzliches Problem in Deutschland, dass als Abfahrtszeit in Fahrplänen die Zeit genannt wird, zu der der Zug losrollen soll - und nicht die Zeit, zu der die Türen schließen.

Wenn ein Zug um 12:00 lt. Fahrplan abfahren soll, dann kann ein Kunde, der um 11:59:40 auf dem Bahnsteig ankommt, schon zu spät sein, denn um 11:59:30 werden die Türen geschlossen.

Das muss man halt wissen ...

Der Zug ist pünktlich abgefahren. Du warst zu spät und hast ihn verpasst. Da hast Du Pech gehabt.

Der Zug war abgefertigt, die Schaffnerin konnte und durfte Dich nicht mehr einsteigen lassen. Was soll sie anderes machen, als Dich anzugucken und mit der Schulter zu zucken? Wie Du schreibst, waren die Türen des Zuges bereits geschlossen. Da der abgefertigte Zug jederzeit losfahren kann, muß (!) die Schaffnerin nun ganz schnell einsteigen und Ihre Tür schließen.

Das Schulterzucken kann man auch als ein „leider kann ich nun nichts mehr machen“ verstehen.

Frech war das nicht, eine Demütigung auch nicht. Ne Entschädigung dafür kannst Du voll vergessen.

Auf Verspätungen hat man keinen Anspruch. Und wenn eine Verspätung auftritt, dann versucht man alles um sie wieder abzubauen. Dazu gehört auch eine besonders zügige Abfertigung, damit der Zug möglichst schnell abfahren kann.

„ Es ist aber ein grundsätzliches Problem in Deutschland, dass als Abfahrtszeit in Fahrplänen die Zeit genannt wird, zu der der Zug losrollen soll - und nicht die Zeit, zu der die Türen schließen.“ [kabo]
-> Das kommt auch noch hinzu. Abfahrtzeit ist die Zeit wo der Zug tatsächlich abfahren soll. Im Idealfall rollt der Zug beim Zeigersprung los.

Im konkreten Fall heißt das, dass der Zug sich idealerweise in dem Augenblick in Bewegung setzt, wenn der Minutenzeiger von der „36“ auf die „37“ springt, da die geplante Abfahrtzeit 16:37:00 Uhr ist. Ab 16:36:30 Uhr kann man nicht mehr sicher damit rechnen noch in den Zug einsteigen zu können.

Hallo,

wie hier bereits geschrieben wurde, ist da nichts mehr möglich. Wenn die Mitarbeiterin gerade in die letzte offene Tür gestiegen ist, nachdem sie alles kontrolliert und ihren Bereich der Türen als abfahrbereit gemeldet hat, ist der Abfertigungsprozess abgeschlossen. Aus Sicherheitsgründen darf dann niemand mehr ein- oder aussteigen, da sich der Zug jederzeit in Bewegung setzen kann. Das ist bestimmt auch der Grund für das Schulterzucken. Ich kann Sie im Sinne Ihrer eigenen Sicherheit nur um Verständnis bitten. /di

es heißt ja auch ABFAHRTzeit und nicht TÜRSCHLIEßzeit. Von daher ist die Angabe im Fahrplan vollkommen korrekt. Es kommt ja auch niemand zur ABGLUGzeit an den Flughafen und erwartet noch dass er einsteigen kann.

kabo
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... genau deshalb steht auf Flugscheinen ja auch meist die "boarding-time" und nicht die "departure-time".

Im Ernst: Ich kann mich daran erinnern, dass wir hier in diesem Forum mal eine(n) ausländische(n) Tourist(in) hatten, die sich darüber gewundert hat, dass die im Fahrplan genannte Zei nicht mit der letztmöglichen Einstiegszeit identisch ist.

Offliner
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Flughäfen geben auch Check-in Zeiten an; bei der Bahn ist es zum Glück nicht so. Bis vor nicht allzu langer Zeit konnte man davon ausgehen, dass man einsteigen konnte, wenn man zur Abfahrtszeit an der Tür war. Dass nun Türen mehrere Sekunden vor der Abfahrt geschlossen werden, ist nur wenigen bekannt. Ich verstehe und begrüße, dass dies der Pünktlichkeit in den Knotenpunkten dient. Warum gibt man nicht einfach eine Abfahrtszeit eine Minute früher an? Das würde manch böse Überraschung ersparen ...

Das stimmt nicht. Denn auch früher war die letzte Tür unter Umständen um „Punkt um“ bereits geschlossen bzw. der Zustieg wurde verwehrt weil das Lichtsignal Zp9 bereits gegeben wurde und die Abfahrt kurz bevorstand.

Braunschweiger
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Allerdings erst um "Punkt um" und nicht 20 oder 30 Sekunden vorher - ich wäre auch dafür eine frühere Abfahrtszeit anzugeben (kann von mir aus auch "Einsteigezeit" genannt werden).

