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Frage beantwortet

Erstattung Taxi/prv. PKW bei Zugausfall

Am 08.12.19 erschien ich rechtzeitig im Hbf Bremerhaven.

Eine Anzeige auf der Tafel zeigte den Ausfall des Zuges RE 4409 an. Ein Ersatzverkehr war nicht vorhanden und Auskunft konnte den anderen Fahrgästen und mir nicht gegeben werden.

Ein telefonisch herbeigerufener Freund brachte mich dann mit seinem PKW zum Hbf Bremen. Dort war ebenfalls eine Anzeige dass RE 4409 ausfällt. Ich bestieg dort dann einen anderen Zug und konnte somit rechtzeitig nach Hannover und weiter nach Nürnberg fahren.

Ich fordere mit dem FAHRGASTRECHT-Formular eine Entschädigung für den Aufwand des PKW-Fahrers sowie die Kosten für das verbrauchte Benzin (hin & rück). Ein Taxi hätte ca. 92€ gekostet.

Nun erhalte ich ein Schreiben der DB Dialog GmbH mit einer Erstattung von 13,75€ für Verspätung unter 60 min. Da ich terminlich auf die Verbindung angewiesen war musste ich den Zug nach Nürnberg erreichen und konnte nicht auf eine x-beliebige, sätere Bahnverbindung wechseln. Die einzige Alternative war der PKW oder ein Taxi.
Die DB- Begründung (unter andrem):
Stellt das Eisenbahnunternehmen dem Reisenden ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung, so hat dessen Nutzung grundsätzlich Vorrang vor einer selbst organisierten Alternative. Der Reisende kann in diesem Fall keinen Ersatz der Kosten für ein anderes Verkehrsmittel erlangen, soweit er sich nicht erfolglos um Kontaktaufnahme vor Ort mit einer Fahrkartenverkaufsstelle oder Informationsstelle des Eisenbahnunternehmens oder dem Personal des genutzten Zuges bemüht hat.

Es gab keiner Ersatz & das Bahnpersonal war nicht auffindbar, der Serviceschalter nicht besetzt.

Ist das rechtens mich mit dem „Trinkgeld“ abzuspeisen?

Mit freundlichem Gruß,
Ralko

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

-->"Ist das rechtens mich mit dem „Trinkgeld“ abzuspeisen?"<--

Ja. Die Fahrgastrechte sind europäisch geregelt.

Ich würde aber dennoch einmal eine sachliche E-Mail an den Kundendialog schreiben. Da hast du eventuell die Chancen auf Kulanz noch einen Gutschein zu bekommen.

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-->"Ist das rechtens mich mit dem „Trinkgeld“ abzuspeisen?"<--

Ja. Die Fahrgastrechte sind europäisch geregelt.

Ich würde aber dennoch einmal eine sachliche E-Mail an den Kundendialog schreiben. Da hast du eventuell die Chancen auf Kulanz noch einen Gutschein zu bekommen.

kabo
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Wenn Sie (dank der Pkw-Fahrt) weniger als 60min verspätet am Ziel angekommen sind, Sie aber trotzdem 13,75€ Entschädigung erhalten haben, dürfte 13,75€ der anteilige Ticketpreis sein.
Sie haben Bremerhaven-Nürnberg per Bahn bezahlt, aber wegen des Zugausfalls nur Bremen-Nürnberg per Bahn genutzt. Also wird der Anteil des Ticketpreises, der auf Bremerhaven-Bremen entfällt, erstattet. Nicht mehr (also keine Pkw-Kosten), aber auch nicht weniger.
So würde es jedenfalls den geltenden Fahrgastrechten entsprechen.

„ Stellt das Eisenbahnunternehmen dem Reisenden ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung, so hat dessen Nutzung grundsätzlich Vorrang vor einer selbst organisierten Alternative. [...] Es gab keiner Ersatz & das Bahnpersonal war nicht auffindbar, ...“
-> Wahrscheinlich gab es Ersatz. Der RE 4409 sollte ja schon um 7:28 Uhr abfahren. Der Bahnverkehr zwischen Bremerhaven und Hannover ist sicher am 8.12 nicht komplett ausgefallen. Wenn z.B. der Zug um 9:28 Uhr oder um 11:28 Uhr gefahren ist, dann ist das ein anderes Verkehsmittel das von der Bahn zur Verfügung gestellt wurde. Nach den Europäischen Fahrgastrechten hättest Du dann spätere Züge nehmen müssen. Für die daraus resultierende Verspätung am Zielort hätte Dir dann eine Entschädigung von 25 oder 50 % des Fahrpreises zugestanden.

Bei einem Zugausfall werden nach europäischen Recht nur dann PKW Kosten ersetzt, wenn es sich um die letzte Fahrt des Tages handelte und anders das Ziel vor Mitternacht nicht mehr erreicht werden konnte.

Es steht Dir also weder die Erstattung von PKW-Kosten zu noch bekommst Du eine Entschädigung für eine Verspätung, da Du letztlich Nürnberg mit weniger als 60 Minuten Verspätung erreicht hast.

Lediglich für den nicht genutzten Streckenanteil von Bremerhaven nach Bremen bekommst Du die anteiligen Ticketkosten erstattet. Das kommt mit 13,75 EUR sicher ganz gut hin.

„Ist das rechtens mich mit dem „Trinkgeld“ abzuspeisen?“
-> Ja. Es sieht so aus als hättest Du alles erstattet bekommen, das Dir rechtlich zusteht.

Du kannst Dich gerne an den Kundendialog wenden. Eventuell kann Dir da aus Kulanz noch ein wenig entgegengekommen werden. Einen Anspruch hast Du darauf nicht.