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Frage beantwortet

Mehrwehrtsteuersenkung für Tickets > 100 km im reinen Nahverkehr?

Habe ich es nun richtig verstanden, dass für Tickets über 100 Kilometer im reinen Nahverkehr (von DB Regio bedient), keine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7% am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist?
Die kommunizierte Preiserhöhung von 2% oder was auch immer aufgrund gestiegener Betriebskosten möchte ich an dieser Stelle außer Betracht lassen.
Für mich bedeutet Fernverkehr = "über 100 km" und nicht Fernverkehr = "Sparpreise oder Produktklasse A oder B".
Danke für eine Rückmeldung.

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

@Dani5

Die Mehrwertsteuer wurde auch für Nahverkehrszüge über 50 km gesenkt. Du bezahlst seit dem 1.1. zwischen München und Obersdorf auch nur noch 7% Mehrwertsteuer.

Allerdings zahlst Du derzeit trotzdem nicht weniger. Noch nicht. Im Nahverkehr sind mehrere Partner an den Tickets beteiligt, da ist eine Abstimmung erforderlich. Deshalb dauert es ca. 6 Monate bis auch da die Steuersenkung an die Kunden weitergegeben wird.

Die Bahn hat das auch so kommuniziert.
„ Im Regionalverkehr gilt bis 50 Kilometer bereits der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, Fahrten über 50 Kilometer werden seit 01.01.2020 ebenfalls vom reduzierten Steuersatz begünstigt. Eine Preissenkung für Angebote des Gemeinschaftstarifs der Eisenbahnen für den Nahverkehr kann voraussichtlich frühestens sechs Monate nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung erfolgen. Grund dafür ist, dass die Nahverkehrsunternehmen nicht allein über die Weitergabe der Mehrwertsteuerabsenkung an die Kunden entscheiden, sondern sich mit verschiedenen Partnern abstimmen und eine Vielzahl von Vertragskonstellationen berücksichtigen müssen.

Nachzulesen hier:
https://www.bahn.de/p/view/angebot/neues.shtml

unter „Warum gibt es die Preissenkung nur im Fernverkehr?“

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Mark1807
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Ja, die Tickets im Nahverkehr werden nicht günstiger:
https://community.bahn.de/questions/2177731-zahlt-strecke...

kabo
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"Habe ich es nun richtig verstanden, dass für Tickets über 100 Kilometer im reinen Nahverkehr (von DB Regio bedient), keine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7% am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist?"
-> Fast.
Für Tickets im reinen Nahverkehr war die MwSt schon vorher bei 7%, auch wenn es über 100km waren. Deshalb gab es keine Senkung.

Ghize
Ghize

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Nah- oder Fernverkehr hat bei der Bahn nichts mit der Streckenlänge zu tun, sondern wirklich mit der Produktklasse.

RB, RE, S-Bahn sind Nahverkehr
IC, ICE sind Fernverkehr

"Für Tickets im reinen Nahverkehr war die MwSt schon vorher bei 7%, auch wenn es über 100km waren. Deshalb gab es keine Senkung."

Ganz gewiss nicht, da ich seit mehr als 20 Jahren 19% Mehrwertsteuer für Tickets im reinen Nahverkehr bezahle sobald eine bestimmte Grenze (50km?) überschritten wird, in meinem Falle mehr als 100 km.

"Habe ich es nun richtig verstanden ..."
--> Nein, falsch verstanden. Bis 31.12.19 galten für Bahntickets bis 50 km 7% USt, für längere Strecken 19%, ganz unabhängig von der Produktklasse, für die das Ticket galt. Ab 2020 gelten einheitlich 7%.
Leider wird bei Nahverkehrstickets die Steuersenkung (bisher) nicht an die Kunden weitergegeben. Daher gilt mittlerweile bei deutlich mehr Strecken als früher für ein IC-Ticket ein ähnlicher Preis wie im Nahverkehr. IC kann sogar günstiger sein: https://www.ice-treff.de/index.php?id=594740

"Für Tickets im reinen Nahverkehr war die MwSt schon vorher bei 7%, auch wenn es über 100km waren."
--> Siehe oben. Wenn ich frühere Verlautbarungen der DB richtig verstanden habe, war es allerdings so, dass bei mehreren an der jeweiligen Fahrt beteiligten Unternehmen die Strecke bezüglich der 50km-Grenze für jedes Unternehmen separat betrachtet wurde. (Dies war also bei Kauf der Fahrkarte gar nicht zwingend bekannt. Vermutlich wurde die Umsatzsteuer daher aufgrund statistischer Erhebungen ermittelt.)
Aus diesem Grunde änderte DB Regio vor ca. 2 Jahren die Praxis der Angabe des Umsatzsteuersatzes: nicht mehr 19%, sondern 7%. Vorsteuerabzugsberechtigte Kunden hatten jedoch die Möglichkeit, auf Antrag einen Nachweis über den korrekten Steuersatz von 19% zu erhalten (sofern > 50 km mit einem einzigen Unternehmen zurückgelegt wurden).