Nimm einen normalen Linienbus. Der hat auch einen Fahrplan. Bei günstigen Verkehrsverhältnissen kommt er auch mal schneller durch. Es ist durchaus normal, das ein Bus auch mal 2 Minuten vor der Abfahrtzeit abfährt. Damit kann auch jeder Leben.

Immer eine frühere Abfahrtzeit angeben, das sieht dann immer so aus als ob der Zug mit Verspätung unterwegs ist. Im Nahverkehr mit Haltezeiten unter einer Minute kommt der Zug dann dadurch tatsächlich immer verspätet an. Keine gute Lösung. Besser ist da der (bereits seit über 100 Jahren existierende) Hinweis „rechtzeitig vor Abfahrt des Zuges“ am Bahnsteig zu sein und auf den gesunden Menschenverstand der Reisenden zu setzen.

In Zeiten von 3-Minuten Umsteigezeiten wäre vielleicht angebracht, das stärker bei den Hinweisen für Reisende zu betonen. „Die Abfertigung eines Zuges kann bis zu einer Minute vor der Abfahrt beginnen. Ein Einsteigen ist dann nicht mehr möglich. Bitte sind Sie rechtzeitig vor Anfahrt des Zuges am Bahnsteig.“

Offliner
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Mag sein, dass auch früher die Türen vor der Abfahrt geschlossen wurden. Allerdings wurde dies verschärft und stieß auch in anderen Foren auf Missfallen: https://www.zugreiseblog.de/deutsche-bahn-verschaerfte-zu...

Der Vergleich mit den Linienbussen hinkt; viele Busbetreiber weisen in ihren Beförderungsbedingungen ausdrücklich darauf hin, dass Busse bis zu 2 Minuten früher kommen können; Flixbus verlangt sogar 15 Minuten und schönt damit den wirklichen Zeitbedarf der Reisenden. Ein Hinweis „rechtzeitig vor Abfahrt des Zuges“ erscheint mir etwas vage ... Heißt "rechtzeitig" nun 30 Sekunden oder 5 Minuten? Zudem gab es vor 100 Jahren kaum sekundengenaue Uhren. Ich komme ganz bestimmt nicht mutwillig auf den letzten Drücker, aber in Zeiten nachlassender Zuverlässigung gastronomischer Angebote im Zug ist die Versuchung schon sehr groß, sich beim Umsteigen einen Kaffee und ein Brötchen zu holen ... Wer weiß, wann und wo es wieder etwas gibt?

Leo
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"Nimm einen normalen Linienbus. Der hat auch einen Fahrplan. Bei günstigen Verkehrsverhältnissen kommt er auch mal schneller durch. Es ist durchaus normal, das ein Bus auch mal 2 Minuten vor der Abfahrtzeit abfährt. Damit kann auch jeder Leben."

Das war früher durchaus üblich. Nur an einigen wenigen großen Haltestellen überprüfte der Fahrer den Fahrplan. Mittlerweile gibt es aber GPS-unterstützte Terminals, die eine Verspätung oder Verfrühung jederzeit anzeigen. Da wird dann schon einmal langsamer gefahren oder an einer Haltestelle angehalten, obwohl niemand ein- oder aussteigen will.

Wenn ich zur 1. Haltestelle gehen, kann ich mit dieser Unsicherheit leben - wenn aber dadurch ein Anschluss nicht klappt nicht! Deshalb wurde sogar früher dann an Umsteigehaltestellen gewartet!

"Mein ICE 79 hatte am Dienstag in Kassel-Willhelmshöhe laut App 3 Minuten Verspätung."

Das ist immer die AKTUELLE Verspätung - und keine Abfahtsprognose! Hier gibt es 3 Effekte:

1. Es wird etwas Verspätung herausgefahren, z.B. durch ruppiges Bremsen, was ich als Umsteiger im einfahrenden Zug natürlich sehr zu schätzen weiß. Das kann die IT vorher nicht wissen und auch nicht in der Prognose berücksichtigen.

2. Bei wenig Andrang werden weniger als die sonst mindestens üblichen 2 Minuten für den Fahrgastwechsel benötigt. Das kann die IT vorher nicht wissen und auch nicht in der Prognose berücksichtigen.

3. Es ist ein längerer Aufenthalt am Bahnhof vorgesehen. Beispiel: Ein Zug hat aktuell 10 Minuten Verspätung und hat am nächsten Bahnhof 8 Minuten Aufenthalt statt der üblichen 2 Minuten; also wird er bei der Abfahrt wahrscheinlich 6 Minuten aufholen. Eine halbwegs intelligente IT sollte also eine Abfahrtsverspätung von 4 Minuten prognostizieren - und nicht etwa 10 Minuten, wie es die IT zumindest früher tat. Mittlerweile hat sich das aber geändert, und die Prognosen sind m.E. eher zu optimistisch.

Für 1. und 2. muss man eben Reserven einplanen - und für 2./3. besser auch, wenn es doch einmal schneller geht als die in Köln vorgesehenen 4 Minuten...