Als Streckenbeispiel sei München Hbf nach Oberstdorf genannt. Bedient im reinen Nahverkehr von DB Regio (also kein ALEX, BRB oder IC in der Verbindungsauswahl). Die Streckenlänge beträgt ca. 180 Kilometer. Es geht um Flexpreise Mittwoch mittags.
Mir geht es darum, warum es bei diesen Tickets zu keiner Senkung der Mehrwertsteuer von 19% auf 7% gegeben hat.
Um eine übliche Erhöhung der Preise im "Nahverkehr" aufgrund gestiegener Betriebskosten geht es mir nicht.

@Ghize und kabo

„ Nah- oder Fernverkehr hat bei der Bahn nichts mit der Streckenlänge zu tun, sondern wirklich mit der Produktklasse.“

Die Mehrwertsteuer hat aber nichts damit zu tun, was die Bahn unter Nahverkehr versteht, sondern der Gesetzgeber. Der macht die Regeln zum ermäßigten Mehrwertsteuersatz.

Nach §12 UStG galt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Bahnfahrten Innerhalb einer Gemeinde oder
wenn die Strecke höchstens 50 Kilometer lang war. Die Produktklasse spielt da überhaupt keine Rolle.

Ab 50 Km wurde bisher der volle Mehrwertsteuersatz fällig. Egal ob RB oder ICE.

@Dani5

Die Mehrwertsteuer wurde auch für Nahverkehrszüge über 50 km gesenkt. Du bezahlst seit dem 1.1. zwischen München und Obersdorf auch nur noch 7% Mehrwertsteuer.

Allerdings zahlst Du derzeit trotzdem nicht weniger. Noch nicht. Im Nahverkehr sind mehrere Partner an den Tickets beteiligt, da ist eine Abstimmung erforderlich. Deshalb dauert es ca. 6 Monate bis auch da die Steuersenkung an die Kunden weitergegeben wird.

Die Bahn hat das auch so kommuniziert.
„ Im Regionalverkehr gilt bis 50 Kilometer bereits der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, Fahrten über 50 Kilometer werden seit 01.01.2020 ebenfalls vom reduzierten Steuersatz begünstigt. Eine Preissenkung für Angebote des Gemeinschaftstarifs der Eisenbahnen für den Nahverkehr kann voraussichtlich frühestens sechs Monate nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung erfolgen. Grund dafür ist, dass die Nahverkehrsunternehmen nicht allein über die Weitergabe der Mehrwertsteuerabsenkung an die Kunden entscheiden, sondern sich mit verschiedenen Partnern abstimmen und eine Vielzahl von Vertragskonstellationen berücksichtigen müssen.

Nachzulesen hier:
https://www.bahn.de/p/view/angebot/neues.shtml

unter „Warum gibt es die Preissenkung nur im Fernverkehr?“

Diese Antwort verstehe ich nun.
Jedoch würde dies bedeuten, dass die Bahn den gesunkenen Mehrwertsteueranteil im Regionalverkehr noch nicht an den Kunden weitergibt und damit konkret die Preise um 10% plus die (geringe) Betriebskostenerhöhung zu hoch erhebt.
Zusammengefasst sind nun bestimmte Preise im Fernkehr um 10% gesenkt worden, die Mehrwertsteuer bei Fahrten größer 50 km zwar generell gesenkt worden, was sich jedoch vielfach in konstanten oder sogar gestiegenen Preisen im Regionalverkehr widerspiegelt.

Ghize
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@Joepitz: Den Unterschied kannte ich noch nicht, vielen Dank für die Aufklärung. :-)

Zumindest hätte man die Betriebskostenerhöhung im Regionalverkehr über 50 km nicht gerade zu dem Zeitpunkt durchführen müssen, zu dem die Mehrwertsteuer gesetzlich gesenkt wurde, um zeitgleich den Kunden mit Preiserhöhungen in Produktklasse C zu überraschen.

Für "München Hbf - Oberstdorf" drängt sich statt eines NV-Flextickets für 37,40 (ohne BC) ein IC-Ticket geradezu auf, Preis am nächsten Mittwoch: 33,70 (z.B. bis Buchloe NV abwählen). Interessanterweise sind 90% von 37,40 genau 33,66, sodass sich auch nach einer Weitergabe der USt-Senkung keine Ersparnis ergeben würde. Jedenfalls nicht mittwochs.

Heute gab es hierzu eine Pressemeldung im Münchener Merkur, die es nun offiziell bestätigt, dass die Senkung der Mehrwertsteuer erst nach den notwendigen intensiven Absprachen aller beteiligten Partner möglich ist.
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass eine Mehrwertsteuersenkung spürbar und sofort an den Kunden weitergegeben werden muss. Das schließt natürlich nicht eine Erhöhung der eigentlichen Fahrkartenpreise aus, jedoch sollte dann deutlicher kommuniziert werden, dass die Fahrpreise im Regionalverkehr um 12% bis Mitte des Jahres erhöht wurden/werden.

„ Ich bin bisher davon ausgegangen, dass eine Mehrwertsteuersenkung spürbar und sofort an den Kunden weitergegeben werden muss.“
-> Das ist so nicht der Fall. Der Anbieter einer Ware/Dienstleistung muß seinen Umsatz versteuern. Die zu entrichtende Umsatzsteuer (deren Höhe im UStG. festgelegt ist) hat nichts mit dem Bruttopreis zu tun, den der Anbieter vom Kunden verlangt.
Als vor einigen Jahren die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen gesenkt wurde, sind nicht die Zimmerpreise gesunken, die Senkung der Mehrwertsteuer führte hier zu einer besseren wirtschaftlichen Situation der Hotelbesitzer.

„ jedoch sollte dann deutlicher kommuniziert werden, dass die Fahrpreise im Regionalverkehr um 12% bis Mitte des Jahres erhöht wurden/werden.“
-> Die Aussage, dass die Preise um 12% erhöht wurden ist falsch. Im Nahverkehr wurden zum 15. Dezember die Preise im Durchschnitt um 1,7% erhöht. Das wurde auch so im Vorfeld von der Bahn kommuniziert.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/bahn-...

Zum 1. Januar gab es keine Preisveränderung im Nahverkehr. Für einen großen Teil der Nahverkehrsverbindungen gab es auch keine Mehrwertsteuersenkung, da die Tickets bis 50 km ohnehin schon mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz belastet wurden. Im Gegensatz zum Fernverkehr arbeiteten die Unternehmen des Regionalverkehrs mit staatlichen Subventionen. Die Ticketpreise sind da sowieso nicht kostendeckend. Ob das Defizit nun in Form von direkten Subventionen oder in Form einer reduzierten Steuerlast vom Staat übernommen wird, ist erstmal egal.

Das man dabei ist nun auch noch den Regionalverkehr und die BahnCards günstiger zu machen, ist doch eine gute Nachricht.

"-> Die Aussage, dass die Preise um 12% erhöht wurden ist falsch. Im Nahverkehr wurden zum 15. Dezember die Preise im Durchschnitt um 1,7% erhöht. Das wurde auch so im Vorfeld von der Bahn kommuniziert."
Lieber Joeopitz, du hast natürlich recht bei ausschließlicher Betrachtung der Bruttopreise. Es ist aber offensichtlich, dass Dani5 hier einen Vergleich der Nettopreise angestellt hat. Wenn man die Preise vom 14.12.19 mit denen vom 1.1.20 vergleicht, sind 12% sogar noch untertrieben (bei NV-Fahrkarten mit Fahrtstrecke >50 km):
Ein Ticket, das am 14.12. für 23,80 €, also netto 20 €, erhältlich war, kostete am nächsten Tag (Annahme: Erhöhung seien die durchschnittlichen 1,7%) 24,20 € und somit seit 1.1. netto 22,62 €. Das entspricht einer Erhöhung des Nettopreises von 13,1%.
Es ist auch nicht so, dass dies für niemand eine Bedeutung hat. Ist der Reisende bzw. sein Arbeitgeber vorsteuerabzugsberechtigt, so steigt die tatsächliche Belastung genau um den genannten Prozentsatz.